Frage von Kuppelwieser, 104

Bedingt der Glaube an ein göttliches Wesen auch den Glauben an die Trennung von Leib und Seele - oder auch umgekehrt?

Nachdem ich den Teil meiner Frage bezüglich des Ursprungs des Kosmos abgehakt habe, stelle ich die Frage in den Raum: Was ist eigentlich die "Seele"? Muss man sich das so vorstellen wie wenn Leib und Seele sowas wie Zwillinge sind, die sich beim Tode scheiden - oder wie ich glaube - dass das einfach elektrische Hirnströme sind, die beim Tode abgeschaltet werden, zurück bleibt ein Klumpen Fleisch, der verfault oder verbrannt wird?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lennister, 39

Nein. Und genauso umgekehrt: Man kann Atheist und Dualist sein.

Die beiden unterschiedlichen Auffassungen bedingen einander durchaus nicht. Es gibt  religiöse oder spirituelle Gruppen, die zwar eine dualistische Auffassung vertreten, aber nicht an einen Gott glauben, z.B. die Anhänger Oshos.

Und es gibt genauso Atheisten, die an eine Trennung von Leib und Seele glauben, z.B. der Philosoph David Chalmers. 

Antwort
von berkersheim, 37

Das kommt darauf an, wie der Glaube an ein göttliches Wesen ausfällt. Wenn damit nicht der Glaube an einen allmächtigen und persönlichen Schöpfergott gemeint ist, kann das sehr verschieden sein. Eine automatische Verknüpfung gibt es da nicht. In der Bibel kann man lesen, dass es selbst im Judentum zur Zeit Jesu Gruppen gab, die an ein Weiterleben nach dem Tod und sowas wie eine Auferstehung glaubten und Gruppen, die nicht an ein Weiterleben nach dem Tod glaubten. Aristoteles hat zwar an ein Göttliches geglaubt, scheint aber nicht an ein Weiterleben einer persönlichen Seele geglaubt zu haben. Seine Seelenlehre teilt die Seele nach Funktionen ein und zwei der menschlichen Seelenfunktionen sind auch der Tierseele eigen. Auch in der Stoa glaubte man zwar an den Logos als eine Art Weltvernunft, nicht aber unbedingt an eine persönliche Seele, die nach dem Tod weiterlebt. Nach Vorstellung mancher Mystiker kehrt die individuelle Menschenseele nach dem Tod wieder wie ein Regentropfen ins große Meer des Weltgeistes zurück.

Kommentar von Kuppelwieser ,

Danke, aber leider finde ich in eurer Antwort - wie bei den meisten hier - kein Eingehen auf den umgekehrten Aspekt, nämlich ob die möglicherweise unsterbliche Seele einen Gott bedingt!

Kommentar von berkersheim ,

Mal so gesagt. Welchen Gott oder Götter? Mir ist keine Philosophie oder Theologie bekannt, die von einer unsterblichen Seele ausgeht, ohne sie als Teil eines höheren Ganzen zu sehen, wie immer dieses höhere Ganze dann vorgestellt wird. Auch zur Verknüpfung des höheren Ganzen zur realen Welt gibt es keine einheitlichen Aussagen. Nimm nur mal die Aussage des Thomas Evangeliums: Hebe einen Stein auf und Du begegnest Gott. Diese Aussage bedeutet, dass Gott und Welt eigentlich nicht zu trennen sind. Was aber sagt das über die Gottesvorstellung, wenn der Dualismus fast entfällt? Monotheistische Vorstellungen sind erst sehr späte Entwicklungen.

Antwort
von cubekid, 15

Finde ich nicht, da der glaube an ein Göttliches Wesen nicht an ein leben nach dem Tod gebunden ist.

Der glaube an ein göttliches Wesen ist jedoch ohnehin sehr zweifelhaft weil man sich alles ausdenken kann man aber im Gründe ist man von den bereits vorhandenen Glaubenslehren gelenkt.

Der Hausfrauenglaube ist es muss ja einen Gott geben weil irgendwas höheres muss es geben irgendwas muss man glauben!
Dann bastelt man alles was man irgendwann mal gehört hat zusammen und es kommt in Mitteleuropa raus: Ein Gott, der die Menschen liebt gütig ist und natürlich Gebete hört und erhört weil er selbstverständlich allwissend und allmächtig ist. Mit dem Leben geht es nach dem Tod weiter, es kann ja nicht aufhören nur weil alles lebenswichtige wie Hirn und Herz versagt haben

Antwort
von shemyeverything, 67

Buddhisten glauben an Wiedergeburt und haben keinen Gott. Aber ich wüsste nicht dass es eine Religion mit Gott und ohne Trennung von Leib und sehle gibt.

