2

Bauisolierung - Was muss ich beachten?

Frage von huttriver huttriver

Hi an alle Bauphysiker,

ich war früher mal überglücklich, als ich mir eine alte Hütte zum Kauf angeboten wurde. Damals war Westberlin noch eine kapitalistische Insel im Roten Meer und solche Angebote waren nicht nur rar, sondern auch völlig überteuert. Ich war damals Student und meine Frau Lehrling.

Heute wohne ich immer noch da… und bin immer noch glücklich mit der Wohnsituation…. Eigentlich…. Aber etwas ist ja immer (Mike Krüger).

Die Hütte ist früher illegal gebaut worden und erst für den Verkauf damals baugenehmigt worden. Ich habe bei Einzug alles renovieren wollen, aber das war schwieriger als gedacht. 8 Lagen Tapete, darunter 1 cm Styropur, darunter 1-5 cm Putz…. alles uneben und kaum nutzbar. Also hab ich einfach eine Rigipswand davor gestellt. In manchen Räumen wurde der Zwischenraum mit Steinwolle (Abfälle einer Isolierfirma) gefüllt und als Dampfsperre diente eine dicke Kunststofffolie, in anderen Räumen ist es einfach einhohler Raum. Damit habe ich unbeabsichtigt den Taupunkt in die Mauern verlegt, was sich langsam bemerkbar macht, dass der Putz zerbrölselt.

Die Winter sind aber kälter und länger geworden und die Heizkosten steigen auch weiterhin überproportional. Also sollte ich über eine Isolierung des Gebäudes

Leider sind die Winter wieder kälter geworden und ich denke über eine zusätzliche Außenisolierung nach. Aber was muss ich tun, um mir nicht weitere Probleme zu schaffen.

Die Wände sind mit dem Material gebaut worden, was man so im Garten und der Umgebung gefunden hat: Ziegelsteine (gebrannt und ungebrannt), kleinere Findlinge, und Mörtel. Die Außenwände sind alle maximal 12,5 cm stark plus Putz.

Ich habe nun gedacht, dass ich 15 – 20 cm Styropur außen anklebe und dann einen Dünnputz darüber lege.

Nun meine Fragen:

**

  1. Reichen 15 cm für eine vernünftige Isolierung aus? Oder sollte ich dickeres Material wählen?

  2. was muss ich tun, um Kältebrücken zu vermeiden?

  3. Was muss ich tun, um physikalischen Bauschäden zu vermeiden (Kondenzwasser in der Wand, aufsteigende Feuchtigkeit, Schimmelbildung, Ablösung der Isolierung von der Wand im Laufe der Zeit etc.)

  4. was muss ich sonst noch beachten, woran ich noch nicht gedacht hab? (Hab z.B. im Frühjahr vor Jahrzehnten die Veranda mit einem Glasdach überdacht, ohne Schneelast im Winter zu berechnen und muss das seither bei Schneeansage abstützen.)

  5. Welches Material eignet sich am besten (ich dachte an Styropur weil das aus geschlossenen Bläschen besteht und sich deshalb nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen kann)

  6. Muss ich etwas beachten, damit das Styropur nicht verrottet (durch UV-Licht etc.)? **

Es wäre nett, wenn ihr mir Empfehlungen mit den dazu gehörenden plausiblen Erklärungen liefern würdet.

Vielen Dank für eure Mühe im Voraus. Es soll im Frühjahr losgehen.

Fragen zu gleichen Themen finden

Antworten (3)

  • 0
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von zetra zetra

    huttriver, du bist ein Optimist. Du musst es auch sein , denn die Wärmedämmung mit Styropor ist ja kein Problem(außer der Kostenfaktor). Den Taupunkt bekommst du ja so auch in den Griff. Das Hauptproblem sehe ich in der fehlenden Sperre gegen die Kapillaren (aufsteigende Nässe) diese wird dir so pö a pö die Wände voller Nässe schaufeln, somit ist die Arbeit nur sinnvoll, wenn eine Sperre in der Waagerechten eingebaut wird. Hiermit wirst du aber sicherlich überfordert sein? Schönen Gruß und toi, toi, toi.

