Hallo,
ich besuche die 11. Klasse eines Gymnasiums in Bayern.
Kurz vor Notenschluss hat nun mein Lehrer die mündlichen Noten bekannt gegeben.
Meine erreichte Punktzahl sind nüchterne 5 Punkte. Ich muss zugeben, dass ich im Unterricht nicht sehr viel aktiv mitgearbeitet habe. Das lag aber vielmehr an der Unterrichtsgestaltung (Buch lesen, und das wars) und nicht am Fach. Ich hätte absolut kein Problem mit den 5 Punkten, wenn... Ja wenn andere, die genauso wie ich nicht aktiv am Unterrichtsgeschehen mitwirkten, dann aber 9 Punkte kassieren. Ganz ehrlich, da fühle ich mich irgendwo sehr benachteiligt. Man muss sagen, dass ich Migrantin bin. Klar, im Jahre 2012 kann und muss man davon ausgehen, dass Lehrer Schüler objektiv bewerten sollten. Aber als Migrantin hat man gesellschaftlich nun mal den Nachteil, dass man als weniger gebildet kategorisiert wird. In der Klausur habe ich 13 Punkte erhalten und im mündlichen nur 5 Punkte. Die mündliche Note ergibt sich ausschließlich aus einer einzigen Note. Der Lehrer war so unorganisiert, dass er nicht mal eine Stegreifaufgabe erstellen konnte.
Genauso im Fach Chemie, da erhielt ich ebenfalls 5 Punkte - obwohl ich hier aktiv mitarbeite. Während andere wiederum ihre 9-10 Punkte kassierten, die nicht mehr mitgearbeitet haben als ich. Hinzu kommt, dass die Lehrerin wochenlang krank war. Daraufhin habe ich sie angesprochen, was die Grundlage für die 5 Punkte seien. Und sie meinte: Oh, meinen Sie ich habe Sie zu gut bewertet? Ganz klar, wollte die Lehrerin mich damit provozieren und ich argumentierte, dass ich eben schon im Unterricht mitgemacht habe.
In anderen Fächern habe ich mündlich 11-13 Punkte. Also, es kann nicht daran liegen, dass ich mündlich eine Null bin.
Ich sehe mich irgendwo als Schülerin diskriminiert. Und das bayerische Notensystem, wo die mündlichen Noten 1:1 wie die schriftlichen zählen fördern dies.
Vorallem aber, Schüler, die einfach "schüchtern" sind, werden hier benachteiligt. Benachteiligt, wenn der Lehrer seine mündliche Note aus nur einer einzigen - nicht nachweisbaren - Leistung berechnet. Und anderen Schülern, die ihm einfach sympatisch erscheinen, dann mal einfach so 10 Punkte von dem Lehrer bekommen.
Deshalb meine Frage, sind mündliche Noten in Bayern, die 1:1 gewichtet werden wie schriftliche überhaupt fair?
MFG
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