Frage von Wollmaus71, 55

Behandlung beim Augenarzt rechtens?

Hallo! Mein Mann ist privatversichert und hat leider immer mal wieder (in unregelmäßigen Abständen) Probeme mit den Augen. Dazu gehört u.a. dass er alle paar Monate eine Entzündung am / im Auge bekommt. Gestern war es mal wieder soweit... (NATÜRLICH ist es meistens am WE, wenn man nicht zum Haus-Augenarzt gehen kann! :o(( ) Also zum Notdienst gefahren.. Es sollte zunächst ein Sehtest gemacht werden. Den lehnte mein Mann ab, da er nur die akute Entzündung im Auge behandelt haben wollte. Der Augenarzt meinte dazu: "Entweder Sie stimmen vorher dem Sehtest und der Augendruckmessung zu, oder ich behandle sie nicht!" (Für Kassenpatienten egal, aber der Private zahlt das selbst!) Da keine Wahl blieb, stimmte mein Mann zu, wurde danach behandelt.

Ist es Rechtens, die anderen Untersuchungen zu verlangen oder andernfalls die Behandlung abzulehnen?

Liebe Grüße Wollmaus

Antwort
von Schuhu, 33

Ihr solltet der Kasse melden, dass und wie ihr zu diesen Untersuchungen genötigt worden seid. Sollte ein solches Verhalten öfter gemeldet werden, wird die Kasse sicher zugunsten ihrer Versicherten intervenieren.

Antwort
von aseven79, 22

Ich kann diese Frage nur aus Sicht eines schweizer Augenoptikers beantworten und habe keine Ahnung von fremden Krankenkassenleistungen. Doch zu der Frage, ob diese Behandlung gerechtfertigt ist kann ich dem Augenarzt nur zustimmen. Eine immer wieder kehrende Entzündung hat oft auch Korrekturschwankungen zu folge. Umgekehrt ausgedrückt, anhand der Veränderungen der Werte lassen sich diagnostische Schlussfolgerungen ableiten, zB Augenherpes im Bereich der Aderhaut. Eine dortige Schwellung um nur 1/3mm kann bereits eine Korrekturänderung von 1dpt ausmachen. Aber ich will hier niemanden mit Spekulationen verwirren. Fakt ist, dass einer der wichtigsten Indikatoren für den Gesundheitszustand des Auges der Visus ist, also die Sehleistung. Und den kann man nunmal nur durch einen Sehtest feststellen. Auch sehr wichtig ist die Messung des Augeninnendrucks. Diesen spürt man selber nicht, wenn jedoch kritische Druckverhältnisse in Auge unerkannt und unbehandelt bleiben, kann das locker zur Blindheit führen.

Ich verstehe einfach nicht, wie man bei Problemen mit den Augen derart rumgeizen kann! Ich wage zu Behaupten, dass der Arzt besser Bescheid weiss, was zu tun ist, und ich glaube kaum, dass er aus reiner Langeweile unnötige Checks durchführt. Erstens geht ihm die Arbeit auch so nicht aus und zweitens ist er auf die paar Kröten gewiss nicht angewiesen. Und wenn er sich dann von irgendwelchen Hobbyärzten und Besserwisserpatienten anhören muss, wie er seinen Job zu erledigen hat, dann kann ich seine Reaktion bestens verstehen. Ich denke, etwas mehr Vertrauen in sein Wohlwollen wäre angebracht. Eine gut dokumentierte Patientenakte kann auch in Zukunft von grossem Wert sein.

