Frage von HihihiMeee, 145

Bei Migräne Betablocker?

Wie man oben schon lesen kann, habe ich für meine Migräne vor wenigen Tagen beim Neurologen Betablocker verschrieben bekommen. Zu meiner Vorgeschichte: Ich habe seit meinem 4ten Lebensjahr gut alle 2 bis 3 Wochen einen richtigen Migräneanfall und sonst fast täglich Kopfschmerzen. Nun ging dieser Anfall allerdings erst nach über einer Woche vorrüber. Bis jetzt nahm ich immer 600mg Ibuprofen und ich konnte durch den Tag kommen. Beim Augenarzt wurde ich dann zum Neueologen überwiesen, welcher mir direkt Betablocker verschrieben hat. Auch nach mehr als kritischem Nachfragen meinerseits hieß es dann nur, dass es selbst schon 7 Jährigen verschriebeb wurde und ich mich für mein restliches Leben an diese Tabletten halten soll wenn diese jetzt 3 Wochen lang gut wirken. Ich selbst bin 17 Jahre alt und finde diesen Schritt viel zu krass. Allein der gewöhnungsfaktor für das Herz und die dauerhaft mögliche Leistungseinschränkung des Herzens machen mir sehr zu schaffen und am liebsten würder ich die Dinger sofort absetzten was meine Eltern natürlich nicht wollen. Es hieß ich solle Nebenbei jeden Tag einfach mind 2h Ausdauersport treiben. Da ich allerdings 2 Pferde habe und mein Abitur mache wüsstw ich nicht, wann ich dies noch machen soll. Aktuell nehme ich Abends 50mg und soll bald morgens und abends 50mg nehmen. Meine größte Angst ist einfach, dass ich mein Herz damit total kaputt mache und dann später damit Probleme habe nur weil ich jetzt diesen Mist einnehme. Würde mich übere eure Meinungen dazu sehr freuen. Vllt hat ja jemand Erfahrungen damit und kann natürliche Heilmittel nennen die sanfter zum Körper sind da ich diesedefinitiv bevorzugen würde.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Oma1009, 93

Hallo HihihiMee,

dein  Arzt sollte dir eigentlich erklärt haben, wie eine Migräneprophylaxe (Vorbeugung) wirkt und warum sie gut für dich ist. Ich versuche es  hier mal:

Früher wardie Migräneprophylaxe  sehr wichtig, weil man noch nicht wie heute die Triptane kannte, die ein gutes Mittel beim akuten Migräneanfall sind.

Für die Menschen, die aber häufiger im Monat unter Migräne leiden, ist nach wie vor die  Prophylaxe entscheidend. Es geht in der Hauptsache darum, dass man nicht an mehr als zehn Tage im Monat Schmerzmittel einnehmen darf.  Sonst kommt ein Medikamentenkopfschmerz dazu und das ist übel.

Es gibt drei wichtige Methoden der Prophylaxe: Antidepressiva, Betablocker und Antiepileptika.

Diese werden bei anderen Krankheiten eingenommen klar, aber als Nebenwirkung hat man herausgefunden, dass sie die Zeiten zwischen Migräneanfällen verringern. Sie werden deshalb der Reihe nach auch beim Migränepatienten ausprobiert  d.h. wenn das eine  Mittel keine Wirkung  zeigt über einen längeren Zeitraum, wagt man sich an die nächste Methode.

Sie helfen nicht sofort, sondern man muss jedem von ihnen fast drei Monate Zeit lassen um zu wirken. Ebenso werden sie nur sehr langsam hochdosiert. Man sollte sie zunächst drei Monate und bei Erfolg  bis zu einem Jahr testen. Du kannst nicht erwarten, dass die Migräne davon „aufhört“, aber dass die Zeiten dazwischen länger werden.

Das also war Erst-Info. Was du brauchst, ist also Geduld.

Ich verstehe deine Aufregung gut. Als mir zum ersten Mal Antidepressiva vorgeschlagen wurden, war ich empört und meinte, ich hätte doch keine Depression. Als ich dann Betablocker mit 40 bekam, fühlte ich mich den ganzen Tag schwebend wie auf Wolken und brach die Behandlung ab. Heute nehme ich beides (Betablocker auch fürs Herz!!) und die Anzahl der Migränetage und die Heftigkeit der Schmerzen sind sehr zurückgegangen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass dir die Betablocker helfen und dass du dich damit abfinden kannst, sie zu schlucken. Aber glaube mir, sie
haben schon unzähligen Migränepatienten das Leiden erleichtert. Oma1009

Kommentar von HihihiMeee ,

vielen Dank für deine liebe Erklärung. Mir wurde dazu auch auf Nachfrage nur gesagt, dass es halt hilft. Leider habe ich bereits nach nur wenigen Einnahmen deutliche Nebenwirkungen (erbrechen, müdigkeit und beim Sport Brustschmerzen) gezeigt und sie daher direkt wieder absetzten müssen. Da mein MRT unauaffällig war wurde mir von meinem Neurologen nun erstmal ein Heilpraktiker empfohlen um dies zu versuchen bevor andere Mittel probiert werden. Nochmals Danke für deine tolle Antwort. LG

Kommentar von Oma1009 ,

Migräne ist eine genetisch bedingte Erkrankung, da hält man sich besser an die Wissenschaft. Sehr viele, die ich kenne und ich auch haben den Umweg über den Heilpraktiker ganz umsonst gemacht oder es gibt eine kurzfristige  Placebowirkung, weil man es sich so wünscht, dass endlich jemand hilft.

Kommentar von Oma1009 ,

Danke für das  Sternchen!

Und noch ein Tipp, den viele Migränepatienten beherzigen: jeden Tag Magnesium (möglichst ein Citrat) hochdosiert 600mg einnehmen und bei einem Anfall Magnesium im Tütchen (Diasporal) auch ohne Wasser schlucken.

Kommentar von HihihiMeee ,

das werde ich auf jeden Fall einmal ausprobieren :) wir werden das ganze mit Testd und Überwachung beim Neurologen machen um zu sehen in wie weit sich wss tut und sonst auf andere Medikamente umsteigen. aber den Tipp mit dem Magnesium werde ich mal probiere

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 79

Batblocker sind kein "Mist" und sie machen das Herz nicht kaputt. Ich weiß nicht, wer dir diesen Blödsinn erzählt hat. Im Gegenteil, Betablocker werden sogar bei Herzmuskelschwäche verschrieben, um dem Herzen eine bessere Funktion zu ermöglichen.

Natürlich steht es dir frei, noch einen weiteren Neurologen aufzusuchen, wenn du diesem nicht vertraust. Oder eben mit deiner Migräne zu leben.

Antwort
von Mignon2, 76

Laien im Internet können dir leider nicht helfen. Erfahrungen anderer Menschen sind auf dich nicht übertragbar, da jedes Krankheitsbild anders ist und jeder Körper anders reagiert.

Wenn du unterschiedliche Empfehlungen von Laien bekommst, woher willst du - selbst Laie - wissen, welche richtig ist?? Da du das gar nicht beurteilen kannst, könntest du dir selbst schaden, wenn du zufälligerweise einen falschen Ratschlag annehmen solltest. Lasse es sein!

Bevor du Laien im Internet vertraust, solltest du lieber deinem behandelnden Arzt vertrauen. Er ist schließlich der Fachmann. Wenn du das nicht tust, konsultiere einen anderen Arzt und hole dir eine zweite Meinung ein.

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