Ich weiss, diese Frage ist eigentlich zu ernst und auch eigentlich nur für Experten. Jedoch: Evtl. hat jemand in Eurem Bekannten- oder Verwandtenkreis ähnliche Erfahrungen. Ich frage hier, weil der Ehemann unserer Freundin selbst kopflos ist, er funktioniert nur noch. Unsere Freundin ist nach Strahlen- und Chemotherapie zwar mit der medizinischen Behandlung zufrieden, soweit sie das beurteilen kann, jedoch all ihre Fragen und Zweifel werden nicht beantwortet, kein Arzt hat Zeit. Ihre Psyche ist noch schlechter als ihr körperlicher Zustand. Kann sie die Klinik ohne Nachteile wechseln oder muss sie die Behandlung - obwohl kein Vertrauen mehr - dort weiterführen? Der Hausarz

Hallo liebe Hilde Marie, ich glaube sie braucht beides: die richtige Behandlung in der Klinik mit Kontinuität, dass sie sich weiter in guten Händen fühlt und zusätzlich was für die Psyche. Eine Freundin hat mir mal diese Webseite empfohlen, von einem Arzt für Allgemeinmedizin, der selber an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und dann eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen hat, ein Tagebuch seiner Behandlungsgeschichte geschrieben hat und schließlich auch nach einer OP gesundet ist. Sehr empfehlenswert.
Ich weiß ja nicht, wo Deine Freundin wohnt, aber ergänzend zu dem bereits Gesagten kann ich nur diese Therapieeinrichtung, die wohl einmalig in Deutschland ist, empfehlen:
LebensWert e.V., Verein für angewandte Psychoonkologie:
Durch psychologische Gesprächsangebote sowie durch bewegungs-, kunst- und musiktherapeutische Angebote bietet LebensWert den Krebspatienten und deren Angehörigen eine umfassende und direkte seelische Hilfe bei Ängsten, Sorgen und Nöten, die mit der Erkrankung oft einhergehen (Psychoonkologie). Dadurch werden die Patienten zu Mitkämpfern im Behandlungsverlauf, ihre Zukunft bekommt eine Perspektive und wird wieder lebenswert.
Unsere Angebote stehen allen Krebspatienten der Universitätsklinik Köln und der niedergelassenen Praxen der Kölner Region zur Verfügung.
Weitere Informationen findest Du unter
Dreiste Frage: Ist die Uni-Klinik in Köln eine Alternative?
Entschuldige mich für die Frage! Es ist halt nur so enorm wichtig!
Ich kenne einige, die in der MHH(Hannover)"geheilt" wurden, warum nicht auch in Köln? L.G.
@Hilde Marie: Ich glaube schon, dass das eine Alternative ist.
Dort existiert das "Centrum für Integrierte Onkologie (CIO)":
"Im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) am Universitätsklinikum Köln behandelt ein hochqualifiziertes Expertenteam Patienten mit Tumorerkrankungen nach dem aktuellsten Stand der Forschung. Spezialisten aller Abteilungen des Universitätsklinikums Köln gewährleisten gemeinsam eine exzellente ärztliche und pflegerische Versorgung. Fachübergreifende klinische Expertenrunden entwickeln in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Arbeitsgruppen neue Konzepte für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen.
Ein besonderes Anliegen ist uns die umfassende menschliche Zuwendung und die Betreuung unserer Patienten während des gesamten Behandlungsablaufs." Näheres unter: https://www.cio-koeln.de)
Morgen,am Sonntag, ist übrigens der bundesweite "Tag der Gesundheitsforschung", mit dem diesjährigenThema "Krebs".
Wenn Du nicht allzu weit von Köln entfernt wohnst, wäre das eine Gelegenheit, sich zu informieren, mit den anwesenden Ärzten zu sprechen und sich die Räumlichkeiten einmal anzusehen.
Von der Seite
...tag-der-gesundheitsforschung.de
kommst Du zu allen Veranstaltungsorten. Ich wünsche Dir und Deinen Freunden alles Gute und drücke die Daumen, dass Euch geholfen wird.

Wenn Sie Transport fähig ist, spricht nichts gegen einen wechsel in eine andere Fachklinik.
