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Badrenovierung: wie ersetze ich kaputte Kacheln auf Holzdielen?

gefragt von sstrauss am 17.01.2008 um 20:42 Uhr

Hallo,

Unser Problem:

Renovierung altes Haus (1919): im Bad im 1. Stock sind alte Kacheln auf Holzdielen verlegt, die aber schon an manchen Stellen gebrochen sind. (Wahrscheinlich wegen der flexiblen Holzunterlage und nicht richtig verlegt...). Jetzt wollen wir entweder a. einen neuen Kachelboden verlegen (aber richtig, ohne daß der dann wieder bricht) oder b. Korkfliesen aufkleben (wovon uns zT abgeraten wurde wegen der nicht ganz planen Unterlage (Fugen).

Was empfehlen die Fachleute? Müssen wir auf jeden Fall die alten Kacheln entfernen bevor wir was Neues drauf machen? Unter den neuen Belag starre Platten (welche?) legen? Korkvariante: geht das auf kaputten Kacheln? Danke!!


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Reply


anonym
beantwortet von Entenfahrer am 17. Januar 2008 21:02
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Je nach Intensität der Nutzung kann man ein Bad durchaus mit einem Holzfußboden versehen, also u.U. neue Dielen auf die alten oder auch die alten abschleifen. Logisch in beiden Fällen die Fliesen raus.

Alternativ je nach möglicher Aufbauhöhe kann man auf die alten Dielen oder auch Fliesen z.B. eine USB-Platte legen, die dann wiederum mit Fliesen oder Kork beklebt werden kann. Finde ich im Bad allerdings nicht so wirklich prickelnd, da ggf. eindringende Feuchtigkeit den Unterbau zum gammeln bringt.

Ich würde ehrlicherweise Holz verlegen und dieses dann ölen, so kann auch nichts gammeln, da eindringende Feuchtigkeit auch wieder ausdünsten kann. Eiche z.B. würde sich da gut eignen und ist als Rustikalsortierung auch nicht so teuer.

Kommentar von sstrauss am 17. Januar 2008 22:45

Danke für den Tip. Irgendwie ist mir aber nicht ganz wohl bei der Vorstellung bei Holzboden im Bad, v.a. wenn der wie bei uns praktisch direkt und ohne Abdichtung über der Küche liegt. (nur eine Zwischendecke gibt es noch, siehe auch Antwort an K.Winkler unten). Die Abdichtung scheint mir da also das größte Problem zu sein, v.a. wenn man Kork statt Kacheln nähme.

Kommentar von Entenfahrer am 18. Januar 2008 09:04

Wir haben genau die Variante gemacht. Das Haus ist 1935 gebaut, d.h. auch mit den Schilfrohrdecken und bröseliger Schüttung zwischen den Deckenbalken. Wir haben die alten Dielen rausgeschmissen und Nussbaum verlegt. Ich würde in Abhängigkeit von der Zwischendecke ggf. eine leichte Schüttung (z.B. expandiertes Korkgranulat von Henjes) und eine Dampfbremse (keine Sperre!) einziehen und darauf dann verlegen. Der Kork ist absolut feuchtigkeitsunempfindlich und dazu relativ leicht. Die Wahl der Schüttung würde ich abhängig machen von der Feuchtigkeitsverträglichkeit und dem Gewicht.

Du scheinst zu glauben, daß ein Fliesenboden absolut keine Feuchtigkeit durchlässt, das ist Wunschdenken. Solange Du nicht garantieren kannst, daß die Fliesen absolut unbeweglich liegen, wird immer Feuchtigkeit durchgehen und dann ist jeder feuchtigkeitsempfindliche Unterbau der vorprogrammierte Sanierfall. Und lass Dir nicht erzählen, daß ein Absperren des Bodens der richtige Weg ist - das ist der Weg zu faulenden Konstruktionen, gerade im Bad/Küche-Bereich.

Sofern Du keine 3 kleinen Kinder mit hohem Plantschfaktor hast und wo noch dazu das Wasser auf dem Boden stehen bleibt und nicht zeitnah wieder aufgenommen wird, ist die Holzvariante unproblematisch.

