Herr A kauft eine vermietete Eigentumswohnung als Geldanlage. Dafür nimmt er einen Kredit auf, den er von der Steuer absetzen kann. Er hat die Auswahl zwischen einem Annuitätendarlehen und einer Kombination aus Vorfinanzierung und Bausparen. Die erste Möglichkeit ist, was die Gesamtkosten angeht, deutlich billiger. Bei der zweiten Möglichkeit sind die absetzbaren Zinskosten aber höher. Hier die Frage: Kann der steuerliche Effekt jemals so groß sein, dass das zweite, eigentlich teurere Darlehen am Ende billiger wird? Wie lässt sich dies berechnen?
Baufinanzierung: Welches Darlehen macht steuerlich Sinn?
Antworten (5)
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HelmuthkHelmuthk
Beim Thema "Steuern" gibt es offenbar nur ein Motto:"Steuern sparen, koste es, was es wolle!" Dabei vergessen viele, dass sich das Finanzamt auch bei Spitzenverdienern nur mit 44 % an den Kosten beteiligt. Bei Normalverdienern kann der Spitzensteuersatz bei 30 % liegen. Das bei Ledigen der Fall bei einem zu versteuernden Einkommen von rd, 28.000 € und bei Verheirateten bei rd. 55.000 €. Bis zu diesen Grenzen beträgt die Steueresparnis je 100 € Kosten also 30 €, zuzüglich Solidaritätszuschlag und möglicherweise Kirchensteuer. Die verbleibenden 70 bis 65 € Kosten trägt der Steuerpflichtige alleine. Daher kann- auch aus steuerlichen Gründen- nur eines gelten: Die eigenen Werbungskosten gering halten, denn dadurch sinkt auch die Nettobelastung. An der Variante mit dem Bausparvertrag verdient nur der Bausparkassenvertreter, nämlich in Höhe seiner Provision.
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harryrrahharryrrah
frag doch mal beim bundespräsidenten nach -- er hat bei hausfinanzierungen ein "glückliches händchen"!! -- zumindest gehabt
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1Antwort von
franzaesfranzaes
Hallo Nithical,
Wirtschaftliche Entscheidungen sollten unabhängig steuerlichen Überlegungen getroffen werden. Es gibt unglaublich viele Ex-Perten, Anal-Ysten und Be(un)rater, die nur davon leben, dass der Steuerspartrieb des Bundesbürgers weitaus stärker als sein Geschlechtstrieb ausgeprägt ist. Bei Geschäften, bei denen die Einnahme-Seite fix ist, gilt immer: Je höher die Kosten für Beratung, Zins etc., desto niedriger die Steuer. Die Steuer bemisst sich nicht nach den Ausgaben, sondern nach dem Gewinn (Einnahmen abzüglich Ausgaben). Insofern ist es doch vorteilhaft, die Variante zu wählen, bei der die meisten Steuern zu zahlen sind - denn das ist auch die Variante, bei der am meisten im eigenen Geldbeutel landet. Und insoweit von mir erwirtschaftetes Geld nicht in meinem Portemonnaie landet, sondern in fremden Schatullen, ist es mir immer moch lieber, es landet in Gemeinschaftskassen als auf dem Konto eines Beraters, der ein grösseres Haus hat als ich und ein schnelleres Auto fährt als ich ...
Gruß franzaes
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Nithical Danke für die Antwort. Es stellt sich mir dennoch die Gegenfrage: Ist es nicht sinnvoll, die Variante zu wählen, bei der A am meisten absetzen kann, denn die Summe, die er dadurch weniger an Steuern zahlt, landet ja eben in seinem Portemonnaie. Insofern stellt sich mir die Frage, ob die Aussage, dass "wirtschaftliche Entscheidungen unabhängig steuerlichen Überlegungen getroffen werden" sollten, so pauschal stimmt. Schließlich haben die großen deutschen Unternehmen ja nicht umsonst etliche Steuerberater, denen sie unglaubliche Summen zahlen. Die Frage müsste also eher lauten: Kann ein 50.000 Euro Darlehen, deren Kosten sich auf den ersten Blick auf 10.000 Euro belaufen (Steuereffekte exclusive) durch den "Steuerabsetzeffekt" am Ende für den Darlehensnehmer günstiger sein als jenes, welches 8000 Euro kostet?
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HelmuthkHelmuthk Nein, schau Dir meine Antwort an. Entscheidend ist immer die Nettobelastung. Und die ist nun einmal bei einem geringeren Zinsbetrag niedriger als bei einem hohen Zinsbetrag.
