Frage von aibstesp, 44

Bafög-Antrag sofort abgelehnt - was nun?

Hallo!

Ich hab einen Bescheid bekommen, dass ich 0€ Bafög bekomme. Ich hab die Unterlagen erst am Dienstag eingereicht und gestern kam der Bescheid! Wie kann das denn eigentlich sein, dass die in ein paar Tagen alles prüfen und entscheiden? Es hieß eigentlich 3 Monate Bearbeitungszeit. Es steht auch nur dabei, dass ich quasi ein 'Vermögen' von etwa 2000€ haben, meinen die jetzt, ich kann damit 3 Jahr studieren?! Ich wohne in München, dort bekommt man nicht mal ein mini WG-Zimmer unter 300-350€! Meine Eltern können mich auch nicht so stark unterstützen, wir haben auch ein Haus, das wir noch abzahlen müssen, aber Schulden interessieren diese Leute vom Bafög ja nicht mal! Ich studiere ein sehr lernintesives Studium und kann nebenbei nicht so viel arbeiten, dass ich mich selbst finanzieren kann! Für mich bedeuet die Ablehung vom Bafög eigentlich, dass ich mein Studium abbrechen muss - und es ist mein absoluter Traumstudiengang! Was kann ich jetzt tun? Natürlich werde ich da morgen gleich anrufen und nachfragen, was das soll und ich werde auch einen Widerruf einlegen, aber habt ihr damit Erfahrung? Hat man überhaupt eine Chance, wenn man abgelehnt wurde, dass man dann durch den Widerruf doch noch was bekommt? Was kann man sonst tun? Ich bin nicht gut genug und engagiere mich auch nicht, so dass ich sicher kein Stipendium bekommen werde, schon gar nicht im 1. Jahr. Ich bin grad einfach total verzweifelt und weiß nicht was ich tun kann :( :( Welche Vorgehensweise wäre am besten, um doch noch Bafög zu bekommen? Meine Eltern sind übrigens getrennt, meine Mutter arbeitet nur in einem Minijob und mein Papa unterhält quasi meine Schwester und mich und zahlt das Haus ab. Und er verdient auch nicht so arg viel, eher Durchschnitt (er arbeitet in der Gemeinde). Deshalb verstehe ich auch einfach gar nicht, wieso ich überhaupt gar nichts bekommen soll :( :( :(

Bitte keine blöden kommentare, das kann ich jetzt gar nicht gebrauchen!

Antwort
von Yosoy, 17

also das kommt mir auch ein bisschen seltsam vor, dass es schnell geht und komplett abgelehnt wurde bei den Vorraussetzungen. Hast du Kopien von deinen Unterlagen gemacht? Falls ja, dann guck mal direkt nach, ob du versehentlich irgendwas vertauscht hast bzw. falsch angegeben (irgendwo verschieben oder an falscher Stelle eingetragen z.B.?). Falls du keine Kopie hast, dann geh am besten direkt zum Bafög-Amt an deiner Uni und frage da direkt nach (die ham die Unterlagen ja dann vor Ort). Wenn alles so stimmt, wie du es sagst, dann liegt vielleicht wirklich irgendein Fehler vor

Kommentar von aibstesp ,

Das mache ich! Zum Glück habe ich eine Kopie gemacht.

Ich war aber direkt im Amt als ich den Antrag abgegeben habe und da hat ihn jemand auch direkt durchgesehen, ob alles so passt, drum müsste eigentlich alles richtig sein :/

Bei der Begründung heißt es auch nur, dass ich zu viel Geld habe, aber eigentlich darf man ja bis zu 7500€ haben ohne Auswirkungen :(

Das macht mir auf jeden Fall Mut, danke!

Kommentar von Yosoy ,

Ja eben...wenn du nur 2000€ hast und keine regelmäßigen Einnahmen, dann kann da ja irgendwas nicht stimmen. Wie du schon sagst, darf man ja wesentlich mehr Rücklagen haben. Deshalb meinte ich ja, vielleicht hast du dich irgendwo verschrieben (ne 0 zuviel z.B.) und das fällt ja dann einem, der sich kurz anguckt, ob alles nötige da ist, auch nicht auf bzw. weiß der ja nicht, was du hast oder nicht hast ;) Ich drück dir die Daumen!

