Frage von metalqueen24, 39

Baurecht, fehler beim einbau vom Edelstahlkamin. Wie lange ist die Firma haftbar?

Vor 13 Jahren wurde von einer Firma ein neuer Edelstahlkamin in mein Haus eingebaut. Die Arbeiter haben damals vergessen ein Edelstahlrohr vom Wandanschluss zum Edelstahlkamin einzubauen. Dies ist mir vor kurzem aufgefallen da er immer mehr anfängt zu rußen. Das bedeutet der Rauch ist nicht wie geplant durch das Edelstahlrohr, sondern durch den alten (gemauerten) Kamin nach draußen abgeleitet worden. Ist die damalige Firma noch haftbar und muss sie meinen Kamin reparieren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FordPrefect, 34

Nach VOB und nach BGB gilt hir eine Verjährungsfrist von 4 respektive 5 Jahren für Mängel. Ob sich hier eine Klage auf Herstellung des geplanten Zustands (respektive Schadenersatz) lohnt (sofern es nur am Rohranschluss mangelt), wage ich in Anbetracht der fehlenden rechtlichen Voraussetzungen stark zu bezweifeln. Ob ein Mangel verdeckt ist oder nicht, ändert nämlich rein gar nichts am Verjährungsbeginn - und der ist mit Abnahme des Werks eingetreten.

Nachdem in den Kommentaren aber zudem zu lesen ist, dass diese Feuerstätte nie korrekt abgenommen wurde, habt ihr euch eine OWI schuldig gemacht, und der zuständige Bezirkskaminkehrermeister seine Prüfpflicht vernachlässigt. Eine Feuerstättenschau ist zweimal alle 7 Jahre Vorschrift. Allerdings prüft der BKM auch nicht den Abgasweg, sondern die Rauchgase respektive die eingebauten Züge. Wenn die Abgase durch den alten Kamin abziehen statt durch den neuen, ist ihm das nicht unbedingt anzulasten, weil er dafür gar keinen Prüfauftrag hat, solange die gemessenen Werte stimmen.

Kommentar von metalqueen24 ,

Was soll ich dann jetzt machen? Der Rauch scheint ja nicht mehr richtig abzuziehen. Soll ich einfach eine andere Firma anheuern die mir den fehlenden Anschluss einbaut? Ich möchte ungern jeden zweiten Tag meinen Ofen reinigen müssen..

Kommentar von FordPrefect ,

Was soll ich dann jetzt machen?

Das ist ohne örtliche Begutachtung natürlich schwerlich zu bewerten.

Der Rauch scheint ja nicht mehr richtig abzuziehen. Soll ich einfach eine andere Firma anheuern die mir den fehlenden Anschluss einbaut?

Sofern es sich tatsächlich nur um das kurze Anschlussrohr handelt, wäre das meine erste Wahl. Zum Einen, weil es sofort Abhilfe schafft, zum Anderen, weil es den korrekten Anschluss endlich herstellt. Ein Stück Rohr und etwas Verputzarbeit kostet nun wahrlich nicht viel Geld. Der nächste Schritt wäre die entsprechende Abnahme durch den BKM.

Antwort
von Brot454, 39

Versteckter Mangel, anrufen und nach Besserung verlangen.

Zur Not vom Rechtsanwalt beraten lassen.

Kommentar von FordPrefect ,

Versteckter Mangel,

Irrelevant. Verjährt 4 respektive 5 Jahre nach Abnahme.

anrufen und nach Besserung verlangen.

Das wäre nur auf Kulanz denkbar (was allerdings in Anbetracht des minimalen Aufwands möglich ist).

Antwort
von enginmachine, 21

Hoffentlich macht es die Firma diesmal richtig. Bei so einem Fehler hätte ich kein gutes Gefühl, wenn die noch mal rum murksen.

Antwort
von lohne, 28

Offensichtlich ist dein Schornsteinfeger eine Null. Er hätte das bei der Abnahme unbedingt!!! merken müssen. Die Firma und der Schornsteinfeger haben einen lebensgefährlichen Fehler gemacht. Ich kann mir vorstellen, weil es ein versteckter Fehler ist, dass die Firma das nachbessert und froh darüber ist, dass du noch lebst.

Kommentar von metalqueen24 ,

Es hat damals keine Abnahme durch den Schornsteinfeger gegeben. Damals wurden wir nicht darüber informiert das sowas nötig ist. Ist natürlich im Nachinein ein großer Fehler gewesen.

Kommentar von lohne ,

Seltsam. Aber das macht nichts, denn der Schornsteinfeger kommt jedes Jahr und muss korrekt die Feuerstätten begutachten. Das hat er offensichtlich nicht richtig gemacht. Wenn du tot in der Ecke gelegen hättest, hätte er mehr als Ärger bekommen!

Kommentar von FordPrefect ,

Er hätte das bei der Abnahme unbedingt!!! merken müssen.

Nein. Solange der Abzug funktional ist, ist die Einleitung in den falschen Abzug weder optisch feststellbar, noch durch Messwerte zu belegen. Gemessen wird ja an der Therme und an deren Abzug; eine Prüfung der Abgaswerte am Kaminzug selbst findet nie statt.

Die Firma und der Schornsteinfeger haben einen lebensgefährlichen Fehler gemacht.

Fehler ja, lebensgefährlich nein. Der Abzug war und ist ja sichergestellt - nur entspricht er nicht den Vorschriften.

Kommentar von lohne ,

Durch das eingeschobene Metallrohr ist der Querschnitt des Schornsteins erheblich! vermindert worden. Die Rauchgase konnten nur seitlich vorbei geleitet werden. Das ist! lebensgefährlich.

Kommentar von FordPrefect ,

Das wäre richtig, handelte es sich um den typischen Fall eines in den Kamin eingezogenen Stahlrohrs (wie es etwa bei Umstellung auf Brennwertkessel Vorschrift ist). Das lese ich aber in der Beschreibung des OP nicht. Hier scheint tatsächlich ein separater Edelstahlkaminzug *extra* installiert worden zu sein - nur dass der gar nicht genutzt wird. Das findet man u.a. in EFH häufiger, weil es da kein Problem ist, das Rohr separat an der Außenwand hochzuführen (vor allem bei den z.Zt. schicken zusätzlichen Holzfeuerungen/Kachelöfen eine beliebte Methode).

Kommentar von lohne ,

Ok, wir können das hier nicht explizit klären.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten