Frage von Tschiripacha, 128

Begehen Gläubige Menschen wirklich seltener Suizid?

Es wird oft vermutet, dass Religiöse Menschen es in Krisen einfacher haben, weil diese sich an den Glauben/an Gott festhalten können und dort Halt finden. Oder auch ihren Sinn im Leben eher beantworten können, während man sich als Atheist seinen Sinn selber zusammenreimt. Wie genau kann man diese Frage auch mit Sicherheit beantworten?

Ich weiß auch, dass viele (wenn nicht alle?) Religionen Suizid als Sünde ansehen, die auf eine Art und Weise bestraft weird, ist das dann nicht eher eine befremdliche Art jemanden davon abzuhalten und nicht sehr belastend für einen Gläubigen Menschen der Suizidale Gedanken hat?

In einer Diskussion erzählte ein Sterbehelfer, dass Gläubige Menschen schwerer gehen, weil diese eine Ungewissheit plagt mit dem Gedanken an eine eventuelle Hölle und anderes.

Was sind eure Gedanken zu dem Thema? Über Quellenangaben würde ich mich auch freuen, falls welche bekannt sind.

Antwort
von Hamburger02, 34

Es gibt sehr wohl Statistiken dazu, die ich selber schon gesehen habe. Kann aert leider keine Quelle angeben.

Danach ist es so, dass überzeugte Atheisten sowie "Fundamentalgläubige", die sich ihrer Sache betreffs Eingang ins Paradies sicher sind, tatsächlich den festesten Halt in ihrem Leben haben und nur mit wenigen Zweifeln geplagt sind, insgesamt ein zufriedeneres Leben haben.

Die Normalgläubigen, also der größte Teil der Gläubigen, haben da viel mehr Probleme und mehr Unsicherheiten. Bei denen wirkt die Höllendrohung und führt zu vielen Unsicherheiten. Denen kann selbst die Religion z.B. auch beim Sterben keinen großen Halt geben. Hier verhindert die Religion Gelassenheit und innere Ruhe.

Antwort
von kreuzkampus, 58

Deine Frage kann man nicht wirklich beantworten.

-Statistiken darüber gibt es nicht.

-Bei jemandem, der eine echte Depression hat, spielt der Glaube keine Rolle mehr.

-Wer allerdings gläubig ist, wird wohl nicht so schnell in eine Sackgasse geraten, aus der er keinen Ausweg, außer dem Suizid findet. Meine Meinung: Das Risiko bei gläubigen Menschen ist höchstwahrscheinlich geringer. Ich(71) glaube übrigens an Gott, und das hat mir in schwierigen Lebenslagen oft Kraft gegeben. Ich war vor Jahren aber auch mal kurzzeitig depressiv. Ob ich meine "Kraft", sofort vier Wochen in eine psychosomatische Klinik zu gehen, aus meinem Verstand oder, indirekt, aus meinem Glauben gezogen habe, weiß ich nicht. Fakt ist allerdings, dass ich diese depressive Phase damit schnell und dauerhaft überstanden habe.

Antwort
von Andrastor, 31

Verschiedene Statistiken zeigen tatsächlich dass Atheisten eher zu Selbstmord neigen als Gläubige Menschen.

Jedoch sind die Gründe nicht etwa dass sie weniger Halt finden würden oder sich, wie du es nennst "ihren Sinn selber zusammenreimen", sondern ein anderer:

Atheisten sind im Allgemeinen besser gebildet und intelligenter als Gläubige.

Und Depressionen sind besonders bei intelligenten Menschen weit verbreitet, was ein Grund für den Suizid ist.

Auch die Androhung vor einer Hölle, kann, wie du sagtest von einem Suizid abschrecken, aber diese Menschen haben eine richtige Depression noch nicht erlebt und höchstens halbernst mit dem Gedanken eines Suizids gespielt.

Denn wenn die Depression einmal stark genug ist, diesen Schritt in Erwägung zu ziehen, dann helfen weder Glaube, noch die Androhung auf eine eventuelle Strafe im Anschluss dagegen, was Selbstmörder aus gläubigen Kreisen demonstrieren.

Kommentar von Whitekliffs ,
Atheisten sind im Allgemeinen besser gebildet und intelligenter als Gläubige."

Köstlich. In aller Freundlichkeit, aber sicher nicht ohne Ironie: Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung.

Kommentar von Andrastor ,

Wenn du es mir nicht glaubst, dann such einfach nach Statistiken. Inzwischen gibt es duzende die genau dies bestätigen. Regional, sowie weltweit.

Aber Gläubige hatten ja schon immer ein Problem damit wissenschaftlich fundierte Informationen einzuholen, nicht wahr?

Antwort
von stine2412, 26

Ich möchte zuerst erwähnen, dass es wirklich sehr depressive Menschen gibt, die sehr leiden und die im Selbstmord eine Erlösung sehen mögen. Das kann auch bei sehr gläubigen Menschen so sein. Und wenn einige dieser Menschen tatsächlich Erfolg mit ihrem Vorhaben hatten, wird Gott sie ganz bestimmt nicht verdammen!

