Frage von MissX2010, 106

Bei jedem Streit breche ich zusammen.. Was tun?

Kurz zu mir: werde dieses Jahr 20, vor 9 Jahren haben sich meine Eltern getrennt, was mir sehr nahe ging. Hab nur noch geweint, wurde zum Sorgenkind. Verschiedene Essstörungen, Selbstverletzung, zu viel Alkohol, zu viele Jungs, von vielen wurde ich verlassen, schlechte Noten. Das alles habe ich inzwischen im Griff, ich bin relativ glücklich. Nur manchmal bin ich nicht zufrieden mit mir selbst, also meinem Verhalten und meinem Körper.

Habe seit 6 Monaten meinen ersten richtigen Freund, ich liebe ihn wirklich sehr und vertraue ihm. Er weiß das meiste aus meiner Kindheit und Jugend und liebt mich trotzdem, hört mir zu, ist für mich da, usw. Einfach Der beste den ich haben könnte.

Nur habe ich leider extreme verlustängste. Ich überleg immer wieder, wieso ich ihn verdient hab, warum er so lieb zu mir ist, was er an mich liebt. Ich kann das nicht nachvollziehen. Und bei jedem kleinen Streit breche ich zusammen, fange an zu weinen, zu zittern, zu schluchzen, kann nicht mehr aufhören. Ich habe so unglaubliche Angst ihn zu verlieren. Ich rede auch mit ihm darüber und er beruhigt mich immer und sagt es ist okay aber ich habe auch totale Angst dass ihm das bald alles zu viel wird mit mir.

Was kann ich dagegen tun? Gegen die verlustängste? Gegen die Zusammenbrüche bei kleinen Streits? Gegen meine Zweifel? Bitte helft mir!

Antwort
von Hairgott, 22

Beste Lösung ist da ein Psychiater!

Aber gegen die Verlustängste kann man nicht wirklich was tun. Du kannst dich nur selbst fragen, wieso du angst hast ihn zu verlieren. Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen verloren und behalte sie einfach in meiner Erinnerung, da sie es verdient haben, dass ich mich an sie erinnere.

Gegen die Zusammenbrüche kannst du wahrscheinlich eher wenig machen, finde heraus wieso du zusammen brichst und behebe das Problem! Die einfachste Lösung wäre einfach nicht zu streiten! Und jetz sag nicht dass das nicht geht. Ich lebe seit einigen Jahren ohne Streitereien.

So, Deine Zweifel kann  dir keiner nehmen! Jeder Mensch zweifelt. Wenn keiner Zweifeln würde, wäre unsere Welt eine Sorgen freie Welt. 

Du fragst dich wieso du ihn verdienst hättest? Die Antwort kann dir keiner geben, wahrscheinlich gefällst du ihm einfach so wie du bist. (Ich selbst mag es sehr mit Depressiven Menschen abzuhängen.)

Ich habe einen Freund/Halbbruder der hat seinen Vater 2 mal in seine Leben gesehen. Seine Mutter nimmt ab und zu Drogen. Er beklagt sich aber nicht, er lebt sein Leben so wie er will.

Meine Eltern haben sich getrennt als ich 5 war, ich wurde ab und zu von meinem Vater geschlagen. Habe dann aber nur mit meiner Mutter gelebt. Meinen Vater hab ich nur in den Ferien gesehen, das finde ich schade. Ich hätte ihn gern öfters gesehen. Aber egal. Ich bin in meinem Leben 6 mal umgezogen, und habe immer wieder Freunde verloren, aber auch neue Kennen gelernt. 

Ich hatte immer wieder Phasen wo ich nicht wusste was ich tun soll und hab mich dann einfach an die schönen Zeiten im Leben erinnert. Jetz bin ich 16. 

Mein Herz ist aus Stein, aber weiter drinnen ist eine schicht aus Rosen ;)

Sorry für den Langen Text.

Antwort
von musenkumpel, 15

Platt gesagt hast du vielleicht das Bindungsgefühl zu deinem Vater auf die Männergeschichten übertragen und dadurch das Gefühl zu Männern auf das Bindungsgefühl zum Vater und das Beziehungs-Ende umprogrammiert.
(Das soll nicht heissen, dass ein Partner der Ersatz für einen Elternteil sei.)

