Frage von NL2014, 139

Backenzahn statt Weisheitszahn gezogen- Schadensersatzklage?

Hallo zusammen, komme gerade von meinem Zahnarzt und bin extrem schockiert. Habe vor einigen Monaten alle 4 Weisheitszähne unter Vollnarkose entfernen lassen zwecks Platzmangel. Die unteren zwei lagen nahe an dem Nervenkanal, trotzdem habe ich sie auf eigenes Risiko entfernen lassen. Bei meinem Zahnarzt, als auch in der Praxis der Kieferchirugie habe ich Röntgenbilder machen lassen um das Risiko abzuwägen. Da mein Zahnwachstum schon immer extrem langsam war, war mein letzter Backenzahn nur mit der Spitze aus dem Zahnfleisch zu sehen.

Jetzt kommts: Die Spitze ist seit der Entfernung verschwunden, heute habe ich meinen Zahnarzt gefragt ob der vielleicht in das Loch des Weisheitszahnes "gerutscht" ist und deshalb nicht mehr zu sehen ist.

Zur Sicherheit haben wir ein Röntgenbild machen lassen und tada: mein Weisheitszahn ist noch drin!!! Sie haben mir den Backenzahn gezogen!!! Kaum zu fassen aber wahr. Ich bin stinksauer und frage mich jetzt wie ich gerichtlich dagegen vorgehen kann zumal mir ein völlig gesunder makelloser Zahn fehlt, der im Alter durch ein Implantat ersetzt werden muss.

Kennt sich jemand in diesem Gebiet aus? Läuft das unter Körperverletzung da ich lediglich für die Extraktion der 4 Weisheitszähne unterschrieben habe?

Vielen Dank für Antworten im Voraus! LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Matahleo, 91

Hallo NL2014, 

das klingt jetzt erst mal bescheiden würde ich sagen. 

Trotzdem hab ich noch ne Frage dazu. Ein Weisheitszahn ist ja per se nicht schlecht. Ist dieser denn jetzt an die Stelle des Backenzahns gerutscht?

Wurde dir das nach der OP mitgeteilt? Oder wurde dir gesagt, dass die Weisheitszähne gezogen wurden?

Was sagt dein Zahnarzt denn dazu? Wäre sehr interessant.

Wenn du dagegen vorgehen möchtest, dann brauchst du sämtliche Unterlagen die du irgendwie kriegen kannst. 

Dann (ich gehe jetzt mal davon aus, dass du gesetzlich versichert bist?) würde ich zuerst bei der Kassenärztlichen Vereinigung anrufen und dort eine Beschwerde loslassen, und  Fragen, wie du in dieser Angelegenheit weiter verfahren sollst. 

Gleichzeitig würde ich einen Anwalt kontaktieren, der Erfahrung mit Kunstfehlern hat und mindestens einen Beratungstermin ausmachen. 

Falls du eine Rechtsschutzversicherung hast, nicht vergessen, das mitzuteilen, damit du nicht auf den Kosten hängen bleibst. 

Eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung geht immer noch. 

Viel Glück und Erfolg, 

LG   Mata

Kommentar von NL2014 ,

Hallo Mata,
der Weisheitszahn sitzt sehr tief unten (direkt am Nerv) und hat sich seit der letzten Röntgenaufnahme vor einigen Monaten minimal nach obenbewegt (er liegt waagrecht) somit ist er nicht in das Loch gerutscht und es bleibt spannend, wohin des weges er ist...

Der Zahnarzt empfiehlt, ihn drin zu lassen zumal das Risiko der Nervenverletzung bleibt und die Wurzeln nun noch länger und kräftiger daran sind. Platz hätte der Zahn nun genug...
Der Kieferchirug hat nichts gesagt von wegen Fehler im Gegenteil, hat fröhlich verkündet es sei alles glatt und problemlos gelaufen trotz der schwierigen Lage und er hat die unteren zersägen müssen weil sie so schief lagen!
Ziehe morgen los zur Krankenkasse mal sehen wies dann weitergeht mit Meldung an die Ärztekammer und mit  Sicherheit zum Anwalt!
Vielen Dank :)!
LG

Kommentar von Matahleo ,

Vielen Dank fürs Sternchen :)

Antwort
von spmuc, 60

Ich hoffe mal, ich bin nicht zu spät. Wenn du die Anzeige gestellt hast, kannst du einen sog. Adhäsionsantrag stellen. Der kostet dich nichts und wenn es zu einer Verurteilung kommt, kriegst du dein Rechts auf Schmerzensgeld automatisch vom Gericht zugesprochen. Danach geht es dann nur noch um die richtige Höhe, aber dein Anspruch ist dann schon einmal sicher.

Antwort
von Rollerfreake, 73

Als erstes solltest du einen Fachanwalt für Medizinrecht aufsuchen und dich juristisch beraten lassen. Vielleicht kann es dann auch außergerichtlich geregelt werden. Körperverletzung wäre durchaus möglich, ist aber ein Antragsdelikt, der Geschädigte muss also innerhalb von drei Monaten nach der Tat einen Strafantrag stellen. Liegt die Tat mehr als 3 Monate zurück, sieht es mit einer Anzeige wegen Körperverletzung schlecht aus. Schadensersatz und Schmerzensgeld ist aber sowieso Zivilrecht. 

Antwort
von Mathefreak1563, 67

auf jeden Fall zum Anwalt!! Das gibt richtig Ärger für den und Kohle für dich! Geht ja mal garnicht!!! muss selber meine noch ziehen lassen, nicht sehr beruhigend...

Kommentar von NL2014 ,

Oh je dann alles Gute...! Ich war extra beim Kieferchirug in ner Gemeinschaftspraxis. Der macht jeden Tag nichts anderes und hatte gute Weiterempfehlungen :(

Im Falle dass du aus dem untersten Süden Deutschlands kommst kannst dich gerne melden dann kann ich dir sagen wo du definitiv nicht hin solltest xD

Kommentar von Mathefreak1563 ,

Danke! komme aus nrw, also denke das sollte klappen ;) dir auch alles gute!

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