Frage von MeloCoco, 104

Kann ich mit 16 Jahren ausziehen?

Hallo, Da ich vorhabe mich morgen ans Jugendamt zu wenden, hätte ich vorab gerne schon ein paar Informationen.

Zu meiner Situation: Seit Jahren haben meine Mutter und ich ein schweres Verhältnis. Als Kind schlug sie mich. Seit dem Tod meines Vaters 2013 wurde es noch schlimmer. Sie macht mich psychisch fertig und schlägt mich auch heute noch. Sie erzählte mir gestern - um ein Beispiel zu nennen - das sie es schade fände, das nicht ich an der Stelle meines Vaters gestorben sei. Getan habe ich nichts. Sie war einfach nicht gut gelaunt. Ein paar Minuten später warf sie mich raus. Nun schlafe ich zwei Nächte bei meinem Freund, dessen Mutter schickt mich morgen jedoch auch wieder weg. Dementsprechend bin ich verzweifelt.

Was für Möglichkeiten habe ich jetzt? Habe ich das Recht oder die Möglichkeit auf eine eigene Wohnung, gestellt von Jugendamt?

LG

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Antwort
von Indivia, 48

Die Frage ist ob gefahr im Verzug ist, es kann auch sein dass ihr erst einmal eine Familienhilfe und so bekommt. Dann kann es sein das du in ein Heim ( die haben teilweise Appartments, in ein betreuteswohnen oder eine eigene Wohnung bekommst ( ein bekannte war 15 die durfte sofort in eine kleine Wohnung), allerdings kommt dann auch regelmäßig ein betreuer vorbei.

Antwort
von Kirschkerze, 43

"Habe ich das Recht oder die Möglichkeit auf eine eigene Wohnung, gestellt von Jugendamt"

Nein, wenn das Jugendamt nach Prüfung feststellt dass du von daheim unbedingt rausmusst dann wirst du im betreuten Wohnen untergebracht. (Also in einer WG wo ein zuständiger Betreuer sich um dich kümmert" Allerdings ist das immer noch besser als daheim geschlagen zu werden

Antwort
von hertajess, 13

http://www.erstewohnung24.de/mein-auszug/wohnsituation/ausziehen-mit-16-18-x

Bitte lese den ganzen Artikel und mache Dich insgesamt mit der Seite vertraut. 

116 111

Diese Telefonnummer ist kostenlos und funktioniert europaweit ohne Vorwahl. Auch wenn Du schon beim JA warst nutze sie. 

Deutsche Jugendämter haben viel zu wenig Personal und zu wenig Geld. Entsprechend schlecht können sie arbeiten. Da nutzen alle schönen Gesetzestexte Nichts. 

Du hast Gewalterfahrung. Sicherlich findest Du auch Zeugen dafür. In dem Fall ist dann durchaus auch zwingend an eine Wohngemeinschaft bzw. eine eigene Wohnung zu denken und schnellstmöglich dafür zu sorgen. 

Aber eben: Kein Jugendamtsmitarbeiter kann sich so einen Platz bzw. eine Wohnung aus den Rippen schneiden. Nutze also unterstützend, beratend, begleitend diese Nummer. Wie ich hörte kann von da aus auch Druck gemacht werden. Der geht dann öffentlich an die Politik wenn es sein muss. Denn die ist für die Zustände verantwortlich. 

Antwort
von HobbyPianistin, 30

Du solltest auf jeden Fall morgen zum Jugendamt gehen und deine Situation dort schildern. Wenn es so ist wie du es darstellst, ist das Verhalten deiner Mutter absolut nicht in Ordnung.

Eine eigene Wohnung wirst du vom Jugendamt nicht bekommen, dafür bist du mit 16 zu jung und das Jugendamt müsste die Verantwortung dafür tragen, was es nicht tun wird. Dir wird eine betreute Wohngruppe angeboten werden. Solltest du dich entschließen in eine solche zu gehen und dich dort gut entwickeln, kannst du sicher mit 17 in eine sog. Verselbstständigungsgruppe ziehen, wo die Betreuung etwas lockerer ist.

Aber das mit der eigenen Wohnung ist in deiner Situation zweitrangig. Erstmal dürftest du ja froh sein, von deiner schlagenden Mutter weg zu kommen!

Dafür hast du das Recht morgen beim Jugendamt vorzusprechen und um Inobhutnahme zu bitten - dazu kannst du dir vorbereitend den §42 SGB VIII online durchlesen. Sicherlich wirst du dort auch bezüglich milderer Hilfen beraten. z.B. ambulante Erziehungshilfen die zu euch nach Hause kommen - deine Mutter müsste dazu natürlich bereit sein. I.d.R. erhälst du das Angebot dich erstmal in Schutz nehmen zu lassen - d.h. in Obhut nehmen zu lassen, sodass du und deine Mutter etwas zur Ruhe kommen könnt. Das Jugendamt wird seine Schritte mit dir absprechen und mit deiner Mutter reden, während du in Obhut bist. Dann wird geklärt wie es weitergeht bzw. wozu deine Mutter bereit ist, darüber musst du dir dann keinen Kopf machen, das übernimmt das Jugendamt.

