Bei welchen religionen ist abtreibung verboten?

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7 Antworten

Das lässt sich nicht so generell beantworten. Für alle grossen Weltreligionen ist Leben heilig und alle halten den Schwangerschafts­abbruch für etwas Schuldhaftes.

ABER: innerhalb aller Religionen gibt es unterschiedliche Meinungen über den Status des Embryos und den Stellenwert der Entscheidungsfreiheit. Ein striktes Abtreibungs­verbot unter allen Umständen wird nur vom katholischen Lehramt vertreten und in anderen Religionen von fundamentalistischen Gruppierungen. Alle andern Glaubens­richtungen betrachten Abtreibung unter Umständen als das kleinere Übel und messen dem freien Gewissensentscheid grosses Gewicht bei.

  • In der Bibel steht nirgends etwas über Abtreibung.
  • Im Katholizismus nimmt das Lehramt der katholischen Kirche heute eine absolut rigide Position ein. Das war aber nicht immer die Haltung der katholischen Kirche. Erst 1869 legte sie sich auf die Empfängnis als Zeitpunkt der Beseelung des Embryos fest. Bis dahin galt der Fötus in den ersten Wochen nicht als beseelt, Abtreibung blieb in diesem Stadium entweder straflos oder wurde milder bestraft als danach – eine Art Fristenregelung. Die heutige strikte Haltung des Lehramtes wird bei weitem nicht von allen katholischen Theologen und Ethikerinnen geteilt. Progressive Katholikinnen und Katholiken vertreten die Meinung, die Lebensumstände und die Konfliktsituation der Frau seien zu berücksichtigen.
  • Die evangelischen Kirchen haben keine oberste Instanz, die zuständig wäre für verbindli­che Verlautbarungen. Im allgemeinen wird der Fötus nicht einer Person gleichgestellt. Schwangerschaftsabbruch wird aber als Übertretung des Tötungsverbotes betrachtet, gleichzeitig als oft „kleineres Übel“ in einer Notlage, als Dilemma, in dem nicht ohne Schuld entschieden werden kann. Im Gegensatz zum auf den Fötus fokussierten katholischen Lehramt, wird dem eigenverantwortlichen und freien Gewissensensent­scheid Priorität eingeräumt. Auch wird der Unterschied zwischen Moral und staatlichem Gesetz betont. In der Schweiz hat sich der Evang. Kirchenbund (SEK) im Jahr 2001 für die Fristen­regelung ausgesprochen – ebenso die christkatholische Kirche.
  • Auch im Islam findet sich im Koran nichts Konkretes zur Abtreibung. Leben ist ein Ge­schenk Gottes und heilig. Der Embryo durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien. Ein erstes Stadium ist mit 40 Tagen erreicht, am120. Tag haucht Gott dem Fötus die Seele ein. Zur Frage der Abtreibung gibt es verschiedene Lehrmeinungen und Ansichten.

  • Im Judentum gilt der Fötus als Teil der Mutter, ihr Leben gilt mehr als seines. Bis zum 40. Tag nach der Befruchtung hat der Embryo einen geringeren Status als danach, erst mit der Geburt wird er Person, vorher hat er keine Rechte. Doch so wie man seinen Körper nicht mutwillig verstümmeln darf, ist auch ein Schwangerschaftsabbruch aus nichtigen Gründen unerlaubt. Nur in einer „zwingenden Notlage“ oder wenn die Würde der Frau auf dem Spiel steht ist ein Schwangerschafts­abbruch moralisch zulässig. Grundsätzlich steht im Judentum das Wohlergehen der Frau im Vordergrund.

  • Für den Hinduismus und den Buddhismus stellt sich die Frage nach dem Beginn des Lebens nicht. Alles Leben wird als kontinuierlich betrachtet. Nach dem Tod mündet es in eine Wiedergeburt. Im allgemeinen wird die Befruchtung als Zeitpunkt der Vereinigung der Seele mit einem neuen Körper angesehen. Einige Hindus glauben jedoch, dass die Beseelung erst im 4. oder 5. Monat stattfindet. Abtreibung gilt als Unrecht, aber jedes Individuum soll nach eigenem Gewissen, in seinem Kontext über „das kleinere Übel“ entscheiden.

  • Der Buddhismus lehrt eine Ethik der persönlichen Verantwortung. Die Absicht, in welcher eine Tat vollbracht wird, ist bedeutungsvoller als die Tat selbst. Die Meinungen über den Status des Embryos gehen auseinander. Ein Schwangerschaftsabbruch kann das „kleinere Übel“, eine moralisch verantwortbare Entscheidung sein.

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Es ist bei den großen Religionen denke ich nirgends gerne gesehen, aber wirklich strikt dagegen ist zum Beispiel die katholische Kirche.

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Abtreibungen werden ohne Religion durchgeführt. Diejenigen Menschen, die abtreiben, töten einen lebenden Embryo. Die abtreibenden Frauen haben danach oft mit psychischen Störungen zu tun. Man braucht keine Religion, um zu wissen, dass Töten verboten ist. Dafür hat man sein Gewissen bekommen. 

http://www.pro-leben.de/abtr/abtreibung_folgen.php

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Denke mal in jeder !

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In jeder Religion ist eine Abtreibung verboten.
Und auch nicht in jedem Land erlaubt.
In Gottes Augen ist es Mord. Du löschst ein Leben aus..
Ich hoffe, dass du diese Entscheidung nicht treffen musst
Liebe Grüße

Angie

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Kommentar von ArbeitsFreude
04.06.2016, 10:56

Unsinn, liebe Babylov: Mord ist ist per definitionem eine "Vorsätzliche und geplante Tötung aus niedrigen Motiven" - es gibt auch höhere Motive, die zu einer Abtreibung führen können - wie viele hier schon richtig erklärt haben.

Natürlich sollte keiner eine Abtreibung WOLLEN, doch wenn sie das kleinere Übel ist, dann wird Gott das verstehen und verzeihen.

Wenn DEIN Gott dies nicht tut, tut's mir leid für Euch beide!

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Kommentar von babylov3
04.06.2016, 11:44

Dir muss dir nichts leid tun ;) schon gar nicht für mich
Über dieses Thema kann man streiten/diskutieren aber dafür hab ich keine Zeit

Ich würde sowas sowieso niemals tun von daher :)

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Kommentar von babylov3
04.06.2016, 11:44

Dir muss nichts leid tun*

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Christentum und Islam

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Laut den Gründern in keiner, zumindest ist mir keine Stelle bekannt in der steht, Abtreibung ist verboten.


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