Halla Taraa, muss sie nicht die bisherigen Untersuchungsergebnisse, also sämtliche med. Unterlagen, den neuen beh. Ärzten vorlegen? Danke für Deine Antwort!
sheela2011 am 15. Februar 2008 20:29 Natürlich muß sie das aber sie hat das Recht auf ihre Unterlagen, mich hat einmal mein Hausarzt erwischt als ich meine Karteikarte interresiert gelesen habe, hab mich entschuldigt, er sagte nur es ist ihr gutes Recht in Ihre Krankenakte Einsicht zu haben oder diese anzufordern. Ich würde mich dahinterklemmen das sie die Klinik wechselt, denn auch die Psyche spielt zum gesund werden ene riesen Rolle.
Taraa am 15. Februar 2008 21:00 Danke Sheela2011, genau so ist es. Die Krankenakte gehört zum Patienten und darf kein Geheimnis sein!
Hallo Taraa und Sheela, natürlich ist mir klar, dass sie Anspruch auf ihre Unterlagen hat. Jedoch: Es ist ja keine Zeit zu verlieren, müssen die Unterlagen sofort herausgegeben werden?
Taraa am 16. Februar 2008 17:20 Ja, sie werden mitgegeben!
Ich kann nur zu einem Wechsel raten. Es ist auch durchaus möglich, das durch andere Behandlungsweisen bessere Ergebnisse erzielt werden. L.G.

Ganz im Gegenteil sollte man gerade auch bei ernsthaften Erkrankungen die Klinik wechseln, wenn die Beratung oder Behandlung nicht optimal ist.
Wichtig ist aber, sich vor dem Wechsel zu erkundigen, ob die neue Klink dafür spezialisiert und geeignet ist. Nicht daß man vom Regen in die Traufe kommt!
Wenn es nur um Beratung geht, kann aber vielleicht auch schon ein ernsthaftes Gespräch mit dem Chefarzt viel bringen.
Sie hat freie Arztwahl und kann in jedes Kranekenhaus gehen wo sie möchte.Nur sollte sie sich vorab informieren ob es in dem anderen Krankenhaus anders gehandhabt wird. Ich würde sogar empfehlen in ein KH zu gehen wo es Psychiater gibt bzw. Seelsorger oder sogar Brückenpflege auch für Ihren Mann. Da sind dann beide gut aufgehoben, denn er bracht sicher auch einer Hand die ihn durch diese Zeit führt. Es tut mir sehr leid, dass eure Bekannte so schwer krank ist. Ich hoffe die Therapie hift ihr bzw. der Klinikwechsel.Ich hoffe ich habe Dir etwas helfen können.
Ich danke Dir für Deine einfühlsame Antwort. Werde mal googlen, ob es Klinik-Bewertungen gibt.
@mauseengel:Auf eine freie Krankenhauswahl müssen Sie bei der Auswahl einer Krankenkasse nicht zu achten. Bei einem Krankenhausaufenthalt räumt Ihnen der Gesetzgeber die Wahl zwischen den 2 nächstgelegenen und geeigneten Krankenhäusern ein.Diese 2 Krankenhäuser hat der behandelnde Arzt auf der Krankenhauseinweisung zu vermerken. Nur zwischen diesen beiden Krankenhäusern können Sie wählen. Liegen in Ihrer unmittelbaren Umgebung mehrere geeignete Krankenhäuser oder leben Sie in einer Großstadt, in der es mehr als 2 Krankenhäuser gibt, können Sie grundsätzlich immer mit Ihrem Hausarzt darüber reden. Lediglich in Fällen, in denen Sie ohne ersichtlichen Grund ein Krankenhaus aufsuchen wollen, daß sehr weit von Ihrem Wohnort entfernt ist, wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt Ihren Wunsch verwehren.
Schlechte Gesundheitsreform. Und die arme Frau? Das ist unseren Politikern wurscht.Denn auf denen ihrem Mist ist doch so ein Käse gewachsen oder nicht?Furchtbar, da kann man nur hoffen selbst nie schwer krank zu werden!

Es gibt auf diesen Stationen in größeren Kliniken eigentlich auch immer Psychologen. Vielleicht mal an die wenden? Vielleicht auch zusätzlich nochmal extra Termin mit dem behandelnden Ober.- oder Chefarzt machen. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die dann wenigstens Zeit zum reden hatten, auch wenn sie einfach nicht immer alle Fragen beantworten können. Ist die Behandlung denn so schlecht gelaufen, dass sie kein Vertrauen mehr hat. Oder liegt es daran, dass sie noch mit keinem Arzt ausführlich reden konnte?
