Frage von HomerTheStoner, 46

Bafög und ALG1 zusammen - nun kam die Rückzahlforderung?

Hallo,

Ich gehe auf das Abendgymnasium und habe seit dem 2. Halbjahr Anspruch auf Bafög. Meinen alten Job hatte ich zum 31.12.15 gekündigt und ALG1 beantragt, was mir auch zusteht und ich bis dato beziehe.

Noch vor dem 2. Halbjahr habe ich dann elternunabhängiges Schülerbafög beantragt, der Antrag wurde bewilligt und ich habe es nun 4 MAL in einer Höhe von 572€ monatlich bezogen.

Ich hatte damals beiden Ämtern vermittelt, dass ich Anspruch auf Bafög / ALG1 habe bzw. beziehe. Also dem Arbeitsamt gesagt, dass ich bald Bafög beziehen werde und der Bafögstelle, dass ich ALG1 beziehe. ICH habe besonderen WERT darauf gelegt, keine Leistung zu unrecht zu beziehen und es beiden Sacharbeiterinnen in den jeweiligen Stellen AUSDRÜCKLICH vermittelt. Sie versicherten mir, dass dies nicht passieren wird. Ich sollte einfach nur beiden Ämtern den jeweiligen Bewilligungsbescheid zukommen lassen. Also gab ich der Bafögstelle NOCH VOR DER BEWILLIGUNG DES ANTRAGS meinen ALG1-Bewilligungsbescheid. Und nach Bewilligung des Bafögs der ALG1-Stelle meine Bafög-Bewilligung.

Heute kam mit der Post eine Rückzahlforderung der Bafögstelle in Höhe von 2008€. Mein monatlicher Satz wurde von 572 auf 35€ minimiert.

Nun bin ich in erster Linie auf mich selbst wütend und frage mich, warum ich so naiv war und dachte, dass das alles rechtens sei, aber in zweiter Linie frage ich mich, WARUM ZUR HÖLLE die Bafögstelle einfach 4 Monate einen Betrag an mich gezahlt hat, der mir nicht zusteht, OBWOHL ich ihnen den Bewilligungsbescheid des ALG1 noch vor der Bewilligung des Bafögs habe zukommen lassen ?

Kann ich dagegen vorgehen ? Ich habe schließlich alles abgegeben und die Bafögstelle hat meinen Satz falsch berechnet. An zurückzahlen ist gar nicht zu denken, vor allem nicht mit 600€ ALG1 plus Kindergeld. Ich bin verzweifelt....

Antwort
von Samika68, 29

Wenn Dir schon bei Antragstellung klar war, dass beide Bezüge gleichzeitig nicht rechtens sind, frage ich mich, warum Du das Geld nicht rücküberwiesen, oder zur Seite gelegt hast... Dir war ja offensichtlich bewusst, dass der Bezug von Bafög vom ALG1 abgezogen wird.

Wurde von Dir denn der Bewillungsbescheid für's Bafög ans Arbeitsamt weitergeleitet? Daraufhin hättest Du nämlich dann einen Änderungsbescheid bekommen.

Kommentar von HomerTheStoner ,

Der Bewilligungsbescheid für das Bafög wurde von mir unmittelbar danach ans Arbeitsamt weitergegeben.

Ebenso wurde der Bewilligungsbescheid vom ALG1 kurz nach der Antragstellung bei der Bafögstelle eingereicht. Warum wurde mir dann, obwohl die Bafögstelle über meine Einkünfte (ALG1) Bescheid wusste, trotzdem ein "so hoher" Satz an Bafög zugesprochen ?

Wie kann es 4 Monate dauern, bis man merkt, dass der Antragsteller zu viel bekommt ? Das liegt ja eindeutig an der Sachbearbeiterin der Bafögstelle. Kann ich dagegen vorgehen ?

Kommentar von Samika68 ,

Bei der Flut an zu bearbeitenden Anträgen bei unseren Ämtern ist es wohl leider nicht zu vermeiden, dass ein Fehler erst ziemlich spät auffällt...

Du kannst Dich schriftlich beschweren und den Sachverhalt darlegen. Hast Du Postbelege für das Versenden der Bewilligungsbescheide - hoffentlich hast Du sie per Einschreiben verschickt.

Du wirst den zu unrecht bezogenen Betrag jedoch mit Sicherheit zurückzahlen müssen... Vereinbare Stundung und/oder Ratentilgung.

Viel  Glück

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