Hallo,
es geht um meinem Mann. Er ist 38 Jahre alt und hat seit 8 Wochen einen Bandscheibenvorfall und ist seitdem arbeitsunfähig. Er ist Handwerker bzw. im gewerblichen Bereich tätig und verrichtet körperliche Arbeit. Lt. Orthopädie und lt. Radiologie (Röntgenbilder) hat er einen schweren Bandscheibenvorfall. Er hat keine Lähmungserscheinungen und auch kein Taubheitsgefühl, sodass von einer OP erst einmal abgeraten wurde. Er hat sehr starke Schmerzen die in Form von Strahlungsschmerzen den PO hinunter in die Beine strahlen/ziehen. Er bekommt Schmerzmittel, Akkupuntur, Spritzen und KG. Leider hilft nichts. Wärme tut gut. Aber sobald er zwei, drei Tage wieder ein bisschen laufen kann, kommt ein Rückfall - und dann fängt er wieder von vorne an. Meine Frage ist - wie lange muss man seinem Körper Zeit geben, damit er sich selbst heilt? Wie lange muss mein Mann warten, bis man sagen würde: Okay, nun sollte man doch operieren. Er wird zuhause nun doch mit sich selbst ungeduldig. Er kann so gut wie nichts mehr machen - nur sitzen und ein paar Schritte gehen. Zu dem gesundheitlichen Aspekt, kommt nun auch der finanzielle (Lohnausfall, Krankengeld, Angst den Job zu verlieren)
Nach wie vielen Wochen Schmerzen sollte man vielleicht doch operieren? Oder fehlt ihm nur die Geduld?
Susi
es ist langwierig, es ist alles möglich, hilfreich sind immer (!): Wärme, also Infrarotlampe, dann ab ins Bett mit Wärmflasche im Rücken. Rückenlage, Beine anziehen (reduziert die Bandscheibenbelastung auf die Hälfte), niemals vornübergebeugt (gebückt) Lasten heben, neue Matratzen kaufen (Tonnentaschenfederkern), längeres Bett (Deutschland mit seinen Gnomenbetten von nur 2 m Länge...), etwas mehr Zeit muß er sich wohl noch nehmen, da er ja unter ärztl. Kontrolle steht, ist das auch verantwortbar: 3 Monate würde ich warten, aber un-be-dingt zweiten Arzt hinzuziehen, ein befreundeter Chirurg erzählte mir, als Notfallarzt einen Pat. mit angebrochener Wirbelsäule (nach Fall auf Baustelle) gehabt zu haben, der bei 3 Ärzten zuvor als "Drückeberger" rausgeflogen war....er ließ ihn im Hubschrauber ins nächste Krankenhaus fliegen. Folglich: Zweite Meinung einholen!
Hallo Muckusch, danke für Deine schnelle Antwort. Mein Mann sitzt einige Stunden am Tag auf seinem Heizkissen (eins ist schon durchgebrannt vom Dauerbetrieb). Im Bett schläft er schlecht - überhaupt kann er viel besser sitzen als liegen. Unsere Matratze ist 5 Jahre alt und eine Kaltschaumkombi - eigentlich ein hochqualitatives Stück.... Aber man überlegt in alle Richtungen...wenn Du schreibst 3 Monate warten: Meinst Du noch drei weitere Monate, oder jetzt noch einen Monat?
Susi
Hi Susi, ich meinte insgesamt 3 Mte., also jetzt noch einen, aber das klingt so kalendarisch, es ist vertrackt, hat ja mitunter selbst psychische (Mit-)Ursachen, bspw. wenn man langjährige Sorgen hat, Depressionen, Überlastungsgefühle, also Erscheinungen, die immer mehr zunehmen. Nach 5 Jahren gilt eine Matratze, auch der Lattenrost, als überprüfungsbedürftig, ich schmeiße mittlerweile alle 5 Jahre raus :-) und empfehle Tonnentaschenfederkern, nichts anderes, mein Orthopäde hat allerdings selbst ein Wasserbett.... Wärme warmen Wassers halte ich für besser als die "trockene" elektrische, nicht umsonst nehmen Masseure doch auch Rotlicht, Fango, heiße Steine pp., elektrische Wärme ist so "synthetisch". Wichtiger als alles andere erscheint mir, entschuldige meine "Penetranz" in dieser Hinsicht, die zweite Meinung, man kann übrigens die klassische OP auch labroskopisch machen, ("Schlüsselloch"), es soll neue Methoden des "abzwickens" nur des herausstehenden Bandscheibenteiles geben, welches auf die Nerven drückt, könne man fast ambulant erledigen, die Erfolge seien gut, besser als bei herkömmlicher OP. Huch, bitte alles mit Vorsicht genießen was ich schreibe, bin kein Arzt, kenne nur viele und höre mich um. 2. Meinung einholen :-)