Bananen zu günstig?

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8 Antworten

Das Gleiche habe ich mich neulich bei Erdnüssen gefragt. Eine ganze Dose für ca. 60 Cent. Wieviel davon wohl noch an Material abfällt? 10 Cent? 20 Cent? Dann müssen die Knackmaschinen bezahlt und gewartet werden. Der Transport natürlich. Irgendwelche Bonzen langen auch noch einmal richtig zu.

Ich möchte nicht wissen, wie hoch der Lohn eines Nusspflückers ist...

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Ich bin ganz deiner Meinung und würde auch leicht 100% mehr bezahlen. Die Arbeiter und Regenwälder hätten da aber sicherlich nichts von.

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Du hast vollkommen Recht. Sehe die Sache auch einmal von der anderen Seite: Die Bananen sind deswegen so günstig, weil viele Lebensmitteldiscounter an Personalkosten sparen. Viele Angestellte sind Minijobber, Leiharbeitnehmer und Angestellte auf Basis von Werkverträgen. Ich arbeitete einen Monat lang in einem Auslieferungslager eines großen Discounters. In meiner Abteilung waren drei Festangestellte und zig Leiharbeiter mehrer Zeitarbeitsfirmen. Die Festangestellten verdienten deutlich mehr und arbeiteten 7,5 Stunden. Die Leiharbeitnehmer hingegen verdienten einen Hungerlohn und arbeiteten neun Stunden. Durch solche Machenschaften kann man erst billig verkaufen. Das Elend beginnt im Regenwald mit der Abholzung und Ausbeutung der Plantagenarbeiter. Das Ende der Ausbeutung endet erst bei der unterbezahlten Kassiererin, welche die Ware einscannt und von dir Geld kassiert. Wenn jemand meint, dass es z.B. für Leiharbeit Tarifverträge gibt: Das stimmt, aber die Personaldienstleister sind nicht von gestern. Um die Lohnkosten zu drücken greifen sie auf diverse Praktiken zurück. Ein Beispiel, welches mir selbst widerfuhr: Arbeitsvertrag bei einer Zeitarbeistfirma unterschrieben, eingestellt als Teilzeitkraft. Monatliche Arbeitszeit: 108 Stunden. Tatsächlich habe ich aber als Vollzeitkraft gearbeitet, weil kein Entleiher jemanden für einen halben Tag braucht. So habe ich jeden Tag zwischen 8,5 und 9 Stunden Lattenroste für ein großes schwedisches Einrichtungshaus eingepackt. Im Schnitt waren das täglich circa fündhundert Lattenroste täglich. Ausbezahlt bekam ich nicht die Stunden einer Vollzeitkraft, sondern lediglich die 108 Stunden (ca. 750 Euro netto). Die Überstunden wanderten auf das Zeitkonto, damit ich diese bei schlechter Auftragslage abfeiere. Das ist gesetzeswidrig, weil der Arbeitgeber die schlechte Auftragslage nicht auf den Mitarbeiter abwältzen darf (gibt sogar Gerichtsurteile). Leider interessiert das niemanden.  Mit solchen Taktiken und Praktiken wird sehr viel Geld eingespart - und niemand fühlt sich verantwortlich für den Mitarbeiter.

Zurück zu den Bananen. Es gibt verschiedenste Arten von Bananen. Älteren Generationen ist bestimmt schon aufgefallen, dass die Bananen vor zwanzig oder dreißig Jahren anders aussahen. Das liegt daran, dass es eine bestimmte Krankheit bei Bananen gibt (fragt mich nicht welche). Durch die Monokulturen stirbt eine Bananenart durch diese Krankheit aus und es wird eine neue Bananenart für die Massenproduktion angebaut - bis irgendwann alle Bananenarten ausgestorben sind.

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Kommentar von Salavo
03.03.2016, 13:50

Wann endlich haben wir Reichtum für alle.

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Kommentar von xx99hiixx
03.03.2016, 14:35

Ich will nicht hoffen dass du bei diesem Arbeitgeber immernoch angestellt bist.. Kannst du nicht den Job wechseln? 😳

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Auf Grund meines nicht allzuhohen Einkommens bin ich nicht bereit, einen höheren Preis für Bananen (und andere Lebensmittel) zu zahlen,

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Das ist mir egal Hauptsache sie schmecken nach Banane und nicht so mehlig.

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...und Pflaumen aus Südafrika, Limetten aus Brasilien, sogar Erdbeeren...Es ist des Kunden Wunsch, zu jeder Jahreszeit Alles zu bekommen! Der Verbraucher ist selber schuld! Außerdem: Direkt neben den Edeka-Bananen zu derzeit-.99€ liegen die (ach so viel teureren)  Fairtrade. Welche bleiben wohl liegen?

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Ehrlich gesagt, recht viel, ich bau selber viel an und versorge mich größtenteils selber. DAMALS IM KOMMUNISMUS konnte man eigentlich nie einkaufen gehen, es war immer leer und Fisch und Fleisch gab es sowieso nicht :)

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Wenn gewährleistet ist, daß der höhere Preis auch den Produzenten, also den Arbeitern auf den Plantagen, zugutekommt, ja.

Dies ist aber leider so ziemlich auszuschliessen, es würden dadurch nur die Gewinne der Importeure und Handelsketten erhöht werden........

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