Frage von Gschdoerde, 45

Bei Klinikaufnahme von möglicher Psychose erzählen?

In die Allgemeinpsychiatrie geh ich wegen einer anderen wichtigen Sache. Inwiefern das zusammenhängt - keine Ahnung. Habe eine reaktive Depression. Nix Ungewöhnliches nur nimmer so geläufig der Begriff.

Bezüglich meines Anliegens: Hab mit Haldol, Risperdal, Quentiapin, Zeldox etc. trotz Blocker für Nebenwirkungen sehr schlechte Erfahrungen. Nicht nur was die Nebenwirkungen sondern auch die geringe Wirkung angeht. Ich hatte halt Hammer Dosierung gekriegt. Auch wenn ich mich wegen einer mich subjektiv belastenderen Sache dorthin begebe, beeinflussen auch diese Sinnestäuschungen mein Leben. Ich vermute aus psychotischen Erfahrung in der Vergangenheit das die Möglichkeit besteht dass ich wieder v.a. akkustisch halluziniere. Kann es aber von realen Gesprächen schlecht abgrenzen. Was Einbildung ist oder nicht, ist nur selten aber dann wenigstens deutlich zu erkennen - zumindest im Nachhinein wenn die absolute Spitze der Psychose abgeklungen ist. Bei einigem glaube ich auch zu wissen das es definitiv wahr und real passiert. Unter den Medikamenten und den Umgang dass man noch weniger ernst genommen wird vom Klinik Personal als Psychotiker, machen mir aber auch Angst. Bisher konnte mir niemand eindeutig sagen warum ich halluziniere, wurde halt einfach zugepumpt.

Bitte um Ratschlag:

Soll ich mich erst mal nur um die Depression kümmern und vll. Später von der psychose erzählen.

Oder soll ich gar nix von den Psychosen erzählen.

Soll ich es genau so erzählen mit Risiko bzw. der großen Gewissheit, dass ich eine Medis Einnahme kaum abwenden kann. Außer ich verlasse die Klinik und plage mich weiter mit dieser Depression rum.

Oder ich bin ehrlich und nehm diese Medis, meine Depris werden womöglich besser, weil ich ja mitarbeite und deshalb auch behandelt werde, und die teils unerträglichen Nebenwirkungen ertrage ich. Schwer vorstellbar. Ich rede hier weniger von Gewichtzunahme als motorische und Denklücken. Wenn das Zeug wirken soll wirken eben die Nebenwirkungen mit.

Bin ich zimperlich? Mein persönliches Empfinden ist da sehr stark. Wie seht ihr das?

Aber vll. könnten die mir auch erklären woher das kommt und es vll. Auch ohne Medis weggeht oder ich zumindest nur ein paar Tage oder Bedarf gering dosiert nehmen muss und dann nicht so was wie Haldol. Damit könnte ich nur eher leben. Aber meint ihr die machen sich die Mühe. In anderen Kliniken halt leider nicht. Deswegen meine Verunsicherung.

Bei akuter Psychose find ichs ok wenn die sich einschalten notfalls steh ichs durch. Aber wegen ner leichteren Dauersymtomatik

Ich begebe mich hier in keine psychosomatische Klinik wo sich Ehrlichkeitmeist auszahlt. In ner Allgemeinpsych das sind solche Unterschiede wie man behandelt wird vom Personal und wie die auf einen reagieren.

Rat in jede Richtung, v.a. kritische Meinungen, verschiedene Perspektiven interessieren mich dazu. Sehr gerne auch eure eigenen Erfahrungen dazu egal aus welcher Position sehr gerne v.a. von selbst Betroffenen.

VG

Antwort
von Cola80, 19

Ich hatte zwei sehr schlimme Psychosen und war beide Male in der geschlossenen. Die zweite Paychose bekam ich aufgrund Weglassens von Risperidon.

Seit zweieinhalb Jahren ist nun Ruhe. Habe zusätzlich schwere Depression (Fluoxetin). PBS aufgrund von Missbrauch.

Mir helfen die Tabletten. Risperidon Atid 2 mg täglich. Auf morgens und abends verteilt. Und Fluoxetin 20 morgens.
Stehe ich unter Anstrengung erhöhe ich die Medikation für diesen Tag. Habe null schlechte Gedanken mehr. Allerdings kam bei mir Diabetes als Nebenwirkung. Aber egal ich bin diese schrecklichen Gedanken los, habe keine visuellen Hallos mehr und kann Gesprächen wieder folgen. Ohne zu denken diese würden überwacht.

