Frage von Bulls44, 106

Bedingungsloses Grundeinkommen, ist das in Deutschland wirklich möglich.?

Die Rede ist von einem Grundeinkommen ohne Gegenleistungen, und ohne Sanktionen.

Ich habe heute einen Artikel gelesen, das man über ein Grundeinkommen ohne Gegenleistung denkt(Politik)

600 bis 800 Euro ist die Rede, der jeder der nicht arbeitet bekommen soll. Das Konzept des Grundeinkommens Weiter heißt es:

Das Grundeinkommen bekommt jeder Bürger unabhängig von seiner Lebenssituation ohne eine Bedürftigkeitsprüfung. Dafür fallen derzeitige Sozialleistungen, wie das Arbeitslosengeld, weg. Finanziert wird das Grundeinkommen über Steuereinnahmen. Auf diese Weise soll jedem Mensch genug Geld für seine Grundbedürfnisse zur Verfügung stehen.

Ist das so in Deutschland wirklich realisierbar?

Antwort
von Stellwerk, 59

Wer denkt denn in der deutschen Politik ernsthaft darüber nach?

Es gibt diese Diskussion seit einigen Jahren und nimmt derzeit Fahrt auf: Finnland entscheidet im November über einen Gesetzesentwurf , der jedem Bürger 800 Euro im Monat geben soll - dafür werden aber alle anderen Sozialleistungen gestrichen. D.h. , wenn jemand alt und / oder krank ist und sich nichts hinzuverdienen kann, dann muss er mit 800,- leben - und das ist in Finnland noch härter als in Deutschland.

In der Schweiz wird im Juni per Volksabstimmung über ein BGE entschieden. Hier reden wir von 2500,- Franken, also etwa 2300,- Euro. Davon kann man schon ganz anders leben, auch in der teuren Schweiz.

Die Modelle für ein BGE gehen also sehr weit auseinander und können viele Impulse setzen - im Guten wie im Schlechten. Es gibt verschiedene Berechnungsmodelle, wie ein BGE finanziert werden könnte - Streichung aller staatlichen Finanzunterstützung, höhere Konsumsteuern etc.

In Deutschland seh ich das BGE vorerst nicht , weil der politische Wille fehlt. Und das Denken "Geld kriegt nur, wer es sich verdient" viel zu tief in den Köpfen steckt - obwohl das Prinzip bereits heute schon nicht mehr aufgeht.


Kommentar von Bulls44 ,

danke.. Also Wir sind ein 6 Personen Haushalt. demnach würden wir 4800 Euro bekommen. da wäre der Anreiz zum Arbeiten für mich nicht mehr gegeben. nur mal so als Beispiel

Kommentar von Vampire321 ,

4800€ für 6 Personen und du hast dann keinen anzeigt mehr zum arbeiten?

Sorry, du kannst nicht rechnen!

Derzeit bekommst du mit 6-Personen eine Wohnung mit 110-130 qm von der arge bezahlt - durchschnittliche Miete Ca 800€ plus Nebenkosten exklusive Strom  Ca 200€ macht schonmsl 1000€ zum wohnen, dann 2x erwachsene (jew. 400€) plus vier Kinder jew im Schnitt 250 inclusive Kindergeld-, also nochmal 1000€.

Dann sind wir schon bei 2800€!

Dann übernimmt die arge noch die Krankenkasse, die Pflegeversicherung usw.

DAS fällt dann alles weg!

Und ob Kinder das BGE in selber Höhe wie erwachsene bekommen würden, wage ich zu bezweifeln.

Unterm Strich ändert sich nix - außer das in der Statistik keine Arbeitslosen mehr auftauchen - dafür eine exorbitant hohe Summe an Beziehern des BGE !

Ach ja, Arbeitslosengeld gibt's dann natürlich auch nicht mehr ... Wie gesagt, Sozialleistungen fallen dann weg und es muss dann alles von bge bezahlt werden.., aber wir wollen ja keine zwei Klassen Gesellschaft ... Nein, niiiieeeemaaasls ;)

Ich stell mir gerade die sich dann bildenden Ghettos vor und überleg, wo ICH dann am besten hin ziehen würde ...

