Bedeutung altes Testament fürs Christentum?

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13 Antworten

Hallo bremer1985,

das Alte Testament und das Judentum sind sozusagen die Wurzel, auf der das Christentum basiert.

Das lässt sich, wie du an einer Reihe von Antworten hier sehen kannst, auch biblisch begründen.

Für Christen ist das AT ein wichtiger Anhaltspunkt (10 Gebote beispielsweise), aber verbindlich ist die Lehre Jesu Christi. In der Bergpredigt findest du viele Hinweise, inwieweit sich seine Lehre auf das AT stützt und Gesetze und Regeln aktualisiert.

Du findest im großen Glaubensbekenntnis die Formulierung:" ....ist auferstanden am dritten Tag gemäß der Schrift...". Schon das zeigt, dass man sich mit der Schrift = AT beschäftigen muss.

Einzelvorschriften und bestimmte Regeln des AT sind zwar interessant, aber für Christen nicht verbindlich.

Das hast du schon biblisch dokumentiert, wenn du mal unter dem Begriff Apostelgeschichte und hier unter Apostelkonzil googels. Bereits damals hat man sich damit auseinandergesetzt, inwieweit alttestamentliche Vorschriften übernommen werden oder auch nicht.

Rückfrage: Wer soll hier wie anpassen und mit den Christen kommunizieren?

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Das AT muss nicht angepasst werden. Es passte für die Kultur und die Zeit, in der es geschrieben wurde.Damals machte das alles Sinn. Heute müssen wir einfach mit den damit verbundenen Spannungen umgehen. Das kann mühsam sein, vor allem wenn man in der Bibel mit dem AT anfängt, und nicht mit dem NT.

In einer guten Kirchengemeinde wird das auch entsprechend kommuniziert und jeder Christ kann / sollte sich damit beschäftigen, sich "weiterbilden".

Für mich ist das AT sehr relevant. Es zeigt mir z. B. dass der Mensch für Gemeinschaft gemacht ist, und zwar nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch für die Gemeinschaft mit Gott. Es zeigt dass jeder Mensch gut ist und wertvoll. Es zeigt mir dass Gott zwar straft, mit Vorankündigung, aber dann auch wieder gnädig ist.

Was die ganzen Regeln betrifft, von denen du schreibst: Diese zeigen mir, um wieviel einfacher das Leben geworden ist seit Jesus Christus starb und damit das Gesetzt erfüllte. Ich bin dadurch frei geworden!

Ausserdem finde ich dass man das NT nicht wirklich verstehen kann, wenn man das AT nicht kennt. Das ist ähnlich wie wenn man einen Menschen kennen lernt: Setzt man sich mit seiner Vergangenheit auseinander, hebt das die Freundschaft auf eine anderer Ebene, da man besser versteht warum er / sie so ist.

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Lassen wir die Bibel über die FUNKTION der Bücher im sogenannten Alten Testament sprechen:

Galater Kapitel 3

Bevor jedoch der Glaube gekommen war,+ wurden wir unter Gesetz verwahrt,+ indem wir zusammen in Gewahrsam gegeben wurden im Hinblick auf den Glauben, der geoffenbart werden sollte.+ 24 Folglich ist das GESETZ unser Erzieher* geworden, der zu Christus führt,+ damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen+ werden könnten. 25 Jetzt aber, da der Glaube gekommen ist,+ sind wir nicht mehr unter einem Erzieher.+

Kolosser Kapitel 2

13 Überdies hat [Gott]* euch, obwohl ihr tot wart in euren Verfehlungen und in dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, zusammen mit ihm lebendig gemacht.+ Er hat uns alle unsere Verfehlungen verziehen+ 14 und die gegen uns [lautende] handschriftliche Urkunde*+, die aus Verordnungen bestand+ und gegen uns war,+ ausgelöscht*+; und ER hat sie aus dem Weg geräumt, indem sie an den Marterpfahl* genagelt+ wurde.+

Das mosaischen Gesetz war ein ERZIEHER - denn es dokumentierte GOTTES Erwartungen an Menschen, die an ihn - GOTT - glaubten. Das Gesetz Mose - ungefähr 600 Vorschriften - zeigte detailliert GOTTES Gerechtigkeit, also was GOTT für richtig/falsch hält und welche Sanktionen(=Folgen, Strafen) Verstöße gegen Gottes Gesetz nach sich ziehen sollten.

