Frage von MrGreyman, 47

Bei einem mündlichen, befristeten Untermietvertrag sind sich die Parteien nicht einig geworden über den Endzeitpunkt des Mietverhältnisses. Rechtliche Lage?

In einer Anzeige bei WG-gesucht war die Rede von einer Untermiete bis Februar oder März mit evtl. unbefristeter Verlängerung, falls die Hauptmieterin nicht mehr zurückkommen will.

Auf mein Anschreiben hin, wurde ich zu einem WG-Casting eingeladen. Dort hab ich meine Situation klar gestellt: Für die Zeit zwischen Studium und Referendariat ab Mitte Februar bin ich in München, fürs anschließende Referendariat kann ich, obwohl ich mich für München beworben habe, leider noch nicht sagen, ob ich in München bleiben kann. Im Anschluss an das Gespräch wurde mir gesagt, dass ich einziehen darf. Ich habe zugesagt und für mich war dabei klar, dass das befristete Untermietverhältnis zum 28. Februar endet.

Wir hatten noch E-mail Kontakt und ich drängte drauf, dass wir uns nochmal treffen, um das Ganze genau auszusprechen, Zu einem solchen Treffen kam es aber wegen Terminabsagen von ihrer Seite nicht. Stattdessen haben wir uns dann irgendwann geeinigt, die Mietkaution zu überweisen, obwohl wir noch keinen schriftlichen Vertrag hatten, um das Ganze ins Trockene zu bringen.

Jetzt wollte ich am Samstag umziehen und heute schickte sie mir endlich per Mail den Mietvertrag, bei dem als Endzeitpunkt der 31. März eingetragen ist.

Ich will natürlich versuchen mich mit ihr zu einigen, aber trotzdem würde ich gern wissen, wie es rechtlich in einer solchen Situation aussieht. Ein Mietvertrag ist ja grundsätzlich nicht formgebunden und daher kann ich ja nicht einfach meine Mietkaution zurückverlangen, wenn sie nicht einverstanden ist mit dem Ende im Februar. Wie soll ich vorgehen? Ich will mich mit ihr ja auch nicht streiten, noch dazu weil es eine WG ist und vermutlich die anderen Mitbewohner auf ihrer Seite stehen. Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, 13

Schau mal hier rein:

http://www.mietrecht.org/kuendigung/kuendigungsfrist-kein-mietvertrag-oder-muend...

Das Problem ist, das mündliche Vereinbarungen schwer zu beweisen sind.

Ich hoffe ihr werdet euch einig.

Antwort
von anitari, 7

Wer ist dein Vermieter?

Die Hauptmieterin der Wohnung?

Wenn ja, ist ein Grund für die Befristung im Vertrag angegeben?

Ist die Hauptmieterin, die derzeit nicht selbst in der Wohnung wohnt, dein Vermieter und es ist kein Grund für die Befristung im Vertrag genannt, ist sie unwirksam. Sprich der Vertrag unbefristet. Du kannst ihn bis zum 3. Werktag im Dezember 2016 zum 28. Februar 2017 kündigen.

Gleiches gilt auch wenn dein Vermieter zwar mit in der Wohnung wohnt das Zimmer aber unmöbliert ist oder das zwar Zimmer möbliert ist, der Vermieter aber nicht selbst mit in der Wohnung wohnt.

Wirksam wäre die Befristung ohne Angabe eines Grundes allerdings wenn a) der Vermieter selbst mit in der Wohnung wohnt und b) das Zimmer möbliert ist. Als möbliert gilt wenn zumindest eine Schlafgelegenheit, ein Schrank, ein Tisch und ein Stuhl in dem Zimmer dem Vermieter gehört.

Antwort
von lillian92, 24

Frag doch einfach noch ein Mal nach, ob das passt, mit Ende Februar. Falls du den Vertrag noch nicht unterschrieben hast, kann man daran vielleicht noch was ändern.

Ein freundlicher Anruf à la "Hallo, wie geht's? Mir ist da im Vertrag ne Kleinigkeit aufgefallen, weil ich dachte, der Mietvertrag sei nur bis Ende Februar und nicht Ende März. Passt das so? Blablabla." bringt Klarheit in die Sache.

Im Notfall würde ich anbieten, für den einen Monat einen Nachmieter/Zwischenmieter zu suchen, sodass für dich keine weiteren Kosten anfallen, und du früher aus dem Mietvertrag raus kannst.

Antwort
von Nemisis2010, 13

Generell macht der Gesetzgeber keinen Unterschied zwischen Untermieter und Hauptmieter, er kennt nur Mieter und Vermieter.

Ein Mietvertrag ist ja grundsätzlich nicht formgebunden und daher kann
ich ja nicht einfach meine Mietkaution zurückverlangen, wenn sie nicht
einverstanden ist mit dem Ende im Februar. Wie soll ich vorgehen?

Es stimmt, daß auch mündliche Mietverträge wirksam sind. Allerdings ist bei befristeten Zeitmietverträgen die Schriftform vorgeschrieben, da nämlich im Mietvertrag ein berechtigter Befristungsgrund, wie z.B. Eigenbedarf von der Hauptmieterin/Vermieter eingetragen werden muß. Fehlt dieser berechtigte Befristungsgrund handelt es sich automatisch um einen unbefristeten Mietvertrag.

Ich will mich mit ihr ja auch nicht streiten, noch dazu weil es eine WG ist
und vermutlich die anderen Mitbewohner auf ihrer Seite stehen. Was
würdet ihr an meiner Stelle machen?

Ich würde dann einfach das Mietverhältnis unter Beachtung entweder der mietvertraglich vereinbarten Kündigungsfrist oder der gesetzlichen Kündigungsfrist gem. § 573 c BGB den Mietvertrag zum 28.2.2017 ordentlich kündigen.

Kommentar von Nemisis2010 ,

@MrGreyman

Ich verweise auch noch auf die Antwort von @Anitari, insbesondere den letzten Absatz.

Antwort
von Gerhart, 1

Du beschreibst so unübersichtlich die WG, dass daraus nicht zu entnehmen ist, wer dein Vermieter ist. Eine abwesende Hauptmieterin kann keinen MV abschließen. Der Status "Hauptmieterin" erklärt noch nicht, das es keine weiteren Hauptmieter gibt. Bilden die Mieter in der WG eine Mieterpartei, dann müssen alle Mieter den Mietvertrag mit dir unterschreiben. Die "Hauptmieterin" kann die alleinige Mieterin der Wohnung sein, die anderen sind dann wie du Untermieter. Hier müsste die "Hauptmieterin" eine Vollmacht einem der Untermieter erteilt haben um mit dir einen MV abzuschließen.

Befristete Mietverträge müssen immer in Schriftform abgeschlossen werden. Zudem muss ihnen ein Grund der Befristung gegeben sein.

Dein Problem ist das Enddatum der Befristung. Du wirst darüber verhandeln müssen, so dass im Vertrag Einvernehmen hergestellt wird. Die Option eines unbefristeten Vertrages kommt für dich nicht infrage.

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