Antwort
von Interesierter, 46

Nun, möglich ist es sicherlich. Die Frage stellt sich aber vielmehr, ob es sinnvoll bzw. wünschenswert ist. 

Vor allem das Setzen des Anreizes "Einkommen ohne Leistung" ist problematisch, da suggeriert wird, es könnte jeder auf Staatskosten leben. Nur muss der Staat jeden Euro, den er ausgibt, irgendwo als Steuern oder Abgaben vorher einnehmen. 

Ist das BGE zu gering, wird es zur Armutsfalle, ist es zu hoch, ist kein Anreiz zum Arbeiten mehr gegeben, wodurch die Zahl der Empfänger steigt und die Zahl der Zahler sinkt. Dadurch wird die Finanzierbarkeit gefährdet. 

Weiter halte ich auch ein BGE auf Staatskosten ohne Bedürftigkeitsprüfung für problematisch, da dieses Einkommen ja dann auch Menschen zustünde, die problemlos von ihrem Vermögen leben könnten. 

Ich persönlich kann dem Gedanken nichts abgewinnen. So wie ich es sehe gibt es für diese Modelle aktuell auch keine Mehrheit. 

Kommentar von Stellwerk ,

"Weiter halte ich auch ein BGE auf Staatskosten ohne Bedürftigkeitsprüfung für problematisch"

Dann hast Du das Prinzip nicht verstanden - es geht um BEDINGUNGSLOS, um eben genau diese demütigenden Prozeduren, wie sie ja bei ALG2 laufen, wegfallen. Das Prinzip dahinter heißt Würde - dass die , die wenig haben, wenigstens ohne Kontrolle und Aufsicht  leben können. Dahinter steckt der Gedanke an eine gewisse Wahlfreiheit, die im jetzigen System auch nicht gegeben ist.

"Vor allem das Setzen des Anreizes "Einkommen ohne Leistung" ist problematisch, " - nun, das gibt es heute bereits auch - aber eben am OBEREN Ende der Skala - Steuerhinterziehung, Beitragsbemessungsgrenze oder die Tatsache, dass Einkommen aus Erspartem geringer besteuert wird als Einkommen aus Erwerbsarbeit. 

Kommentar von Interesierter ,

Ich habe das sehr wohl verstanden.

BEDINGUNGSLOS bedeutet, dass es jeder kriegt, egal ob er bedürftig ist oder nicht. Bedingungslos bedeutet auch, dass jede Person, egal welchen Alters es bekommt. Bedingungslos bedeutet, dass es jeder bekommt, egal in welcher Wohnsituation er sich befindet. Bedingungslos bedeutet, es fällt in Mecklenburg-Vorpommern genauso hoch aus, wie in München.

Werfen wir nun einfach mal eine Zahl von 1.000 € im Monat pro Person in den Raum. Ein Single, der in München zur Miete wohnt, wird mit 1.000 € im Monat für alles schon richtig zu knapsen haben.

Ein kinderloses Paar in Wanne-Eickel, welches in seinem eigenen, abbezahlten Häuschen lebt, lebt von 2.000 € recht ordentlich.

Und die 6-köpfige Familie in Mecklenburg-Vorpommern bekommt pro Monat 6.000 € auf Staatskosten. Davon kann man dann die Puppen tanzen lassen. 

Du merkst, dein Argument mit der "Würde" ist theoretisch schön und gut, scheitert aber an der Wirklichkeit!

Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand und kein Anreiz. Das Argument ist polemisch.

Einkommen aus Erspartem wird in der Regel höher besteuert. Dort werden je nach Konstellation gut 25% fällig.

