Frage von Consequenz, 41

Befristete Arbeitsvertäge: 6 Monate - 12 Monate - 6 Monate zulässig?

Ein herzliches Hallo,

Ich habe bei meinem Arbeitgeber einen befristeten Arbeitsvertrag unterschrieben. Zunächst für 6 Monate, der Anschlussvertrag wurde dann für weitere 12 Monate befristet.

Nun steht eine erneute Vertragsverlängerung an, mein Arbeitgeber möchte aber nicht mehr um 12 Monate verlängern, sondern wieder nur um weitere 6 Monate - um vorerst eine Entfristung zu entgehen.

Irgendwie fühle ich mich leicht an der Nase herum geführt - ist das denn rechtens mir den dritten befristeten vertrag mit einer kürzeren Laufzeit anzubieten?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 20

Auch wenn ich Dich jetzt enttäuschen muss, Dein Arbeitgeber kann das so machen. Das ist durchaus legitim.

Im § 14 Abs. 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz ist geregelt dass kalendermäßige Befristungen ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig sind. Innerhalb dieser zwei Jahre kann die Befristung bis zu dreimal verlängert werden.

Du hattest zuerst eine Befristung über sechs Monate, dann die erste Verlängerung mit 12 Monaten und nun soll die zweite Verlängerung mit 6 Monaten folgen. Alles nach Recht und Gesetz.

Antwort
von Gerneso, 19

Irgendwie fühle ich mich leicht an der Nase herum geführt - ist das denn rechtens mir den dritten befristeten vertrag mit einer kürzeren Laufzeit anzubieten?

Du kannst ja ablehnen wenn Du ein besseres Angebot hast. Es ist ja nicht verboten sich trotz Arbeit nebenher anderweitig umzuschauen und zu bewerben / vorzustellen.

Antwort
von Krambambolin, 18

Ein Arbeitgeber kann bis zu drei mal einen befristeten Arbeitsvertrag  ausstellen und dann muß er dich entweder einen unbefristeten austellen, oder er muß dich kündigen.

Kommentar von Gerneso ,

oder er muß dich kündigen.

Nö, muss er nicht. Ein befristeter Vertrag läuft einfach aus. Da muss man nichts mehr kündigen.

Antwort
von dadamat, 12

Die neuste Reglung dazu sieht von, dass erst nach neunmaliger Vertragsverlängerung ein unbefristeter Festvertrag vergeben werden muss.

Kommentar von Hexle2 ,

Wo hast Du das gelesen? Bestimmt nicht bei Befristungen ohne Sachgrund.

Kommentar von Familiengerd ,

Wo hast Du das gelesen?

Das würde mich aber auch "brennend" interessieren - ungelogen! ;-)

Kommentar von RoCMu ,

Fundstelle?

Antwort
von RoCMu, 19

Es kommt drauf an: Grundlose Befristung? Befristung mit Sachgrund? Welche Branche bzw kennst Du die Rechtsgrundlage für die Befristung?

Eine denkbare Rechtsgrundlage könnte ein Tarifvertrag sein. Ohne Sachgrund und ohne anwendbaren Tarifvertrag könnte es eng werden mit der Wirksamkeit der Befristung, da nach TzBfG Höchstdauer 2 Jahre. Etwa aus Tarifverträgegen im Bereich Sicherheitsdienste (in Teilen allgemeinverbindlich) ergeben sich längere Befrsitungsmöglichkeiten.

Kommentar von Familiengerd ,

ohne anwendbaren Tarifvertrag könnte es eng werden mit der Wirksamkeit der Befristung, da nach TzBfG Höchstdauer 2 Jahre,

Eben! Und mit Einzelbefristungen von 6, 12 und wieder 6 Monaten wären die erlaubten 2 Jahre (nach dem Gesetz) erreicht.

So hat das Vorgehen des Arbeitgebers seine völlige Rechtmäßigkeit!

Kommentar von RoCMu ,

mea culpa, habe 6 + 12+12 gelesen....so ist es eben ohne lesebrille am pc...aber danke für den erneuten hinweis

Kommentar von Familiengerd ,

Ich dürfte jetzt nicht mit Steinen werfen, weil ich selbst im Glashaus säße! ;-)

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