Kommentar von Kuppelwieser ,

Habe zwar keine Ahnung von Buddhismus, aber wäre es dann nicht praktisch, wenn die einen Gott hätten der ihnen auf die Finger klopft, denn alle von denen sind doch keine Heiligen?

Kommentar von shemyeverything ,

Nein das wäre dann doch nur eine Lüge wenn wer sagt ihr versteht des nicht da ist jetzt dich ein Gott der euch suf die finger klopft und wir haben Buddha und tausende andere die Nirvana erreicht haben und bei das gesehen haben und erkannt keine Götter Buddhismus ist eine Wissenschaft

Kommentar von Kuppelwieser ,

Das Einzige was ich von deinem Kauderwelsch verstehe, ist, dass Buddhismus eine Wissenschaft sein soll und dass Tausende das Nirwana erreicht haben. Nur Tausende, bei so einer alten Religion? Das sind aber dann triste Aussichten für die Gläubigen! Übrigens, hast Du die Tausende gesehen? Na also - - . Und, jede Religionslehre ist eine Pseudowissenschaft und gehört zu Okkultismus, Mythologie, Esoterik.

Antwort
von realsausi2, 38

Nein, all diese Dinge sind reine Fiktion. Es gibt also keine logischen Strukturen, nach denem man irgend eine Aussage von einer anderen abhängig machen müsste.

Du kannst Dir also jede beliebige Antwort ausdenken. Sie ist immer genau so richtig, wie jede andere auch. Oder eben genau so falsch.

Antwort
von Eselspur, 27

Nicht unbedingt.

"Leib" und "Seele" sind Begriffe aus der christlichen Philosophie. Die frühen Juden glaubten beispielsweise nicht an eine Trennung, manche evangelische Christen, besonders von evangelikalen und neo-pfingstlerischen Freikirchen lehnen diese Vorstellung ab.

Kommentar von Kuppelwieser ,

Du scheinst dich in Religion und Sektenwesen gut auszukennen. Dann erkläre mir mal, wie die "Seele" ins Jenseits kommen könnte, wenn sie sich nicht vom Leib trennt?

Kommentar von Eselspur ,

Ich habe nicht geschrieben, dass sich die Seele nicht vom Leib trennt, sondern dass das Begriffe aus der antiken Philosophie sind. Diese Begriffe haben frühen Christen übernommen, und ich habe auch nichts dagegen, dass wir das heute tun, Wir finde ich dabei aber, dass wir uns bewusst sind, dass das nicht einfach Entitäten sind, sondern Versuche, etwas zu beschreiben. 

Kuppelwieser, ich glaube an die "Auferstehung der Toten", wie es christen auch im nicäa-apostolischen Credo bekennen.

Kommentar von Kuppelwieser ,

König Friedrich der Große sagte sinngemäß: "Jeder kann/darf nach seiner Fasson selig werden. Ich lasse auch jedem seinen Glauben und wundere mich nur über die Theorien bar jeglicher Logik!

Antwort
von Kuppelwieser, 21

Die Frage warf ich auf, wegen einer Frage nach dem Sinn eines Weihnachtsfestes. Viel interessanter als die Frage ob es ein göttliches Wesen gibt, erscheint mir die Frage, ob es ein "Leben" nach dem Tode gibt und ob dieses dann auch ohne einen Gott sein Auskommen hätte! Erstaunlicherweise hält sich die Wissenschaft da vornehm zurück. Doch es darf doch für die Wissenschaft kein Tabu geben, aus welchen Gründen auch immer. Es traut sich erstaunlicherweise niemand von den Koryphäen zu sagen, dass mit dem Tode der Stromschalter umgelegt ist - Ende der Vorstellung!

