Frage von Questioner2323, 51

Bauingenieurwesen an der Technischen Universität - Mathematik zu schaffen?

Hallo liebe Leute!

Ich bin 23 Jahre alt, habe einen sicheren Arbeitsplatz beim Land und habe bereits vor eineinhalb Jahren die Abendmatura absolviert. In meinem Job stehen die Chancen auf einen beruflichen Aufstieg derzeit schlecht bzw. kann ich (mit Matura) maximal einen Referentenposten anstreben.

Nun macht sich in mir immer mehr das Verlangen nach Weiterbildung, speziell studieren zu gehen, breit. Meine Abendmatura habe ich mit Notenschnitt 1,0 absolviert und ich habe generell das Verlangen, noch einmal etwas neues zu erleben – arbeiten muss man schließlich sowieso noch sein Leben lang. (Bitte nicht falsch verstehen, ich gehöre nicht zu den Arbeitsverweigerern) :)

Meine absolute Begeisterung gilt dem Bau. Bereits in meiner Kindheit war ich verrückt nach Baustellen und bin es auch heute noch. Nun spiele ich seit etwa drei Monaten mit dem Gedanken, meinen Job aufzugeben und Bauingenieurwissenschaften an der Technischen Universität vollzeitig aufzunehmen.

Soweit – so gut, habe ich jedoch immer wieder meine Bedenken bezüglich den Fächern Mathematik und Statik (,vl. auch Mechanik).

Wie eingangs schon erwähnt, hatte ich bei meiner Matura (auch) in Mathematik eine 1, aber – so ehrlich muss man sein – die Mathematik, die man bei der Abendmatura lernt, gilt nicht dem Wissensstand einer normalen Matura, wofür man vier oder fünf Jahre in der Schule sitzt. Alleine deshalb, weil meine Mathematik-Matura großteils mit grafischem Taschenrechner zu lösen war.

Meine Angst liegt ganz einfach darin, dass ich mit meinem Wissensstand in Mathematik immer hinterherhinke und es im schlechtesten Fall einfach nicht schaffe… Immerhin wird an den Technischen Universitäten meistens groß geschrieben, dass speziell in Mathematik eine Durchfallquote von 60 % ist.

Hat von euch vielleicht jemand Erfahrungen damit gesammelt? Kann man Mathematik mit Fleiß „leicht“ schaffen?

Antwort
von ArchitektinA, 1

Probiere es einfach aus! Dir wird keiner sagen können, ob es für DICH zu schwer sein könnte. Ich hatte in Statik sehr gute Noten und fand es nur so mittelmäßig schwer. Ein paar meiner Kommilitonen haben das aber sicherlich anders gesehen. ;)

Um dich vorzubereiten könntest du dich zunächst als Gasthörer einschreiben und einige Vorlesungen in deiner Freizeit besuchen. Die TU München bietet sicherlich auch Vorbereitungskurse in Mathe an und vielleicht auch Sommerkurse.

Antwort
von erador78, 19

Ja
Habe kein Abi, habe aber dafür den Techniker gemacht. Damit könnte ich dann studieren gehen.

Es ist nicht ganz so einfach aber wenn du wirklich Lust darauf hast und wirklich lernen willst ist es das beste das zu machen kannst.

Ich wollte schließlich auch nicht als Facharbeiter mein Leben lang arbeiten und wollte mehr. Das habe ich bekommen.

Im Ingenieur Studium musst du Mathe Physik lieben. Wenn du mit Mathe und Physik nicht liebst ist es nicht das richtige für dich.
Andere würden wohl sagen wieso Physik? Sind doch nur Paar Semester
Joa aber Technische Mechanik und Simulation, ggf. numerische Mathematik (bin kein Bauingenieur) und MATLAB wo die Berechnungen schon praxisnah sind (hoffe ich, war zumindest bei mir so) hat man Physik eigentlich in fast jedem Fach drin. War zumindest beim Dipl ing so

Stell dir eine Frage
Willst du ein Leben lang dir selber sagen, hättest du doch studiert und das gelernt was du willst?
Oder gehörst du zu denen die viel planen und nichts machen?