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hyfi01hyfi01
und nun mal eine kurze und prägnante Antwort.
Man betrachtet bei so einer Konstellation die Kosten nach Steuern. Dazu errechnet man von beiden Varianten die Gesamtkosten und zieht von der steuerlich wirksamen Variante die erwartete Steuerminderbelastung ab. Danach hat eine von den beiden Varianten die geringeren gesamtkosten und die wählt man dann.
Problem ist hierbei, dass man seinen individuellen Grenzsteuersatz auf die gesamte Finanzierungslaufzeit schätzen muss.
Ich würde hierbei einen Steuerberater konsultieren. Der berechnet das gegen eine Einzelgebühr. Alternativ kann auch das Baufiprogramm der meisten Berater eine steuerliche Betrachtung abliefern.
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gruuscht Antwort auf Antwort von Helmuthk. Bei allen anderen Varianten verdient immer der Nicht-Bausparkassenberater in Höhe seiner Provision. Keiner tut etwas umsonst. Somit ist diese Antwort nicht unbedingt hilfreich, sondern erweckt nur Panikmache. Jeder ist sich selbst der nächste. Steuern sparen kann man nur in Höhe seiner eigenen Steuerschuld und die ist vom Gesamteinkommen abhängig. Somit kann diese Frage in dieser Form nicht unbedingt korrekt beantwortet werden. Wenn man mit dieser Frage zu einem unabhängigen Finanzberater geht, wird er diese auch beantworten und zwar in seinem Sinne, d.h., wo er am meisten Provision herausschlagen kann. Also: Vertaue niemanden und entscheide nach Deinem Verständnis. Du scheinst ja Ahnung zu haben.
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HelmuthkHelmuthk Ich wollte keine "Panikmache" erwecken sondern nur darauf hinweisen, dass man nirgends mehr sparen kann als bei der Minimierung der Kosten. Und das erreiche ich üblicherweise bei der Variante, die insgesamt zinsgünstiger ist. Und daher würde ich die Konditionen vergleichen. Die eigene Hausbank wird üblicherweise einen kostenlosen Finanzierungsvorschlag machen. Darin müssen zwingend der Zinssatz, der Effektivzinssatz und die weitergegebenen Kosten der Bank aufgeführt sein. Diese Auskunft geben auch andere Banken mit denselben Hintergrundinformationen, und dann kann man vergleichen. Zum Thema "Panikmache" noch etwas: Ich bin Steuerberater, und ich würde jedem Mandanten die Antwort geben, die ich gegeben habe. Und mit tatsächlichen Einkommenszahlen kann die Ermittlung der Kosten ganau durchgerechnet werden.
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gruuscht Ich stimme Ihrer Antwort grundsätzlich zu, denn je weniger man Kosten verursacht, um so preiswerter ist die Finanzierung. Ich finde es absurd, daß man, nur um Steuern zu sparen, die Kosten erhöht. Wenn man die Nettoausgaben errechnet, stellt man immer fest, daß man doch mehr bezahlt hat, obwohl man doch eigentlich Steuern gespart hat. Das Prinzip "Steuern sparen, koste es, was es wolle" stimmt somit. Die Griechen und die Italiener (wertunabhängig formuliert) machen es uns doch vor und die Mentalität, dem Staat wenig Steuern zu geben, ist dem Bürger "angeboren" oder anerzogen. Allerdings sollte man auch nicht mehr Steuern zahlen, als unbedingt notwendig ist und nach dem Gesetz erforderlich.
Also, wenn ich es richtig verstehe, lautet die Antwort: Das Darlehen, welches unter dem Strich weniger kostet (bei Angebotsvergabe durch die Hausbank), ist sowohl vor als auch nach Steuer für den Darlehensnehmer und Steuerzahler das günstigste. Ein teureres Darlehen kann nie allein durch die Absetzbarkeit von der Steuer für den Darlehensnehmer am Ende günstiger werden. Korrekt?
PS: Also dass man Steuern sparen will, ist doch wohl klar, oder wer ist hier so behämmert und zahlt freiwillig mehr als legal nötig?
Genau so ist es. Anders wäre das nur, wenn die Steuerersparnis mehr als 100 % wäre. Dann würden höhere Kosten Sinnn machen. Das gibt es aber nicht. Und daher gilt meine Antwort uneingeschränkt auch bei dem Spitzensteuersatz.
Danke für den Stern. Ich hoffe, ich konnte Dich überzeugen. Helmuthk