Kommentar von gromio ,

Aha, gut zu wissen. Also, während die meisten christlichen Religionen ein Weiterleben nach dem Tod (das meinst Du doch' oder?) lehren, zeigt ein Blick in deren Lehrbuch, die Bibel, das es DSS NICHT gibt? Erstaunlich, oder nicht? auch wenn es Berichte über sogenannte TODESNÄHE-Erlebnisse gibt, bisher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über ein Weiterleben nach dem Tod, folgt man der Aussage der Bibel i diesem Punkt, nun dann wird es das wohl nie geben. Also, Bibel beinhaltet die message: Tod ist Nichtexistenz. cheerio

Antwort
von gromio, 35

Die Mehrzahl der Religionen lehren, das es so etwas wie eine unsterbliche Seele gibt.

Zeugen Jehovas glauben NICHT daran.

Wenn Du an GOTT glaubst, dann ist die Antwort auf die Frage nach Trennung von Leib und Seele an diesen zu richten.

Cheerio

Kommentar von Kuppelwieser ,

Ich glaube aber nicht an den Gott, also muss ich Euch fragen!

Kommentar von gromio ,

Wenn du nicht an DEN Gott glaubst, an welchen glaubst Du?

Wenn Du nicht glaubst, warum stellst Du dann überhaupt diese Frage?

Kommentar von Kuppelwieser ,

Die Frage könnte ja auch ein gläubiger Christ, Jude oder Moslem stellen, deren Gott ich mit DEN meine und den sich immer noch viele Gläubige als einen alten Mann mit Rauschebart vorstellen. Ich vermute eine schöpferische Kraft die den Urknall auslöste, denn von nichts kommt bekanntlich nichts - - -.

Kommentar von realsausi2 ,

Ich vermute eine schöpferische Kraft die den Urknall auslöste, denn von nichts kommt bekanntlich nichts - - -.

Damit steckst Du mitten in einem unauflösbaren Paradoxon.

Woher kommt die schöpferische Kraft? Denn von Nichts kommt bekanntlich nichts.

Kommentar von Kuppelwieser ,

Nun ja, was war zu erst da, das Ei, die Henne, oder sogar der Hahn? Genauso ist es müßig, nach dem allerersten Ursprung des Kosmos zu forschen. Die Gottgläubigen hätten was zu tun, wenn sie ständig sich fragen würden wer eigentlich Gott erschaffen hat. Die menschliche Intelligenz reicht da offensichtlich nicht aus, um die Schöpfung zu verstehen!

Kommentar von gromio ,

Moslems haben sich Gott noch NIE als alten Mann mit Rauschebart vorgestellt. Und ich denke, die meisten Christen und/oder Juden tun das auch nicht mehr....und die Figur des Nikolaus kommt eigentlich aus dem nichtchristlichen Glaubens Bereich. und natürlich ist es kein Paradoxon, wenn Du bei der Schöpferischen Kraft NICHT die Frage stellst, woher diese Kraft kommt. Dies zeugt von Intelligenz und der Erkenntnis, das etwas nur dann vorhanden sein kann, wenn wir es mit unserem Weltbild erklären können! cheerio

Kommentar von gromio ,

Wiederholung, da ich ein wichtiges Wort vergessen hatte:

Moslems haben sich Gott noch NIE als alten Mann mit Rauschebart vorgestellt. Und ich denke, die meisten Christen und/oder Juden tun das auch nicht mehr....und die Figur des Nikolaus kommt eigentlich aus dem nichtchristlichen Glaubens Bereich. und natürlich ist es kein Paradoxon, wenn Du bei der Schöpferischen Kraft NICHT die Frage stellst, woher diese Kraft kommt. Dies zeugt von Intelligenz und der Erkenntnis, das etwas NICHT nur dann vorhanden sein kann, wenn wir es mit unserem Weltbild erklären können! 

cheerio

Kommentar von Kuppelwieser ,

Nun, das "NICHT" hättest Du ruhig weglassen können, die erste Antwort hat schon gepasst, außer dem Nikolaus, denn der ist tatsächlich eine christliche Gestalt, nicht zu verwechseln mit dem Knecht Rupprecht, Krampus, Pelzemärtl und sonstigen Weihnachtsmännern der ursprünglich heidnischen Bräuche!

Kommentar von gromio ,

Nein, das konnte ich NICHT weglassen.

Und Nikolaus, wohl der Überlieferung nach ein Bischoff der christlich-orthodoxen Ostkirche, kann nur seinen Taten zu Folge, wenn diese denn tatsächlich so getan wurden, als Christ bezeichnet werden.

Der Kult um ihn herum ist heidnischen Ursprungs.

cheerio

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