Frage von Haemiler, 145

Beerdigungskosten steuerlich geltend machen?

Hallo zusammen, daher ich gerade meine Steuererklärung 2015 fertig mache, habe ich hierzu eine wichtige Frage bzgl. der Sonderbelastungen? Es geht darum, dass ich die Beerdigungskosten ( Rechnungsdatum ist 02.2015) für die Beisetzung meines Vaters, in meiner EStE angeben möchte. Man kann darüber viel im Internet lesen, aber einmal steht es so und dann wieder anders da, welche Summe pauschal angegeben werden kann, ohne dass man Nachweise erbringen muss. Es steht einmal die Summe von 7.500€ und zum Zweiten 10.300€ im Raum. Beerdigungskosten - Erbmasse-Rechnung gibt es nicht, nachdem es keine positive Erbmasse gab.

Danke für eure Hilfe.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Helmuthk, 102

Für Beerdigungskosten gibt es Pauschbeträge.

Alle Kosten müssen durch Rechnungen nachgewiesen werden - einschließlich der Kosten für den "Leichenschmaus".

Und noch etwas: Beerdigungskosten sind Nachlassverbindlichkeiten.

Etwaige Leistungen aus einer Lebensversicherung oder Sterbegeldversicherung müssen gegengerechnet werden.

Kommentar von Haemiler ,

Sagt ein »Pauschbetrag« nicht, dass auf Belege zur Vereinfachung eines Verwaltungsablaufs verzichtet werden?

Und wie erwähnt, brauch ich diese Gegenrechnung nicht machen, nachdem nur Kostet entstanden, dem kein Erbe gegenüber steht. 

Soweit ich weiß, kann man den "Leichenschmaus" eben nicht steuerlich geltend machen, nachdem sie keine notwendigen Kosten die für Beisetzung darstellen. Anreisekosten zB. können auch nicht geltend gemacht werden. 

Kommentar von Helmuthk ,

Ich habe mich in meiner Antwort verschrieben.

Ich meinte natürlich, es gibt keine Pauschbeträge.

Und da es bei Beerdigungskosten um Außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 EStG geht, können natürlich auch nur die tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden und keine Pauschalen.

Und zum Leichenschmaus: Da gibt es das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 17.9.1987, III R 242/83, BStBl 1988 II S. 130.

Danach sind die Kosten für den eigentlichen Leichenschmaus zu berücksichtigen im Gegensatz zu einer größeren Veranstaltung in einer Gaststätte.

Der Bundesfinanzhof hat die Unterschiede dieser beiden Feiern fein herausgearbeitet.

Antwort
von runfunfrunk, 81

Beerdigungskosten von Angehörigen können in der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Voraussetzung hierfür ist, das die Beerdigungskosten die Höhe des Nachlasses übersteigen. Sollte Erbmasse vorhanden sein oder Versicherungsleistungen zufließen, so sind diese zuerst auf die Kosten anzurechnen. Ein verbleibender Betrag kann danach steuerlich geltend gemacht werden, wobei die zumutbare Belastung, die abhängig ist vom Gesamtbetrag der Einkünfte, von den geltend gemachten Kosten abgezogen wird.

Kommentar von Haemiler ,

Wie in meiner Frage bereits dargestellt, werde ich diese Kosten angeben, also die Absetzbarkeit ist mir bewusst, genauso wie die Sache, dass ein positiver Nachlass gegengerechnet werden müsste. Darum erwähnte ich, dass das nicht nötig ist, nachdem keine positive Erbmasse vorhanden war. 

Fraglich ist lediglich, welcher Pauschbetrag nun richtig ist. 7.500€ oder 10.300€, ohne Nachweis durch Belege!?!?!?!?


Kommentar von runfunfrunk ,

Es gibt keinen Pauschbetrag, alle Kosten sind durch Belege nachzuweisen.

Kommentar von Helmuthk ,

Danke für den Stern Helmuthk

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