Frage von NerdMaus96, 45

Bei meiner Mutter ausziehen...Wie sag ich es ihr?

Hallo ihr,

Ich bin jetzt 20, studiere in einer größeren Stadt und wohne noch bei meiner Mutter. Nun hat es sich in den letzten Wochen spontan ergeben, dass bei einem Freund was frei geworden ist und ich ein Zimmer günstig bekommen kann. Ich plane also meinen Auszug in einem guten Monat.

Mein Problem ist, ich habe keine Ahnung, wie ich meiner Mutter das beibringen soll... Ich habe zwar täglich etwa 3h Fahrtweg, aber sie ist der absolut festen Überzeugung, ich könnte noch zu Hause wohnen, so schlimm sei das nicht. Dass mir die Zeit fehlt um für mein Studium was zu tun, zu arbeiten oder Freunde zu treffen, interessiert sie kein bisschen.

Mein Vater ist eine Geschichte für sich, auf die werd ich lieber gar nicht erst eingehen. Macht mich nur wieder wütend und sauer, wie man seinen Kindern dermaßen Steine in den Weg legen kann...

Ausziehen werde ich in jedem Fall. Wohngeld beantragen kann ich. Bafög werde ich leider keins bekommen. Dafür darf ich mich momentan 20h die Woche im Eiscafé bis spät abends abrackern, um das zu finanzieren. Ich würde nur gerne das ganze im Guten mit meiner Familie beenden. Sie hat es mir nie leicht gemacht. Nur im Streit auseinander gehen fände ich falsch.

Hat jemand vielleicht einen Rat für mich?

Danke im Voraus :)

Antwort
von AriZona04, 23

Es ist löblich, dass Du mit Deinen Eltern Deinen Wunsch besprichst. Und es wäre wünschenswert, dass Deine Eltern Dich unterstützen. Das tun sie leider nicht. Sie kennen Deinen Wunsch und trotzdem, genau: Legen sie Dir Steine in den Weg. Schade.

Wenn sie Dich also nicht im Guten ausziehen lassen wollen, dann muss es wohl leider mit Streit gehen. Versuch, noch ein Mal ganz in Ruhe mit ihnen zu sprechen. Leg Deine Argumente (3 Stunden Fahrt) klar und sachlich dar. Schrei nicht. Rege Dich möglichst noch nicht einmal über ihre Antworten auf, denn Du BIST im Recht! Und wer Recht hat, muss nicht schreien. Frag sie sachlich, ob sie Dir nicht doch ihren Segen geben wollen, denn Du bist alte genug und irgendwann musst Du Dein Leben allein leben. Du bist ja nicht aus der Welt und wirst Deine Eltern besuchen kommen und sie können Dich auch besuchen und Ihr werdet lelefonieren und per Whats App schreiben und was weiß ich. Ich hoffe, Deine Eltern haben noch ein Einsehen.


Antwort
von Steffile, 13

Der Tag kommt bei jedem Kind, wenn es sagt, du, da ist eine Wohnung frei geworden und ich habe mich entschlossen... 

Sag es ihr einfach und vergiss nicht dranzuhaengen, dass du oft zu Besuch kommen und anrufen  wirst. Wer weiss, vielleicht freut sich deine Mutter sogar.

Antwort
von conelke, 12

Es ist der Zahn der Zeit, dass die Kinder flügge werden und ihr eigenes Ding machen. Du scheinst ohne die Hilfe Deiner Eltern Deinen Weg zu machen. Das ist echt klasse - auch dass Du arbeiten gehen möchtest - neben dem Studium - um dich zu finanzieren. Sehr löblich.

Sage Deiner Mutter einfach wie es ist. Du hättest die Chance kostengünstig in der Nähe der UNI unterzukommen und du möchtest die Chance wahrnehmen. Die Vorteile hast du schon erwähnt. Wenn sie dann sauer sein sollte, ist das ihr Problem. Das wird sich auch wieder legen. Alles Gute.

Kommentar von NerdMaus96 ,

Andere Möglichkeiten als Arbeiten habe ich nicht. Bafögberechtigt bin ich nicht, da mein Vater viel zu viel verdient und der ist nicht bereit, Unterhalt zu zahlen. Mir würde also nur der gerichtliche Weg bleiben und das möchte ich vermeiden.

Danke für den Rat :)

Kommentar von Akka2323 ,

Du solltest es trotzdem machen. Er muss zahlen und damit basta. Vielleicht lenkt er ein, wenn er sieht, dass Du es ernst meinst. 

Kommentar von Akka2323 ,

Und Deine Mutter muss die andere Hälfte bezahlen, wenn Du nicht mehr zu Haus wohnst. Sie bekommt schließlich Kindergeld für Dich, das Dir dann zusteht und beide haben Steuervorteile durch Dich. Du stehst schließlich auf ihren Steuerkarten. Sie müssten sonst viel mehr Steuern bezahlen. 

Kommentar von conelke ,

Was hast Du denn für ein Verhältnis zu Deinem Vater?

Du scheinst ein sehr vernünftiger Mensch zu sein und willst es auch irgendwie alleine schaffen. Das finde ich auch ehrlich gesagt großartig. Das ist eine sehr positive Eigenschaft.

Aber dennoch...Du bist noch in der Ausbildung und Deine Eltern sind nach wie vor noch in ihrer Pflicht. Von Deiner Mutter könntest Du das Kindergeld verlangen, wenn Du ausziehst, da sie ja durch Dich dann auch keine Kosten mehr hat. Das Kindergeld würde in jedem Fall Dir zustehen. Was Deinen Vater angeht, kann ich die Situation natürlich nicht beurteilen. Ich weiß nicht, ob Deine Mutter von ihm Geld bekommt oder ob sie auch darauf verzichtet, aber letztendlich wäre es hier auch seine Aufgabe, Dich finanziell zu unterstützen. Du brauchst in diesem Fall keinen falschen Scham besitzen. Er hat Kinder in die Welt gesetzt und muss sich dementsprechend auch verantworten. Du willst ihn ja nicht ausnehmen, sondern nur das einfordern, was Dir rechtlich zusteht. Dass Du kein Bafög bekommst, hat ja schließlich mit seinem Verdienst zu tun. Und wenn Du gar keine Beziehung zu ihm hast, dann würde ich mir auch das holen, was Dir zusteht. Wenn Du jedoch einen guten Kontakt zu ihm hast, dann wäre es das Mindeste, Dir eine finanzielle Spritze während des Studiums zukommen zu lassen. Denke in diesem Fall an Dein eigenes Wohl und nicht an das der anderen.

Antwort
von AbbathFangirl, 23

Wie du es am besten rüberbringst, weiß ich nicht, aber ihr geht ja schließlich nicht für immer auseinander.

Ihr könnt euch ja weiterhin sehen und seid auch weiterhin eine Familie.

Antwort
von Ittokki, 13

Sag ihr einfach offen und ehrlich: "Ich möchte gerne ausziehen" und schildere ihr alles so wie auch hier.

Sie wird dir doch sicher nicht Kopf abreißen dafür, ne? ;)

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