Frage von iloveunicorns1, 65

Beginnende Alkoholsucht bei Mutter?

Hallo, folgende Situation: Ich (16) habe bemerkt das meine Mutter heimlich trinkt. Ich habe bereits vor einem Jahr versteckte Weinflaschen bemerkt aber mir nichts dabei gedacht, da ich davon ausgegangen bin das meine Mutter einfach nicht vor mir trinken möchte. In letzter Zeit ist mir jedoch aufgefallen das ich die Flaschen Wein (12%) gesammelt haben. Also behielt ich meine Mutter im Auge und habe so schnell ihr vorratsversteck im Keller gefunden mit momentan 8 Flaschen Wein. In der letzten Woche hat sie 2 getrunken und heute Abend eine halbe. Außerdem fand ich 5 weitere leere Weinkartons die nicht sehr alt sein konnten. Meine Mutter ist eine Person die besonders in den letzten Monaten sehr reizbar und aggressiv war. Ich habe vermutlich auch Schuld daran, denn ich weiß ich kann auch manchmal ganz schön fies sein :D. Jedoch werde ich von ihr auch oft aus banalen Gründen angeschrien, ich bin mir nicht sicher ob das mit dem Alkohol zusammenhängt aber ich wollte es mal erwähnen. Sie hat nie betrunken gewirkt und tut auch echt alles damit man es nicht merkt. Ich habe sie schon mal darauf angesprochen doch sie wirkte beschämt und gab keine klaren Antworten. Leider scheint mein Vater das auch nicht ernst zu nehmen. Ich habe bei ihr auch bemerkt das sie manchmal weint, was meine Sorge noch verstärkt. Meine Schwester meint ich solle das weiter beobachten. Kann man hier von einer beginnenden Alkoholsucht sprechen? Reagiere ich über? Was könnte es sonst sein? Was sollte ich dagegen tun?

Antwort
von Myosotis16, 26

Das Verstecken von leeren Flaschen ist ein typisches Zeichen dafür, dass deine Mutter alkoholsüchtig ist. Wende dich an eine Suchtberatungsstelle. Die sind auch für die Angehörigen Suchtkranker eine gute Anlaufstelle. Solche Stellen gibt es in größeren Orten eigentlich überall.

Das Traurige an der Geschichte ist, dass du ihr im Grunde nicht helfen kannst. Deine Mutter ist ja nicht von heute auf morgen zur Alkoholikerin geworden. Es gibt Gründe dafür, warum sie trinkt. Es hilft ihr für eine Weide aus der Realität zu fliehen und sich einigermaßen gut zu fühlen. Allerdings hält die Wirkung des Alkohols ja nicht lange an. Und außerdem wird nach einer Weile die Sucht stärker und sie wird mehr und mehr trinken.

Du hast geschrieben, dass du manchmal aggressiv auf deine Mutter reagierst, dass du "manchmal gasnz scvhön fies" sein kannst. Bitte ziehe da raus aber nicht den Schluss, dass du an ihrem Verhalten schuld bist. Sie alleine hat sich dazu entschieden. Und auch sie alleine kann ihr Verhalten ändern . Du kannst leider wenig tun.

Vielleicht hast du eine kleine Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Sprich erneut mit deinem Vater und mache ihm bitte klar ,dass du kein kleines Kind mehr bist und gemerkt hast, dass in eurer Familie irgendetwas nicht stimmt. Du hast deine Mutter weinen sehen (oder hören). Also ist sie mit der jetzigen Situation nicht glücklich. Weshalb und warum? Das wird sie dir wahrscheinlich nicht sagen.

Trotzdem kannst du versuchen, den Kontakt zu deiner Mutter zu verbessern. Sag ihr, dass du sie liebst. Sag ihr aber auch, dass du dir Sorgen machst. Wenn alle weiter schweigen, ist keinem geholfen. Wenn es in deinem Leben eine Vertrauensperson gibt, dann bitte sie, dich zu unterstützen.

Oft brauchen Menschen, die ihre Sorgen mit Alkohol betäuben, mehrere Anläufe, um sich endlich aufzufangen und Hilfe zu suchen. Ohne professionelle Hilfe kommt deine Mutter wahrscheinlich nicht aus ihrer selbst gegrabenen Grube.

Du bist zwar nicht volljährig, aber eventuell bleibt dir keine andere Wahl, als wegzugehen. Kannst du bei einer Tante oder einem anderen Familienmitglied wohnen? Überleg das und sprich mit den Suchtberatern. Wenn deine Mutter merkt, dass sie dich verliert, wenn sie sich nicht in Therapie begibt, dann über legt sie sich vielleicht eher einen Ausweg aus der Sucht. Eine Therapie hat nur Sinn, wenn deine Mutter sich entscheidet. SIE muss beschließen: ICH TRINKE NICHT MEHR !

Es gibt viel Informationen im Internet über Alkoholsucht. Lies dich ein, informiere dich. Ich sage dir gleich: Es wird nicht leicht. Deswegen schone deine Kräfte, quälen dich nicht mit Schuldgefühlen, such dir Hilfe.

Antwort
von Sabsi69, 32

Hm. Meiner Meinung nach, wenn sie heimlich trinkt hat sie ein Problem!

Meine Mutter war alkoholikerin, und ich habe sie fast  nie trinken sehen, nur immer gemerkt das sie immer betrunkener wurde. 

Vielleicht kannst du sie nochmal an einem guten Moment ansprechen. Vorsichtig, das du sie weinen gehört hast, das sie dir traurig vorkommt und dann fragen ob sie deswegen trinkt. Biete ihr an ihr zu helfen .

Mehr kannst du in der jetzigen Situation nicht machen 

Antwort
von Ille1811, 17

Hallo!

Vorab: Alkoholismus ist eine Krankheit und hat überhaupt nichts mit Schuld zu tun! Du bist nicht Schuld daran - egal, wie du dich verhältst!

Dass sich Angehörige schuldig fühlen, dass sie verhindern wollen, dass der Mensch trinkt und dass sie ihn heilen wollen geht fast allen Angehörigen so. Aber das funktioniert nicht. Die Versduche bewirken höchstens, dass sich der Mensch noch 'fester an die Flasche klammert'.

Informiere dich mal bei Al-Anon. Das ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Menschen, die sich Sorgen wegen des Alkohol trinkens eines nahestehenden Menschen machen. Zu einer Al-Anon Gruppe kannst du gehen, ohne dass dort jemand fragt, wie du heißt oder wo du wohnst.

Hier http://al-anon.de/haeufige-fragen/ findest du Antworten dazu, was Al-Anon ist.

Antwort
von Sabsi69, 22

Nochwas. Falls du mit ihr sprichst und je nachdem wie das Gespräch verläuft, sprich auch über deine Ängste, das du denkst das sie die Kontrolle verloren hat, das du befürchtest das sie abhängig ist.... 

Viel Glück 

Antwort
von wilees, 27

Sorry aber wenn sie schon Flaschen versteckt, kann man nicht mehr von beginnender Alkoholsucht sprechen.

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