Behinderte Kinder weniger Wert?

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14 Antworten

Prinzipiell ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland nach 218 StGB rechtswidrig und strafbar.

Tatbestandslose oder gerechtfertigte und damit straffreie Ausnahmen sind ein Abbruch nur nach Fristenlösung mit Beratungspflicht, einer medizinischen Indikation oder einer kriminologische Indikation.

Die embryopathische Indikation wurde schon vor rund 20 Jahren gestrichen,
wird aber von der medizinische Indikation aufgefangen. Denn wenn die
Fortsetzung der Schwangerschaft die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren stark gefährdet, ist die Beendigung der Schwangerschaft bis zum Beginn der Geburt nicht rechtswidrig und zählt somit nicht zu den Straftaten gegen das Leben.

Nur weil ein Ungeborenes eine Behinderung hat, darf also keine Spätabtreibung vorgenommen werden.

Aber laut § 218a Absatz 2 (medizinische Indikation) ist der mit Einwilligung der Schwangeren von einem Arzt vorgenommene Schwangerschaftsabbruch dann nicht rechtswidrig, wenn der Abbruch der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren nach ärztlicher Erkenntnis angezeigt ist, um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, und die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann.

Nach deutschem Recht besteht die Möglichkeit, eine Schwangerschaft aus medizinischer Indikation in jedem Stadium zu beenden, es gibt keine
Einschränkung bezüglich der SSW. In einem fortgeschrittenen
Schwangerschaftsstadium, in dem der Fötus außerhalb der Gebärmutter
lebensfähig wäre, wird der Fetozid vor einem Schwangerschaftsabbruch
durchgeführt, um eine Lebendgeburt zu verhindern. Der Eingriff muss vor
Einsetzen der Eröffnungswehen erfolgen, da mit Beginn des
Geburtsvorgangs das Ungeborene juristisch als Person gilt und der zu
diesem Zeitpunkt vorgenommene Schwangerschaftsabbruch ein Tötungsdelikt
darstellt, der strafrechtlich verfolgt wird.

Die Mehrzahl der mit medizinischer Indikation vorgenommen Abbrüche werden letztlich aufgrund einer diagnostizierten Embryopathie durchgeführt. Bei Schwangerschaftsabbrüchen nach Pränataldiagnostik liegen bei 88 Prozent der Spätabtreibungen schwerwiegende klinische Befunde vor, darunter schwere Chromosomenanomalien, fehlende Nieren oder fetale Tumoren. Mindestens 50 Prozent der Kinder hätten keine Chance, das erste Jahr oder auch nur ihre Geburt zu überleben.

Ich kann nur jedem wünschen, niemals eine solch qualvolle Entscheidung treffen zu müssen. Wenn es dann aber doch so sein sollte, befürworte ich, dass man in seinem Heimatland legale Möglichkeiten findet und nicht ins Ausland reisen muss.

Alles Gute für dich!

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Für mich persönlich würde sich die Frage einer Abtreibung nicht stellen, da ich generell gegen eine Abtreibung bin. Auch wenn ein Kind behindert zur Welt kommen sollte, hat kein Mensch das Recht, dieses Leben vorzeitig zu beenden.

Verurteilen würde ich es niemals, wenn eine Frau abtreiben lässt, aber ich finde es nicht gut.

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Nein behinderte Kinder sind nicht weniger wert. 

Jedoch eine hohe Belastung für Eltern. Man musst Riesen Geduld, Zeit und Geld haben. Auch wenn der Staat dich finanziell unterstützt ist das ja nicht alles. Ich bin gerade schwanger. Bis jetzt ist alles ok nächsten Monat wird Organscreening gemacht da werden wir mehr wissen. Aber ich wüsste nicht wie ich bei einer Behinderung umgehen werde. Es kommt evtl auf den Grad der Behinderung an. 

