Frage von Pferdelove01, 270

Bedenken bei meiner Reitbeteiligung?

**Hallo, Ich habe seit ca. 8 monaten einen super tollen Wallach als RB. Er ist bis M Dressur ausgebildet und lief früher auch A Springen. Die erste Zeit lief alles super und ich und der kleine Casi wuchsen immer mehr zusammen. Er lief super, ich war glücklich. Außerdem habe ich viele Freiheiten bei der Rb...Seit bereits 3 Monaten ist er immer wieder krank und wir sind höchstens mal 1 Woche richtig im Training. Vor 4 Wochen war er nun in der Klinik, und es wurde ein Sehenschaden diagnostiziert. Durch den trainingsverlust hat er extrem abgebaut und sieht sehr eingefallen ist... Er ist zwar schon 24, soll aber eigentlich sollt Tierartzt jeden Tag geritten/bewegt werden. Der Trainingsplan nach Klinik sieht so aus, das wir in 3 Wochen wieder anfangen können mit Trab und später auch Galopp. Momentan dürfen wir nur Schritt führen, damit wird am Freitag anfagen. Mittlerweile habe ich die Hoffnung auf die anfangs 'versprochenen' turniere und Springen verbragen. Dennoch würde ich gern die Meinung von Leuten hören, die eventuell Erfahrung haben mit Alten Pferden mit Sehenschaden etc. Zusätzlich hat Casi schon seit mehreren Jahren (noch in der Sportpferdezeit) Athrose im Linken Hinterbein...Letztens habe ich schon einige Leute reden hören, dass 'der ausrangierte Alte Kerl r' doch besser in rente solllte. Sein Besitzer ist sehr zuversichtlich und der Sehenschaden wird wohl auch mit der teuersten Therapie behandelt. Was haltet ihr davon ? Ich selbst bin 16, allerdings kenn ich mich mit Krankheiten wie Sehnschaden nicht aus.

Antwort
von VanyVeggie, 180

Hallo, 

mir wird jetzt wahrscheinlich nicht jeder zustimmen. Aber bei mir käme jedes Pferd mit Arthrose und unheilbaren Gelenksproblemen in Rente. Reiten ist eine nun mal eine Last für´s Pferd und wenn das Pferd Probleme mit den Gelenken hat, dann erst Recht. Das redet jeder Tierarzt schön und stimmt dem Reiten weiterhin zu, weil es ansonsten für viele Pferde ihr Todesurteil wäre. 

Man muss ja nicht bis zum letzten Drücker ausholen. Man kann es seinem Pferd doch einfach schön machen und andere tolle Sache wie Bodenarbeit durchführen. Ist aber wie gesagt nur meine eigene Meinung. 

Ich habe mit einem Sehnenschaden keine Erfahrung. Aber mit Arthrose-Pferden, wenn es dich interessiert. Am besten man stellt sie, wenn noch nicht geschehen, in einen Offenstall unter. In der Box stehen ist für so ein Pferd die Hölle. Bewegung ist wichtig. Die Arbeit anpassen, je nachdem wo und wie stark die Arthrose ist. Manche Pferde haben da gute und schlechte Tage, darauf Rücksicht nehmen. Wir haben immer Teufelskralle zu gefüttert. Hat sehr gut geholfen. 

Ansonsten was ich noch zum Thema Sehnenschaden sagen möchte: Sollte deine RB Bandagen oder Gamaschen getragen haben, dann lass diese künftig weg. Das sind häufig Ursachen für Sehnenschäden. Die schaden leider mehr als sie nutzen. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von Pferdelove01 ,

Die Ursache für den Sehenschaden liegt daran, dass er sich auf der Koppel vertreten hat. Daher wird er weiterhin Gamaschen tragen. Die Klinik sagte damals wohl, dass er mit der Athrose jeden Tag bewegt werden soll...

Kommentar von VanyVeggie ,

Bewegung ist ja auch sehr gut für ein Arthrose-Pferd. Drum sagte ich ja auch das es am besten sei, dass so ein Pferd in einem Offenstall oder noch besser Aktivstall steht. Bewegen kann man ein Pferd auch ohne es zu reiten. 