Die allermeisten Arbeitnehmer bezahlen weniger als 25% Einkommensteuer auf ihren Arbeitslohn. Auch dieses Argument von dir ist nicht korrekt. Und die, die von der Beitragsbemessungsgrenze profitieren sind diejenigen, die die hohen Steuersätze bei der Einkommensteuer zahlen müssen und damit zwar auf der einen Seite profitieren, auf der anderen Seite aber draufzahlen. Unterm Strich ist das letztlich auch wieder in Ordnung.

Antwort
von voayager, 41

Ein bedingungsloses Grundeinkommen hätte zur Folge, dass all jene Arbeitgeber, die miese Löhne zahlen und auch sonst miese bis miesesten Arbeitsbedingungen bereithalten, Zugeständniss an ihre Lohnabhängigen machen müßten. Davor schützt sie der hiesige Staat, ergo wird nix aus einem b.G. Bezahlbar wäre solch eine Sozialmaßnahme schon, es bräuchten lediglich einige Steuerarten heraufgesetzt, als auch wieder eingeführt zu werden. Die bestehenden Herrschaftsverhältnisse geben das leider nicht her.

Kommentar von Interesierter ,

Robin Hood lässt grüßen!

Niedrige Löhne werden dort bezahlt, wo nur geringe Anforderungen gestellt werden und die Arbeiter jederzeit austauschbar sind. Das sind nunmal un- und niedrigqualifizierte Tätigkeiten.

Was du als "mieseste Arbeitsbedingungen" anprangerst, befindet sich im internationalen Vergleich immer noch auf Top-Niveau. 

Selbst ein ALG II-Empfänger gehört immer noch zu den einkommensstärksten 20% der Weltbevölkerung.

Kommentar von voayager ,

mußt du denn unbedingt als Weißwäscher dich betätigen? Ist dir denn nicht bekannt, dass in Luxemburg der Mindestlohn bei über 11 € liegt und dennoch wirst du von nationaler Besoffenheit heimgesucht!

Kommentar von Vampire321 ,

@voyager

Du weißt aber auch wie viele Einwohner Luxemburg hat? Wie in L gewirtschaftet wird?

In L wird mit Geld mehr Geld verdient - da gibt es z.b. keine Industrie oder Landwirtschaft

Deshalb ist auch der Durchschnitts Lohn DEUTLICH höher als in D!

Kommentar von voayager ,

Luxemburg hat Industrie, nämlich Montanindustrie, Landwirtschaft gibt es dort auch. Davon mal abgesehen, auch in Frankreich und etlichen anderen westeuropäischen Ländern liegt der Mindestlohn höher als in D.

Kommentar von luibrand ,

Das GE ist KEINE Sozialmaßnahme, sondern ein Solidarsystem. Die Almosen unseres heutigen Sozialsystems würden wegfallen, und damit auch deren Stigmatisierung. Viele Institutionen wären damit überflüssig (nur für einen Übergangszeitraum von 15-20 Jahren noch nötig). Es braucht zu einem GE einen Artikel im GG, ein neues Fiskalsystem (Konsumsteuer) und den Willen des Volkes, es auch zu wollen ! Das Geld ist bereits im Umlauf !!

Antwort
von LC2015, 60

Vom Finanzierungsaspekt her ist ein bedingungsloses Grundeinkommen in Form einer negativen Einkommenssteuer zum Einführungszeitpunkt finanzierbar (s. Ulmer Modell). Allerdings kann man nicht abschätzen wie sich die Einführung auf Arbeitslosigkeit, Preise und Löhne auswirkt und dementsprechend ist auch nicht vorhersehbar, ob die Finanzierbarkeit dauerhaft gewährleistet wäre.

Praktisch ist es denke ich zumindest momentan nicht realisierbar, denn dazu müsste man zum einen das Steuersystem umkrempeln und zum anderen bezweifle ich, dass sich für dieses Vorhaben aktuell genug Befürworter für eine politische Durchsetzung finden lassen.

