Frage von CloudLi, 196

Bafög unterstützt nicht mich sondern meinen Vater?

Ich habe vor kurzem erst erfahren das dem Unterhalt, den mein "Vater" mir zahlen muss, 100% vom Bafög abgezogen wird. D.h. von den 230€ die mein Vater mir zahlen müsste wird aktuell 230€ Bafög abgezogen, ich kriege dafür im Monat 50% vom Bafög als schulden angerechnet. Wo genau kriege ich da die Unterstützung? Es ist doch eher so das ich meinen Vater damit bezahle und mir damit 50% Schulden einhole. Oder erkenne ich da etwas nicht?

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Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 93

Bafög ist eine Sozialleistung für Kinder von "armen" Eltern. Also ja, mit Bafög werden Eltern entlastet, wenn sie bewiesen haben, dass sie entlastet werden müssen und sie dich sonst nicht finanzieren könnten.

Dein Vater kann also nur teilweise zahlen, der Rest läuft über Bafög. Und davon ist 50% ein Darlehen.

Für dich ist es scheinbar egal woher das Geld kommt. Aber ohne Bafög würde dein Vater ja auch nicht mehr Geld haben, nur dann würdest du dir vermutlich das Studium nicht finanzieren können. Also Bafög gibt dir die Möglichkeit zu studieren, auch wenn du Kind von armen Eltern bist.

Du kannst natürlich entscheiden nicht zu studieren und damit keine Schulden anzuhäufen. Das ist deine Entscheidung.

Wenn du aber studieren willst, dann fördert Bafög dich, da du nicht für arme Eltern bestraft werden sollst und jeder die Möglichkeit haben soll zu studieren.

D.h. von den 230€ die mein Vater mir zahlen müsste wird aktuell 230€ Bafög abgezogen

Nein andersrum. Von dem was dir als Bafög zustünde wird Unterhalt vorrangig angerechnet. Der Unterhalt mindert also dein Bafög und mindert deine schuldenlast.

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 96

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ermöglicht es, dass auch junge Erwachsene studieren können, deren Eltern sie in dieser Zeit nicht finanzieren könnten. 

Selbstverständlich  muss die Hälfte des zur Verfügung gestellten Geldes später wieder zurückgezahlt werden - in der Regel ist das spätere Einkommen nach dem Abschluss des Studiums aber auch höher als das eines nicht studierten Erwerbstätigen....

Den Eltern diese Rückzahlung negativ anzulasten, ist schlicht unfair.....

Kommentar von CloudLi ,

Sie können das unfair für sich behalten, Sie haben von meiner "Familiensituation" keinen Schimmer. Und wenn Sie das als unfair betrachten, haben Sie ein sehr sehr gutes Leben.

Kommentar von DFgen ,

Von der Familiensituation habe ich keinen Schimmer - aber diese steht auch genauso wenig zur Debatte wie mein gutes Leben (welches ich mir selbst ohne finanzielle Hängematte erarbeitet habe).

Wenn keine Bereitschaft gegeben ist, die Hälfte eines Vorschusses zurückzuzahlen, der für die Lebenshaltungskosten während einer sehr teuren Ausbildung gewährt wird, besteht die Alternative einer anderen Ausbildungsform...

Vielen Studierenden wird kein BAföG gewährt - sie bekommen also nicht die Hälfte ihrer Lebenshaltungskosten während des Studiums vom Staat geschenkt.....

Antwort
von hertajess, 43

Ich versuche mal mit meinen Worten das bisher Gelesene zu sortieren:

Deiner Mutter und dem sie unterstützenden Jugendamt ist es also 18 Jahre lang nicht gelungen Deinen Vater in die Unterhaltspflicht zu nehmen. Das kann dann sehr viele Gründe haben:

Deine Mutter hat sich nicht ständig drum gekümmert, verlor von mir aus die Nerven - kann ich nachvollziehen aber ist dann tatsächlich auch ihre Verantwortung laut geltendem Recht - ist dem Jugendamt nicht oft genug auf die Füße getreten, hat sich nicht um einen fitten Anwalt gekümmert....

Das Jugendamt hat sich an die politische Vorgabe gehalten Verantwortungsverweigerer zu fördern. Auf solche politischen Vorgaben kann jeder erwachsene Mensch einer Kommune Einfluss nehmen. Deshalb verändert sich die Haltung mancher Mitarbeiter von Jugendämtern auch zusehends. 

Von der Arbeit deutscher Familiengerichte die da auch eine maßgebliche Rolle spielen will ich lieber schweigen. Es wird schon gute Gründe haben warum sich diese Gerichte nicht an das europäische Transparenzgebot halten trotz entsprechender Mahnungen auch des Bundesverfassungsgerichts. 

Ob Dein Vater überhaupt ein Kind wollte ist dann eine andere Frage. Er hätte ja schließlich auch ein Kondom überziehen können. Nach meiner Erfahrung ergibt sich eine Antwort erst nach Jahrzehnten wenn sie denn gefunden werden kann. 

So. Das ist also die Ausgangssituation. 

Dann wurdest Du 18 und hast angefangen Dich selbst zu kümmern. 