Kommentar von Wollmaus71 ,

Danke für die Antwort! Da es "nur" ein Notfallarzt und nicht der reguläre Haus-Augenarzt war, hat sich das mit der Akte schon erledigt. Und natürlich auch alles, was diagnostische Vergleichswerte betrifft. Wir sind sicherlich nicht geizig und zahlen auch, was nötig ist, aber als Privatversicherter bekommt mein Mann gerne wohlwollend Leistungen, die ein Kassenpatient im vergleichbaren Zustand nicht hat. Und wenn ein Kassenpatient Dinge nicht braucht, braucht der vergleichbare Privatpatient sie auch nicht, bekommt sie aber aufgenötigt. Hier in D. muss man sich teilweise echt wehren!  Das ist uns schon mehrmals passiert und daher resultiert diese Frage. Da braucht man auch nicht so gereizt zu antworten. Scheinbar sind einige Ärzte in Deutschland schon auf "die paar Kröten" angewiesen - oder nehmen sie zumindest gerne mit! Das hat mit Geiz nichts zu tun, nur mit zunehmend genervter Selbstbestimmung!

Kommentar von aseven79 ,

Meine Antwort sollte nicht "gereizt" rüberkommen, sorry dafür. Für mich ist es einfach sehr schwer nachvollziehbar, dass eine Behandlung davon abhängt, wie ein Patient versichert ist. Ist es denn nicht so, dass der Notarzt mit dem eigentlich behandelnden Arzt kommuniziert, sodass die Diagnosen in einer Akte zusammenlaufen? Ich kann mir vorstellen, dass es sogar von Vorteil sein kann, wenn eine Zweitmeinung von einem Notarzt festgehalten wird, aber dafür muss er natürlich auch seine üblichen Untersuchungen durchführen, selbst wenn diese gefühlt schon x-mal gemacht wurden. Bei einer Grippe sind irgendwelche umschweifenden Untersuchungen sicher sinnlos, aber bei einer chronischen Augenentzündung wäre ich da sehr offen für jede erhältliche Kontrolle.. Ich wäre sogar eher sauer, wenn ich mich abgefertigt fühlen würde.

Auf Augenprobleme bin ich beruflich bedingt sensibilisiert. Und weil ich auch schon einiges an Leid gesehen habe, bin ich da vielleicht etwas streng. Und ich kenne das, wenn mir Kunden versuchen reinzureden, wie ich meinen Sehtest durchführen soll. Gerade wenn sie dazu noch etwas esotherisch angehaucht sind, fällt es manchmal schwer, ihnen diplomatisch klar zu machen, dass ich von meinen bewährten Praktiken nicht abweichen werde.

Und leider kenne ich es auch, dass Augenärzte manchmal nicht so dass gespühr für soziale Umgangsformen haben. Wenn du ihn fragst, weshalb nun ein Sehtest nötig ist, dann sollte er dir das gefälligst anständig und plausibel erklären können (siehe oben), und nicht gleich eingeschnappt sein. Im vorliegenden Fall bin ich jedenfalls sehr sicher, dass der Sehtest auch beim Kassenpatient durchgeführt worden wäre

Antwort
von kasperalex, 26

Der Notarzt kennt Deinen Mann nicht und muss aufgrund der Fakten entscheiden, was wie behandelt wird. Um sich abzusichern, dass sonst nichts vorliegt hat er ebenfalls andere Untersuchungen gemacht, eig. spricht das für ihn. Er wollte eben nichts übersehen, was ich gerade bei einem Notarzt ziemlich gut finde...

Wenn jemand wegen Atemnot und einem Kratzen im Hals zum Arzt geht und meint, er hat blos Husten tut der Arzt auch gut daran, auch andere Ursachen in Betracht zu ziehen. Ich kenne einen Fall da wurde so eine Lungenembolie festgestell.Hätte man sich nur "auf den Wunsch des Patienten" nach einem Hustenmittel verlassen wäre es das gewesen... 

Antwort
von mastoidesu03, 10

Eine Sehschörfenprüfung und eine Augeninnendruckmessung gehört zu einer vernünftigen Augenarztuntersuchung dazu und sind Basisuntersuchungen. Damit hat sich der Augenarzt bestimmt nicht bereichert.

Wenn man zumHausarzt geht und sagt ich habe Schmerzen im herzbereich dann wird der auch den Blutdruck messen.....

Antwort
von dafee01, 25

Nein, das ist nicht rechtens, sondern in diesem Fall reine Geldmacherei! Ich würde den Arzt melden!

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