Die Behandlungen selbst, Strahlen- und Chemotherapie, waren wohl ok., soweit man das als Patient beurteilen kann. Momentan ist Erholungsphase, in drei Wochen erneut Strahlen- u. Chemotherapie. Aber für all ihre Ängste, Sorgen, Fragen, hatte noch nie jemand wirklich Zeit. Evtl. hat dort noch niemand davon gehört, dass Körper und Seele eine Einheit bilden!
JakobsEltern am 15. Februar 2008 20:53 Oh, das ist auf jeden Fall sehr wichtig. Mein Mann hat Leukämie und seit September den 2 Rückfall. Ihm bzw. uns hilft es im Moment sehr,bei einer Bekannten, die Kinesiologin ist zu reden und sowas alles. Nätürlich, wenn sie mit den Ärzten dort wo sie ist nicht zufrieden ist, sollte sie vielleicht wechseln. Allerdings sollte sie sich echt vorher informieren, wie da die Betreuung ist. Es ist ja in vielen Berufen oftmals so, dass sich eine gewisse "Betriebsblindheit" einstellt. Ich meine damit, dass die Ärzte vielleicht davon ausgehen oder nicht weiter drüber nachdenken, dass die Patienten nicht deren Wissenstand haben und das dazu auch noch Ängste und andere Fragen kommen, die einen beschäftigen. Fraglich ist, ob es woanders besser ist. Informieren ist da alles, denke ich.
Du hast natürlich vollkommen Recht. Sie soll ja nicht vom Regen in die Traufe kommen. Habe von einer Klinik-Bewertung im Internet gelesen. Werde nachher einmal googlen.
Danke allen für die hilfreichen Antworten! Werde morgen entsprechend aktiv werden und hoffentlich entsprechenden Rat geben können.
Hallo Luise, ich danke Dir für Deine Antwort. Werde mir gleich Zeit nehmen und nachlesen!
http://www.biokrebs-heidelberg.de/index.php
Da gibt es viele Ergänzungen zur normalen Klinikbehandlung.
DH
Sie sollte auch selber aktiv werden und was ändern: Schlafplatz untersuchen lassen, Aufgeschobenes nachholen (Reisen, Hobby...), Meditation und sich beschäftigen mit den Erfahrungsberichten, von Leuten, die es geschafft haben gesund zu werden. Zusätzlich Meditation und Naturheilverfahren. Selber was unternehmen und sich nicht dem Schicksal ergeben. Ich kenne einen jungen Mann, den hatten die Ärzte im Alter von 18 Jahren aufgegeben, wegen inoparablem Gehirntumor. Er ist heute völlig gesund und munter, ca. 30 Jahre alt.
Akzeptiere die Diagnose, aber nicht die Prognose... Dr. Ebo Rau dt. Mediziner, geb. 1945
Liebe Luise, dazu ist sie momentan gar nicht in der Lage! Deshalb meine Frage nach Klinikwechsel. Kann hier leider keine Einzelheiten schreiben!
Dann müsst ihr das machen. Ihr Zuversicht und Informationen geben, damit es ihr psychisch besser geht. Ihr gebt sie nicht auf, das wird ihr alleine schon helfen. Will sie leben oder will sie sterben? Das ist schon alleine wichtig zu wissen für Euch.
Sie hatte bis gestern so starke Schmerzen - Wasseransammlung im Gehirn - dass ihr schon alles egal war. Ihr Mann hat sie gestern vorzeitig wieder in die Klinik gebracht. Sie hätten ihr sagen müssen, dass nach Absetzung von Cortison diese massive Verschlechterung - nicht mehr allein gehen, absolut hilfebedürftig - eintreten kann und sie dann sofort wiederkommen soll! Leider jedoch bei der vorübergehenden Entlassung keinerlei Information!
Das ist wirklich nicht gut von denen. Die denken nicht im Sinne des Patienten. Mit den behandelnden Ärzten persönlich sprechen und das klar machen, das kann nur helfen, und wenn auch erst dem nächsten Patienten. Von dem dann persönlich gewonnenen Eindruck würde ich dann einen Klinikwechsel abhängig machen. Man muss auf jeden Fall das Gefühl haben können, dass die bestmöglichste Behandlung erfolgt. Sonst ist das Vertrauen nicht da und das macht keinen Sinn. Die Sicherheit, dass das Möglichste getan wird, muss unbedingt gegeben sein. Das gehört zum Behandlungserfolg dazu.
Diese Kritik an die Ärzte weiterzugeben, haben wir ihrem Mann auch schon dringendst geraten. Vielleicht denken sie dann einmal nach - soviel Zeit muss auch trotz ihres stressigen Tagesablaufs sein.