Frage von Kara94, 60

Bausparvertrag was ist das wie lâuft es ab und lohnt es sich?

Titel dürfte genügen

Antwort
von DerHans, 40

Die Bausparidee stammt aus dem Genossenschaftsbereich. Was dahinter steckte, war der Gedanke, dass sehr viele Leute durch eine Ansparung mit festen Beträgen ein Kapital ansammeln, mit dem dann nach einem Zuteilungssystem nach einiger Zeit die ersten leute zinsgünstiges Darlehen bekommen um ÜBERHAUPT an die Schaffung von Wohneigentum denken zu können.

Es hatte anfangs tatsächlich etwas von einem Glücksspiel, wer zuerst an diese Möglichkeit heran kam.

Antwort
von Hugito, 20

Der funktioniert so:

1. Ansparphase: Du sparst, sagen wir 10 Jahre lang Geld. Jeden Monat eine Rate, die du an die Bausparkasse zahlst. So lange bis ein bestimmtes Ziel erreicht ist, z.B. 10.000 Euro. Für das gesparte Geld bekommst du Zinsen.

2. Darlehnsphase. Du bekommst das angesparte Geld und zusätzlich ein Darlehen, z.B. nochmal 10.000 Euro, zusammen 20.000 Euro ausgezahlt. Das kannst du für eine Hausrenovierung oder einen Hauskauf nehmen. Du zahlst dann einfach deine Rate weiter, bis das Darlehen zurück gezahlt ist. Für das Darlehen musst du Zinsen zahlen.

Lohnt sich das? Zur Zeit lohnt es sich praktisch nicht. Die Zinsen sind bei vielen Bausparkassen schön gerechnet. Laut Finanztest macht es zur Zeit wenig Sinn, einen Bausparvertrag abzuschließen. Hohe Gebühren wenig Zinsvorteile.

(In der Vergangenheit ist damit zum Teil unseriös umgegangen worden. Banken und Vermittler haben wegen der zu verdienenden Provisionen Leuten Bausparverträge verkauft, die viel zu hoch waren oder sonst nicht sinnvoll waren. Viele Verträge wurden später still gelegt oder gekündigt. Das Geld für die Provisionen war weg.)

Antwort
von kevin1905, 35

Die ersten beiden Frage beantwortet dir Wikipedia.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bausparvertrag

Den dritten Teil beantworte ich dir:

Nein, i.d.R. lohnt es sich für den Kunden nicht. Gefühlte 70% meiner Kunden sind aus einem Jahrgang für den der Neuabschluss eines Bausparvertrags nicht sinnvoll ist.

Antwort
von Doevi, 38

Also für mich hat es sich gelohnt in diesem Jahr. Wie es abläuft: Sagen wir mal du machst einen Bausparvertrag über 15000 Euro. Jeden Monat zahlst du 40 Euro ein und dein Arbeitgeber gibt dir evtl. mit der vermögenswirksamen Leistung was dazu. Wenn du 50% der Bausparsumme eingezahlt hast, kannst du dir das eingezahlte Geld auszahlen lassen oder weiter darauf sparen. Falls du dann mal einen Kredit für eine Wohnung oder so brauchst, dann lässt du in dir in der Höhe der Bausparsumme auszahlen. Das bedeutet du leihst dir Geld von der Bank. Oder aber du kündigst den Vertrag, erhälst dein eingezahltes Geld ( evtl inkl. Prämie ) zurück und kannst es ausgeben. So hab ich es dieses Jahr gemacht und mir davon ein Motorrad, ein Auto und einen kleinen Urlaub bezahlt. Also für mich hat es sich gelohnt.

Kommentar von kevin1905 ,

du machst einen Bausparvertrag über 15000 Euro

Und was soll man damit finanzieren? Einen Geräteschuppen? Eine Garage vielleicht?

Selbst hier, wo Immobilien für etwa 900-1.100,- € / m² zu haben sind, kriegt man dafür nichts wohnwirtschaftlich verwendbares.

Jeden Monat zahlst du 40 Euro ein und dein Arbeitgeber gibt dir evtl. mit der vermögenswirksamen Leistung was dazu.

VL werden dem Brutto aufgeschlagen und mit Steuern und SV-Abgaben belegt. Selbst wenn der AG oben 40,- € reinschmeißt und du unten 40,- € wegsparst, hast du dennoch drauf gezahlt.

Wenn du 50% der Bausparsumme eingezahlt hast, kannst du dir das eingezahlte Geld auszahlen lassen oder weiter darauf sparen.

Dann ist das Dingen zuteilungsreif (manchmal schon bei 30 oder 40%) und man könnte das epische Darlehen abrufen. Aber selbst wenn du 80,- € reinpackst im Monat, bei 1% Abschlusskosten, wie lange man sparen muss um diese 50% zu erreichen. In 6 Jahren wird das sehr knapp. Selbst mit Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie (maximal 45,06 € p.a.) dürften nach 7 Jahren keine 50% erreicht sein.

Das bedeutet du leihst dir Geld von der Bank.

Man leiht sich Geld von der Bausparkasse. Da aber die 15.000,- € für nichts reichen, hast du wieder Recht, man braucht dann wohl noch Geld von der Bank. Zu welchen Konditionen man das DANN bekommt, weiß keiner.

Mal abgsehen davon, dass ich die selbsgenutzte Immobilie i.d.R. nicht als Wertanlage sehe, sondern als Kostenfaktor, gibt es um mittelfristig Geld anzulegen weitaus interessantere Dinge, wenn der Schwerpunkt auf Rendite liegt.

Antwort
von Gustavolo, 31

KLlara:Ö

Angesichts der sehr niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt  raten Experten derzeit von Bausparverträgen ab.

Kommentar von kevin1905 ,

Experten wie ich.

Wer einen Bausparvertrag primär als Geldanlage versteht, hat ihn nicht verstanden!

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