Kommentar von poolsheep ,

Ich glaube auch, dass es relativ weit von der Realität entfernt ist. Ich denke aber, dass es durchaus realisierbar ist. Allein der Verwaltungsaufwand der dann nicht mehr benötigt wird wäre ein riesen-Vorteil. Es geht ja nicht nur um Arbeitslosengeld II sondern auch um Wohngeld usw...

Antwort
von happyhippo1982, 46

Ist theoretisch möglich,wenn alle anderen Leistungen also auch Kindergeld und Arbeitslosengeld etc.wegfallen würden.Allerdings wären jetzige manche Menschen z.B.Alg II-Bezieher nicht besser gestellt,manchmal sogar gegenteilig.Und wenn man seinen Job verliert kommt man mit 600-800 Euro nicht weit sonst gäbe es ja nix.Klar würden auch Arbeitsplätze flöten gehen.Nur Großfamilien würden profitieren...

Antwort
von luibrand, 11

Die meisten Antwortgeber denken beim Grundeinkommen nicht weit genug. Es muß deutlich gesagt werden, daß Leistungen des Grundeinkommens nicht mit dem heutigen Status Quo vergleichbar sind, deshalb lässt sich auch nicht mit dem heutigen Wissensstand dafür oder dagegen argumentieren. Auch die Diskussion mit Hilfe einer Summe (1000,-) ist kontraproduktiv, denn beim Grundeinkommen geht es um eine solidarische Leistung für die Bürger bzw. ein Volk. Hier ist erstmal zu ermitteln, was sind genau Grundbedürfnisse und wie lassen sich diese für ALLE befriedigen, so wären da z.B. Bildung, Krankenversorgung, gesunde Ernährung und Wohnraumversorgung. Das Grundeinkommen soll Grundbedürfnisse abdecken, es soll im fiskalischen Fluss bleiben, auch wohlhabende Empfänger sollen das GE ausgeben, nicht in Spekulationen und/oder Luxusgüter investieren. Und JA !!! Das GE ist finanzierbar, die Mittel sind bereits im Umlauf, es muß nur über einen neuen Artikel in unserem Grundgesetz festgeschrieben werden, nachdem das Wahlvolk sich mehrheitlich dafür entschieden hat ! Das Steuersystem wird vereinfacht, Institutionen wie Rentenanstalten, Finanzämter, Jobcenter, Landratsämter u.ä. würden auf ein operatives Maß schrumpfen oder mittelfristig gänzlich wegfallen. Jene die dort heute noch ihre Brötchen verdienen, sind deshalb noch mehrheitlich gegen ein Solidarsystem. Dies vor allem, weil die Idee des Grundeinkommens in den Köpfen zu oberflächlich gedacht wird.https://www.facebook.com/groups/1592455417684911/1675578182705967/?notif_t=group...ty

Antwort
von Mimir99, 46

So wunderbar das auch klingt an sich ist es nicht zu verwirklichen, denn dann würden auf jeden Fall weniger Leute arbeiten. Ich denke also das so eine Idee sich auf Dauer nicht finanzieren lässt und die Gesellschaft nachhaltig negativ beeinflussen würde, da es ja noch leichter wäre den "Sozialstaat" auszunehmen.

Kommentar von Stellwerk ,

Dieses Denken mit dem Ausnutzen müsste erstmal überwunden werden. Wenn JEDER das BGE bekommt, gibt es kein Ausnutzen des Staates mehr, weil jedem gleich viel zusteht.

Auch dass mit dem weniger Arbeiten ist nur bedingt richtig. Die Aussage geht von der Grundlage aus, dass man Menschen zur Arbeit zwingen muss und sich jeder, der Geld frei Haus kriegt, sich auf die faule Haut legt. Das ist aber in den wenigsten Fällen so. Es wird immer welche geben, die faul und untätig sind - die hat man aber auch im jetzigen System.

