Frage von sammy776, 68

Behandlung als Patient - ist das Menschenwürde?

Hallo zusammen, diesmal wende ich mich mit einem ernsten und dringendem Thema an die Allgemeinheit.

Thema: wenn man Beschwerden/Schmerzen hat, ist man Ärzten und Krankenhäusern hilflos ausgeliefert?

Ich hab so eine Wut im Bauch, dass ich kurz davor in Facebook die Geschichte zu Posten.

Die Fakten: Vorgeschichte: vor 6 Monaten etwa wurde eine Frau wegen 3 gebrochener Rückenwirbel operiert. Dies ist einigermaßen verheilt. Das schlimmere ist jetzt der Fuß. Die Frau Ende 60 wird am Fuß operiert (komplizierter Hallux oder so) und bekommt dann im Krankenhaus eine Lungenentzündung. Bei weiteren Untersuchungen wird ein Tumor im Bauchraum von der Größe von 2 Fäusten festgestellt. Mittlerweile steht fest was es genau ist: Ovarialkarzinom.

4 Tage nach der OP geht sie nach Hause - lebt allein und selbständige Versorgung ist unmöglich.

Die Frau wird einen Tag später wegen extremen Schmerzen mit dem Sanker ins KH verbracht, wo Sie erstmal vom Arzt gefragt wird ob sie schon weiss dass es Freitag nachmittag ist. Als der Chefarzt dann hinzugezogen wird, da wohl doch was ernsteres ist, wird der vorige Arzt sehr freundlich.

Fakt ist, dass die Dame trotz Schmerzen mit ein paar Tabletten nach Hause geschickt wird mit den Worten "wir können Ihnen auch nur Tabletten geben". Laut Krankenhaus muss sich die Frau jetzt selbst innerhalb ein paar Tagen drum kümmern, dass Sie bei lokalen ärzten eine Magen und eine Darmspiegelung machen lässt. (wahrscheinlich weil das KH das nicht separat abrechnen kann wenn innerhalb einer gewissen Zeit danach eine OP ansteht).

Meine Frau sitzt jetzt bei ihr zuhause am Bett, Sie schreit vor Schmerzen, die Tabletten helfen ca. ne halbe Stunde. Auch der Arzt der Notdienst hatte "Kann man nichts machen"

Es kann doch nicht sein, dass eine alte Frau in Deutschland, die alleine lebt, wegen einer OP am Fuss kaum gehen kann, sich nicht selbst versorgen kann, Lungenentzündung hat, die Diagnose von einem großen Tumor bekommen hat, jetzt vor schmerzen schreiend im Bett liegt und jedem Arzt ist das egal???

Im KH, kann man die Lungenentzündung mit Sicherheit schneller kurieren (sie hat jetzt nicht mal Medikamente) oder auch die Wunde am Fuß besser versorgen, von den Untersuchungen die man für die anstehende Tumor-OP brauch mal ganz zu schweigen. wegen den letzten Tagen ist der Überlebenswille der Dame kaum mehr vorhanden. Die Schmerzen bringen sie dazu zu sagen dass es hoffentlich bald vorbei ist.

  1. An wen kann man sich wenden, dass die Dame in ihren vielleicht letzten Wochen eine Menschenwürdige Versorgung bekommt? Die Frau gehört ins KH
  2. Kann man wo druck machen?
  3. Wo kann man sich beschweren?

Es gibt so viele die sinnlos im KH sind oder sonstwie lange krankmachen. Das kanns doch nicht sein oder?

Ich und vor allem die Familie sind für jeden Tip dankbar!

Danke!!!

Antwort
von 4leaving4, 31

Du kannst dich jederzeit an die Landesärztekammer deines jeweiligen Bundeslandes wenden, um eine Beschwerde einzureichen. 
In Krankenhäusern ist die Situation gerade in Notaufnahmen unglaublich angespannt, weil sich viele Patienten unbegründet dort vorstellen. Stattdessen könnten sie ambulant behandelt werden, überinterpretieren aber ihre Symptome oder wollen nicht auf einen Termin warten.
Das ist bei dem beschriebenen Fall eindeutig nicht der Fall. Ich würde mich bei einem anderen Krankenhaus vorstellen und ausdrücklich nach einer vernünftigen Behandlung verlangen. Lass sie aufgrund der starken Schmerzen ruhig von einem Krankenwagen abholen - das hat sie nötig, wenn sie vor Schmerzen schreit. Schrecke vor nichts zurück. Bleib hartnäckig und nehme alle Unterlagen mit, die du finden kannst, um die Ärzte über die Vorgeschichte zu informieren. So können sich auch die Ärzte ein besseres Bild von allen Zusammenhängen machen.

Antwort
von StefanDeis, 11

Ich würde die Frau in mein Auto setzen und in ein anderes Krankenhaus bringen. Bei mir wars so ich durfte nach 4 Monaten nicht heim, weil ich nicht mobil genug war (war im Rollstuhl). Es gibt viele schlechte Krankenhäuser am besten sind Berufsgenossenschaftliche Krankenhäuser. Ich würde mit ihr in eine BG klinik fahren und sagen sie bekam auf einmal Schmerzen und ihr wart gerde hier in der Umgebung. Sonst nehmen die nur wirkliche Notfälle auf.

Antwort
von Midgarden, 40

Nun, das Krankenhaus ist nicht für alles zuständig - setzt Euch mit ihrer Krankenkasse in Verbindung, die werden eine Lösung suchen

Antwort
von EowynvonRohan, 33

Ich finde das geht gar nicht. 1. Allen Respekt vor Ärzten aber einige sollten sich nicht nur auf den Lohn konzentrieren

Antwort
von Gestiefelte, 35

Wenden an den sozialen Dienst, oder wie das heißt.

Die können sich um Pflege(plätze) kümmern. War bei meiner Oma so, als sie nicht mehr im KH bleiben konnte.

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