Das Zitat ist um Zusammenhang zu deuten, in dem dieser Ausspruch vorkommt.
Diogenes Laertios 2, 5, 33: ἐρωτηθεὶς πότερον γήμαι ἢ μή, ἔφη, "ὃ ἂν αὐτῶν ποιήσῃς, μεταγνώσῃ." „Gefragt, ob er heiraten solle oder nicht, sagte er [Sokrates]: »Was davon du auch tun wirst, du wirst es bereuen«.“
Der Ausspruch kommt, in einer noch etwas mehr ausgeschmückten Anekdote, beispielsweise bei Erasmus von Rotterdam, Apophthegmata vor (3, 40).
Heirat/Ehe ist nicht etwas, das rein/unvermischt Gutes oder Schlechtes zur Folge hat, sondern hat der Möglichkeit nach eher angenehme und eher unangenehme Seiten.
Beispielsweise kann es Unterstützung und Rückhalt geben, aber auch Vorhaltungen, Streit und Ärger. Familienleben mit Kindern kann Freude und Geselligkeit statt Einsamkeit bringen, aber auch Sorgen.
Sowohl bei einer Entscheidung für eine Ehe als auch bei einer Entscheidung gegen eine Ehe können daher auch Unannehmlichkeiten, Beschwerlichkeiten und Nachteile auftreten.
In diesem Augenblick kann ein Empfinden der Unzufriedenheit auftreten und der Wunsch, es wäre anders. Die eigene Entscheidung wird dann zumindest unter einem bestimmten Gesichtspunkt bedauert.
Wer nach einer Empfehlung zum Thema Heirat oder nicht fragt und eine Glücksgarantie erwartet bzw. einen Rat, der lauter Vorteilhaftes und Angenehmes und nichts sonst aufzeigt, wird eher für Unzufriedenheit anfällig sein und einen Schritt bereuen, wenn etwas Unangenehmes erlebt wird.
Sokrates selbst war mit Xanthippe verheiratet.
zur Biographie des Sokrates:
Klaus Döring, Sokrates, die Sokratiker und die von ihnen begründete Tradition. In: Sophistik, Sokrates, Sokratik, Mathematik, Medizin (Grundriss der Geschichte der Philosophie. Begründet von Friedrich Ueberweg. Völlig neu bearbeitete Ausgabe. Herausgegeben von Helmut Holzhey. Die Philosophie der Antike - Band 2/1). Herausgegeben von Hellmut Flashar. Basel ; Stuttgart : Schwabe, 1998, S. 146 – 155
genau das meinte ich :D