(Als 'Sorgenkind' betitelt wurdest du zusätzlich aus der Familie ausgegrenzt. Damit wirst du mit einer (unangenehmen) Eigenschaft identifiziert (objektifiziert) und bist gezwungen, dich entweder gegen dich selbst oder gegen die Person die diese Behauptung aufgestellt hat zu entscheiden. Und in beiden Fällen kommen die Entwicklung zu einer Lösung und die der eigenen Identität in einen Stillstand.)

Ich würde hoffen, dass du dir der Identität deiner Gefühle etwas bewusst werden und achtsam mit den Gefühlen umgehen kannst (!). Ähnlich wie man nicht fluchen soll. Du dich in Gefühlen insgesamt weniger um ein 'Ende' sorgst, keinen Abschied 'fürchtest'.

Weil man sein Leben lang die Rollen der Eltern zum Vorbild hatte und sich das System antrainiert hat und sich darin vertraut, braucht man eigentlich die Eltern als Halt und für ein gesundes Selbstvertrauen.

Menschen reagieren unterschiedlich, haben Verlust oder Bindungsängste. Jedenfalls hilft das selbe wie bei Depressionen. Probleme lösen, wenn noch welche zwischen dir und einem 'Elter' offen sind. Nicht lösbare Angelegenheiten mal mit anderen bequatschen und mit Sport verdauen.

So, das Problem bei der Sache ist, selbst bei nem schlechten Psychiater hättest du möglicherweise die selben Erfolgsaussichten. Ich kann nur das schreiben, wo ich einigermaßen durchblicke und was ich bisher so erfahren und miterleben konnte.

Also möglicherweise anderen nicht übermäßige Dankbarkeit
aussprechen oder den A... aufreißen, weil man Dank erwartet.. oder
besondere Leistungsansprüche hat. Was auch machmal gut tut: Nicht öfter als 3x hin und her zweifeln ;) Hja, vielleicht mal ein 'typ-isches' Hobby zulegen?! :D

Ah, und nach der Trennung erstmal den Beziehungsstatus der Eltern irgendwie umgraben. Das Gegenteil wäre sich damit identifizieren, dass man jetzt einen Freund 'hat'. Und das dann irgendwie naja... Also man soll in einer Beziehung man selbst bleiben.., nicht darin aufgehen jemanden zu haben (oder wen oder was man nicht hat).

Vielleicht findest du noch was für dich wenn du Gerald Hüther bei Youtube suchst.

Ansonsten wünsche ich, dass du dir die 'theoretischen Ängste' nich so zu Herzen nimmst.

Grüße.

Antwort
von lenaaafuchs, 16

Du sprichst mir aus der Seele. Geht mir genauso. Ich bin damals dann zum Arzt gegangen und nehme seit dem Antidepressiva. Vor allem, weil ich nicht schlafen konnte aber mittlerweile geht es mir super. Habe vorgestern angefangen kein Antidepressiva zu nehmen und bin seit gestern nur am weinen, zittern und Nervenzusammenbruch und habe wieder angefangen die Medikamente zu nehmen. Such dir Hilfe und gestehe dir ein, dass du Hilfe brauchst. Ich wollte auch nie Tabletten schlucken aber mir geht es seit dem so viel besser.

Kopf hoch!

Antwort
von thenightisyoung, 18

ich habe ehrlich gesagt genau dasselbe wie du. und grade habe ich wieder dasselbe mit meinem Freund... haben uns grade gestritten und jetzt liege ich hier heulend und mache mir so sorgen. ich weiß auch nicht was ich dagegen tun soll

Antwort
von Manuauto, 47

Geh zu einem Psychologen.

Kommentar von MissX2010 ,

Warum?

Kommentar von christina3456 ,

Psychologen helfen dir deine Gefühle in den Griff zu bekommen, du kannst mit ihnen über alles reden und sie hören dir auch zu und geben dir Ratschläge. Alles was du ihnen sagst können und dürfen sie nicht weitererzählen, also kannst du ihnen auch über das was dir peinlich oder so ist erzählen, was dir bei anderen personen villeicht ein wenig unangenehm ist. :)

Kommentar von Hairgott ,

Man kann jedem erzählen was einem Peinlich ist. Man braucht nur die Überwindung dazu. 

Außerdem ist es vielen Unangenehmer, mit einer Fremden Person über seine Probleme zu reden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community