Kommentar von sstrauss am 18. Januar 2008 22:40

Also, ich versuche mir grade eine Schüttung und Dampfbremse bei uns vorzustellen. Ich weiß nicht, wo die hin sollte, denn was ich (wahrscheinlich fälschlicherweise) als Zwischendecke bezeichnet habe, ist die alte Gipskartondecke der Küche, die wir inzwischen entfernt haben, so daß man jetzt in der Küche von unten auf die Badezimmerdielenbretter schauen kann.(Ich hoffe, das versteht man) Sonst ist da nix, nur Luft. Und was faulige Konstruktionen betrifft, weiß ich, wovon Du sprichst! Ein Fakt spricht natürlich gegen Holz bei uns: unsere beiden Kinder haben einen relativ hohen Plantschfaktor und ich habe keine Lust immer nur hinterherzuwischen...

Kommentar von Entenfahrer am 19. Januar 2008 20:21

Dann hilft von oben (sprich vom Badezimmer aus) nur eine absolute Sperre in Form einer Folie, auf die Sperre schwimmend eine feuchtraumgeeignete Platte mit mind. 20 mm Stärke (bei einem Balken-/Auflageabstand von maximal 45 cm) und darauf eine Lage geölt/gewachsten Kork. Diesen dann zu den Seiten und den Sanitärelementen mit Silikon abdichten. Den Kork wegen der weiterhin vorhandenen Beweglichkeit des Bodens. Die würde wahrscheinlich erst bei 4 cm Stärke so gering sein, daß Platten / Fugen nicht reißen.

Und von unten in den Zwischenraum zwichen den Balken Flachs- oder Hanfmatten, dann eine Konterlattung und Fermacellplatten und das ganze verputzt oder gestrichen mit diffusionsoffenen Materialien. Der Grund: Eine Entfeuchtung des Zwischenraums zu garantieren für den Fall, daß aus welchem Grund auch immer Feuchtigkeit eindringt.

Kommentar von sstrauss am 19. Januar 2008 20:56

Danke, das ist doch mal ne Antwort! So werden wir es wohl machen, nachdem alle anderen zusammengesammelten Infos auch darauf hinauslaufen! Nur noch eines: was unterscheidet Fermacellplatten von "normalen" Gipskartonplatten? Nicht, daß ich letztere etwa bevorzuge, denn wir sanieren unsere Küche auch komplett diffusionsoffen, ich wüßte nur gerne den Unterschied. Vielen Dank noch mal für diese konstruktive Hilfe(n)!

Kommentar von Entenfahrer am 2. Februar 2008 19:27

Sorry, habe Deine Zusatzfrage erst heute gesehen. Fermacellplatten sind homogen, d.h. durch und durch aus mit Gips vermengter Faser, sie haben eine recht hohe Tragkraft, sodaß man an diese Platten auch recht unproblematisch schwerere Sachen hängen kann (wenn es nicht gerade der 24-armige Kronleuchter ist).

Gipskartonplatten haben beidseitig eine Kartonschicht und dazwischen Gips, sozusagen ein Papp-Gips-Sandwich. Tragfähigkeit recht schlecht, Schrauben gehen nur in Verbindung mit diesen elendigen Spreitzdübeln. Dafür sind die Gipskartonplatten aber wesentlich leichter als die Fermacellplatten und wohl auch ein End billiger.

Hoffe, Du liest es noch und es hilft Dir noch. Viel Erfolg bei der Renovierung!


ghostwriter
beantwortet von ghostwriter am 17. Januar 2008 21:06
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Das Problem kenne ich. Auch wir haben ein altes Haus u.vor kurzem das Bad saniert.Der Fliesenfachmann empfiehlt auf alten Holzdielen mind.19mm Spanplatten(wasserfest)schwimmend zu verlegen, darauf kommen spezielle Netzmatten(der genaue Name fällt mir grad nciht ein, gibts aber im Fachhandel), auf jeden Fall elastischen Kleber u. ebensolches Fugenmaterial verwenden. Obwohl wir genauso vorgegangen sind (bzw.der Fliesenleger), springen uns jetzt die Fugen raus u. müssen nochmal erneuert werden. Bei Bekannten, die genauso vorgegangen sind, hält´s schon seit Jahren.Mein Onkel war Fliesenlegermeister u. er sagte, alte Häuser sind immer problematisch um Fliesen zu verlegen.Man kann Glück haben oder eben auch Pech.