Kommentar von ponyfliege ,

an guten tagen kann man schöne schritt-ausritte machen...

aber ein sportpferd ist das definitiv meiner meinung nach nicht mehr. und - für ein ehemaliges sportpferd kommen die "grossen sachen" schon recht spät...

für turniereinsatz - nee. kann man vergessen. wenn auch nur ein richter am abreiteplatz steht, der die augen halb offen hat, lässt man dich mit dem pferd nicht starten - und ansonsten wirst du nach der prüfung zu den richtern zitiert und nachträglich disqualifiziert.

wenns um turniere geht - bitte andere RB suchen. und wenns um das pferd geht - bitte den egoismus beiseite schieben.

Kommentar von Urlewas ,

Die Gamasche  dienen lediglich dazu, die Beine bei  Gewalteinwirkung von außen ( wie sich selber steifen oder beim anschlagen an Gegenstände) vor Verletzungen zu schützen. Weder  der Schaden an der Sehne noch die Arthrose werden dadurch irgendwie gebessert.

Auch gegen erneutes Vertreten  helfen sie nicht wirklich.


Kommentar von VanyVeggie ,

Sondern sie schaden... Wenn ein Pferd sich streift, dann lässt man die Hufe soweit bearbeiten, dass dies nicht mehr vorkommt. Sollte das Pferd sich dann immer noch streifen, was bei korrekt bearbeiteter Hufe eher seltener der Fall ist, dann passt man die Arbeit dem Pferd an. Zudem stören sie nach wir vor die Blutzirkulation und lassen die Sehnen verkleben, woraufhin diese schneller reißen können. 

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 133

Sowohl mit Sehnenschaden als auch mit Arhrose - und ohnehin in dem Alter- würde ich einem Pferd nicht mehr den Leistungsdruck der Turniere zumuten. Reiten finde ich generell schon noch ok - aber je nach Tagesform, und meist ins Gelände bummeln.

Ausgedehntes Spazierreiten im Schritt am langen Zügel tut fast immer gut. Auch der Voden sollte optimal sein. Für die Sehnen nicht zu weich, für die Arthrose nicht zu hart. Und enge Wendungen meiden. Longieren und viele Volten sind nicht mehr so toll für dieses Pferd.

Und höhere Gangarten, leicht Dressur je nach dem, was das Pferd anbietet. Springen ist, finde ich, völlig tabu für so ein Pferd.

Antwort
von HochlandTibet, 37

Hallo,

auch wenn die Frage nun schon einen Monat her ist, schreibe ich kurz etwas dazu, vielleicht kann ich ja helfen :)

So wie ich das jetzt rausgelesen habe, möchtest du keine Turniere gehen (würde ich auch nicht mehr mit ihm machen), aber gerne leichte Dressurarbeit auf dem Platz machen.

Ich kann nur schreiben, wie es bei mir war, bei dir hört es sich ähnlich an wie die Reitbeteiligungen die ich hatte, aber vielleicht liest sich dein Text auch nur für mich so und die Besitzer von deiner Rb sind anders.

Also, ich hatte zwei Reitbeteiligungen, die beide recht alt waren. Die erste bekam kurz nachdem ich sie kannte Arthrose, und ich bin eine ziemlich lange Zeit in den Stall gefahren, um sie zu putzen und zu betüddeln und bin nicht geritten. Die Besitzerin meinte immer, es geht ihr bald wieder besser und mit etwas Zeit wird das. Ich dachte, das wird wirklich wieder besser und ich wollte auch nicht so wirken wie eine, die gleich abhaut, wenn man mal nicht reiten kann.

Irgendwann hat es mir dann gereicht (hatte auch teilweise mit der Besitzerin zu tun.. Sie selber ist geritten und galoppiert, meinte aber zu mir, ich soll das Pferd im Schritt führen, weil der Tierarzt das so meinte) und ich bin gegangen. Die Besitzerin meinte immer, die Stute kann L Dressur laufen, und du sagst, du willst was lernen, dann bleib doch. Aber das Pferd war halt durchgängig in keiner guten Verfassung, und so wollte ich sie nicht reiten.

Meine zweite Reitbeteiligung war auch schon über 20 Jahre. Ihre Besitzerin sagte, ja die ist M Dressur gelaufen, sie kann alle Lektionen. Das Pferd hatte aber einige Krankheiten, wie ich dann mit der Zeit rausgefunden habe. Die Besitzerin hatte mir nicht gesagt, dass sie Spat hat, meine Reitlehrerin und ich haben dann bemerkt, dass sie komisch läuft und als ich ihr das gesagt habe, meinte sie: ja das hat sie schon seit einiger Zeit. Mit ihr habe ich dann auch aufgehört, obwohl ich sie gerne hatte, aber ich habe einfach kein gutes Gewissen, ein nicht wirklich gesundes Pferd zu reiten, und dauerhaft im Schritt durch die Gegend bummeln ist einfach nicht das, was ich suche.

