Bei einer Scheidung nach mehr als 25 Jahren ( ohne Ehevertrag ), geschieht was mit Haus und Hof. Was steht mir zu auch, wenn er auf dem Papier Eigentümer ist?

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9 Antworten

Wer den Kaufvertrag für das Haus unterschrieben hat oder im Grundbuch eingetragen ist, spielt bei der Aufteilung von "Hab und Gut" nur eine untergeordnete Rolle.

Am Ende der Ehe muss aufgeteilt werden, was insgesamt vorhanden ist - hierbei spricht man vom "Endvermögen".... - dabei kann es sich um Immobilen, Ersparnisse, Möbel, Auto... aber auch Schulden.. handeln...

Von diesem "Endvermögen" werden die beiden "Anfangsvermögen" der Ehepartner abgezogen..

  • Jedem gehört nach der Ehe wieder allein, was ihm schon vor der Ehe ganz allein gehört hat, das bekommt er also auch am Ende der Ehe zurück (bzw. zumindest der "Geldwert" dessen.....).
  • Auch, wenn einer etwas während der Ehe geerbt hat, gehört ihm das ganz allein - wird seinem "Anfangsvermögen also zugerechnet.

Die Differenz zwischen dem Endvermögen und den beiden Anfangsvermögen ist der sog. "Zugewinn", der auf beide Ehepartner am Ende der Ehe dann gleichmäßig aufgeteilt werden muss...

  • Beim Zugewinn geht man davon aus, dass es das ist, was beide Ehepartner während der Ehe gemeinsam erwirtschaftet haben.
  • Dabei kann es sich auch um gemeinsame Schulden handeln...
  • Aber auch ein bereits vor der Ehe vorhandenes Haus (das vielleicht zum Anfangsvermögen eines Ehepartners gehört) kann während der Ehe an Wert zugelegt haben. Diese "Wertsteigerung" würde dann ebenfalls in den Zugewinn einfließen....
  • Wie viel jeder Ehepartner tatsächlich zum Zugewinn während der Ehe beigetragen hat, ob nur einer von beiden berufstätig war o.ä...., spielt bei der Autteilung des Zugewinns keine Rolle.....

Würde also z.B. nur Einer von Beiden "auf dem Papier" des Hauses stehen, könnte er es nach der Scheidung auch weiter bewohnen..., wäre das Haus aber inzwischen sehr viel mehr wert als am Anfang der Ehe, müsste er dem Anderen seinen Anteil an der Wertsteigerung ggf. "auszahlen".... usw....

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Das ist ein Thema des sogeannten Zugewinnausgleichs.
Das bedeutet: Der Ehegatte, der in der Ehe mehr Vermögen als der andere generiert hat, muss dem anderen Ehegatten die Hälfte von der Differenz zu dem Vermögenswachstums des anderen Ehegatten als Zugewinnausgleichs zahlen.

Hierzu wird das Anfangsvermögen der Ehegatten mit dem Endvermögen verglichen. 

Hierzu stellt sich dann die Frage: in welchem Zusammenhang wurde das Haus erworben? Erbschaft? Kauf? Denn: Im Rahmen einer Erbschaft würde das Haus selbst zb. nicht Teil des Zugewinnausgleichs werden, da Erbschaften fiktiv dem Anfangsvermögen zugerechnet werden.

Bei Interesse: Ich habe mir erlaubt, einen dieses Thema behandelnden Artikel herauszusuchen. https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungsrecht/zugewinnausgleich

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Wenn er der Eigentümer ist, z.B. durch Erbe oder Erwerb vor der Ehe, dann hast du Anspruch auf den Zugewinn. War der Hof zu Beginn euerer Ehe z.B. 200.000,-- Euro wert und ist es nun 300.000,-, dann wären 100.000,-- die Wertsteigerung, damit der Zugewinn, davon die Hälfte steht dir zu.

D.h. es müsste ein Wertgutachten her )und vergleichbare Angaben aus der Zeit des Ehebeginnes), dessen Kosten dann vom Zugewinn abgezogen würde, danach die hälftige Berechnung. Kann natürlich auch sein, das dass Ganze, wegen Wertverlust von Immobilien im ländlichen Raum jetzt weniger wert ist.

Sieht man in etlichen Regionen in DE.

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Das Stichwort hier ist der Zugewinnausgleich.

Du musst diesen jedoch beantragen, er wird nicht automatisch ausgezahlt.

Verglichen wird das Anfangsvermögen der Eheleute mit dem Endvermögen.

 Derjenige Ehegatte, der während der Ehe mehr Vermögen hinzugewonnen hat, muss dem anderen Ehegatten die Hälfte von den abgegeben werden, was er mehr hinzugewonnen hat.

Nachzulesen hier: https://www.scheidung.de/was-ist-ein-zugewinnausgleich.html

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Du mußt um alles kämpfen , was ihr gemeinsam angeschafft habt . Glaub mir , ich mach das gerade alles durch nach 28 Jahren . Er hat mir das gemeinsame Auto sofort entzogen , die gemeinsam angeschaffte Garage lief auf seinen Namen ohne mein Wissen . Er hat aber noch eine Garage und die andere hat er jetzt verkauft und will seine Jungs rausegeln. Den Garten möchte er mir auch nicht gönnen , sondern verkaufen . Geht aber ohne mich nicht . Das ganze geht schon über ein Jahr und ich möchte auch gern das endlich Ruhe einkehrt . Er hat schließlich über ein Jahr schon eine andere , er mußte eigentlich glücklich sein .

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Dir steht alles zu wo euch beiden gehört!  Alles was Ihm gehört nicht 

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Stellen sich erst einmal die Fragen:

Wann wurde das Haus erworben? War es ein Erbe?

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So pauschal kann man das nicht beantworten. Hier müssen viele Aspekte berücksichtigt werden.

Hier gibt es z.B. eine kostenlose juristische Ersteinschätzung zum Thema Scheidung: http://scheidung-einreichen-online.de/

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Lass dich von einem Anwalt Fachrichtung Familienrecht beraten.
Alles was vor eurer Ehe ihm gehörte, gehört auch weiterhin ihm.
Der Zugewinn wird aufgeteilt. Was das alles ist, musst du mit dem Anwalt durchgehen.

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