Moin!
Ist ein Bausparvertrag als Geldanlage noch zeitgemäß? Sind die Konditionen dieser Geldanlage mit denen alternativer Anlagformen noch konkurrenzfähig? Wer kann mir etwas empfehlen?
Moin!
Ist ein Bausparvertrag als Geldanlage noch zeitgemäß? Sind die Konditionen dieser Geldanlage mit denen alternativer Anlagformen noch konkurrenzfähig? Wer kann mir etwas empfehlen?
Ich denke mal, dass du bessere Schnitte machst, wenn du dich auf eine oder zwei verhaeltnismaessig (verglichen mit den Preisen vor drei, vier Jahren) billige Aktien von grossen privaten Unternehmen in Deutschland konzentrierst und sie jeden Monat unerschuetterlich und mit eigenem Geld kaufst. Zwar schwanken die Kurse, aber sie sind im Moment sehr billig und duerften wohl in ein paar Jahren extrem besser stehen als im Moment. Wie man so schoen sagt, 'et haett noch immer joot jejange'. Ich weiss, dass das mit etwas Risiko verbunden ist, aber das hat man mit jeder anderen Anlageform auch. Ich denke nicht, dass in den naechsten Monaten was positives passiert, aber in den naechsten paar Jahren mit Sicherheit. Je negativer die Anleger eingestellt sind, desto besser kann man kaufen und gewinnen. Momentan wuerde ich mich fuer Aktien eines Unternehmens im Bereich Maschinenbau und fuer ein pharmazeutische Unternehmen entscheiden und diesen ueber mindestens zwei Jahre treu bleiben und immer wieder, jeden Monat mehr kaufen. Und niemals vergessen: Man kann mit Aktien kein Geld verlieren, ausser man verkauft. Aber, wie immer: Alles ohne Gewaehr. Ich bin schliesslich nur Investor und nicht etwa ein Finanzberater...
Bevor diese Frage beantwortet werden kann, stehen wie immer weiter Angaben: für was soll wie oft, wieviel und wielange gespart werden, wie verfügbar soll es sein und wieviel Risiko möchtest Du eingehen. Ein Bausparer KANN eine sinnvolle Anlage sein, kommt aber auf den Zweck an.
Bei jeder Geldanlage sind drei Dinge zu beachten.
Wie lange soll das Geld angelegt werden bzw. wie schnell will ich an mein Geld normalerweise oder im Sonderfall rankommen.
Wie sicher ist mein Geld. Kann ich also einen Verlust erleiden und wer haftet für die Rückzahlung des Geldes.
Wie hoch ist die Rendite. Also der Gewinn nach Abzug von Kosten und Steuern.
Ein Bausparvertrag hat zu
Relativ schnelle Verfügbarkeit (so etwa 6 Monate)
Hohe Sicherheit. Haftung durch Einlagensicherungsfonds.
Schlechte Rendite, oft wird eine zu hohe Bausparsumme abgeschlossen und selbst bei Rückzahlungsversprechen von Abschlussgebühr gibt es die nur nach vielen Jahren und unter Bedingungen die nicht immer erfüllt werden können. Gilt gleichermaßen für versprochenen Bonuszinsen.
Bei den vorgeschlagenen Anlagemöglichkeiten kann ich nur mit dem Kopf schütteln:
Baum-Investment: Keine Sicherheit, Totalverlust möglich (aber nicht wahrscheinlich), Rendite wenns klappt meist ok für das Risiko, keine Verfügbarkeit während der Laufzeit und auch der Ausstieg zum Ende wird nicht immer garantiert.
Aktien: Keine Sicherheit, Rendite ok bis gut sein wenn man sich auskennt, schnelle Verfügbarkeit aber Verluste möglich.
Alternative zum Bausparvertrag ist von der Verfügbarkeit, Sicherheit und Rendite nur noch ein Sparbuch. Bei der Postbank gibt es eines mit 2,3% Zinsen. Kann / muss man online abschliessen. Ist für mich unter diesen Vorgaben die beste Anlage.