Alles Gute

Antwort
von LittleBigOwl, 46

Ich kenne mich nicht so sehr damit aus (bin ja auch erst 13), aber was deine Mutter tut ist meines Wissens nach gesetzeswidrig, denn dein Vormund muss für dich sorgen (Nahrung, Gesundheit, Unterhalt). Daher ist sie verpflichtet dir eine Wohnung zu mieten, oder bei ihr wohnen zu lassen. Stellt das Jugendamt fest, dass du dort aus welchen Gründen auch immer nicht leben kannst, dann wohnst du in einer WG gemeinsam mit anderen Kindern/Jugendlichen und einem Betreuer. Aber am Jugendamt erklären sie dir das alles bestimmt.

Antwort
von Menuett, 22

Geh zum Jugendamt oder im Notfall zur Polizei und bitte um Inobhutnahme.

Die bringen Dich in einer Notunterkunft unter und suchen dann eine WG für Dich

Antwort
von anna2100, 20

Ja das kannst du. Ich weiss aber nicht ob es wirklich schon möglich ist alleine zu leben.
Was aber sicher geht, ist es in eine WG zu ziehen, in der z.B. regelmäßig Sozialarbeiter vorbei schauen.
Wenn ich dich wäre, würde ich zum Jugendamt gehen, deine Situation schildern und dein Anliegen, dass du wirklich ausziehen möchtest und nicht nur eine Familienbegleiterin.
Das Jugendamt kann dich bestimmt unterstützen und dir die Möglichkeiten zeigen.

Antwort
von Heidrun1962a, 33

Eigene Wohnung sicher nicht, aber du kannst in ein "betreutes Wohnen". 

Antwort
von duuundiich, 33

Jetzt mal ohne ...., hat die ihre Tage oder was?
Ich finde es richtig ...., wie man sein eigenes Fleisch & Blut behandeln kann & dir dann noch den Tod zu wünschen.. einfach nur erbärmlich!
& soll ich dir mal was sagen? 2015 war für mich die Hölle, ich hatte auch richtig Stress mit meiner Familie & jetzt kommts: ich habe auch noch 2 ältere Bruder, die auch immer ihr .... Maul aufmachten.. es war schlimm & deshalb bin ich auch zum Jugendamt! Es war alles umsonst, ich hatte wirklich Angst, das Jugendamt einzuschalten, aber ich musste es einfach tun! Für mich & meine Zukunft! Wie gesagt: war aber alles fürn .... ! Das Jugendamt hat mich garnicht beachtet, ich war denen quasi ....egal, aber meine Eltern standen natürlich im Mittelpunkt.
Ich wollte mir das Leben nehmen & das öfter, ich hab mir verdammt nochmal mein Fleisch aufgeritzt & keinen hats interessiert & soll ich dir was sagen? Die haben mich wieder nachhause geschickt & heute werde ich als Verräterin abgestempelt, aber was sollte ich machen? & das hat kein bisschen was mit Verrat zutun, es hatte einfach nur damit zutun, das ich wieder normal weiter leben wollte!
Ein Tipp an dich: Pack dir deinen Freund & lass ihn niemals los! Er ist jtz der einzige, Der dir Kraft geben kann!

Kommentar von MeloCoco ,

Wie hast du dich denn da ausgedrückt? Was hast du denen erzählt? 

Das deine Eltern eingebunden werden ist normal. Meine Mutter würde aber gleichen Strang wie ich ziehen. Da habe ich noch mal Glück.

Kommentar von HobbyPianistin ,

@MeloCoco: Bitte lass dich von dieser Antwort nicht zu sehr beeinflussen bzw. die Hoffnung rauben. Bedenke dass das Jugendamt natürlich immer INDIVIDUELL über seine Vorgehensweise entscheidet. Das heißt ein ganzes Team macht sich Gedanken was für einen jungen Menschen passt und da spielen viele Kleinigkeiten mit rein die in der Familienkonstellation vorhanden sind. Auch im Fall von "duuundiich" wird dies so gelaufen sein und es wird seine Gründe haben warum er/sie nach Hause geschickt wurde (wenn dies überhaupt der Fall war) und sicherlich andere Hilfearten/Ratschläge angeboten worden sind. Nicht selten wird Jugendlichen mit psychischen Problemen und ihren Eltern geraten sich an eine Kinder-und Jugendpsychiatrie zu wenden, da eine normale Jugendhilfewohngruppe diese Auffälligkeiten natürlich nicht abfangen kann bzw. gewähren kann dass z.B. ein suizid-gefährdeter Jugendlicher sich eben nicht umbringt. Nicht selten wollen diese Jugendlichen aber mit Psychiatrie nix am Hut haben...  z.B.. Wie es auch immer war, kann hier niemand beurteilen, Fakt ist jedoch: Das ist eine extrem SUBJEKTIVE Antwort gewesen und heißt nicht, dass das auf alle hilfesuchenden Jugendlichen zutrifft. Also lass dich davon nicht abschrecken.

Antwort
von noname68, 32

das jugendamt kann beim gericht beantragen, dass deiner mutter das sorgerecht entzogen werden kann. als minderjähriger hast du keinen anspruch auf eine eigene wohnung.

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