Wenn man sagt das dass Kind nach der Geburt schwere Schmerzen und ein sehr schweres Leben haben wird. Möchte man das evtl dem Kind nicht antun. Natürlich hat es das Recht zu leben...naja...wenn es durch die Behinderung sterben wird wieso diese qualen überlassen...? Es ist ein schweres Thema, ich kann es leider auch nicht richtig beantworten. 

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Fehlbildungen des Embryos/Fötus sind für sich allein kein rechtlicher Grund zum Schwangerschaftsabbruch. Es kommt auf die psychische und körperliche Tragfähigkeit  der Schwangeren an, unter Berücksichtigung ihrer Lebensumstände.

Viele Frauen, Paare und Familien zerbrechen an der Belastung durch ein behindertes Kind. Daher ist es richtig, dass ihnen die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs - so früh wie möglich - offen steht. Leider werden schwerste Fehlbildungen manchmal - zum Glück selten - erst im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft entdeckt.

Es geht also nicht darum, ob Behinderte "weniger wert" sind, sondern ob sich die betroffenen Paare der riesigen Aufgabe, für ein behindertes Kind zu sorgen, gewachsen fühlen.

Im Übrigen geht es bei deiner Frage natürlich auch wieder darum, ab wann ein Mensch ein Mensch mit Grundrechten ist. Und da sind die Gesetze in den meisten europäischen Ländern klar: ab Geburt beginnt die Persönlichkeit und hat der Mensch als Rechtssubjekt volle Rechte. Aber ich hoffe, das reisst jetzt nicht schon wieder eine ellenlange Debatte zu "Mensch oder nicht Mensch" ab Befruchtung aus. Das haben wir hier schon zur Genüge abgehandelt.

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Kommentar von carn112004
28.05.2016, 06:09

"Im Übrigen geht es bei deiner Frage natürlich auch wieder darum, ab wann ein Mensch ein Mensch mit Grundrechten ist."

An der Formulierung solltest du arbeiten, die entspricht nicht richtig dem PC-Kanon.

Denn die Frage, ab wann ein Mensch ein Mensch mit Grundrechten ist, macht nur dann Sinn, wenn es Menschen gibt, die keine Grundrechte haben; ansonsten könnte ja niemals der Punkt erreicht werden, ab dem ein solcher Mensch dann ein Mensch mit Grundrechten ist.

Und die Andeutung, man vertrete die Position, dass es Menschen ohne Rechte gäbe, die erst ab einem gewissen Zeitpunkt dann Grundrechte haben, macht wenigstens in Deutschalnd die eigene Position leicht angreifbar.

Also an der Formulierung noch feilen, nicht dass dir sowas passiert wie der Clinton mit "unborn persons".

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Grundsätzlich sind alle Kinder das selbe "wert" (sorry mich stört dieses Wort in dem Zusammenhang) sie sind alle unbezahlbar. 

Ich selbst bin vor kurzen Vater einer bildhübschen Tochter geworden. Selbst wenn es bei den Untersuchungen sich herausgestellt hätte, das da was nicht ganz stimmt, hätten wir nicht abtreiben lassen. 

Vllt wäre es in dem Fall unsere Prüfung des Lebens.  

Deine Frage find ich gut, danke für anregen. 

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Diese Frage kann ich dir nicht beantworten, weil ich das nicht weiß. Ich weiß aber das es gut ist, das es Abtreibung gibt. Es gibt viele die ungewollt Schwanger werden, viele sind dabei die einfach nicht mit Kindern umgehen können, dann ist es doch besser sie in Mutterleib auszulöschen als wenn sie bei vollen Bewusst sein noch auf brutalster Weise umgebracht werden. Bei behinderten Kindern ist es sogar noch etwas besser für die Eltern, denn es gibt auch viele die sich nicht um Menschen Pflegen können, wenn man dann so ein Fall hat ist es doch auch gut, das dieses Kind es nicht überlebt. Ich weiß, das es jeder anders sieht, dennoch bin ich der Meinung,  das es wirklich gut ist, das man abtreiben. Bin auch deiner Meinung das jedes Lebewesen ob Mensch Gesund oder Krank , Tier auf gleicher Stufe stehen.  Jedem ist auch selber überlassen ob er mit ein Kind zurecht kommt oder eben nicht. 

