Befinden sich die größten bekannten Sterne alle in der Milchstraße?

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8 Antworten

Der größte bekannte ist Westerlund 1-26 und dieser ist in der Milchstraße.

Der zweitgrößte UY Scuti ist ebenfalls in der Milchstraße.

Insgesamt glaube ich dass die größten Sterne alle samt in der Milchstraße zu finden sind, das ist aber nur eine vermutung, die zwei größten sind es zumindest.

Der Stern WOH G64 ist nicht direkt in der Milchstraße aber in einer Begleitgalaxie

Dazu muss man aber anmerken, dass die Bestimmung der Größe von Sternen aus anderen Galaxien extrem schwierig ist und aufgrund der Menge der Sterne wäre es leichtisinnig zu sagen, der größte bekannte Stern ist der größte des Universums.

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Hey,

grundsätzlich ist erst einmal zu sagen, dass wirklich präzise Messungen der Sternmasse immer nur dort möglich sind, wo auch Massenanziehungen beobachtet werden können. Das ist zb. in extrasolaren Planetensystemen, oder bei Doppelsternen der Fall.

Ansonsten kann man die wirkliche Masse eines Sterns nur elementar über sogenannte Hauptreihenbeziehungen abschätzen, und selbst die sind nur zuverlässig anzuwenden, wenn der Stern noch in der stabilen Phase des hydrostatischen Gleichgewichts ist, und kein fortgeschrittenes Entwicklungsstadium beobachtet wird. Gerade in diesen Stadien ist der Radius des Sterns aber erst überdurchschnittlich groß.

Messungen der stellaren Zustandsgrößen sind eigentlich nur bei Sternen in unserer Galaxie möglich. Sterne in weit entfernten Galaxien sind grundsätzlich nicht mehr punktförmig aufzulösen und entziehen sich daher den Beobachtungen. Die mittels der interferometrischen Methode ermittelten größten Radien von Hyperriesen in unserer Galaxie sind:

1. Westerlund 1-26 (1700 Sonnenradien)

2. NML Cygni (1580)

3. UY Scuti (1560)

Die Frage, wie groß ein Stern prinzipiell werden kann, könnte man folgendermaßen diskutieren: Das hydrostatische Gleichgewicht eines Sterns ist gegeben, wenn die durch das Gravitationsfeld hervorgerufenen Kräfte, die eine Kompression der Sternmaterie bewirken gleich, der durch den Strahlungsdruck und den thermischen Druck entgegenwirkenden Kräfte sind. Die theoretische Massenobergrenze für Sterne liegt nach Rechnungen dann bei etwa 170 Sonnenmassen. Aufgrund der extrem kurzen Lebensdauer dieser Sterne entwickeln sie sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Hyperriesen. Die Ursache für die Expansion des Sterns mit der Folge, einer sehr starken Radiuszunahme liegt in einem Überschuss thermischer Energie im Sterninnern hervorgerufen durch die von der Kompression freigewordenen Gravitationsenergie. Wenn man dann erneut mathematisch mit dem Virialsatz arbeitet zeigt sich, dass die bei der Kompression des Sterns freigewordene Energie zur Hälfte zur Aufheizung des Sterns und zur anderen Hälfte zur Abstrahlung verwendet wird.

Die Aufheizung des Sterns durch die Gravitationsenergie würde ihn langfristig aus dem hydrostatischen Gleichgewicht bringen. Folglich wirkt der Stern mit einer Expansion (Radiuszunahme) entgegen, die den Überschuss an thermischer Energie gerade zu kompensieren versucht. Auf diese Art, ist es massereichen Sternen möglich auf bis zu 2000 Sonnenradien zu expandieren. Allerdings ist schon bei einigen Hundert Sonnenradien an Größe innerhalb kürzester Zeit ein erheblicher Massenverlust, bedingt durch thermische Winde festzustellen. Ein Radiuswert von 1700 Sonnenradien oder mehr, ist daher von sehr, sehr kurzer Dauer. Der Stern ist dann nach einigen Tausend Jahren völlig hinüber.

Lg Nikolai ;)

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Kommentar von HenrikhMaurer
26.06.2016, 16:13

Ich danke dir vielmals das du dir soviel Zeit genommen hast mir zu antworten :)

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Es gibt ca. 100 Milliarden Galaxien mit jeweils 100 Milliarden Sternen. Macht über den Daumen 10^22 Sterne. Beobachten können wir - bis auf wenige Ausnahmen - nur Sterne unserer Galaxie. Und davon bei Weitem auch nicht alle. Die Sterne, die Du genannt hast, sind alle in der Milchstraße.