Ein gesunder Gläubiger, der einen festen Glauben in das Wort Gottes hat, weiß, dass das Leben Höhen und Tiefen bereit hält, die es zu meistern gilt. Und hierfür ist eben Gottes Wort eine große Hilfe - wir wissen, woher alles Übel kommt und wir wissen, dass diese Zeit nicht für alle Ewigkeit sein wird. Denn wir wissen, dass der Herr Jesus auf die Erde gekommen ist, damit die gute Botschaft von seiner Herrschaft hier auf Erden bekannt gemacht wird. Er hat uns eine Kostprobe durch seine Wunder während seines Erdenlebens hinterlassen und die Hoffnung auf diese Zeit gibt uns Kraft.

Wenn Menschen nun mit der Höllenlehre aufgewachsen sind und auch noch an sie glauben, dann kann ich mir vorstellen, dass diese es schwerhaben könnten beim Sterben. Denen möchte ich aber sagen - es gibt keine Hölle. Ein Beispiel: Eltern werden mit ihrem Kind nicht mehr fertig, es hört nicht und macht alles Schlimme, was ihm nur einfällt. Die Eltern kommen zum Schluss: wir müssen es bestrafen! Da war aber jemand, der als ganz schlechter Umgang für das Verhalten des Kindes verantwortlich ist. Würdest du dein Kind diesem Halunken zur Bestrafung übergeben? Würde Gott einen Sünder seinem schlimmsten Widersacher übergeben? Jehova arbeitet in keiner Weise mit diesem Dämon zusammen!! Außerdem müßte dieser Widersacher, der Teufel, ja dann auch in der Hölle sein! Ist er aber nicht, er ist hier auf der Erde und treibt hier sein Unwesen. Off.12:12=  Wehe der Erde und dem Meer(Menschenmeer), weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er [nur] eine kurze Frist hat.“

Ein  tröstlicher Bibelvers steht in Römer 6:7 = Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Denn das Urteil Gottes in Eden war ja ein Todesurteil, dem wir alle unterliegen, da keiner sagen kann er sei sündenfrei. Wenn wir dann im gleichen Kapitel den Vers 23 lesen, können wir ganz beruhigt dieses Leben leben und auch ganz ruhig, wenn es denn soweit ist, erst einmal Abschied nehmen - wir sehen uns ja wieder. Römer 6:23  Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist [der] Tod, die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.


Antwort
von voayager, 30

Gläubige begehen weniger Selbstmord, als solche Menschen, die gesinnungslos sind. Wer keine Gesinnung besitzt, ist nicht selten halt, - und orientierungslos, der Königsweg , der oftmals in eine Sackgasse führt.

Antwort
von Panazee, 36

Da ist wohl etwas dran. Weltweit begehen im Schnitt von 100.000 Menschen 14 Suizid. In muslimischen Ländern ist es nicht einmal einer von 100.000.

http://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2007/maerz/detailansicht-maerz/artikel/st...

Wobei ich davon ausgehe, dass bei vielen (nicht bei allen) nicht Gott ihnen den Halt gibt eine Lebenskrise ohne Suizid durchzustehen, sondern die Angst dafür in eine wie auch immer geartete Hölle zu kommen. Das ist aber nur eine persönliche Einschätzung, die nicht unbedingt stimmen muss.

Antwort
von Zischelmann, 27

Leider kann man dies nicht verallgemeinern.

Es kommt auch darauf an welches Gottesbild ein Mensch hat .Und warum er Suizid begangen hat. Bei schweren Depressionen kann leider auch nicht immer der Glaube helfen...

Wer im Namen Gottes Ängste gemacht bekam der hat im Glauben keinen Trost sondern noch mehr Angstgefühle.In schlimmen Krisensituationen findet man dann keinen Halt in Got,sondern wird noch mehr depressiv und verzweiflelt

Manche Menschen gab es schon welche Suizid begangen haben,weil sie in einer besseren Welt weiterleben wollten...Oft war dies der Fall bei manchen Familientragödien wo eine Mutter mit ihren Kindern erweiterten Suizid begangen hat weil sie mit ihnen diese Welt verlassen wollte um im "Himmel weiterzuleben.."

Antwort
von FelinasDemons, 28

Bin selbst gläubig und leide an Depression und hin und wieder an Sgedanken. Jedoch ist Religion, der einzige Grund weshalb ich diesen letzten Schritt nicht tun werde/kann.
Ich denke,es kommt darauf an,wie gläubig eine Person ist. Wie viel sie glaubt und versteht. Dementsprechend auch die Angst davor, was einen nach dem Tod erwartet.
Bestimmt gibt es auch Muslime,die Selbstmord begangen haben (damit meine ich nicht,den dummen Beispiel: ISIS)
Sondern "richtige" Muslime, deren Glaube einfach nicht stark genug war.

Antwort
von agathemarkm, 43

Das glaube ich sofort. Wenn es dir schlecht geht... Der Atheist ist ganz alleine, der Gläubige kann sein Leid sofort abgeben... Zumindest die Verantwortung dafür...

Kommentar von FelinasDemons ,

"Der Gläubige kann sein Leid sofort abgeben..." Was soll denn das heißen?

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