Frage von useruseruser12, 75

BAB, Bafög, ausziehen während Ausbildung?

Hallo, ich würde sehr gerne während ich meine Ausbildung mache ausziehen, jedoch habe ich einige fragen und hoffe ihr habt erfahrungsmäßig antworten :D Ich kenne bis jetzt nur BAB und Bafög, für die BAB habe ich bereits Formulare angefordert und war auch bei dem Arbeitsamt, diese wollen jedoch bereits einen Mietvertrag bevor ich weiß wie hoch der Betrag den sie mir bieten überhaupt sein wird? Wie kann ich mich darauf einstellen? Der BAB rechner ist ziemlich ungenau und kaum nachvollziehbar... Ich werde in der Ausbildung im 1. Jahr 825€ im 2. Jahr 900 und im 3. ca 970 erhalten. Ein weiteres nennenswertes Einkommen habe ich nicht? Hatte jemand schon eine ähnliche Situation? Kann ich Bafög beantragen wenn die BAB zu wenig ausfällt oder welche möglichkeiten habe ich? die günstigsten wohnungen fangen hier ab 350 warm an....

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung, 23

In erster Linie sind dir in der Erstausbildung deine Eltern zum Unterhalt verpflichtet,vorausgesetzt sie sind leistungsfähig,erst danach käme evtl.Bafög - ( schulische Ausbildung ) oder BAB - ( betriebliche Ausbildung mit Vergütung ) in Betracht,wenn du deinen Unterhaltsbedarf nicht aus deiner Vergütung decken könntest !

Wenn du also eine Vergütung bekommst,käme in der Regel nur BAB - in Betracht,dazu dürften deine Eltern aber nicht leistungsfähig sein und du müsstest schon einen Mietvertrag vorweisen können und auf die Wohnung gemeldet sein.

So ungenau sind die BAB - Rechner nicht,es kommt auch nicht auf deine tatsächliche Miete an,denn im BAB - kannst du mit einem Mietzuschuss auf max. 224 € pro Monat kommen.

Bekommst du im ersten Jahr 825 €,dann wird das ja sicher Brutto sein,also gingen hier zumindest erst mal Sozialleistungen ab und wenn du dann mehr als ca. 950 € Brutto hast,dann kämen auch noch Steuern dazu.

Also würdest du bei ca. 825 € Brutto auf etwa 655 € Netto kommen,dass würdest du also auf dein Konto bekommen.

Wenn du dann von deinen Eltern nicht min. Unterhalt in Höhe deines Kindergeldes bekommen würdest,dann stünde dir zumindest dein Kindergeld von min. 190 € zu.

Du würdest dann also auf ca. 845 € pro Monat kommen.

Als Azubi / Student in eigener Wohnung / WG - stünden dir laut Düsseldorfer Tabelle ein Unterhalt von 735 € zu.

Von deiner Netto Vergütung kannst du dann in der Regel eine Pauschale von 90 € abziehen,die steht dir dann als Aufwendung wegen deiner Ausbildung zu,es würden dann also noch etwa 565 € anrechenbare Netto Vergütung bleiben.

Bekommst du dann von deinen Eltern noch die 190 € Kindergeld,dann kommst du auf etwa 745 € und würdest über deinem Unterhaltsanspruch liegen.

Wenn deine Eltern dann nicht ein außergewöhnlich hohes Einkommen hätten und du einen dementsprechenden Anspruch gewohnt wärst,dann müssten deine Eltern keinen Unterhalt mehr an dich zahlen.

Du könntest dann eben nur versuchen von der Agentur für Arbeit ( BAB ) noch ein paar € zu bekommen und wenn da kein Anspruch auf Grund von Einkommen / Vermögen bestünde,dann könntest du noch versuchen einen Mietzuschuss zu deinen ungedeckten KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) nach § 27 Abs. 3 SGB - ll - vom Jobcenter zu bekommen.

Deshalb solltest du dich bei der Suche nach einer Unterkunft gleich an die Grenze der Angemessenheit von Wohnraum nach dem SGB - ll - ( ALG - 2 oder besser Hartz - lV ) halten,denn das Jobcenter berücksichtigt dann nur bis dahin.

Solltest dir dann im Internet mal suchen ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " oder du gibst mal ein ,, angemessene KDU " und dazu den Namen der Stadt / Stadtteil wo du wohnen möchtest.

Antwort
von Akka2323, 36

Du kannst noch Dein Kindergeld bekommen, wenn Du unter 25 Jahre bist. Mehr steht Dir nicht zu. Du liegst über allen Grenzen. Deine Eltern müssen Dir bei dem Einkommen auch nichts mehr geben, höchstens freiwillig, wenn sie nett sind.

Kommentar von useruseruser12 ,

danke für die schnelle Antwort =)

ich dachte wenn ich ca 400€ für die miete zahle bleiben mir mit kindergeld ca. 400-450€ für Essen, Handy, Auto und Freizeit :/ und das kam mir etwas wenig vor 

Kommentar von SimonG30 ,

eigene Wohnung & eigenes Auto ist in der Ausbildung oft nicht bzw. schwer zu stemmen... Oft ist es: entweder / oder

Kommentar von Laury95 ,

400-450€

Ist immer noch mehr als der Regelsatz eines Arbeitslosen und sollte für einen Singlehaushalt vollkommen ausreichen!

Kommentar von Akka2323 ,

Geht vielen so. Vielleicht sind Deine Eltern ja nett.

Antwort
von SimonG30, 43

es gibt entweder BAB oder Bafög! In einer betrieblichen Ausbildung: BAB & in einer schulischen Ausbildung: Bafög.

Beides ist aber abhängig vom Einkommen der Eltern, da diese Dir im Rahmen der Erstausbildung unterhaltspflichtig sind & dies vorrangig vor BAB & Bafög ist.

Bei BAB brauchst Du tatsächlich schon den Mietvertrag, ansonsten wird der BAB-Antrag nicht bearbeitet bzw. wahrscheinlich nicht mal entgegen genommen, da er unvollständig ist.

Der BAB-Rechner der Arbeitsagentur ist aber brauchbar & relativ genau, wenn man ihn mit den entsprechenden richtigen Zahlen füttert.

Wobei: mit Deiner hohen Ausbildungsvergütung + Kindergeld wird Dein Regelbedarf wahrscheinlich schon gedeckt sein. Daher solltest Du eher nicht oder mit sehr wenig BAB rechnen.

Kommentar von useruseruser12 ,

Vielen Dank

Elterntechnisch sieht es schwer aus aber das hat ja dann auch nicht mehr viel zu bedeuten, wenn meine Vergütung bereits die Grenzen überschreitet..

Antwort
von Rockuser, 27

BAFÖG wirst Du vermutlich nicht bekommen. Dein Kindergeld kommt da noch zu, und eigentlich müsstest Du Wohngeldanspruch haben.

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Vom Wohngeldgesetz ist er ausgeschlossen (§ 20 Abs. 2 WoGG).

Kommentar von Rockuser ,

Das wusste ich nicht. Dann hilft ein Nebenjob, falls der Chef das erlaubt, oder halt die Eltern.

Antwort
von TreudoofeTomate, 34

Wenn du eine betriebliche Ausbildung im dualen System machst bekommst du kein BAföG (du bist ja weder Schüler noch Student). Dein Einkommen ist ziemlich hoch, die Wahrscheinlichkeit auf BAB daher entsprechend gering.

Momentan gibt es noch die Möglichkeit, einen Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft gemäß § 27 Abs. 3 SGB II im Jobcenter zu beantragen. Aber auch bei diesem wird dein Einkommen geprüft. Sollte sich das SGB II demnächst in der angedachten Form ändern, hast du irgendwann mal die Möglichkeit, auch während deiner Ausbildung ALG 2 zu beantragen und zu erhalten. Dies hängt allerdings wiederum eng mit deinem Einkommen zusammen.

Vorrangig vor allen Sozialleistungen sind aber erst einmal deine Eltern für deinen Unterhalt zuständig. Wenn sie dieser Verpflichtung nicht mindestens in Höhe des Kindergeldes nachkommen und du in einer eigenen Wohnung lebst, kannst du bei der Familienkasse eine Abzweigung des Kindergeldes an dich beantragen.

Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit eines Nebenjobs.

Antwort
von wilees, 32

Dein Nettoeinkommen liegt im 1. Ausbildungsjahr bei 656,49 Euro. Davon ausgehend, dass Du unter 25 bist, steht Dir noch das Kindergeld in Höhe von 190,-- Euro zu. Gesamt stehen Dir also 846,49 Euro zur Verfügung. Unter Berücksichtigung eines Hartz4 Regelsatzes von maximal 404,-- Euro liegst Du mit Deinem Einkommen oberhalb von Hartz4. Hast also in keinem Fall einen Anspruch.

Dein Einkommen dürfte definitiv auch oberhalb der Grenzen für BAB liegen.

Benötigst Du mehr sind ausschließlich Deine Eltern zuständig.

Kommentar von isomatte ,

Selbst wenn kein Anspruch auf ALG - 2 besteht,könnte dennoch ein Mietzuschuss zu den ungedeckten KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) in Betracht kommen,wenn die Eltern nicht leistungsfähig wären und auch das BAB - nicht reichen würde bzw.gar kein Anspruch wegen Einkommen / Vermögen bestehen würde !

Denn dann würde man auch Freibeträge auf seine Brutto Vergütung berechnen,diese dann theoretisch vom Netto abziehen und mit sonstigem Einkommen wie Kindergeld addieren.

Sollte dann das anrechenbare Einkommen seinen Bedarf nach dem SGB - ll - nicht decken,dann käme dieser Mietzuschuss zu den ungedeckten KDU - in Betracht.

Bei 825 € Brutto stünden ihm nämlich ein Freibetrag von 245 € zu,abzüglich von ca. 655 € bliebe hier nur ein anrechenbares Netto von ca. 410 € und dazu käme das Kindergeld von 190 €,gesamtes anrechenbares Einkommen läge dann bei ca. 600 €.

Würde die angemessene KDU - angenommen 346 € betragen und 404 € Regelsatz dazu kommen,dann läge der Bedarf bei min. 750 € und somit wäre die KDU - nicht gedeckt und es würde einen Zuschuss vom Jobcenter geben.

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