Wenn die Rendite besser sein soll muss irgendwas anderes zurück stehen. Z.B. eine Anleihe der Deutschen Bank für vielleicht 3 bis 5 Jahre mit 3% oder so. Keine Staatsgarantie, kein Einlagensicherungsfond aber Garantie der Deutschen Bank.
Du wünschst eine Empfehlung? Dazu sind unter anderem folgende Informationen vorab zu erfragen:
Wie hoch ist der anzulegende Betrag? Steht dieser als einmaliger Betrag oder in Raten auf Jahre verteilt zur Verfügung? Wann wird das Kapital wieder benötigt? Wofür soll das Guthaben dann verwendet werden? Wie hoch ist das Gesamtvermögen? Wie hoch ist das monatliche Netto-Gesamteinkommen? Wie hoch ist die Risikobereitschaft bzw. das Sicherheitsbedürfnis? Sind vermögenswirksame Leistungen anzulegen? Wie hoch ist das zu versteuernde Einkommen? Wie viele Kinder sind steuerlich zu berücksichtigen? Wird in späteren Jahren evtl. einmal ein Darlehen für eine Immobilienmaßnahme (Kauf, Neubau, Umbau, Renovierung, Modernisierung, Revitalisierung) benötigt? Welche Kenntnisse und Erfahrungen über Geldanlagen sind vorhanden?
Erst wenn man mindestens die Antworten auf diese Fragen kennt, kann man anfangen an eine Empfehlung zu denken. Alles andere ist purer Produkt-Verkauf zu Gunsten des Einkommens des Finanzanlagen-Verkäufers (-Vermittlers). Der muss ja schließlich auch von was leben ...
Wenn man die Absicht hat, sich später oder uberhaupt ein Immobilie zu kaufen, ist der BSV ok. Ansonsten kannst du ihn vergessen.
Als pauschale Antwort für jeden Tarif zu jedem Kundenwunsch einfach nur FALSCH.
Als Geldanlage eher nicht (denke an die Abschlußgebühr), nur wenn du tatsächlich vorhast, das Bauspardarlehen bei Zuteilung zu nutzen.
Die Abschlußgebühr ist natürlich zu berücksichten, läßt jedoch immer noch eine akzeptable Verzinsung zurück. Wenn ich mir die durchschnittliche Verzinsung von Tagesgeld die letzten 10 Jahre anschaue, bin ich mit einem Bausparvertrag ohne Förderung geringfügig besser, jedoch mit stabilen und garantierten Erträgen pro Jahr.
Mit Tagesgeld kannst du das wohl kaum vergleichen, das ist täglich verfügbar. Hast du das, was du da behauptest, mit allen Eventualitäten durchgerechnet? Wieviel Zinsen wird man wohl bekommen, wenn man momentan einen BSV abschließt? Stabil hohe oder stabil niedrige?
Kein Mensch braucht sein Geld täglich und beim Bausparer haste das Geld in 5 Tagen auf dem Konto. Was denn für Eventualitäten ? Wieviel Zinsen Du bekommst ? 3-4%, schau Dir mal die Tarife am Markt an.
"Kein Mensch braucht sein Geld täglich..." Natürlich nicht, ich hatte den Vergleich angesprochen, und man ist dann halt auch so flexibel, sein Geld woanders anzulegen, wenn die Zinsen steigen.
"...beim Bausparer haste das Geld in 5 Tagen auf dem Konto." Und schwupps ist die Abschlußgebühr weg.
"Was denn für Eventualitäten?" Unterschiedliche Zinsen am Markt, je nachdem, ab wann man wo einsteigt. Daher kann man so eine Aussage gar nicht treffen.
Ein Bausparvertrag ist wohl zeitgemäß, weil es einer sich Geldanlage ist
das kommt darauf an, wie hoch die Abschlussgebühr ist und vor allem, ob vernögenswirksame Leistungen drin sind. Bei vielen Bausparkassen geht vielfach über ein Jahr sparen nur für die Abschlussgebühr drauf. Da ist es günstiger das Geld relativ kurzfristig (drei bis fünf Jahre) als Festgeld anzulegen, um bei steigenden Zinsen flexibel zu sein und das Geld zu besseren Konditionen neu anzulegen. Ganz einfach das anzulegende Geld auf einem Tagesgeldkonto parken und alle ein oder zwei Jahre als Festgeld anlegen.. Die bankofscotland zahlt meines Wissens derzeit die höchsten Zinsen.