Bekannt sind uns etwa 2,5 Millionen Sterne.

Wenn Du schwarze Löcher zu den Sternen zählst, können sie fast beliebig schwer sein. Sonst ist der schwerste bekannte Ster R136a1 mit 265 Sonnenmassen.

Der größte bekannte Stern ist Westerlund 1-26 mit über 1500 Sonnenradien.

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Kommentar von HenrikhMaurer
26.06.2016, 16:12

Kannst du mir bitte erklären was Sonnenmassen bedeutet?

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Hi,

die größten bekannten Sterne befinden sich deshalb alle in der Nähe, weil die fernen Sterne aufgrund der Distanz eben (noch) nicht bekannt sind. Grundsätzlich kann man aber deshalb nicht sagen, dass andere Galaxien nicht ebenfalls Riesensterne haben. Wir kennen sie halt nur noch nicht.

Im übrigen befinden sich, ausgehend von der Masse, die größten Sterne nicht in der Milchstraße sondern in der großen magellanschen Wolke. Der größte unter ihnen ist R136a1 mit ca 365 Sonnenmassen.

Von Durchmesser her gibt es aber wesentlich größere Sterne, wobei genaue Angaben hier schwierig sind, weil man bei den größten Sternen nicht mehr so einfach eine Oberfläche definieren, wie das bei Hauptreihensternen der Fall ist.

Dennoch kann man davon ausgehen, dass die größten Sterne der Milchstraße mehr oder weniger vergleichbar mit den größten Sternen in anderen Galaxien sind.

Wenn ja in diesem Universum soll es ja mehrere Milliarden an Galaxien
geben wie groß können solche Sterne dann eigentlich werden?

Wie gesagt, so einfach ist das nicht zu sagen, weil die Beschaffenheit der größten Sterne keine genaue Definition einer Oberfläche erlaubt. Gesetzt dem Fall, man nimmt als Oberfläche die Distanz vom Zentrum, bei der der Großteil der Strahlung abgegeben wird, so scheint die Obergrenze etwa bei dem 2000-fachen des Sonnendurchmessers zu liegen.

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Kommentar von HenrikhMaurer
26.06.2016, 16:14

danke für die Top Antwort 👍

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Einfach gesagt, ja. (Mit Betonung auf das "die ...bekannten" in deiner Frage ;-)

Aber wenn man mal davon ausgeht, daß die uns derzeit bekannten Gesetze der Physik auch in anderen Galaxien gelten, und das tun die Astrophysies nun mal, dann kann man mit ruhigem Gewissen annehmen, das es in anderen Galaxien genausoviele genausogroße Sterne gibt wie in unserer.

Nur sind sie uns eben einzeln nicht bekannt.

Weil die anderen Galaxien derartig abartig weit von uns entfernt sind, daß wir selbst mit unseren besten Teleskopen keine einzelnen Sterne mehr auflösen können.

In der Andromeda Galaxie vielleicht. Die ist ja "nur" 2 Millionen Lichtjahre entfernt.

Es gibt ein paar Grenzen, wie groß ein Stern (der durch Fusion leuchtet) theoretisch werden kann.
Sie liegt bei etwa 200 Sonnenmassen - glaub ich.

Aber solche Sterne sind erstens äußerst instabil und zweitens ziemlich kurzlebig. Was bedeutet, daß es nicht sehr viele davon gab oder noch gibt.

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Die von dir genannten befinden sich alle in der Milchstraße. Die Größe  (bzw. Masse) der Sterne ist begrenzt, weil sonst irgendwann der Druck der Sternenhülle zu groß wird und der Strahlungsdruck im inneren (durch die Kernfussion) das nicht mehr ausgleichen kann. Man sagt so eine Obergrenze von ca. 250 Sonnenmassen ist Maximum, wobei dieses Maximum vom Alter des Sterns abhängt, da massereiche Sterne auch schnell an Masse verlieren, weil sie durch ihre intensive Sternenstrahlung Teilchen abgeben und auch Masse in Energie umgewandelt wird (Kernfussion). Daher können sehr junge Riesensterne evtl. auch mehr Masse als 250 Sonnenmassen haben.


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Man sagt es gibt so viele Sterne (und das sind nur die Sonnen) im Universum wie Sandkörner auf der Erde. Also rechne das mal aus, dann hast du die Antwort.

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Googel doch einfach. Sicher gibts auch für Sterne eine kritische Masse, die sie nicht überschreiten können.

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Kommentar von HenrikhMaurer
25.06.2016, 19:07

wenn das in Google stehen würde würde ich hier nicht nachfragen aber danke für deine Antwort

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