Schau Dich mal in der aktuellen Arbeitswelt um: viele Menschen würden gerne WENIGER arbeiten, aber dafür mehr Zeit für Dinge haben, die ihnen wirklich wichtig sind: Familie, soziales Engagement, Kunst, eigene Ideen umsetzen. Das können sie nicht, weil ihnen der finanzielle und zeitliche Spielraum fehlt. Der Druck, nur durch ERWERBSarbeit seine Existenz sichern können, bündelt unfassbar viele Kräfte und Energie - wenn man alleine schon wüsste, dass die Miete und ein wenig Essen jeden Monat gesichert ist, dann würden viele Menschen viel mehr ausprobieren und könnten ihr ganzes Potenzial entfalten.

Es gibt auch einige Umfragen zum Thema. "Würden Sie mit BGE weiter arbeiten gehen?" Ein großer Teil würde; ein kleinerer Teil würde reduzieren und nur eine Minderheit sagt, sie würde gar nichts tun. Und selbst bei denen wär die Frage, ob sie das sagen, weil die Vorstellung so verlockend klingt oder ob sie sich nicht doch wieder eine Aufgabe suchen würden.

Kommentar von Mimir99 ,

Ich fände das Grundeinkommen ja auch gut, weiß aber das Gleichbehandlung nun einmal nicht funktioniert, siehe DDR. Und klar würden sich die Leute Aufgaben suche, sonst wird EA ja langweilig. Aber diese Aufgaben werden auch zusammengenommen  nicht genug Geld zur Refinanzierung des Systems einbringen. Außerdem wäre der Unterschied zwischen kleinen Jobs , z.B Verkäuferin an der Supermarktkasse und dem BGE nicht groß genug um einen Anreiz darzustellen, wodurch man nur noch nach den höher bezahlten Jobs strebt und allein diese macht, weil der Anreiz hier eben ausreicht.

Kommentar von Stellwerk ,

Was die Jobs angeht, würde wahrscheinlich auch eine Umwertung stattfinden. Die notwendigsten Jobs sind ja derzeit oft nicht die gutbezahlten - Müllabfuhr, Putzen , Kassieren etc. Diese Arbeit muss aber auch dann erledigt werden, wenn eben alle schon Geld haben, Wie Du richtig sagst, muss der Anreiz steigen, diese Jobs zu machen - gut möglich, dass die Löhne hierfür exorbitant steigen würden.

Kommentar von Interesierter ,

Du übersiehst dabei, dass wir in einem vereinten Europa leben. Dann würden Werklohnunternehmen aus dem Ausland die Arbeit übernehmen, denn diese müssen ja die hohe Steuerbelastung in Deutschland nicht tragen. 

Der Vorschlag eines BGE würde massenhaft Arbeitsplätze vernichten und die Kassen, die das BGE finanzieren, würden relativ schnell kollabieren. 

Wer rechnen kann, erkennt diese Gefahr.

Kommentar von luibrand ,

Selbst wenn Werklohnunternehmen aus dem Ausland Arbeiten ausführen, die angeblich in einem Grundeinkommen (GE) niemand mehr im Inland erbringen wollte, wäre dies wirtschaftlich verkraftbar. Aber so extrem wie dargestellt wird es garnicht kommen, denn im GE sind Arbeitszeit und Lohn frei verhandelbar. Gefährliche, schmutzige oder monotone Jobs würden dann im Lohnniveau durch den Markt geregelt werden, so wie dies ursprünglich auch angedacht war. Ein Kanalarbeiter z.B. würde plötzlich wesentlich besser verdienen als heutzutage. Verwaltungs-und Dienstleistungsjobs, wie sie heute eine große Belastung für die Kommunen darstellen, würden auf ein operatives Maß schrumpfen oder gänzlich wegfallen, weil sie für die Wirtschaftsleistung einer Gesellschaft nicht mehr relevant wären. An anderer Stelle steigt die Lebensqualität, der Familienverbund würde gestärkt, jeder könnte sich auf seine Stärken und Anlagen konzentrieren, weil der Kampf um die Befriedigung der Grundbedürfnisse weg fallen würde !

