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Bei Heizungstausch für EFH auf Öl-Brennwert oder Pellet oder Wärmepumpe umstellen?

Frage von bollerkopp66 bollerkopp66

Hallo, wir haben ein EFH mit 110 qm Wohnfläche. Keine Wanddämmung, aber neue Fenster. Unsere Öl-ZH besteht aus einem 32 Jahre alten Weishauptbrenner mit Kessel (da sieht man mal, was das für eine Qualität ist) und 10 Jahre alten Fiberglastanks mit 10 Jahre alter Verkabelung und Verrohrung. Der Brenner erfüllt immer noch ohne zu zucken die Abgasnorm. Der Schornsteinfeger vertritt die Meinung, solange das alles so läuft, drin lassen, laufen lassen, bis Ende. Jetzt meine Frage zu Euren Meinungen: Die Umstellung auf Öl-Brennwert-Technik ist sicher die billigste, da die Tankanlage weiter benutzt wird. Eine solarthermische Unterstützung kommt nicht mehr in Frage, da das Dach mit PV-Modulen belegt ist. Eine Umstellung auf Pellet-Heizung wäre mein Favorit - allerdings ist es in der letzten Zeit sehr ruhig um diese Art der ZH geworden - ist das vielleicht doch nicht so das "non-plus-ultra"? Meine dritte Idee: Eine Wärmepumpe mit Luft-Wasser-Kopplung, also keine Verlegung im Erdreich oder gar Erdwärmebohrungen. Ist es richtig, daß eine Wärmepumpe um so mehr Strom benötigt, je geringer die Außentemperatur ist? Also dann, wenn´s am kältesten ist, man den meisten Strom verbraucht? Angeblich sollen die ja bis -25 Grad funktionieren.

Eines habe ich noch vergessen, in der ersten Etage steht ein Kaminofen neuster Technik mit Filter und Betriebserlaubnis über 2024 hinaus. Der heizt bei Temperaturen bis etwa 0 Grad draußen, die Wohnung drinnen auf der Etage und der darüber liegenden Etage ausreichend.

Für Eure hoffentlich vielfältigen Meinungsäußerungen danke ich Euch schon mal!

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Antworten (2)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Duponi Duponi

    Wärmepumpen lohnen nur für Niedrigenergiehäuser. Bei Minusgraden ist der Wirkungsgrad gleich Null, und du heizt mit Strom. Pelletsheizungen kosten bis zum dreifachen einer Ölheizung, sind aber CO2-neutral. Ökologisch gesehen, absoluter Favorit, ökonomisch gesehen nicht vertretbar, da die Mehrkosten über die billigeren Pellets kaum aufgeholt werden können. Ausserdem gibt es nicht genügend Holz für alle, sprich, wenn jeder auf Pellets umsteigen würde, würde der ökologische Vorteil sich ins Gegenteil umkehren. Bleibt also noch die Öl-Brennwertheizung, wenn du ökonomisch denkst, die Pelletsheizung, wenn du ökologisch denkst..

    Eine Einschränkung zu meinem Tipp muss ich gestehen: ich bin Luxemburger, gehe also von luxemburgischen Preisen aus. Ich glaube aber nicht, dass es in D viel anders ist

    Kommentar von bollerkopp66 bollerkopp66

    @ Duponi: Danke schon mal für Deine Antwort. Denken vielleicht andere anders? Oder kann man das so pauschal sagen? Es geht hier ja auch nicht um konkrete Preise, sondern um Tendenzen. Und somit ist die Antwort völlig nach meinem Geschmack, kurze klare Aussagen. Danke!

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    Antwort von Energeizer Energeizer

    Solange die Heizung läuft, wird Du Probleme haben, die Mehrkosten durch Ersatz hereinzuholen. Eine Öl-Brennwertheizung ist da sicher die dümmste Alternative, obwohl sie von den Heizungsbauern favorisiert werden und Pellets löst die Kostenprobleme auch nicht.

    Es ist tatsächlich so, das Luft/Wasserwärmepumpen bei niedrigeren Temperaturen an Wirkungsgrad verlieren. Die COP's werden mit einer Außentemperatur von A2, also 2 °C für die Luft und W35. also 35°C für die Vorlauftemperatur der Heizung berechnet. Das sind Laborwerte. die nur dem Qualitätsvergleich dienen. Zur genaueren Analyse benötigst Du die JAZ. die Berechung der Jahresarbeitszahlen. Das hängt von Deinem Heizverhalten, der Lage des Hauses und der Ausstattung ab. So pauschal kann das niemand sagen.