Kommentar von sstrauss am 17. Januar 2008 22:51

Wie kann ich mir denn wasserfeste Spanplatten vorstellen? Muß OSB nicht auch erst versiegelt werden, damit es dicht wird? Vielleicht wäre eine Option, Korkfliesen auf diese (wasserfesten) Spanplatten zu kleben. Dann umgeht man das Problem mit den springenden Fugen... Nur, wie dichtet man dann die Ränder und Übergänge zu Badwanne und Dusche ab?

Kommentar von 2dc2eb05e9572248e799d07e41b51ec6smallghostwriter am 18. Januar 2008 07:02

Da gibt es spezielle Grundierung im Fachhandel, ebenso wie die feuchtraum geeigneten Spanplatten(die sind entsprechend imprägniert),kannst auch Fermacellplatten nehmen.Natürlich muß zusätzlich nach Fertigstellung an Badewanne,Dusche und rundum im Raum mit Silikon für Feuchträume abgedichtet werden.Das lässt du am besten vom Fachmann machen,dann kannst du sicher sein, dass nichts passiert.Ist auch nicht so teuer.

Kommentar von Entenfahrer am 18. Januar 2008 09:14

Das alles wird nur funktionieren, wenn von keiner Seite Feuchtigkeit an den Unterbau kommt, ansonsten fangen auch die Fermacellplatten irgendwann an zu gammeln, nicht zu reden von den Deckenbalken. Diese Häuser sollte man am besten atmen lassen, d.h. durchgängig diffusionsoffen arbeiten, denn wie Du auch schon geschrieben hast, alte Häuser sind fliesentechnisch immer problematisch, der Grund: Sie bewegen sich, d.h. auch, egal wie perfekt die Fugen erstellt wurden, die können auch nur begrenzt mitarbeiten und gehen dann, wenn man's nicht brauchen kann, auf.

Die Rissproblematik bei Kork wird nicht so extrem sein, allerdings ist da wieder die Sache mit der Feuchtigkeit. Dem kann man bei Kork aber entgegenwirken, indem man eine imprägnierte Spanplatte als Basis nimmt und den Kork ölt und nicht lackiert. Vorteil: Dringt Feuchtigkeit durch die Fugen, kann sie bei geöltem/gewachstem Kork wieder nach oben weg, was bei lackiertem Kork zu Schäden am Unterbau oder ablösendem Kork führt, da dort die Feuchtigkeit nicht wieder weg kann.

Kommentar von sstrauss am 18. Januar 2008 21:47

Also, wie es aussieht, kommen die ollen Kacheln auf jeden Fall raus und dann sehen wir mal, wie der Zustand der Dielen überhaupt ist. Dann packen wir imprägnierte Spanplatten drauf und dann Kork oder Fliesen, wobei ich eher zu Kork tendiere, ist angenehmer bei geringerem Rissrisiko. Bei Kork dann aber doch Klebekork-Fliesen und kein FertigKorkparkett, oder? Das mit dem Ölen statt Imprägnieren (fürs Bad) höre ich aber zum ersten Mal! Ist aber irgendwie einleuchtend....Natürlich wäre dann auch Holzboden eine Option, da wäre dann mein Mann ganz glücklich, schwierig, schwierig! Danke allerseits schon mal Fall für die rege Diskussion!

Kommentar von 2dc2eb05e9572248e799d07e41b51ec6smallghostwriter am 18. Januar 2008 22:06

Ich denke auch, nach unseren negativ Erfahrungen, dass Kork vielleicht die bessere Alternative wäre.Unser Nachbar hat´s auch im Bad, sieht Klasse aus.Und ich meine, es gibt Kork auch speziell für´s Bad.Ich denke, der wird auch schwimmend verlegt, dann hast du wohl kaum Probleme mit aufgehenden Nähten.Wir haben in anderen Räumen Laminat, dort ist noch nichts aufgegangen. Aber wie gesagt, immer schwimmend verlegen.

Kommentar von sstrauss am 18. Januar 2008 22:45

sorry, aber ich bin wohl nicht richtig mit der Terminologie vertraut, ich hatte immer an Korkfliesen gedacht, die man fest aufklebt und nicht schwimmend verlegt (heißt das, es ist Fertigparkett?)