Ich rate Dir zur Ehrlichkeit solange Du noch klar denken kannst. In der Psychose wirst sonst behandelt wie die es für richtig halten.

Ich hatte anfangs starke Probleme zu laufen. Nach dem Absetzen von Akineton war das völlig weg. Risperdaldepot bekam ich automatische Bewegungen drum nie mehr.

Gegen Unruhe hilft mir Lasea muss man leider selbst zahlen.

Kommentar von Gschdoerde ,

Hey vielen Dank für deine Meinung. Finde gut das du dich erholt hast. Hast du das Medi damals selbst weg gelassen? Ich dachte vom Akineton verbessern sich die nebenwirkung und dafür wäre es da? Wie haben sich die psychotischen Schübe denn bei dir angebahnt? Wie klar konntest du noch denken? Finds übrigens erbärmlich von diesen widerlichen Kinderschändern - was später dann mal mit diesen Kindern innerlich passiert. Ich hoffe der Täter lebt in einem Dauer-Horrortripp! Sein Leben langt.

Kommentar von Gschdoerde ,

Aber das du des einfach so Hinnehmen kannst mit dem Diabetes. Find ich viel zu krass als Nebenwirkung . Würde das nicht so locker sehen.

Kommentar von Cola80 ,

Die Alternative wäre ohne Tabletten wieder eine Psychose zu bekommen. Diabetes ist viel erträglicher und ich nehme seit dem Metformin auch gut ab. Schon über 10 Kilo verloren durch Ernährungsumstellung und Tabletten. Ja habe die Tabletten abgesetzt wie es mir wieder gut ging. Ich hatte Überwachungsverfolgung. Dachte ich muss Essen sparen und hab Zigarettenstummel gegessen. Nichts mehr gekocht und gegessen. Ich bezog alles auf mich selbst Radio und Tvsendungen. Hatte visuelle Halluzinationen. War wie ein Albtraum. Dem Täter geht es gut. Hatte keine Folgen für ihn. Will jetzt ne Thera machen. Brauch nur noch nen geeigneten Psychotherapeut. Ja eigentlich soll Akineton helfen. Bei mir nicht. Ich konnte damit nur noch schleifend gehen wie ein Zombie.

Kommentar von Cola80 ,

Ich hatte Angst vor Krähen und Amselgeschrei. Gehör war sehr überlastet. Alles strömte auf mich ein.

Antwort
von DieFragende28, 20

Ich habe zwar keine Ahnung von Psychosen, aber von Depressionen und Klinikaufenthalten. Meine Meinung: Ehrlichkeit währt am längsten.Wenn du nicht ehrlich bist, kann dir nicht optimal geholfen werden. Und du möchtest ja schließlich, dass es dir besser geht. Ich an deiner Stelle würde alles erzählen. Wahrscheinlich weiß der Therapeut Rat und du wirst ja nicht einfach irgendwo reingesteckt, ohne vorher drüber geredet zu haben.

Meiner Meinung nach nimmst du alles eh zu "richtig" wahr, um psychotisch zu sein. Allein, dass du dir die Frage stellst, deutet davon weg. Aber richtige Auskunft kann dir nur dein Therapeut geben. LG 

Kommentar von Gschdoerde ,

Der letze Absatz gefällt mir am besten. Das wäre auch wirklich gut wenn der stimmt. Wenn ich nur aufgrund früherer Psychosen vorsichtiger geworden bin ist ja das Selbstvertrauen auch hinüber und man wird vorsichtig.

Mit dem nicht reingesteckt widerspreche ich dir bedingt.

Mit der Ehrlichkeit da hast du leider vermutlich recht...

Denkst du ich sollte von Anfang an genau das thematisieren oder zwei, drei Tage sehen ob ich denen vll. vertrauen könnte.

Da wir im selben Boot sitzen: Alles Gute für dich :-) bzw. Wie geht's dir denn inzwischen?

Kommentar von DieFragende28 ,

Ich würde dir raten, auf dein Gefühl zu hören. Wenn du denkst, der Zeitpunkt passt und du fühlst dich wohl, spricht nichts dagegen, es sofort anzusprechen. Solltest du zweifeln, dann lieber ein wenig abwarten. Ich vermute aber, dass du weniger Druck hast, wenn du es früh ansprichst. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Danke, das ist sehr lieb! Mir geht es ein wenig besser als noch vor einem Jahr, hab aber, denk ich, trotzdem noch einen etwas weiteren Weg vor mir. Dir auch alles Gute!

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