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Kommentar von carn112004
28.05.2016, 05:56

"Ich weiß, das es jeder anders sieht,"

Stimmt, z.b. Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz sieht den Punkt, dass man unschuldige und wehrlose Menschen zwecks derem Vorteil und/oder dem Vorteil dritter umbringt, etwas anders. Art. 5 GG billigt aber auch jedem zu, verfassungsfeindliche Meinungen haben zu dürfen, womit es in Ordnung ist, da eine andere Meinung zu haben.

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Ja, ich persönlich denke, dass wir es uns an dieser Stelle tatsächlich herausnehmen zu entscheiden, ob ein Mensch es wert ist  zu leben oder nicht.  Da spielt das Leistungsdenken, dass uns von Kindesbeinen an prägt, eine große Rolle.

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 Nein, behinderte Kinder haben deshalb nicht weniger Wert.

Aber nicht alle Eltern können sich aufopfern, um lebenslang für so ein Kind da zu sein.

Deswegen wohl auch die längere Zeit.

Ich habe ein behindertes (angenommenes) Enkelkind. Das ist jetzt 11 Jahre alt und auf dem Stand eines 6monate alten Kindes. Das ist echt ein Kraftakt - und, wie gesagt, dieses Schicksal kann nicht jeder annehmen.

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Kommentar von MondscheinStern
27.05.2016, 18:14

Ich finde auch, das Geld da eine große Rolle bei vielen Spielt, Man kann ein krankes Kind auf dauer nicht bezahlen, kommt immer drauf an, wie viel man verdient und was man hat. 

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Deshalb:
Würdest du behindert leben wollen oder gesund?
Beantworte diese Frage.
Nun, es wäre einfach zu hart für das Kind sein leben lang mit einer Behinderung zu leben, daher liegt wahrscheinlich die Abtreibungszeitspanne eher mehr als bei einem gesunden Kind.

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Kommentar von KnuddelLoewchen
27.05.2016, 18:10

Naja diese Antwort habe ich sehr kritisch zu hinterfragen. Das Kind ist so geboren worden und kennt es nicht anders. Daher kann man aus der Sicht eines gesunden Menschen nicht sagen ob es dem Kind zu hart ist. Für uns scheint es lediglich hart, aber für das Kind ist es normal und es kann sich genauso über viele simpĺe Sachen freuen.

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Kommentar von anonyme14
27.05.2016, 18:20

Das ist nicht ganz richtig. Ich selbst habe einen behinderten Bruder und der hat es echt nicht leicht, und ist auch manchmal traurig, dass er manche Sachen nicht machen kann, obwohl wir es schon können. Auch durch seine Zwänge ist er manchmal ziemlich eingeschränkt und das weiß er. Er möchte das auch nicht, aber er kann nicht anders.

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Kommentar von soulny
27.05.2016, 18:25

Ja, ein Blinder wurde z.b die Welt nur mit "geschlossenen Augen" kennen, ABER glaubst du ernsthaft er würde sich nicht wünschen sie zu sehen? Daher, keine Behinderung ist für die Person schön. Gesundheit ist etwas, was jeder Mensch will.

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Kommentar von KnuddelLoewchen
27.05.2016, 19:08

natürlich kommts drauf an welche behinderung man hat. damit wollte ich nur andeuten dass behiderung nicht gleich trauer und leid bedeutet.