Dieses Gesetz sollte jedoch durch GLAUBEN abgelöst=unwirksam werden. Die wird in Kolosser 2 - siehe oben - sehr gut beschrieben = Die sogenannte handschriftliche Urkunde, das Gesetz, wurde - mit Christus - an den Pfahl (die meisten glauben an ein Kreuz) genagelt, damit ausgelöscht im Sinne von unwirksam.

Somit muß sich niemand Gedanken über eine Modernisierung dieser Gesetze machen.....nebenbei: Eigentlich müßte GOTT diese modernisieren, wenn sie denn der Modernisierung bedürften, denn es sind ja SEINE Gesetze.

Jesus sagte dazu dann während seiner Zeit auf der Erde folgendes:

Matthäus Kapitel 22

34 Als die Pharisäer hörten, daß er die Sadduzạ̈er zum Schweigen gebracht hatte, taten sie sich zu einer Gruppe zusammen. 35 Und einer von ihnen, ein Gesetzeskundiger+, stellte ihn auf die Probe mit der Frage: 36 „Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“+ 37 Er sprach zu ihm: „ ,Du sollst Jehova*, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘+ 38 Dies ist das größte und erste Gebot. 39 Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘+ 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“+

Die Liebe zu Gott, Christus und dem Nächsten, wenn konsequent praktiziert, ist die ERFÜLLUNG des Gesetzes, denn diese LIEBE wird Menschen daran hindern, Fehler zu machen, die mit den´m Mosaischen Gesetz sanktioniert wurden:

Mord, Totschlag, Ehebruch, Vergewaltigung, Diebstahl, Raub........etc.

cheerio

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aber sollte dann nicht eine Anpassung an unser 
Zeitalter durchgeführt werden

Nochmal ??   Das ist mit der Botschaft Jesu schon vor 2000 Jahren geschehen. Es wurde nicht angepasst - sondern ersetzt.
Mt.7,12
12 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Mt.39,40

39 ....Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.
Das ist das Gesetz (des Herzens) im "Neuen Bund" welche die mos, Gesetze und Vorschriften des   "Alten Bundes" abgelöst hat. (s.dazu Jerm.31,31-34 und Hebr. 8,1-13)
In Hebr.8,13 heißt es dazu:
13 Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet
erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Untergang nahe
.
Jesus dazu: "..man setzt keine neuen Flicken auf alte Kleider... und schüttet keine neuen Wein in alte Schläuche"
Alles klar ?
Die Bedeutung des AT für das Christentum hält sich also in Grenzen, mehr nur informativ, für die Botschaft Jesu selbst ist es unbedeutend.

PS
"Testament" hat ja hier die Bedeutung von Bund, Vermächtnis.



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Kommentar von Nadelwald75
19.11.2016, 16:02

Hallo Viktor1,

ein Hinweis zum Begriff Testament: Das Wort trifft es besser als der Begriff "Bund". Bei einem Bund habe ich zwei gleichberechtigte Partner, die etwas aushandeln. Bei einem Testament habe ich einen, der verfügt, und einen anderen, der das annimmt.

Im Hebräischen ist der Begriff "berit" genommen, der das auch so ausdrückt.

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Das Alte Testament ist der "buchstäbliche" Grundstock für das "Neue" (2.Mose 20), welchen der zur Erde gekommene Sohn Gottes ins "geistige" übersetzte (Mt.5,21-22...).

Für "diese Welt" sind die "10 Gebote" grundlegend (Mt.10,19), für die "Kinder Gottes" (Joh.1,12) das von Jesu "geänderte" geistige Gesetz (Mt.22,40).

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Hallo bremer1985,

es ist zwar allgemein üblich, die Bibel in Altes und Neues Testament zu unterteilen, doch sollte sie besser als ein einheitliches Werk gesehen werden, da vieles, was im AT steht, für einen Christen immer noch von großer Wichtigkeit ist (denke nur einmal an die vielen Prophezeiungen, deren Erfüllung noch aussteht).

Das, was Du in Deiner Frage "Regeln" nennst, ist das mosaische Gesetz, das für einen Christen jedoch keine Gültigkeit mehr besitzt. Deswegen steht geschrieben: "Denn Christus ist das Ende des GESETZES, jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt" (Römer 10:4). Das heißt nun aber nicht, dass dieses Gesetz, dass Gott den Israeliten durch Moses gegeben hat, irgendwie mangelhaft oder ungeeignet gewesen wäre, ganz im Gegenteil.

Das mosaische Gesetz wurde jedoch zu einem ganz bestimmten Zweck gegeben. Der Apostel Paulus erklärt im Galaterbrief: "Warum denn das GESETZ? Es wurde hinzugefügt, um Übertretungen offenbar zu machen, bis der Same [Christus] gekommen wäre, dem die Verheißung gegeben worden war; und es wurde durch Engel übermittelt durch die Hand eines Mittlers" (Galater 3:19). Durch das "Gesetz" sollte den Israeliten klargemacht werden, dass sie Sünder waren, die unmöglich dazu in der Lage wären, Gottes Gesetze vollkommen zu halten. Daher brauchten sie einen Erlöser, der sie von der Last der Sünde befreien würde. Somit kann man sagen, dass das "Gesetz" die Israeliten auf den künftigen Messias vorbereiten sollte. Als das "Gesetz" diesen Zweck schließlich erfüllt hatte, gab es für Gott keine Notwendigkeit mehr, es weiter bestehen zu lassen.

Eines sollte man jedoch nicht übersehen: Wenngleich das mosaische Gesetz seit dem Opfertod des Christus keine Gültigkeit mehr besitzt, können Christen dennoch viel von ihm lernen und wichtige Grundsätze für das Leben daraus ableiten. Immerhin spiegelt es in vielen Dingen Gottes Denkweise und Einstellung (z.B. zu sittlichen Fragen) wider.

LG Philipp

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Ich glaube das alte Testament soll vor allem die Fragen beantworten wie: woher kommen wir und wer sind wir. Aber ich konnte damit noch nie etwas anfangen weil es im Prinzip ja nur um.die Juden geht. Erst das neue Testament geht wirklich auf alle Menschen ein die Christen sind und werden wollen. Im alten werden die fremden als die bösen bezeichnet die man versklaven kann. Usw. Ich glaube dass es historische Gründe hat dass dieses alte Testament überhaupt dabei ist z.B. um die Macht der Kirche zu sichern.

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Kommentar von Viktor1
19.11.2016, 14:58
.....um die Macht der Kirche zu sichern.

wie geht das, mit dem AT die Macht der Kirche sichern ?

Ein (nachvollziehbares) Beispiel nur - bitte bitte.

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Es gab vor einiger Zeit einen evangelischen Theologen, der sogar vorschlug, das AT ganz aus der Bibel zu streichen, weil es in der heutigen Zeit keine Bedeutung mehr habe und eigentlich nur noch peinlich sei. Der löste einen Sturm der Empörung aus.

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Kommentar von Nadelwald75
19.11.2016, 15:40

Hallo Hamburger02,

meines Wissens war das zur Zeit des NS-Regimes, da man das AT als jüdische Schrift wertete.

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Joh 15,12

12 Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. 

davon hatte man im AT keine ahnung!

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Gib Ihnenein Buch, und gib Ihnen einen Gott...und Du kannst sie knechten und demütigen nach Gutdünken.

Wer sein Leben nach der Bibel leben möchte, kann es tun...aber ob die Lebensfreude da nicht zu kurz kommt?

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Kommentar von KaeteK
19.11.2016, 10:50

Es kommt immer darauf an, was man unter "Lebensfreude" versteht. Was ich vor meiner Bekehrung an "Lebensfreude" hatte, lässt sich, mit Gottes Wort, wie folgt beschreiben:

Philipper 3 8
ja, wahrlich, ich achte auch alles für Verlust wegen der
Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um
dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck achte, auf daß ich Christum gewinne

Im weltlichen Sinn hatte ich alles...  Gesundheit, Freunde, Geld, Wohnung, Job...Überall war ich beliebt...und dennoch gab es immer wieder Momente, wo ich eine tiefe innere Leere verspürte. Keiner und nichts konnte diese Leere in mir ausfüllen... Ich durfte mich bekehren. Heute bin ich ein Kind Gottes und alles hat sich verändert, aber nur zum Guten. Dies Leere gibt es nicht mehr...

Nein, meine Lebensfreude kommt nicht zu kurz. Sie hat jetzt ein unzerstörbares Fundament und heißte Jesus Christus. Meine Lebensfreude ist nicht mehr von den Umständen abhängig, sondern von meinem Glauben an Jesus Christus. Er sorgt für mich.

Auch in schweren Lebenssituationen schenkt Er Trost und Freude.

Freuet euch im Herrn allezeit..Phil 4,4

Wenn du heute stirbst, was bleibt dir dann noch von deiner "Lebensfreude"?  Meine hat kein Ende..

lg

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Lies das Neue Testament ! In der Luther- Ausgabe !!!! Seit  Anno 0  , hat sich ja einiges verändert .

Da ist das Sinnvolle des alten überarbeitet , humanisiert worden .

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Kommentar von KaeteK
19.11.2016, 10:21

Wenn eine Bibel humanisiert wird, taugt sie nichts mehr..

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