Ich habe gelesen, dass Weine, die in Eichenfässern (Barrique) gelagert werden, das Aroma mit Holz-Komponenten wie Vanillin anreichern. Sind diese Weine automatisch qualitativ wertvoller und besser im Geschmack? Oder kann ich auch auf traditionelle Lagerung bei guten Weinen zurückgreifen?

sie haben einfach einen anderen Geschmack.
Wenn der Wein gut gelagert ist, ist er genauso gut

Nicht unbedingt hochwertiger und geschmacklich besser, aber fast ausnahmslos teuerer.
durch die aufwändige Lagerung sind sie auf jeden Fall teurer. Ab sie besser sind, muss der Käufer entscheiden.
meiner Ansicht nach kann man sehr wohl auf traditionelle Lagerung zurückgreifen und einen sehr guten Wein bekommen. Die Barrique-Lagerung ist Geschmackssache. Eigentlich wird durch diese Art der eigentliche Geschmack des Weines übertüncht, andere sagen "verbessert"
Barrique-Reifung ist die traditionelle Lagerung.
PepsiMaster am 2. April 2009 08:31 das wissen nur die meisten heute nicht mehr ...
Jahre lang war man damit beschäftigt, Holzfässer zu schrubben und zu reinigen, damit dieser intensive Holzgeschmack eben verschwindet ... heute ist Eichensuppe wieder modern ...
Irgendwann gibt es wieder einen anderen Trend.
Ich kenne nur die Eichenfasslagerung als traditionell. Alle "guten" Kellereien verwenden überwiegend eben solche Fässer.
Nein, der Wein wird nicht hochwertiger. Die Qualität entsteht immer und ausschließlich im Weinberg. Im Keller kann man dies Qualität nur erhalten oder verschlechtern. Der Barrique-ausbau ist nur einer von vielen Ausbaumöglichkeiten. Das "weingrüne" Großfass aus Holz ist übrigens auch eine traditionelle Ausbaumöglichkeit. Es stimmt nicht, dass alle "guten" Kellereien überwiegend Barriques benutzen, ich kenne etliche andere.

Barriqueweine müssen nicht hochwertiger sein, als Weine (hier geht es ja zumeist um Rotweine) die klassisch im Stahltank ausgebaut werden. Barriue bringt neben Aroma- und Geschmackskomponenten auch Gerbstoffe mit sich, die ersteinmal, je nachdem wie intensiv sie sind, abgebaut werden müssen. Dass eine Gran Reserva aus Spanien erst nach frühestens 5 Jahren verkauft und somit in den Handel kommt, liegt daran, dass der Wein zuvor auch gar nicht trinkbar, d.h. zu genießen ist. Barrique verteuert die Produktion auf jeden Fall, da die Fässer mit deren limitierten Fassungsvermögen von 225l (max. 350l in einigen Ländern) einen Batzen Geld kosten (zw. 800€ und 1500€ je Fass). Daher sind i.d.R.auch nur hochwertigere Weine im Barrique ausgebaut. Da es heute ja (nur noch) um den Geschmack im Wein ankommt, werden Alternativen gesucht und angewandt, z.B. "chippen", Spähne. Beim Chippen kommen Holzchips die zuvor wie das Eichenfass getoastet worden sind zum Wein in das Stahlfass. Diese Methode ist wesentlich ökonomischer, da weniger Holz gebraucht und größere Tanks verwendet werden können. Z.Z. laufen noch Versuchsreihen in Geisenheim (Hochschule für Weinbau), ob die Weine, dann auch so haltbar sind, wie echte Barriqueweine. Allerdings ist diese Methode zwar im Ausland vor allem in Australien und USA längst angewandte Praxis, in Deutschland jedoch noch nicht erlaubt. Diese Weine dürfen hier dann auch nicht die Bezeichnung »Barrique« tragen. Holzspähne anstelle von Chips, darf hier z.Z. gar nicht verwandt werden. Um noch einmal kurz auf einen weiteren Unterschied zu kommen: Rotweine im Stahltank ausgebaut haben sehr viel mehr die "Fruchtnoten" betont, während bei Weine aus dem Barrique mehr die "Holznoten" (Vanillie, Schokolade, Tabak, Rauch)im Vordergrund stehen. Letztlich ist das Geschmackssache und es gibt hervorragende Rotweine, die nicht im Barrique ausgebaut worden sind, wenngleich Barrique mehr "en voge" ist.
Ja, ich zitiere von der Homepage http://www.eichenfass.org - Je älter ein Eichenfass ist, desto weniger Aromen kann es noch abgeben. Am intensivsten erfolgt die Aromatisierung innerhalb des ersten Jahres. Anschließend sind bis zu 85% des potentiell abzugebenden Aromas verloren.