Mehr als 50% packen es nicht. Bei mir haben es 30% gepackt mit Verspätung

Kommentar von erador78 ,

Kurz gesagt

Maschinenbau mit 1,7 abgeschlossen

Hatte vor Studium nicht gewusst was höhere Mathematik ist. Weil kein Abi

Aber mit viel Fleiß, einigen schlaflosen Nächten und den Willen es zu lernen, verstehen anwenden packt man es doch. Habe es in Regelstudienzeit abgeschlossen.

Habe Sehr viel gelernt weil es mich einfach interessiert hat. Mein Dipl Arbeit war auch schwer aber es hat mich einfach interessiert. Ich wollte es machen. Während andere einfach nur bestehen wollten wollte ich verstehen.

Wenn du mit dieser Einstellung ran gehst und es durchziehst wirst du gute Zukunftsaussichten haben. Willst du nur den Diplom wirst du eventuell weniger verdienen als jetzt

Antwort
von UlrichNagel, 7

Gewiss, mit viel Fleiß schafft man alles! Ich hatte vor 45 Jahren auch nur 10.Klasse und mit 1 Jahr größtenteils autodidaktischer Aufbereitung des Abiturstoffes die Aufnahmeprüfung noch vor vielen anderen mittelmäßigen Abiturienten bestanden. Habe dann die technische Hochschule und später auch die Uni als Pädagoge abgeschlossen!

Antwort
von pharao1961, 5

Mit den TU` s kenne ich mich nicht aus, aber im Beruf braucht man nicht mehr als die Grundrechenarten, % und die Winkelfunktionen. Ich hatte da auf der Technikerschule nie Probleme damit. Anders sieht es in Statik aus. Diejenigen die bereits in einem Ingenieurbüro gearbeitet haben, haben doch ein größeres Grundwissen und statisches Verständnis. Wenn der überwiegende Teil nun aus Ing. Büros kommt, richtet sich der Dozent natürlich nach der Mehrheit und geht entsprechend schnell vorwärts. Die aus den Architekturbüros bleiben dann eben auf der Strecke.

Deshalb ist es sehr entscheidend, ob in Statik vom Grunde auf begonnen wird, oder ob ein bestimmtes Wissen voraus gesetzt ist. Wie schon gesagt, wie das auf einer TU ist, weiß ich nicht.

Antwort
von Benedikt789, 11

Die Ingenieursmathematik ist eine Herausforderung, und sicher noch um einiges schwerer wenn man keine normale Matura hat. Der Aufwand wäre sicher sehr groß, aber mit einer fähigen Lerngruppe oder Nachhilfe wäre es schon machbar würde ich sagen.

PS: An welche Uni willst du denn gehen?

Kommentar von Questioner2323 ,

Vielen Dank für deine Antwort!

Ich möchte an der TU Graz studieren - bin bin Österreicher.

Antwort
von JackBl, 10

Sagen wir mal so, mit dieser Note sollte die Mathe und Physik am Studium auch noch relativ locker drin sein.

Es könnte sein, dass Du vielleicht später mal Statik III nicht mehr ganz gewachsen bist, aber das brauchen dann eh nur die, die wirklich Statiker werden wollen.

Ausserdem lernst Du bis zum Vordiplom noch genug davon.

Antwort
von FelixFoxx, 8

Mathematik schafft man nicht mit Fleiß, Mathematik muss man verstehen. Besonders Beweise zu verstehen ist anfangs nicht leicht. Ich habe Mathematik studiert und 1996 das Studium mit Diplom abgeschlossen.

Kommentar von Raskolnikow21 ,

Natürlich schafft man Mathematik mit Fleiß. Man abgesehen davon, dass es nicht um ein Mathematikstudium sondern um Mathematik in Nebenfach geht: zeig mir mal einen sehr guten Studenten, der nicht auch fleißig ist.

Kommentar von erador78 ,

Ja aber ein Ingenieur muss nicht viel mathematisches beweisen können ...  es reicht wenn er rechnen kann.
Da ist es viel wichtiger die Physik dahinter genauestens zu verstehen und dies dann in mathematischen Gleichungen zu lösen. Ein paar Semester Mathe muss man sich schon durch quälen. Natürlich haben wir auch ein paar Sachen beweisen müssen war aber alles noch erträglich.

Bei mir musste niemand die null mathematisch beweisen, die Nullen flogen immer raus und kamen nie wieder :-)

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