Wenn ich recht verstehe hast Du Dir dann keinen eigenen Anwalt besorgt obwohl Du Anspruch auf "kostenlose" Prozesskostenhilfe hast. Wie das Thema "kostenlose" Rechtsberatung bei Dir vor Ort geregelt ist steht auf der Seite des zuständigen Amtsgerichts. 

Du bist also mit dem Anwalt der gegnerischen Seite als einzige Vertretung zum Gericht gegangen oder zu einem Amt. Und hast Dir vom Anwalt der Gegenseite erklären lassen wie Deine Rechte aussehen. 

Nun regst Du Dich auf. 

Du bist, natürlich, auch berechtigt Dich einfach mal online bezüglich BaFöG einzulesen. Da findest Du nämlich alle relevanten Informationen. Und wenn Du diese dann durchgearbeitet hast ergibt sich:

Dein Vater zahlt Dir 230,- Euro - unterstelle ich mal

Diese 230,- Euro werden dann von den in dieser Tabelle dargestellten Beträgen - je nachdem welcher für Dich relevant ist - abgezogen

BAföG-Höchstsatz (nicht bei Eltern wohnend, ohne Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung)Ausbildungsartbis SoSe 2016ab WiSe 2016Studium597 €649 €Fachschule m.B., Abendgymnasien572 €622 €Fachoberschule m.B., Abendhaupt/realschulen, Berufsaufbauschulen543 €587 €Gymnasium*, Berufsfachschulen, Fachschulen o.B.465 €504 €* Nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt BAföG möglich, siehe hier.

Den einkopierten Text habe ich online ganz einfach gefunden. 

Nehmen wir mal an Dir stehen 597,- Euro zu. Dann ergibt sich folgende Rechnung

597 - 230= 367

Davon wird die Hälfte, also 50%, als Darlehen an Dich ausgezahlt. 

367 : 2= 183,5 / Das ist dann Dein Dir monatlich von der Allgemeinheit gewährtes Darlehen. Das zahlt Dir die Allgemeinheit damit Du studieren kannst. 

Und wo bitte ist jetzt die Aufregung? 

Antwort
von isomatte, 95

Ich habe mir deine Frage nun schon 10 mal durchgelesen,was du möchtest weiß ich aber immer noch nicht,normalerweise bin ich nicht auf den Kopf gefallen und kann mir etwas zusammen reimen,aber hier habe ich keinen Plan was du willst !

Sortier das ganze noch mal und stelle die Frage erneut und erkläre genau um was es dir geht.

Kommentar von CloudLi ,

Ergibt sich hier irgend wo der Sinn Bafög weiterhin zu beziehen wenn ich mir eigentlich nur Schulden ansammel und meinen ungeliebten Vater stattdessen entlaste?

Kommentar von isomatte ,

Warum entlastest du deinen Vater durch dein Bafög ?

Wohnst du bei ihm und bezieht er Sozialleistungen oder wie soll ich das sonst verstehen ?

Kommentar von CloudLi ,

Es ist so: 

Ich bekomme erst seit ich 18 Jahre alt bin Unterhalt von meinem Vater. Er Zahlt mir 230€ Unterhalt (weil das die Differenz von Mindestgehalt & einkommen von ihm ist). 

Er ging in die Insolvenz und verlor damit auch die schulden die er an das Amt hatte, welches meiner Mutter 18 Jahre Unterstützung gab weil er nicht Zahlte.

Nun fing ich an zu studieren und bekomme nach allen angaben vom Bafög 230€ im Monat.

Mein Vater ging mit mir zu einem Anwalt, der mir sagte: "Dem Unterhalt wird der komplette Satz vom Bafög abgezogen."

Nun ist meine Frage, wo unterstützt das Bafög mich denn noch?

Sollte ich das lieber fix abmelden?

Kommentar von CloudLi ,

Mindestbehalt* -Autokorrektur 

Kommentar von isomatte ,

Wenn du nicht gerade Schüler - Bafög - bekommst,was nicht zurück gezahlt werden muss,hat die Insolvenz deines Vaters keinen Einfluss auf irgend welche Schulden die du dann machst,denn vom normalen Bafög - musst du in der Regel 50 % zurück zahlen und das geht nicht nur dir so,sondern jedem der Bafög - bezieht !

Natürlich wird dann der vorrangige Unterhalt der Eltern auf das dir zustehende Bafög - angerechnet,es verringert dann also dein Bafög - um diese 230 € Unterhalt von deinem Vater.

Was du meinst ist der Selbstbehalt,also was deinem Vater selber zum Leben bleiben muss,er zahlt praktisch den Überschuss der über diesem Selbstbehalt liegt an Unterhalt an dich und das sind diese 230 €,die dir dann von deinem Bafög - Bedarf abgezogen werden.

Kommentar von CloudLi ,

Richtig, mit der Insolvenz meinte ich eher, er versucht mit allen Mitteln nichts zu bezahlen. 


Es geht mir um die simple Mathematik 230-(230*0.5)= 115 euro gehen an mich und mein Vater muss mir keine 230 euro zahlen. Ich versuche nur raus zu finden ob ich etwas übersehe, einen Grund weshalb ich Bafög nicht abmelden sollte.

Kommentar von claudialeitert ,

Bafög musst du beantragen. Das kannst du nicht einfach abmelden. Dein Vater kann darauf drängen Bafög anzunehmen. Da gibt es auch Richtlinien

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