Frage von LittleValkyre, 165

Azubis haben weniger Urlaubstage als Angestellte?

Hallo, meine kleine Schwester (20) befindet sich gerade im ersten Ausbildungsjahr und kommt jetzt in das Zweite. Am Wochenende hat sie sich bei mir da drüber beklagt dass sie als Azubi 26 Tage Urlaub hat, ihre Kollegen, die festen Mitarbeiter, jedoch allesamt 30. Ich meine mal was gehört zu haben, dass man nicht als Azubi benachteiligt werden darf und sie eigentlich auch 30 Tage haben müsste. Stimmt das, oder irre ich mich da? Ich weiß dass der gesetzliche Mindestanspruch 24 Urlaubstage für volljährige Azubis beträgt, doch wie ist das wenn die "richtigen Mitarbeiter" mehr Jahresurlaub haben als die Azubis?

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Antwort
von Piadora, 67

Bei uns regeln der Tarifvertrag für Angestellte und der Tarifvertrag für Auszubildende den Urlaub für die jeweilige Gruppe. Und auch bei uns weichen die Tage ab. Ist ganz normal.

Antwort
von ShinyShadow, 77

Das ist vollkommen normal und auch in Ordnung.

Die wenigsten Arbeitnehmer kriegen inzwischen direkt 30 Tage, viele steigen mit weniger ein... Und es muss auch in einem Unternehmen nicht jeder gleich viel Urlaub haben, unabhängig ob man Azubi ist oder nicht.

Antwort
von Halbammi, 47

Du irrst. Ein Azubi kann weniger Urlaub haben als ein Festangestellter. Es kann allerdings sogar auch andersrum sein, wenn der Azubi Unter 18 ist.

in meiner Berufsparte gibt es für die Festangestellten einen Tarifvertrag, der ihnen 30 Tage Urlaube / 6 Tage Woche, also 5 Wochen Urlaub sichert. Mein Azubi fällt allerdings nicht in den Tarifvertrag, sondern unter das Bundesurlaubsgesetz, das einen Mindesturlaub von 4 Wochen vorsieht. Es wird hier niemand benachteiligt.

Ältere Mitarbeiter bekommen oft mehr urlaub als 30 Tage, hier kann wohl auch kaum von "benachteiligung" sprechen.

Antwort
von BigGGMML, 59

Puuh, dass sind doch ziemlich viele Urlaubstage. Ich weiß nicht ob man es als Benachteiligung zählen kann.

Keine Sorge, war bei mir auch so. Ich muss mir meine Urlaubstage auch an arbeiten. (also hoch arbeiten)

PS: Man sollte seine Arbeit eh nicht als Gefängnis sehen, ich freue mich immer darauf dort hinzugehen. ;-)

Antwort
von AlexChristo, 77

Klar können Azubis weniger Urlaubstage haben als Mitarbeiter. Das ist eine Frage des Ausbildungsvertrages bzw. des Tarifvertrages.

Selbst Mitarbeiter können unterschiedliche Ansprüche auf Urlaubstage haben.

Antwort
von keg80, 28

Die Mindesturlaubsgrenze von 24 Tage für ne 5Tage Woche wurde eingehalten also ist die Urlaubsregelung wohl in Ordnung.

Eine Erklärung könnte es sein, daß sie vllt die nachmittage nach der Berufschule frei hat und deshalb weniger Urlaubstage hat.

Antwort
von KnusperPudding, 112

Ich weiß dass der gesetzliche Mindestanspruch 24 Urlaubstage für volljährige Azubis beträgt

Bei einer 6 Tage Woche. Bei einer 5 Tage Woche sogar nur 20.

Das ist eingehalten, also wird sie hier auch nicht benachteiligt.

wie ist das wenn die "richtigen Mitarbeiter" mehr Jahresurlaub haben als die Azubis?

Das ist völlig in Ordnung.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Auch bei einer 5 Tage Woche ist der Mindesturlaub 24 Tage.

Kommentar von ShinyShadow ,

Nein, der liegt dann bei 20... Da hat KnusperPudding schon recht. Das wird dann auf die 5-Tage-Woche anteilig umberechnet.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Habs nochmal nachgelesen. Tatsächlich ist es so wie Knusperpudding sagt. 

Kommentar von KnusperPudding ,

Weil die meisten Arbeitnehmer von Montag bis Freitag arbeiten (= 5-Tage-Woche), werden diese Tage als Arbeitstage bezeichnet. Der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen wird bei einer 5-Tage-Woche mit 20 Arbeitstagen Urlaub (= 4 Wochen) erfüllt.

Quelle: http://www.info-arbeitsrecht.de/Urlaub/urlaub.html

Kommentar von lenzing42 ,

@Fielkeinnameein:

Dein Kommentar ist falsch, denn nach dem Bundesurlaubsgesetz § 3 Abs.(1)  beträgt der Urlaub jährlich mindestens 24 Werktage.

