Frage von vildan, 159

Autounfall, aber wer ist schuld?

ich war an einem Autounfall verwickelt.

Mein Wagen hat kein Schaden, aber dem Wagen hinter mir ist einer aufgefahren.

Ich war auf der linken Spur als zwei Wagen vor mir einer nach links abbiegen wollte.

Es war stockender Verkehr also sind alle langsam gefahren.
Meine Vorgänger haben beide ganz normal geblinkt und überholt, quasi nach dem Reissverschlussverfahren und ich hatte auch schon sofort angefangen zu blinken.
Der Wagen rechts neben mir (wobei er eher hinter mir war als daneben natürlich) ist mal langsam mal etwas schneller geworden, so dass ich ca 20 Sekunden brauchte bis ich das Gefühl hatte er ist jetzt langsamer geworden und ich kann nun überholen.
Und das habe ich dann auch ganz normal ohne nochmal extra beschleunigen zu müssen getan.

Kurz darauf hat der Wagen neben bzw hinter mir auf der rechten Spur gebremst und der Wagen hinter diesem ist ihm aufgefahren, bei stockendem Verkehr!!
Ich muss noch dazu sagen, dass mir der Wagen der aufgefahren ist auch schon vorher aufgefallen ist.

Er wollte schon vor ca. 1 km auf die linke Spur wechseln und hat gedrängelt und es nicht geschafft.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er einfach zu hastig und schnell gefahren ist. Das habe ich auch so gesagt als die Polizei kam.
Er meinte nur, wie ich das wissen kann, da ich ja zwei Autos vor ihm war. Weiter habe ich nur nich geschwiegen.

Zum Wagen hinter mir der gebremst hat muss ich sagen, war ein älterer Mann der einen Beifahrer bei sich hatte. Der ältere Mann also der Fahrer war verwirrt und hat sich nicht wirklich zum Unfall geäußert, sein Beifahrer dagegen hat den Unfall nach seiner Sicht geschildert.

Ich weiß selbst nicht warum der Unfall passiert ist.
Ich habe wie immer überholt, wie man das halt macht. Ich habe wahr genommen dass der auf der rechten Spur langsam geworden ist und ich jetzt überholen kann, das habe ich auch gemacht.
Warum meinem hinteren Wagen aufgefahren ist kann ich nicht verstehen.

Ich weiß nur, der hinter mir war nicht unbedingt ein aufgeweckter Fahrer und der dahinter war ein Drängler.

Die Polizei meinte, entweder bin ich der Unfallverursacher oder der hinterste Wagen, der aufgefahren ist.

Ich finde nicht, dass ich schuld war und ich habe zum Glück einen Rechtschutz und sobald ich den Brief von der Polizei erhalte werde ich dagegen vorgehen.
Ich habe meine Versicherung sofort nach dem Unfall angerufen und die Sachlage geschildert.
Mir wurde gesagt, dass ich erst auf den Brief warten soll, wo halt stehen wird wer der Verursacher ist.

Ich möchte gerne eure Einschätzung erfahren und bedanke mich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von doubleAG, 39

Die Polizei legt nicht fest wer Schuld hat und sollte sich dazu auch nicht äußern wenn die Lage so unübersichtlich ist. Das wird sich ein Gutachter ansehen und ein Richter darüber entscheiden. Wenn dir jemand nachweisen kann, dass du deinen Hintermann zur Vollbremsung gezwungen hast, dann wirst du vermutlich eine Teilschuld bekommen, nachdem du aber sagst, du hast ihn nicht geschnitten etc sollte das egal sein. Der Auffahrende, hat aber immer Schuld bzw. eine Teilschuld, da er, wenn er aufmerksam ist und den notwendigen Abstand einhält nicht auffahren würde. Wichtig ist schon mal, ob du ein Verwarngeld oder Bußgeld von der Polizei bekommen hast. Manche Versicherungen deuten das zumindest gleich als Teilschuld.

Da unsere Gerichte aber manchmal ein seltsames Urteilsvermögen an den Tag legen, wirst du in der Tat abwarten müssen, was noch kommt. Habe hier schon die wildesten Sachen erlebt. Wenn du der Meinung bist keinen Fehler gemacht zu haben bleib dabei und leg deinen Standpunkt offen.

Kommentar von vildan ,

Danke 🙏🏻
Das mache ich auch, mal schauen was so passiert.

