Frage von Alluli2230, 41

Bedarfsgemeinschaft und Hartz 4 , was ändert sich für meine Familie?

Hallo ,

mein Mann und ich leben zur Zeit leider von Hartz 4 ! Wir haben 2 Kinder im Alter von 3 und 7 Jahren. Ich habe glücklicherweise nun eine Stelle gefunden bei der ich 410 Euro monatlich verdiene und somit mehr verdiene wie das was die Arge mir für mich bezahlt . Ich würde gerne wissen ob ich damit dann aus der Bedarfsgmeinschaft entfalle und wenn ja ob meine Kinder und mein Mann trotzdem noch das gleiche Geld bekommen wie zuvor ? Was ändert sich wenn ich nun Geld verdiene ? Habe ich trotzdem noch weiterhin Verpflichtungen gegenüber der Arge ? Danke euch im Vorraus !

Antwort
von wilees, 23

Nein, damit bist Du nicht raus:

Dein Bedarf nach den Regeln von SGB II ist: 25% der Kosten der Unterkunft und Dein anteiliger Regelsatz - 90% - ergo - 364,-- Euro.

Von Deinem Verdienst bleiben die 1. 100,-- Euro anrechnungsfrei, vom Differenzbetrag 310,-- Euro bleiben weitere 20 % anrechnungsfrei  = 62,-- Euro. Somit habt Ihr 162,-- Euro monatlich mehr zur Verfügung.

Ja, Du hast auch weiterhin noch Verpflichtungen gegenüber dem JC.

Kommentar von Alluli2230 ,

vielen Dank für die Blitz Antwort ...  :) Ich dachte immer das wenn ich das was die mir bezahlen selbst verdiene das ich dann raus bin aus der Bedarfsgemeinschaft . Da habe ich mich offensichtlich getäuscht :(

Kommentar von wilees ,

Aber allein am Rechenbeispiel siehst Du, dass Du nicht einmal Deinen eigenen Bedarf erwirtschaftest.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 14

Wenn du nur diese 410 € als Einkommen hast kannst du damit deinen Bedarf nicht decken !

Angenommen das sind 410 € Brutto wie Netto,dann hast du auf Erwerbseinkommen Freibeträge nach § 11 b SGB - ll,dass wären dann vom Bruttoeinkommen zunächst mal die 100 € Grundfreibetrag.

Von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir noch mal 20 % und von 1000 € - 1500 € Brutto noch mal 10 % an Freibeträgen zu.

Würden in deiner BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) keine minderjährigen Kinder leben,dann läge die Grenze des Einkommens bei 1000 € - 1200 € Brutto und davon dann 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann theoretisch addiert und ebenso vom Brutto / Nettoeinkommen abgezogen,dass ergibt dann das anrechenbare Einkommen,dieses wird dann auf den Bedarf bzw.die Leistungen angerechnet.

Dein Bedarf in der BG - beträgt derzeit min. 364 € Regelsatz + 1 / 4 der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) und wenn ich von deinen 410 € Brutto wie Netto deine Freibeträge von 162 € abziehe,dann bleibt ein anrechenbares Einkommen von etwa 248 € pro Monat.

Du siehst also das du damit noch nicht mal deinen Regelsatz abdecken kannst.

Selbst wenn dein Einkommen höher wäre und du dann mit deinem anrechenbaren Einkommen deinen Bedarf decken könntest,würdest du nicht aus der BG - raus sein,weil du eine Unterhaltspflicht hast,du hättest dann nur keinen Anspruch mehr auf Leistungen und der Überschuss aus dem anrechenbaren Einkommen,den du dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr brauchst wird auf den Bedarf deiner Familie angerechnet.

Würdest du aus der BG - raus sein,dass würde z.B. bei deinen Kindern zutreffen,wenn diese mit ihrem anrechenbaren Einkommen ihren Bedarf decken könnten,dann dürfte von deinem Einkommen nichts mehr auf den Bedarf deiner Familie angerechnet werden und es würde auch keine Grenze mehr beim Vermögen für dich geben ( Schonvermögen ) und das geht eben nicht,weil du deiner Familie weiterhin zum Unterhalt verpflichtet bist.

Antwort
von johnnymcmuff, 12

100 € sind anrechnungsfrei und von den restlichen 310 € darf man noch 20% = 62 € behalten.

Verpflichtungen gegenüber dem Jobcenter hat man immer noch, da man noch Leistungen erhält.

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