(2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

Danach gelten die 24 Urlaubstage für eine Woche von Montag bis einschließlich Samstag ( 6 Tage-Woche)
Bei fünf Arbeitstagen muss der Mindesturlaub also umgerechnet werden.( 24 durch 6 gleich 4 mal 5 ergibt dann für eine 5-Tage-Woche 20 Tage Mindesturlaub.

Kommentar von lenzing42 ,

Ergänzung zu meinem Kommentar: im folgen Link der IHK Hannover findest du die Angabe des Mindesturlaubs der IHK Hannover gestaffelt nach dem Alter:

http://www.hannover.ihk.de/ausbildung-weiterbildung/ausbildung/ausbildungsinfos/...

Kommentar von Familiengerd ,

Das betrifft aber nur den Mindest-Urlaubsanspruch bei Minderjährigen und liefert keine Begründung für die Schlechterstellung gegenüber den ausgebildeten Vollzeitmitarbeitern.

Kommentar von KnusperPudding ,

Es ist sehr oft so, dass Azubis weniger Urlaub haben als die Festangestellten. - Den Eindruck hatte ich in meiner Berufsschulklasse.

Hierbei sind folgende Gründe nicht unüblich:

- Durch die Abwesenheit in der Berufsschule steht man dem Betrieb sowieso nur bedingt zur Verfügung.

- Es soll ein Ansporn sein und bei einer Festanstellung dann mehr Urlaub bekommen und diesen entsprechend wert zu schätzen.

Ein kürzerer Urlaub als die Festangestellten ist hierbei sicherlich weder eine Diskriminierung noch eine Benachteiligung.

Kommentar von Familiengerd ,

@ KnusperPudding:

Hierbei sind folgende Gründe nicht unüblich: [...]

Das sind nun reine "Phantasie"-Gründe und überhaupt keine, die einen kürzeren Urlaub von volljährigen Auszubildenden gegenüber ausgebildeten Vollzeitmitarbeitern rechtfertigen.

Der einzige Rechtfertigungsgrund - sofern er den systematisiert und vertraglich festgelegt wäre - in diesem Fall wäre eine Staffelung nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Ein kürzerer Urlaub als die Festangestellten ist hierbei sicherlich weder eine Diskriminierung noch eine Benachteiligung.

Das ist es aber doch, wenn es keine nachvollziehbaren Gründe gibt, die eine Schlechterstellung sachlich und objektiv rechtfertigen!

Kommentar von KnusperPudding ,

Das sind nun reine "Phantasie"-Gründe 

Das ist die Realität wie ich sie erlebt habe. Ich hatte in der Ausbildung auch weniger Urlaub. - Nicht nur ich habe die Begründung zu hören bekommen. Offiziell gibt es dazu natürlich keine Äußerungen. - Nur verbal.

wenn es keine nachvollziehbaren Gründe gibt,

Die Verfügbarkeit kann aber ein Nachvollziehbarer Grund sein. Und offiziell wird natürlich die Firmenzugehörigkeit vorgeschoben und Ende.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist die Realität wie ich sie erlebt habe.

Das mag ja sein, auch wenn es bedauerlich ist. Das ist dann wieder ein Zeichen des Unterschieds zwischen "
Recht haben" und "Recht bekommen", wenn man sich nicht wehrt (sofern man das kann oder will).

Die Verfügbarkeit kann aber ein Nachvollziehbarer Grund sein.

Ganz sicher nicht!

Arbeitsrechtlich macht das keinen Unterschied - also die Dualität von "Zeit im Betrieb" und "Zeit außerbetrieblich (Berufsschule)". Der Urlaubsanspruch kann nicht gemindert werden, weil der Auszubildende eine gewisse Zeit in der Berufsschule verbringt; auch diese Zeit gehört zur Arbeitszeit!

Kommentar von KnusperPudding ,

Darum wird das auch nie auf einem Papier stehen, auch wenn man's ins Gesicht gesagt bekommt.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist völlig in Ordnung.

Nein!

Das wäre es nur dann, wenn man annehmen würde, dass die Tatsache, dass ein "Arbeitnehmer" noch Auszubildender ist, ein sachlich rechtfertigender Grund für eine Schlechterstellung gegenüber ausgebildeten Arbeitnehmern sei.

Von einer solchen Annahme kann man aber ohne eine entsprechende arbeits- oder tarifvertraglich oder über eine sonstige Regelung getroffene Definition (die eben Auszubildende nicht als Arbeitnehmer definiert) nicht ausgehen; ebenso wäre das geringere Alter (z.B. eines jungen volljährigen Auszubildenden) kein zur Schlechterstellung berechtigender Grund.

Wenn es also keinen rechtfertigenden Grund (z.B. vertraglich über die Dauer der Betriebszugehörigkeit; dadurch, dass Auszubildende nicht als "Arbeitnehmer" definiert und der höhere Urlaubsanspruch ausdrücklich für Arbeitnehmer besteht oder ähnliche objektiv haltbare Begründungen) für die Schlechterstellung gibt, dann haben Auszubildende nach dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (nicht zu verwechseln mit dem Allgemein Gleichbehandlungsgesetz AGG) den gleichen Urlaubsanspruch wie die übrigen Arbeitnehmer des Betriebs.

