Frage von Starjuice, 39

BAföG, diverse Probleme, was tun?

Hallo zusammen,

also im folgenden Fall hat meine Freundin diverse Probleme mit der BAföG Behörde. Kurze Info über meine Freundin: Meine Beste ist 23 J. (im April geworden) und befindet sich seit August 2015 in einer schulischen Ausbildung als Kinderpflegerin, wohlgemerkt an einer staatlichen Berufsfachschule. Zur Ausbildung gehört auch ein Praktika von 300 Std. pro Jahr. Sie hat zuvor bereits eine Ausbildung zur Verkäuferin abgeschlossen, war danach gut ein Jahr arbeitslos, trotz Bewerbungen, fand dann eine befristete Anstellung im erlernten Beruf und arbeitete 6 Monate als Verkäuferin. Zwei Wochen gegen Ende der Probezeit wurde sie gekündigt, woraufhin sie dann im August'15 die zweite Ausbildung begann (derzeit Sommerferien). Seit gut zwei Jahren wohnen/leben wir auch zusammen.

Nun zum Hauptproblem: Seit beantragung des BAföG's stellt sich diese Behörde quer wo es nur geht. Zum einen wird ihr kein Elternunabhängiges BAföG gewährt. Zum Grundbedarf wurde ihr ca. 465,- € berechnet. Davon erhielt sie ein Jahr lang als mtl. Zahlung vom B.Amt nur 154,- €. Die Differenz von 311,- € sollte der geschiedene Vater zahlen, was er aber bis heute nicht gezahlt hat. Im Dezember 2015 suchten wir einen Anwalt auf, welcher uns/meiner Freundin versicherte, er kriege das hin und was das B.Amt macht sei nicht Rechtens. Einige Monate später und nach mehreren Anrufen und Supertollen prognosen vom Fachanwalt, welcher uns ständig mit Sätzen wie "Das sieht nach sehr guten Erfolgsaussichten aus" hinhielt, dann der Brief worin stand, das es doch nicht machbar sei dagegen zu klagen. Der achsotolle Anwalt erklärte kurz und knapp im Brief, es gäbe auf einmal doch keine guten Erfolgsaussichten mehr. Rechnung vom Anwalt folgte, problem jedoch ungelöst.. Also beantragte meine Freundin nach kurzem telefonat und Aufforderung gegenüber ihrem Vater dann Vorausleistungen beim B.Amt. Nun hat das BAföG Amt die Vorausleistungen bewilligt und nachgezahlt, aber NICHT 11x die 311,- sondern 11x 127,- €. Da der Vater ihr jeden Monat das Kindergeld weitergeleitet hatte, welches er von der Familienkasse für Sie bekam, wird es seitens des BAföG Amtes als Unterhalt angerechnet und somit wird von den 311,- € die 184,- € Kindergeld mitangerechnet. Und das, obwohl sie bereits vor der Ausbildung nicht mehr bei ihm wohnte..

Sry für den Wall of text, aber es dient einem besseren Verständnis um die ganze Situation nachvollziehen zu können. Was können wir denn noch tun ? Welche Anlaufstellen gibt es ? Ist das Rechtens seitens des BAföG Amtes ? Einen besseren Anwalt suchen ?

In anderen Foren lese ich, das der Grundbedarf für Bezieher von BAföG bei 670,- € liegt. Das problem ist aber auch das man nicht exakt annährend den Fall findet, den man selbst hat. Und was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, warum bekommt meine Freundin denn kein Elternunabhängiges BAföG ?

Ich hoffe auf Hilfreiche Antworten. Gruß

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ellaluise, 15

Deine Freundin bekommt "Schüler-Bafög" und dort ist der Höchstsatz 465€.

http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverwg-urteil-5-c-3-14-bafoeg-vorausleistu...

Es scheint alles den gesetzlichen Regelungen zu entsprechen.

Kindergeld wird angerechnet, egal ob vom Vater an das Kind gezaht oder ob das Kind mittels Abzweigungsantrag das Kindergeld direkt bekommt.

Wenn deine Freundin mehr Geld benötigt sollte sie sich einen Nebenjob suchen. Das machen fast / haben praktisch alle jungen Leute aus meinem Bekanntenkreis gemacht.

Sie hat bereits eine Berufsausbildung. Abend-/Spätschicht an Kasse im Supermarkt, Sonnenstudio...

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 9

Hallo,

ich kann da nur zustimmen. 465€ ist der Höchstsatz für eine schulische Berufsausbildung. Dafür ist das aber auch komplett geschenkt.

670€ ist der Höchstsatz für Studenten, die nicht mehr familienversichert sind.

Den Vorausleistungsantrag habt ihr schon gestellt (was das einzige vernünftige war, den Anwalt hättet ihr euch sparen können). Das Amt zahlt also den Rest nach. Da Kindergeld aber dem Unterhalt dient wird das mitangerechnet.

Die Rechnung vom Amt stimmt also.

Elternunabhängiges Bafög bekommt man nur wenn man konkrete Voraussetzungen hat - und die hat sie nicht.

 


Antwort
von SimonG30, 10

In anderen Foren lese ich, das der Grundbedarf für Bezieher von BAföG bei 670,- € liegt

Da geht´s nicht um den Grundbedarf, sondern um die maximalen Förderbeträge.

Es gibt unterschiedliche Sätze bei Studenten- bzw. Schüler-Bafög. Bei Schüler-Bafög ist die maximale Förderung 465 €. Mehr kann man aktuell nicht bekommen.

Auch die Anrechnung des Kindergeldes ist, meines Wissens, richtig.

Und das mit dem elternunabhängigen Bafög hast Du ja bereits selbst rausgefunden. Da erfüllt Deine Freundin leider nicht die Fördervoraussetzungen.

Antwort
von qugart, 17

Wie kommt ihr darauf, dass deiner Freundin ein elternunabhängiges Bafög zusteht?

http://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/elternunabhaengig.php

Kommentar von Starjuice ,

Nachdem ich den Text geschrieben hatte, bin ich weiter auf recherche gegangen und hab mittlerweile wie du erwähnst auch die Gewissheit, das ihr leider kein Elternunabhängiges BAföG zusteht ;(

Nun dreht sich die ganze Sache hier nicht explitzit um diese Frage.

Trotzdem Danke für deinen Kommentar.

Gruß

Kommentar von qugart ,

Ja, das müsst ihr erstmal abklären, denn die Frage dreht sich eben genau darum, was deiner Freundin da überhaupt zusteht.

Dass der Anwalt eine Pflauma war, dürfte euch ja jetzt auch schon aufgefallen sein. ich würde auch behaupten, dass man hier überhaupt keinen Anwalt benötigt.

Daher: erst die Sachlage klären.

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