Du weißt, dass du Schriftstellerin werden möchtest. Okay. Du hast Talent. Sagt wer?
Schriftstellerei ist zu 5 % Talent, zu 95 % Handwerk. Hast du dich schon um die handwerkliche Seite gekümmert, zB Fachliteratur beschafft und gelesen und natürlich in die Tat umgesetzt, also Geschichten geschrieben und irgendwo eingereicht? Nimmst du zB am Agatha-Christie-Krimi-Wettbewerb teil?
Du willst nebenberuflich schriftstellern. Was willst du hauptberuflich machen? Wäre es nicht sinnvoll, das Praktikum am Hauptberuf zu orientieren? Der soll schließlich dein Leben finanzieren, damit auch deine nebenberufliche Schriftstellerei.
Am Besten ist es, dein Beruf und dein Nebenberuf passen zusammen. Und dann ergibt sich klar diese Reihenfolge für Praktikum und Berufswahl:
- Journalismus - Ein Drittel aller Schriftsteller kommt aus dem Journalismus. Hier lernst du, knapp und gezielt zu schreiben und nicht zu schwafeln. Das kommt jedem Schriftsteller zu Gute. Und das Recherchieren ist das A und O jeder guten schriftstellerischen Planung. Ganz klar, Journalismus ist die Nr. 1.
- Verlagswesen - Wenn du also erfolgreich dein Buch fertiggestellt hast, dann bekommst du es mit dem Lektor eines Verlages zu tun. Und mit der Verkäuferversammlung. Da wäre es doch gut zu wissen, wie diese Leute ticken. Also sollte man sie kennen lernen. Vielleicht sogar als Praktikant bei einem Lektor selbstständig mal eine Vorauswahl treffen dürfen und begründen müssen. Unschätzbare Erfahrungen, für die so mancher Autor morden würde.
- Unibücherei - hier lernst du Recherche an der Quelle, das A und O.
Ich klugscheiße jetzt mal etwas: Schrifstellerei setzt Lebenserfahrung voraus. Dh nicht, dass ein Schriftsteller alt sein muss oder nicht jung sein darf. Es heißt, dass man seine eigenen Erfahrungen einbringen muss. Dazu gehört also, dass man Erfahrungen macht. Jedes Praktikum bringt dich mit Menschen zusammen und gewährt dir Einblicke in das Leben, die du als Schriftstellerin nutzen kannst. Also ist nichts, was du tust, verlorene Zeit. Es kommt darauf an, wie du deine Erfahrungen umsetzt. Du hast doch als angehende Schriftstellerin immer dein Notizbüchlein dabei? Das bekommst du voll, wenn du das Ganze mit offenen Augen betrachtest. Schließlich schreibst du ja nicht über Menschen, die Schriftsteller werden wollen, sondern über all die anderen, die dein Geschreibsel auch mal lesen sollen.
Schreibst du Krimis? Es gibt auch Schulpraktika bei der Polizei - viele Schriftsteller machen später so ein kostenloses Praktikum, du hast bereits jetzt die Chance. Können deine Protagonisten auch mal krank werden? Ein Praktikum in einem Krankenhaus ist da Gold wert. Möchtest du über die Parias in Deutschland schreiben? Arbeite in einer Bank, da bekommst du es mit wirklich schlimmen Menschen zu tun.
Oder sieh es von der praktischen Seite: Du wirst ja am PC schreiben, also ein Praktikum in einer kleinen Softwareklitsche, hat ein Bekannter von mir gemacht, viel gelernt und Software abgesahnt.
Schriftstellerei ist Kommunikation über das Leben. Also informiere dich über das Leben.
Schreibst du für Kinder und hast du Interesse an Austausch mit richtigen, echten und erfolgreichen AutorInnen? Dann schau mal hier: www.kinderbuchschreiben.de nach oder melde dich bei mir.
Viel Erfolg
macht = man (Im ersten Satz)
XD hab ich mir auch schon gedacht, danke für die antwort