Kommentar von doubleAG ,

Ich hab die Sachen zum Glück noch nicht selbst erlebt, aber schon einiges aus Familien und Freundeskreis mitbekommen, so muss ich sagen. Leider sind unsere Richter nicht immer ganz rational. Meist siegt aber schon das Recht.

Kommentar von vildan ,

Hm, ja sehr schade... Ich habe auch schon einiges gehört. Wirklich unglaublich manches. Man muss halt für sein Recht kämpfen.

Kommentar von vildan ,

Ich melde mich nochmals zu Wort.
Das Verfahren wurde fallengelassen.
Ich wurde quasi freigesprochen.
Ich war nicht schuld.
Für alle, die so etwas ähnliches erleben.
So würde es vllt auch bei euch ausgehen.

Antwort
von ShinyShadow, 48

Schwierige Frage, denn wir kennen nur deine Sicht der Geschichte.

Man selbst nimmt das natürlich parteiisch wahr, deshalb kann es sein, dass es für die anderen Beteiligten ganz anders aussieht.

Auch dass du die anderen als nicht aufgeweckt und als Drängler wahrgenommen hast, tut  für die Entscheidung leider nichts zur Sache.

Wichtig ist nur: Hattest du wirklich genug Platz, um rechts einzubiegen? Das müssen die zuständigen Leute entscheiden, und wenn diese sagen, so war es, dann hast du mit dem Unfall nichts mehr zu tun, dann müssen das die anderen beiden unter sich ausmachen.

Ich persönlich denke, dass wohl der hinterste, der aufgefahren ist, die Schuld bekommt... Aber wie gesagt... Das wird leider nicht von uns entschieden.

Kommentar von vildan ,

Ja, so ist es. Ich warte jetzt auf den Brief.
Aber sollte ich als Verursacher dargestellt werden, gehe ich dagegen an.
Der hinterste Fahrer hat nämlich nur geredet ich habe geschwiegen, weil ich erst einen klaren Kopf bekommen wollte und auch nichts falsches sagen wollte.
Wenn ich schuld wäre würde ich es mir selber auch zugeben. Damit habe ich kein Problem. Aber ich sehe absolut keine schuld an mir.

Kommentar von ShinyShadow ,

Kann ich voll verstehen... Aber so sind die meisten Menschen nunmal... Da wird dann immer versucht, die Schuld von sich abzuschieben... Grad wenn man jung, weiblich, klein,... ist, wird man gern als Sündenbock hingestellt.

So gings übrigens mal ner Freundin von mir... War grad so 18 und ihr hat einer die Vorfahrt genommen. Der hat sie dann angebrüllt und von ihr verlangt, dass sie ihm den Führerschein zeigt. (Hat er ja schonmal kein Recht zu...) Als die Polizei kam, hat nur er geredet, und natürlich alles auf sie geschoben.

Zum Glück kam durch den Gutachter die Wahrheit raus.

Gut, dass du ne Rechtschutzversicherung hast! :)

Kommentar von vildan ,

Die arme.
Zum Glück ist alles noch gut gegangen.

Ja, darüber freue ich mich auch, mein Rechtschutz habe ich erst seit einem Jahr und werde es das erste Mal nutzen, mal schauen.

Antwort
von noname68, 51

zwar ist deine schilderung etwas unstrukturiert und nicht ganz schlüssig, aber wenn man als dritter oder unbeteiligter an einer kollision als verursacher beschuldigt wird, brauchen die anschuldiger hand- und gerichtsfeste beweise, um ihr eigenen mitverschulden reduzieren oder ausschließen zu können. die eigenen aussagen von alleinfahrern reichen nicht, bei unterschiedlichen darstellungen gilt immer noch der alte rechtsgrundsatz "in dubio pro reo".

warte ab, ob du eine vorladung oder einen bußgeldbescheid bekommst und schalte dann einen anwalt für verkehrsrecht ein.

Kommentar von vildan ,

Vielen Dank, so mache ich es dann.

Antwort
von Kreidler51, 48

Die Grundregel sagt wer auffährt hat Schuld. Es gibt aber Ausnahmen. Da du nicht direkt mit dem Unfall zu tun hattest wirst du keine Schuld haben. Denn was kann ich dafür wenn 2 Autos vor oder hinter mir es zum Unfall kommt.


Kommentar von vildan ,

Ja, das finde ich auch.