    In Deinem Fall würde ich wie folgt vorgehen: Heizölbedarf festellen und in einen von den Wärmepumpenfirmen angebotenen Rechner eingeben. Das ist dann schon mal ein Anhaltspunkt, auch wenn die vorrangig verkaufen wollen.

    Anschließend würde ich mit eine Wärmepumpe such3n, die zwar das Haus ganz heizen kann, die aber im Moment zusätzlich zur Heizung läuft. Dazu reicht eine Luft/Wasser-Wärmepumpe immer. Das ist die monovalente Betriebsweise. Moderne Wärmepumpen arbeiten auch noch bei - 20 wirtschaftlich aber die andere Seite, der Wärmebedarf des Haus spielt über die Vorlauftemperatur auch eine Rolle. Je höher die bei der Kälte ist, je mehr sinkt der Wirkungsgrad.

    Dennoch können wahrscheinlich mit dieser Lösung 60 - 70% der Heizkosten eingespart werden.

    Nach Ersatz Deiner Ölheizung wird das Verhältnis dann ungünstiger. Die Wärmepumpe alleine könnte dann möglicherweise nur noch die Heizkosten um 40 - 50% senken, weil sie dann unter ungünstigen Bedingungen arbeiten muss - möglicherweise sogar bis - 25 °C. das sind aber nur wenige Stunden im Jahr.

    Meine Luft/Wasser-Wärmepumpe lief im letzten Winter ganze 40 kWh auf zusätzlichem Strom über einen eingebauten Heizstab, den ich vorher nicht angeschaltet hatte.

    Ein grober Vergleich: Meine Wärmepumpe ist nicht die neueste und leistet offiziell 8 kW. Das ist mit Vorsicht zu genießen, da dieser Wert auf der Grundlage der COP errechnet wurde. Unser Stromverbrauch für alle Verbraucher liegt bei unter1.400,- € im Durchschnitt der der letzten 4 Jahre. (1kWh derzeit 0,16 € + Steuer.) somit rechne ich für die Heizung rund 700,- €. Meine Tochter im Nachbarhaus braucht 3x Geld soviel für Öl und hat gerade mal 20% mehr Wohnfläche. Zusätzlich fallen Wartungskosten für Kamin und Wartung der Heizung an und sie hat auch noch eine Solaranlage für das Warmwasser..

    Photovoltaik ist kein Hindernissgrund für eine thermische Nutzung. Das ginge z. B. mit Kühltregistern unterhalb oder Absaugung. Es gibt auch Hersteller, die Photovoltaikelemente zu Hybrid-Elementen umbauen. PHotovoltaik wird effizienter, wenn sie gekühlt wird.

    Auch ist die Überlegung, ob Ihr nicht mit Erdwärmekörben - Flächenverbrauch ca. 25 m² je stück auf eine Sole-Wärmepumpe umsteigen könnt. Auch das ist ein Rechenexempel. bei mir hätte sich der Mehrauswandwie folgt rentiert...

    Heizkosten derzeit ca. 700,- €, COP 3, 4 für die Luft/WasserWP,Heizkosten mit einer Sole/WasserWärmepumpe COP 4, 6 = 520,- € Notwendige Energiekörbe mit Erdarbeiten und Verteilung ca. 2.300,- € + MwSt. = ca. 2.800,- € : 180 (Ersparnis) Rentabel in ca. 15 Jahren ohne Zinsen und Kostensteigerung bei Strom

    Übrigens würde ich heute eine bessere Wärmepumpe zum halben Preis bekommen.

    Eine Luft/Wasserwärmepumpe würde mit de Steuer und dem Einbau wahrscheinlich unter 4.500,- € kosten, eine COP von 3, 6 haben und noch bei - 25°C wirtschaftlich arbeiten. Vorlauftemperaturen bis 60 sind mit den modernen Pumpen möglich.

    Sollte Deine Heizung zu hohe Vorlauftemperaturen benötigen. es gibt eine einfache Lösung zum Umbau Deiner Heizung für Kleingeld und mit der Du auch eine teure Fassadensanierung überflüssig machst.

    Der Platz hier in dem Forum reicht nicht für die angezeigte umfassende Kalkulation und die Auswahl der besten Möglichkeiten..Schau mal bei den verwandten Bildern auf einigen bin ich mit dem McGyver unseres Vereines zusehen, wo wir mit den Bauherren Sonderlösungen verwirklichen..

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