Kommentar von luibrand ,

Selbst wenn Werklohnunternehmen aus dem Ausland Arbeiten ausführen, die angeblich in einem Grundeinkommen (GE) niemand mehr im Inland erbringen wollte, wäre dies wirtschaftlich verkraftbar. Aber so extrem wie dargestellt wird es garnicht kommen, denn im GE sind Arbeitszeit und Lohn frei verhandelbar. Gefährliche, schmutzige oder monotone Jobs würden dann im Lohnniveau durch den Markt geregelt werden, so wie dies ursprünglich auch angedacht war. Ein Kanalarbeiter z.B. würde plötzlich wesentlich besser verdienen als heutzutage. Verwaltungs-und Dienstleistungsjobs, wie sie heute eine große Belastung für die Kommunen darstellen, würden auf ein operatives Maß schrumpfen oder gänzlich wegfallen, weil sie für die Wirtschaftsleistung einer Gesellschaft nicht mehr relevant wären. An anderer Stelle steigt die Lebensqualität, der Familienverbund würde gestärkt, jeder könnte sich auf seine Stärken und Anlagen konzentrieren, weil der Kampf um die Befriedigung der Grundbedürfnisse weg fallen würde !

Kommentar von Mimir99 ,

Un warum sollte man dann studieren ? Wenn ich mich AKS Putzfrau dumm und dämlich verdiene, dann Loch ich doch kein Jahrzehnt ein, um Chirurg oder so zu werden.

Kommentar von Mimir99 ,

Gehen wir mal von der wunderbaren Utopie aus, jeder Mensch , der GE erhält, geht auch arbeiten und ist ein produktives Mitglied der Gesellschaft. Er erhält somit GE und Lohn. Damit ist das GE ja eigentlich nur eine allgemeine Lohnerhöhung, und nur weil mehr Geld da ist, heißt das ja nicht, das auch mehr Lebensqualität da ist, denn wenn alle mehr Geld haben, wird sich der Markt anpassen und die Preise erhöhen. Letztlich gewinnt man also nichts, außer einem Schlupfloch für Faulenzer, jede Menge rechtliche Konsequenzen (man kann den Lohn bestehender Arbeitsverträge nämlich nicht so einfach "anpassen" ) und sinkenden Sozialleistungen sowie einem System, das in einem offenen Europa auch Bürger fremder Länder lockt, in deren Ländern es das GE nicht gibt. Und eine Europaweite Einführung kannst du vergessen, die können ja noch nicht mal Flüchtlinge verteilen (die dann im übrigen ein noch größeres Problem wären).

Antwort
von Nickhasaname, 43

Die Frage sollte wohl eher sein, ob so ein Grundeinkommen wünschenswert wäre, da die Menschen sich dann darauf verlassen und die dinge, die jetzt der Staat bzw. der Arbeitgeber regelt (Versicherungen) vernachlässigen würde. Hinzu käme, dass viele einkommensschwache Menschen schlechter dastünden, da man ja meines Wissens z.B. bei Hartz IV Miete, Versicherungen etc, bis zu einem gewissen Grad vom Amt bezahlt werden. Hier müsste man dann ja Mit 600, respektive 800 Euro alles abdecken, und das ist meiner Meinung nach zu wenig für Miete, Versicherungen usw. 

Kommentar von Stellwerk ,

Das Grundeinkommen kann sehr viel Gutes bewirken und vielen Menschen sehr viel Druck nehmen - wenn die Höhe stimmt. Bei 800,- Euro stünden Menschen, die nicht arbeiten können, teils schlechter da als heute. Siehe mein Vergleich zwischen Finnland und der Schweiz.

Kommentar von Nickhasaname ,

das wollte ich damit ausdrücken. Die Höhe müsste schon stimmen, aber je größer der Betrag, desto schwieriger die Realisierbarkeit seitens einer Regierung...

Antwort
von barfussjim, 30

Ich glaube du hast die Idee des BGE nicht ganz verstanden. Es steht JEDEM zu, ganz gleich, ob er arbeitet oder nicht, reich oder arm, Inländer oder Ausländer ist.

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