Kommentar von 2dc2eb05e9572248e799d07e41b51ec6smallghostwriter am 19. Januar 2008 12:52

Diese Frage kann ich dir leider nicht beantworten,da machst du dich am besten mal im Fachhandel kundig.Ob unser Nachbar den Korkboden verklebt hat, weiß ich nicht.Hab im Baumarkt mal Korkboden gesehen, sah mir eher so aus,als würde es ähnlich verlegt wie Laminat, also mit Nut u. Feder.Aber wie schon gesagt, erkundige dich mal im Fachhandel/Baumarkt.Hab grad auch mal gegoogelt:Gib mal das Stichwort Korkboden ein, da findest du ganz viele Seiten mit jede Menge Infos.

Kommentar von sstrauss am 19. Januar 2008 20:49

Danke, ich habe auch schon Korkfirmen kontaktiert. das mit den Fachhandel fragen ist so ne Sache, ich wohne nämlich in Belgien und da ist so was wie Korkbelag noch zu exotisch....das macht ja alles so schwierig, wir müssen all so was importieren bzw in Deutschland besorgen. Vielen Dank nochmal für die Hilfe!

Kommentar von sstrauss am 19. Januar 2008 20:57

Danke, ich habe auch schon Korkfirmen kontaktiert. das mit den Fachhandel fragen ist so ne Sache, ich wohne nämlich in Belgien und da ist so was wie Korkbelag noch zu exotisch....das macht ja alles so schwierig, wir müssen all so was importieren bzw in Deutschland besorgen. Vielen Dank nochmal für die Hilfe!


Klaus Winkler
beantwortet von Klaus Winkler am 17. Januar 2008 20:49
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Richtig wäre Fliesen und Holz rausreisen,mit einem Estrich wieder Aufbauen.Auf einem Estrich kannst du alle Arten von Boden legen,alles andere wäre Pfusch.

Kommentar von sstrauss am 17. Januar 2008 22:39

Die Dielen liegen aber frei auf Deckenbalken der Küche darunter, die man momentan von dort durch die geöffnete Zwischendecke bewundern kann. Wie man da Estrich legen soll, ist mir schleierhaft. Vielleicht gibt es ja doch eine nicht ganz so rabiate Variante ohne Pfusch?

Kommentar von Simple_avatar4smallanjanni am 18. Januar 2008 09:53

Gibt es...


anjanni
beantwortet von anjanni am 18. Januar 2008 09:59
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Wir planen auch gerade so was.

Im Bad haben wir schwimmenden Estrich eingebaut. Aber in der Küche soll es jetzt anders gehen:

Der Fliesenleger hat empfohlen:

Alten Belag erst mal raus. Alte Spanplatten (sind wahrscheinlich nicht dick genug) auch raus.

Holzdielen auf den Balken neu (fest) verschrauben. Neue Spanplatten (mindestens 19 mm) rein. Auch ordentlich verschrauben. - Alte Verschraubungen im Holz haben sich wahrscheinlich im Laufe der Jahre längst gelockert, da ja auch das Holz arbeitet und sich verändert. Deshalb lieber bis auf die Dielen runter erneuern.

Dann darauf dieses Flies, das für schwingende Untergründe extra im Fachhandel angeboten wird.

Die Fliesen sollten dann möglichst klein sein - 25 * 25, besser 20 * 20, da dann bei Schwingungen die Gefahr geringer ist, daß sie reichen.

Fliesen mit speziellem Flexkleber kleben. Auch für die Fugen gibt es dann spezielles Material.

Kommentar von Simple_avatar4smallanjanni am 18. Januar 2008 10:03

Wenn Du Kork nehmen willst: Korkfertigparkett würde sich wohl eigenen, ist aber bei stehender Nässe auch empfindlich wie Holz oder Laminat.

Kommentar von Entenfahrer am 18. Januar 2008 13:59

Fertigparkett (egal ob Kork-, Holz- oder Laminat-Fert.p.) ist auf Dauer vollkommen ungeeignet für einen Feuchtraum. Die Feuchtigkeit zieht in die Fugen und bringt das Trägermaterial zum Quellen. Nach spätestens 5 Jahren ist das Erscheinungsbild katastrophal.

Und dazu braucht es keine stehende Nässe.

Kommentar von Simple_avatar4smallanjanni am 18. Januar 2008 14:23

Och nö. Mein Bad ist nicht feuchter als meine Küche. Und da habe ich seit 7 Jahren Kork-Fertigparkett. Sieht nur da nicht mehr schön aus, wo die Katzen gekratzt haben.

Ich würde ja auch Fliesen für's Bad nehmen. Und beim Fliesen vorgehen wie oben beschrieben.


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