Antwort
von WelleErdball, 41

Wenn das abgelehnt wurde wird eine eine Begründung mit aufgeführt sein. Die persönlichen Voraussetzungen sind in der umfangreichen Norm des § 8 BAföG geregelt. Vielleicht liest du dich da mal ein, überprüfst deine eingereichten Unterlagen. Je nachdem was du selbst an Kapital bei der Bank hast, an Wertgegenständen da ist (dazu zählt auch ein Auto) nachdem was deine Eltern verdienen wird das berechnet. Klar, werden Schulden nicht miteinberechnet sondern dem was monatlich an Eingängen da sind. Was auch eingerechnet wird sind deine studentischen Leistungen die erwarten lassen, dass das angestrebte Ausbildungsziel auch tatsächlich erreicht wird. Dazu sind auch die Eltern unterhaltsverpflichtet.

Vielleicht lag auch ein formaler Fehler beim Antrag vor und es wurde deswegen so ratzfatz "entschieden". Wir können das für dich nicht abklären. Du hast ja durchaus die Möglichkeit dich ab morgen schlau zu machen.

Kommentar von schleudermaxe ,

... nun mal nicht so kühn bitte. Wir Eltern müssen nur leisten, wenn wir auch können, und dies wird nicht nach dem BAföG mit seinen läppischen Pauschalen ermittelt, sondern nach dem deutlich besseren BGB, so jedenfalls die Familiengerichte hier bei uns und auch in einem meiner Fälle.

Kommentar von WelleErdball ,

... nun mal nicht so kühn bitte. 

Warum so schnippisch?

Entschieden wird nach der Düsseldorfer Tabelle. Kennst du die genauen finanziellen Verhältnisse? Ich nicht und deswegen schreibe ich auch klar und deutlich "nachdem was deine Eltern verdienen wird das berechnet". Was genau gibt es also da so kleinlich zu kritisieren?

Kommentar von schleudermaxe ,

... weil das BAföG nicht greift, es greift das BGB, ein gewaltiger Unterschied.

Beispiel:
Klar, werden Schulden nicht miteinberechnet sondern dem was monatlich an Eingängen da sind.

 und dies ist schlichtweg falsch!

Kommentar von WelleErdball ,

Da können wir uns aber alle glücklich schätzen so aufmerksame User wie dich zu haben die jedes falsche Komma bemerken damit ist dem Fragesteller mit Sicherheit geholfen da er nun weiß, dass das BGB greift vorallem da das mit der ursprünglichen Frage gar nichts zu tun hat und für deine Muskelspielereien fühle ich mich auch nicht zuständig, schönen, stressfreien Tag noch :)

Kommentar von aibstesp ,

Es heißt, dass das Einkommen den ermittelten Betrag übersteigt... Wobei ich mich frage, wie das sein kann, weil wie gesagt, meine Eltern nicht so arg viel verdienen... :( Danke, das seh ich mir gleich mal an und lese es durch! Auto oder ähnliches habe ich gar nicht...

Kommentar von WelleErdball ,

Mach das mal, das wird sich schon klären :-)

Antwort
von KleeneFreche, 44

Erstmal wird beim eigenen Vermögen erst ab 7.500 das BaFög weniger, denn das ist der aktuelle Freibetrag. Zweitens müsste einer deiner Elternteile vor zwei Jahren zu viel verdient haben.

Das die Bearbeitung so schnell schon durch ist, macht mich auch stutzig. Mich würde auch der Bafög Bescheid interessieren, da steht ja was alles angerecht wurde genau drin.

Kommentar von aibstesp ,

Vor zwei Jahren haben meine Eltern eigentlich noch viel weniger verdient, weil meine Mama zu der Zeit nur Hausfrau war :(

Antwort
von schleudermaxe, 27

... das verstehe ich gar nicht. Wurden wirklich elternunabhängige Vorausleistungen beantragt und auch ein Stipendium geprüft?

Im Bescheid wird eine weitere Vorgehensweise vorgeschlagen, einfach umsetzen und viel Glück. Prüfe/verändere zwingend den Antrag!