Was heißt zeitgemäß. Entscheidend ist doch, was hinten raus kommt.
Bei dem geisteskranken Gezappel, daß die "Märkte" zur Zeit praktizieren und andere Anlageformen wie Blätter im Wind vor sich hertreiben, könnte ein BSV schon allen durch die gesparten Nerven konkurrenzfähig sein.
Es kommt halt drauf an, was man will. Möglichst hohe Rendite, später ein "zinsgünstiges" Darlehen, daß aber zweckgebunden ist oder die Sicherheit, daß die Inflation nicht das Ersparte auffrißt.
Was wirklich zeitgemäß erscheint, Rendite abwerfen soll und dennoch gute Sicherheit bietet ist ein Baum-Investment. Politisch korrekt und ökologisch wertvoll. Ich habe das noch nicht gemacht, aber ziehe das in Betracht.
http://www.forestfinance.de/Startseite.80.0.html?&no_cache=1&ftu=0bb84dd...
VIelleicht ist das ja auch was für Dich.
Sparbuch ist keine Alternative, da es zu wenige Zinsen im Verhältnis zur Laufzeit gibt.
Alternativ sind aber Pfandbrife, die bringen eine höhere Verzinsung als deutsche Staatsanleihen, sind aber genauso sicher. Versicherungen (Lebensversicherungen) legen oftmals in Pfandbriefen an.
Es gibt wenige Bausparverträge, die derzeit noch empfohlen werden können, bzgl. Sparrate, Dauer, Verzinsung, Wohnungsbauprämie, eigene Förderfähigkeit in Abhängigkeit des Einkommens.
Erstens hat der Fragesteller nicht geschrieben er hätte eine Summe die er anlegen möchte. Im Zusammenhang mit einem Bausparvertrag gehe ich eher von einer regelmäßigen Sparrate aus. Und damit ist es nun mal schlecht Pfandbriefe oder Staatsanleihen zu kaufen.
Zweitens, wie ich ausgeführt habe ist die Verfügbarkeit und die Sicherheit ein wesentlicher Punkt. Ein Pfandbrief hat keine Staatsgarantie und unterliegt keinem Einlagensicherungsfonds. Ferner können bei einem Verkauf vor Ende der Laufzeit Verluste entstehen. Vor allem dann wenn die Zinsen steigen sollten (und das wird allgemein erwartet).
Ein Pfandbrief der Deutschen Hypothekenbank WKN DHY2AK Laufzeit 5 Jahre bringt derzeit 2,5% Rendite. Das haut keinen vom Hocker wenn das im Verhältnis zu einem Sparkonto mit 2,3% gesehen wird. Selbstverständlich hat der Pfandbrief Vorteile wenn ich sicher bin mein Geld 5 Jahre lang nicht zu brauchen, keine Depotgebühren zahle und davon ausgehe, dass die Zinsen gleichbleiben oder fallen werden. Aber als Beispiel: Wenn ich 10.000 Euro anlege bekomme ich gerade mal 20 Euro mehr pro Jahr bei diesem geringen Renditenunterschied.
Ach so, ein Bausparvertrag der BHW (siehe Onlinerechner) bringt nach Abschlusskosten und 1% Verzinsung (16.000 Euro Bausparsumme, mtl. Rate 50 Euro) keine Rendite. Die Verzinsung reicht nicht mal für die Abschlußkosten. Lediglich wenn man es schafft den Vertrag zuteilungsreif zu bekommen bekommt der Sparer den Zusatzzins. Um das aber zu erreichen muss die Bausparsumme bei gleicher Sparrate deutlich gesenkt werden.
In meiner täglichen Praxis stoße ich oft auf solche Bausparverträge. Monatliche Zahlung 100 Euro, Bausparsumme 50.000 Euro. Versprochen wurde mit Zusatzzins eine Rendite von 3 bis 4%. Tatsächlich hat sich bei dieser Bausparsumme nur der Vermittler eine saftige Provision verdient. Den Zusatzzins gibt es niemals weil die Zuteilungsreife nicht geschafft wird.