Frage von Xipolis, 111

Autounfall: Nutzungsausfallpauschale nur bei Vorlage der Reparaturrechnung?

Nach einem Autounfall, bei dem der Verursacher gegen mein stehendes Fahrzeug (VW Golf V) gefahren ist, habe ich den Schaden der KFZ-Haftpflichtversicherung des Verursachers gemeldet und ein Gutachten anfertigen lassen. Gegenüber dem Gutachter erfolgte eine Abtretung. Nachdem das Gutachten vorlag habe ich vorläufig Regulieren lassen indem ich fiktiv abrechnet habe (Nettobetrag des Gutachtens zzgl. Auslagenpauschale). Aus dem Gutachten geht eine Reparaturdauer von einem Tag hervor.

Ich habe dann deutlich günstiger den Schaden reparieren lassen. Dies dauerte einen Tag. Auf einen Mietwagen habe ich verzichtet. Nach der Reparatur habe ich das Fahrzeug vom Sachverständigen ein zweites Mal kostenfrei begutachten lassen. Dieses zweite Gutachten habe ich bei der Versicherung eingereicht und die Auszahlung einer Nutzungsausfallpauschale für einen Tag nach Klasse F über 50.- € verlangt.

Dies hat die Versicherung abgelehnt mit der Begründung das der Nachweis des Zweiten Gutachtens nicht ausreicht, das das Fahrzeug tatsächlich in einer Werkstatt war und nicht genutzt werden konnte.

Die Heinzelmännchen waren jedenfalls nicht an meinem Auto...

Kann die Versicherung auf die Rechnung bestehen oder reicht ein anderer geeigneter Nachweis oder muss sie das zweite Gutachten akzeptieren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Roquetas, 98

Nur wenn der Werkstatt eine Abtrittserklärung unterschrieben - und die Rechnung direkt zwischenn Werkstatt und Versicherung abgerechnet wird, kann man den Nutzungsausfall geltend machen.

Kommentar von Xipolis ,

Danke für Deine Antwort. Das wäre mir völlig neu... Hast Du eine Beleg bzw. Internetfundstelle für Deine Aussage? 

Kommentar von Roquetas ,

1.1.2. Nutzungswille und Nutzungsmöglichkeit

Wenn der Geschädigte das Unfallereignis zum Anlaß nimmt, auf das Unfallfahrzeug zu verzichten, kann kein Nutzungsausfall beansprucht werden. Der Anspruch setzt also voraus, dass entweder das Unfallfahrzeug repariert oder ein Folgefahrzeug angeschafft wird. Die Reparatur oder die Ersatzbeschaffung muss nachgewiesen werden. Der Nachweis kann z.B. durch die Vorlage einer Reparaturrechnung oder einer Reparaturdauerbescheinigung, letzteres verbunden mit dem Nachweis einer fachgerechten Reparatur, erbracht werden, bei der Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges auch durch die Vorlage einer Ablichtung des Kfz-Scheins.

Ein Anspruch auf Nutzungsausfall setzt voraus, dass der Geschädigte während des Ausfallzeitraums sowohl den Willen als auch die Möglichkeit gehabt hätte, das Fahrzeug zu nutzen. Es muß also eine "fühlbare Entbehrung" vorliegen. Bei einer krankheits- oder verletzungsbedingten Fahruntüchtigkeit des Geschädigten wird der Anspruch oft unter Verweis auf fehlende Nutzungsmöglichkeit abgelehnt. In diesen Fällen kommt es darauf an nachzuweisen, dass das ausgefallene Kfz in der Zeit, für die Nutzungsausfallentschädigung beansprucht wird, tatsächlich genutzt worden wäre, z.B. durch Familienangehörige.

Kommentar von Xipolis ,

Vielen Dank.

Das Fahrzeug war ja einen Tag in der Reparatur. Der Gutachter hat im zweiten Gutachten die fachgerechte Reparatur bescheinigt. Also bräuchte ich von der Werkstatt maximal noch einen Nachweis über die Dauer der Reparatur.

Kommentar von Roquetas ,

Ich bedanke mich für den Stern.

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