Frage von algarius, 55

Begriff des Nationalstaates?

Ich habe of davon gehört dass später Nationalstaaten entstanden sind. Das begreife ich einfach nicht. Im Mittelalter gab es doch auch schon die Nationalstaaten wie Frankreich, England, Österreich, Spanien Ungarn, Böhmen und die Republik der Niederlanden. Das Heilige Römische Reich, bestand durch das Feudalsystem zwar aus vielen kleinen Ländern, aber die waren ja alle dennoch im Heilgen Römischen Reich und daher doch auch ein Nationalstaat. Ausser Italien, dies war ja noch aufgeteilt in verschiedene Herzogtümer und Königreiche wie Neapel oder Sizilien.

Was also hat es mit dem Begriff Nationalstaat zu tun ?

Antwort
von Jonnymur, 25

Ein Staat ist nicht zwangsläufig ein Nationalstaat. Ein Nationalstaat ist ein Staat, der auf Grundlage von modernem Nationalismus eine Übereinstimmung mit einer Nation haben soll. Der moderne Nationalismus, dessen Anhänger eben nach einer solchen Übereinstimmung streben, existiert erst seit Ende des 18. Jahrhunderts.

Antwort
von Redefluss, 5

Ein Nationalstaat ist ein Staatsmodell, das auf der Idee und Souveränität der Nation beruht. Im Begriff Nationalstaat fällt das Staatsgebilde mit dem Begriff der Nation zusammen.[2] Sprachliche, kulturelle oder ethnische Homogenität werden im Diskurs um die Nation oft als Voraussetzung und Ziel des Nationalstaates benannt. Die Ideen der Nation und des Nationalstaats werden auch als Konstrukte bezeichnet.

Antwort
von Ruenbezahl, 19

Im Mittelalter kann man nicht von Staaten im heutigen Sinn reden, sondern nur von Herrschaftsbereichen. Den Herrschenden war es ziemlich egal, welche Sprache ihre Untertanen sprachen, wenn sie nur brav Steuern zahlten. Auch im "Nationalstaat" Frankreich lebten nicht nur Franzosen, sondern auch Korsen, Basken, Bretonen, Franco-Provenzalen usw. Der Nationalgedanke ist mit der französischen Revolution aufgekommen, als die Menschen nicht mehr als Untertanen, sondern als Staatsbürger gesehen wurden. Damit begann auch die Unterdrückung aller, die nicht in das Bild der angeblichen Nation passten.

Antwort
von woflx, 28

Der Machtbereich eines Königs oder Kaisers im Mittelalter hatte nicht unbedingt etwas zu tun mit Sprache und Kultur der Menschen in seinem Reich. Durch Kriege, Heiraten, Verträge usw. konnten einzelne Provinzen immer wieder zwischen verschiedenen Herrschern hin- und hergeschoben werden, ständig gab es Teilungen und Vereinigungen von Reichen.

Die Idee des Nationalstaats besteht darin, daß die Machtverhältnisse deckungsgleich mit den ethnischen Verhältnissen sein sollen, daß also ein Volk in seiner Gesamtheit einen Staat bildet.

Antwort
von GanMar, 29

Der Begriff "Nation" kommt aus dem Lateinischen und bezeichnete ursprünglich keineswegs ein "Staatsgebilde", sondern eine Gruppe von Menschen.

Erst im Mittelalter entstand die Vorstellung, daß ein "Volk" (also eine mehr oder weniger einheitliche Gruppe) auch einen Staat darstellen könnten.

Das Heilige Römische Reich zeichnete sich ja keineswegs durch ein mehr oder weniger "einheitliches" Volk aus und in anderen Herrschaftsgebieten unter einem König etc. war es auch nicht viel besser.

Das Geheimnis liegt einfach nur in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffes "Nation". Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen erlaubt die Idee des Nationalstaates, also eines Staates, der sich durch seine Bevölkerung und nicht durch seinen Herrscher definiert. Daß dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zuerst einmal mit mehr oder weniger großem Aufwand geweckt werden mußte, das ist dann wieder ein anderer Aspekt unserer Geschichte.

Antwort
von Marcel89GE, 26

Es geht um die Definition der Nation.

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