Antwort
von KleinerEngel18, 78

Das sollte normalerweise natürlich nicht vorkommen. Am Besten einfach mal mit dem Chef abklären, wieso man weniger Urlaubstage hat. Manchmal gibt es ganz einfache Gründe dafür. Man sollte sich nicht immer gleich beklagen, sondern erst nachfragen.

Kommentar von ShinyShadow ,

Das sollte normalerweise natürlich nicht vorkommen.

Wieso?

Kommentar von KleinerEngel18 ,

In guten Betrieben bekommen die Azubis genauso viel Urlaub zugeschrieben, wie die anderen Mitarbeiter auch. Ich bekomme sogar in meinem FSJ 30 Tage Urlaub.
Außerdem habe ich nur geschrieben, dass es nicht vorkommen SOLLTE nicht, dass es nicht vorkommen DARF. Das sind Unterschiede.

Kommentar von ShinyShadow ,

Das ist heutzutage aber vollkommen normal.

Nicht nur für Azubis...

Ich weiß ja nicht, ob ich in ner Gegend mit absolut asozialen Arbeitgebern lebe, aber ich hatte vor einiger Zeit eine Bewerbungsphase, und ich hätte absolut nirgendwo direkt 30 Urlaubstage bekommen. (auch nicht, wenn andere AN das haben) Und so gehts nicht nur mir.

Ist ja schön, wenn du 30 Tage hast, aber das ist echt nicht selbstverständlich....

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Also in meinem Freundeskreis sind eigentlich alle in einer Ausbildung oder eben in einem FSJ und alle haben diese 30 Tage Urlaub. Kann auch sein, dass ich in einer Gegend lebe, in der die AG eben sehr sozial sind, aber ich kenne das eben nur so.

Kommentar von Familiengerd ,

@ ShinyShadow:

Wieso?

Weil es an einem sachlichen Grund fehlt, weshalb hier z.B. ein volljähriger Auszubildender weniger Urlaub bekommt als die übrigen (ausgebildeten) Mitarbeiter!

Der arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG) verbietet dem Arbeitgeber eine Schlechterstellung von einzelnen Arbeitnehmern oder Gruppen von ihnen bei den Arbeitsbedingungen (ausgenommen sind Entlohnungsvereinbarungen) ohne einen sachlich rechtfertigenden Grund.

Ein sachlich rechtfertigender Grund könnte z.B. sein, dass tarifvertraglich Auszubildende nicht als Arbeitnehmer definiert werden, für die tariflich günstigere Urlaubsansprüche vereinbart worden sind; oder eine vertragliche oder über eine sonstige Regelung getroffene Vereinbarung über die Staffelung des Urlaubsanspruch nach Dauer der Betriebszugehörigkeit. Ebenso rechtfertigt eine Schwerbehinderung mit mindestens einem GdB 50 einen höheren Anspruch gegenüber der Allgemeinheit im Betrieb; dagegen ist das Alter als Grund für eine Ungleichbehandlung (bis auf eine besondere Ausnahme) ausgeschlossen.

Kommentar von Pauli1965 ,

Natürlich kommt das vor. Bei den Mitarbeitern kommt es auch darauf an wie lange sie im Betrieb angestellt sind. Und im Ausbildungsgesetz , so viel ich weiß, steht der Mindestanspruch für Azubis drin.

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Wo habe ich denn bitte geschrieben, dass es nicht vorkommt? Les bitte einfach mal genau nach und schreibe dann einen Kommentar ;)

Kommentar von LittleValkyre ,

Sie hat sich einfach nicht gleich getraut auf Arbeit jemanden anzusprechen. In ihrem Ausbildungsvertrag stehen auch 26 Tage. Ich war mir einfach nicht mehr sicher wie es gesetzlich geregelt ist, ich hatte damals 30 Tage wie alle anderen Mitarbeiter auch. Sonst mag sie auch ihre Ausbildung. Findet es halt nur n bisschen unfair, dass sie weniger Urlaubstage hat wie alle anderen. Kann ihren "Frust" schon verstehen.  

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Klar, kann man ihren "Frust" verstehen, ich kenne das auch nur so, dass man behandelt wird, wie alle anderen auch. Dachte mir nur, wenn mich etwas stört, spreche ich gleich meine Chefin darauf an und frage nach.

Antwort
von Dimata, 63

Und 4 Tage werden ja über Weihnachtrn abgezogen (meist Automatisch)
Würde also auch auf 28 Tage kommen

Antwort
von Skibomor, 43

Das sollte doch im Ausbildungsvertrag geregelt sein?

Antwort
von Kuestenflieger, 50

ihre urlaubsberechnung steht im individuellen ausbildungsvertrag .

30 mit samstag - 24 ohne !

Antwort
von Fielkeinnameein, 46

Hey,

denke das ist ok so.

Mfg

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