Kommentar von aibstesp ,

Da steht nur, dass das Einkommen den ermittelten Betrag übersteigt, ansonsten nichts... Halt nur, dass man innerhalb von 4 Wochen Widerruf bzw. Klage einreichen kann.

Antwort
von beangato, 41

Was möchtest Du denn mit Deinem Vermögen machen?

Du hast Geld - verbrauch das erst mal und stelle dann erneut einen Antrag.

Kannst Du nicht zu Hause wohnen?

Kommentar von aibstesp ,

Das Vermögen ist in 2 Monaten aufgebraucht und Bafög hat wie gesagt eigentlich 3 Monate Bearbeitungszeit! Was soll ich deiner Meinung nach in den 3 Monaten dann machen? Auf der Straße leben?

Zu Hause wohnen geht nicht, da wäre ich jeden Tag 6 Stunden nur für die Fahrt unterwegs, das ist nicht machbar.

Kommentar von beangato ,

stelle dann erneut einen Antrag.

Das sollst Du machen.

Und erkläre mir bitte, wie man 2000 Euro in 2 Monaten verprassen kann.

Kommentar von aibstesp ,

Ich brauche etwa 800€ monatlich für Wohnung, Essen, Verkehrsmittel, Lehrmittel usw.. Ich kann also von 2000€ keine 3 Monate leben, sondern nur 2.

Kommentar von beangato ,

Dann musst Du irgendwo - z. B. am Essen - sparen.

Ich musste mit ca. 250 Euro monatlich auskommen für Lebensmittel, Versicherungen, Telefon, Internet, Drogerieartikel, Getränke, Vergnügungen (Essen gehen, Kino usw) und habe das auch geschafft.

Kommentar von Yosoy ,

naja ein Vermögen von 2000€ ist ja wirklich sehr schnell weg, wenn man davon seinen ganzen Studiumsalltag bestreiten muss (auch noch in München)...und wenigsten ein klein wenig "in der Hinterhand" zu haben ist durchaus auch sinnvoll, falls mal was unvorhergesehenes passiert (irgendwas geht kaputt...) oder man z.B. vom Studium aus auf ne Exkursion fahren muss, die einiges kostet o.ä.

Kommentar von beangato ,

Es ist trotzdem machbar - wenn man gelernt hat, mit Geld umgehen zu können.

Stell Dir vor, auch in München gibt es ALG-II-Empfänger, die mit ihrem Regelsatz (Miete jetzt mal aussen vor gelassen) über den Monat kommen MÜSSEN.

Kommentar von Yosoy ,

"Miete jetzt mal aussen vor gelassen"...genau das ist ja ziemlich entscheidend. Günstig einkaufen, auf zusätzliche Ausgaben wie Kino o.ä. verzichten etc. kann man überall aber eine Wohnung kostet eben nicht überall das gleiche und ich weiß auch nicht, wie in München mit den öffentlichen Verkehrmitteln ist, ob man als Student dafür ein Ticket bekommt (im Semesterbeitrag enthalten) oder jede Fahrt zahlen muss. Das kostet ja dann auch echt viel, wenn man jeden Tag von a nach b muss und nicht in unmittelbarer Nähe der Uni wohnt (wo die Mieten sicherlich eher noch teurer sind). Wie lange soll man denn deiner Meinung nach von den 2000€ über die Runden kommen, wenn man kaum was dazu verdient?

Antwort
von SkyDown, 28

Was heisst den "verdient durchschnitt"? Wenn dein Vater bereits unterhalt zahlt dann bist du GAR NICHT Bafög berechtigt. Dachtest du du kriegst Unterhalt und Bafög und kannst ohne arbeiten studieren? Such dir einen Minijob. Das machen genug so.

Kommentar von aibstesp ,

Mit 'unterhält' meinte ich, dass meine Schwester und ich beide bei meinem Papa wohnen und er dann dementsprechend natürlich für uns Essen, Strom, Wasser und das alles zahlt.

Kommentar von aibstesp ,

Ich kann wöchentlich aller höchstens 10 Stunden arbeiten, ansonsten bleibt mein Studium auf der Strecke, und damit kann ich in München nicht überleben.

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