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das ist ne ganz schwierige frage.

behinderte kinder haben natürlich auch das gleiche recht, aber es ist noch mal eine ganz andere anforderung an eltern und ich empfinde es als richtig, das so zu handhaben. es ist wirklich sehr schwierig eine antwort darauf zu finden 

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zum einen darf man behinderte Kinder bis kurz vor der Geburt abtreiben und nicht nur bis zum 5. Monat. Das heißt, sie sind vollständig überlebensfähig und werden somit getötet.

Und zum Anderen hast du recht. Mit diesem Recht der Abtreibung wird einem behinderten Kind weniger Lebenswertigkeit zugeschrieben, was ich unter aller Sau finde!!

Es gibt nichts, was dies rechtfertigt. Selbst die Medizin ist soweit fortgeschritten, dass man eine Behinderung des Embryos nur anhand von 5ml Blut der Mutter erkennen könnte. Diese Leistungen zahlen allerdings nicht die Krankenkasse, sondern müssen die Eltern eigenständig zahlen (etwa 600Euro)

Allein schon wegen des medizinischen Fortschrittes sollte eine Abtreibung- auch bei einem Behinderten Kind- nur bis zum 3. Monat möglich sein.

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Kommentar von annemarie37
27.05.2016, 19:04

Es gibt viele schwere Behinderungen, die erst in der späteren Schwangerschaft festgestellt werden können. Aber der Grund zum Schwangerschaftsabbruch ist nicht diese Behinderung, sondern die körperliche und psychische Tragfähigkeit der Frau/der Familie.

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Du irrst dahingehend, dass dieses nur bis zum 5. Monat möglich sei. Es ist bis zum Beginn der Eröffnungswehen möglich, also prinzipiell bis Ende 9. Monat.

"Was rechtfertigt das?"

Dass die durch die Behinderung des Kindes bedingte größere Belastung, die die Sorge und Pflege eines behinderten Kindes mit sich bringt, eine zu große Gefahr für die geistige und/oder körperliche Gesundheit der Schwangeren darstellen, deren Abwendung mittels Adoptionsfreigabe der Schwangeren nicht zumutbar ist.

Falls du nun einwenden willst, dass wir doch in einem Sozialstaat leben und dass deshalb, wenn die Sorge und Pflege eines Kindes äußerst belastend bis an oder über die Grenze der Gesundheitsgefährdung ist, man der Mutter doch einfach mehr helfen soll statt das Kind zu töten, kann ich dir leider auch nichts sinnvolles darauf erwidern.

"Wird dem behindertem Kinde nicht somit weniger Lebenswertigkeit zugeschrieben?"

Jein.

Formal tut man das nicht über den geschicken Umweg mittels Begründung durch Gesundheitsgefährdung für die Schwangere.

In der Praxis ist das aber genau die Wirkung, da diese spitzfindige Begründung nur Juristen interessiert und bei allen anderen ankommt: behindert -> Abtreibung bis 9. Monat erlaubt -> Leben von behinderten offensichtlich weniger lebenswert als das anderer. Das ist daran ersichtlich, dass sich Eltern behinderter Kinder öfters die Frage anhören dürfen, wie sie so unverantwortlich sein konnten, das Kind nicht abzutreiben bzw. überhaupt keine Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt zu haben.

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Ich bin kein Experte in dem Gebiet, aber ich glaube dass es Behinderungen gibt, die sich erst nach 3 Monaten bilden können. Und ein behindertes Kind ist auch eine Belastung für die Eltern und können bei der Geburt zu Komplikationen führen.

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Ich mein ich finde die Regelung sowieso total blöd weil ich finde sowieso das Abtreibung für'n Ar... sind ... Aber jedes Kind hat den selben wert auch wenn es eben behindert wird, klar wenn es Missbildungen gibt, die dann für die Mutter zur Geburt zu gefährlich wären ist das schade, aber selbst wenn es nur was ist wo der Mensch wenigstens noch ein wenig sein Leben auch leben kann ist das Kind lebenswert und hat ein Recht darauf. Klar kommt immer auf die Person an und die Situation, aber das ist mal meine Meinung. :)

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