    Kommentar von zetra zetrazetra

    Danke für den Stern. Sicher hat dir mein Tipp geholfen, somit freue ich mich darüber.

  • 0
    Antwort von bauteufel bauteufel

    Autsch, bei der Ausgangsbasis sind deine Ziele ein schwieriges und möglicherweise völlig unwirtschaftliches Unterfangen.

    Um einen definierten Zustand herstellen zu können, müssten erst einmal die Sünden der Vergangenheit raus und überwiegend der Rohbau freigelegt werden. Bei deiner Beschreibung dürfte das Grauen dann erst so richtig anfangen. Ich schätze jeder Statiker würde das Haus augenblicklich räumen lassen.

    Und was bleibt dann noch übrig, das erhaltenswert ist ?

    Die Kosten für einen fachgerecht ausgeführten Vollwärmeschutz und einer wirkungsvollen Abdichtung dürften den Wert des Rohbaus unter Umständen übersteigen. Per Ferndiangnose ist das schlecht einzuschätzen.

    Bevor du viel Geld investierst, solltest du einen Fachmann hinzuziehen.

  • 0
    Antwort von biege biege

    Alter Schwede, meine Rat: Beauftrage einen Baugutachter. Ist zwar erst mal teuer. Aber wenn Du auf eigene Faust, evt. mit den gut gemeinten Ratschlägen der Community, loslegst, wird es Garantiert ein Fass ohne Boden.

    Da muß ganz sicher ein Fachmann ran.

    Ich hab lange in der Altbausanierung gearbeitet. Glaub mir, das bekommt man ohne Fachleute nicht hin.

    Kommentar von huttriver huttriverhuttriver

    Danke für den Rat, aber

    1. ich hab das vor 35 Jahren auch selber gemacht und es hat bis jetzt gut gehalten. Erst jetzt treten Probleme auf, die ich mit der Dämmung hoffentlich beseitigen kann.

    2. Fachleute können auch nur das sagen, was sie gelernt haben. Warum soll ich das nicht lernen können? Alles was ich brauche sind gute begründete Ratschläge, die für mich physikalisch nachvollziehbar und plausibel sind.

    3. Fachleute haben vor 20 -.30 Jahren auch Dämmungen gebaut, die den Namen nicht verdienen (Vorhangfassaden aus Teerpappe z.B. oder Styropurverkleidungen mit Stahlnägeln als Wärmebrücken als Festhalter wo man nach kurzer Zeit von außen durch den Putz die Nägelplatten und die Ränder der Platten sehen konnte, weil sie feucht waren).

    Mit der Hilfe von Fachleuten auf diesem Gebiet, die mir hier Tipps geben, kann nichts schief gehen. Wenn das dann noch mal 35 überdauert bin ich längst verstorben.

    Kommentar von biege biegebiege

    Was das Dämmen vor 20 Jahren angeht, hast Du völlig Recht. Ich glaube nur eben nicht, dass Du hier wirklich Verwertbare Tipps zu Deinem Problem bekommst. Dabei bezweifle ich nicht Deine Handwerklichen Fähigkeiten.

    Vielleicht gibt es im Netz ein Forum für Heimwerker. Mal Googeln.

    Viel Erfolg!

Diese Frage

Verwandte Fragen

Noch nicht den richtigen Rat gefunden?

Einfach und schnell viele hilfreiche Ratschläge von Deutschlands aktivster Ratgeber-Community erhalten!

Einfach und schnell einen Tipp erstellen und Ihren guten Rat mit anderen teilen!

Einfach und schnell ein Video hochladen und anschaulichen Rat an alle geben!

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Rechtliche Hinweise finden Sie hier.