Davor, als ich im Schulbetrieb aufgehört habe, war ich für einige Male bei einer Frau, die Freunde hatte, deren Pferd ich reiten durfte. Die war 23 und "früher S Springen gegangen, da kannst du soo viel lernen". Ich kannte mich noch nicht so aus und bin sie geritten, im Nachhinein denke ich mir, ich hätte sie nicht reiten dürfen. Sie hatte ziemlich starke Arthrose und hatte dazu Schmerzen im Rücken, aber die Frau hat ihre Ausbildung/Erfahrung in Springen dafür benutzt, irgendwie noch jemanden zu finden, der sie reitet.

Bei dir klingt das natürlich viel besser, also dass du sagst dass ihr eine nette Zeit hattet. Vielleicht hatte ich auch einfach Pech mit den Besitzern, es ist bestimmt nicht der Normalfall, wie die Besitzer bei mir waren.

Aber ich denke, dass es manchmal Besitzer gibt, die einfach sagen, ja das Pferd ist M/S Dressur/Springen gelaufen, um die Leute zu beeindrucken, und im Endeffekt lernt man nichts, außer dass man einfach oft ein krankes Pferd hat.

Nichts gegen alte Pferde, sie haben es verdient, mit Liebe gepflegt und altersentsprechend geritten zu werden, aber man muss halt wissen, was man als Rb sucht. Wenn man Spaß an langsamen Ausritten hat, damit durch die Bewegung Gelenkflüssigkeit produziert wird, passt das zu einem, aber ich persönlich würde ein Pferd, das Arthrose hat, einfach nur noch seiner Gesundheit entsprechend reiten. Und wenn man andere Ziele hast, als es geritten werden kann, passt das nicht so, aber wenn du deine Rb gerne hast und so reitest, wie er mit Arthrose gehen kann, passt das ja.

Also ich möchte dir ihn nicht ausreden, ich wollte nur erzählen wie es mir ging. Vielleicht passt es mit euch ja einfach gut und ihr seid glücklich zusammen!

Alles Gute euch zweien :)

LG HochlandTibet

Antwort
von chifira, 72

Ich würde mit einem Pferd in dem Alter keine Tuniere mehr gehen. Vorallem nicht wenn er leichte Athrose hat! Wenn er Kern gesund wäre kann man ja nen kleinen Reiter Wettbewerb reiten aber mehr macht meine alte Dame auch nicht mehr! Und nach einem Sehnen Scahde schon dreimal keine Tuniere mehr:'/ ich würde an deiner Stelle zwecks Preis die  Besitzerin Fragen ob sie runter geht mir was neues suchen und ihn nebenbei für schöne Altersgerechte Ausritte reiten...:)

Kommentar von Pferdelove01 ,

Turniere sind mir gar nicht so wichtig, würde sie aber auch nicht ablehnen. Mehr ein wenig Dressurarbeit und Ausritte.

Kommentar von chifira ,

Leichte Dressurarbeit ist ja auch ok. Solang du nicht sonst was von ihm verlangst. Ausreiten kannst du ja nur würde ich es halt nicht übertreiben weil das tut den meisten Alten Pferden echt gut wenn sie in so einer " schwierigen "Zeit jemanden haben dem es nichts aus macht sich an den Gesundheitszustand anzupassen;)

Antwort
von Boxerfrau, 102

Auch wenn die Sehne noch mal einigermaßen werden sollte. Hat das Pferd nicht's mehr auf Turnieren zu suchen. Und das hätte es auch vorher schon nicht. Ein Pferd mit Arthrose sollte nicht mehr ständig enge Wendungen laufen. Und das musste es wohl beim Training. Das ganze ist absolut schädlich bei Arthrose. Und bereit dem Pferd sicherlich schmerzen.

Kommentar von ponyfliege ,

...und jeder "richter am abreiteplatz" mit halbwegs offenen augen lässt gar nicht erst die prüfung starten...

Kommentar von Pferdelove01 ,

Hallo,

Danke für die Antwort. Jedoch wurde die Frage denke ich falsch verstanden, ich möchte keine Turniere gehen. Mir genügt die Platz oder Dressurarbeit. Dazu muss ich aber sagen, dass die Athrose damals teuer behandelt wurde und davon keine Anzeichen mehr zu sehen sind...Deswegen hat er sicher keine Schmerzen.

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