Antwort
von Sivsiv, 31

Deine Beschreibung reicht leider nicht ganz um das zu beurteilen. Du schreibst vom Reissverschluss. Hier waere als erstes zu klaeren ob das zutrifft (nach  § 7 Abs. 4 StVO). In diesem Fall saehe es fuer dich ganz gut aus. Allerdings muss es sich bei beiden Fahrstreifen um Fahrstreifen fuer die gleiche Richtung handelt und nicht z.b. um eine Auffahrt.

Sollte der Reissverschluss nicht zutreffen hast du mit der Schuld zu rechnen, da du eine Spur nur wechseln darfst wenn du dadurch niemanden gefaehrdest oder behinderst. Bei Geschwindigkeiten unter 80km/h gibt es praktisch kein "Draengeln" mangels geregelten Mindesabstand.

Kommentar von vildan ,

Ich habe niemanden gefährdet, gedrängelt oder geschnitten.
Es war stockender Verkehr.
Wäre ich schuld gewesen, hätte ich auch was abbekommen.

Antwort
von TrudiMeier, 43

Vorausgesetzt du hast das hinter/neben dir fahrende Fahrzeug bei deinem Überholvorgang nicht geschnitten, trägt die Schuld an dem Unfall m. E. der auffahrenden Fahrer. Denn bei stockendem Verkehr muss man schon damit rechnen, dass mal jemand die Spur wechselt und das vorausfahrende Fahrzeug bremst. Wenn jemand als auffährt, hat er entweder gepennt oder ist zu dicht aufgefahren. Oder beides.

Ich setze jetzt mal voraus, dass du dich nicht falsch eingeordnet hast. Und so wie ich das verstanden habe, warst du in den Unfall selbst nicht verwickelt.

Kommentar von vildan ,

Nein, ich habe den Wagen nicht geschnitten.
Es gab genug Abstand und es war stockender Verkehr, wir sind höchstens 20kmh gefahren.

Kommentar von TrudiMeier ,

Und dann ist der aufgefahren?

Mit dem Reißverschlussverfahren haben übrigens viele Autofahrer Probleme. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass der, den sie vorlassen, die nächste Ampel noch schafft und man selbst nicht mehr.

Kommentar von vildan ,

Ja, ein Wagen weiter hinten ist dem Wagen rechts neben bzw hinter mir (den ich eben überholt habe) aufgefahren.
Ja, die Ampel hatte auf grün geschaltet und zwei Wagen vor mir hatten schon erfolgreich überholt, wie bei einem Reissschlussverfahren. Ich wäre vielleicht die Letzte gewesen.

Antwort
von flylux, 50

Der Fahrer muss immer so fahren, dass er in jeder Situation abbremsen kann. Solltest du einen Fehler gemacht haben könntest du vielleicht einen Strafzettel bekommen aber schuldig dürftest du nicht sein.

(Ein Bekannter stand mal an einer roten Ampel. Ihm fuhr einer drauf und drückte ihn in den Vordermann. Sogar da musste mein Freund den Schaden vom Vordermann bezahlen).

Kommentar von vildan ,

Die Sache mit deinem Freund kann ich jetzt aber gar nicht verstehen. Wenn er doch nach vorne geschoben wird...

Kommentar von flylux ,

War aber echt so. Nur seinen "Vorderschaden" hat damals die Versicherung des Verursachers bezahlt.

Kommentar von Kreidler51 ,

Da gilt das Verursacherprinzip " Wer Affährt und schiebt hat die Schuld". nicht dein Freund wenn er gestanden hat.

Antwort
von Owntown, 47

Meine Einschätzung ist das der der aufgefahren ist den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat, den hätte er das, hätte er schnell genug reagieren können um noch abzubremsen. Ich würde mir da garkeine Gedanken machen.

Kommentar von vildan ,

Ja, so habe ich es auch in der Fahrschule gelernt. Ich bin mal gespannt.

Antwort
von emily2001, 48

Hallo,

wenn du keinen Schaden hast, dann bist du nicht in dem Unfall verwickelt, es sein denn du hast eine Vorfahrt ignoriert.

Misch dich nicht ein, sonst bekommst du auch noch ärger...

Du bist nicht dafür verantwortlich, daß die beiden kollidiert sind - so was - !!!

Emmy

Kommentar von vildan ,

Also ich will mich auch gar nicht einmischen. Aber der hinterste Autofahrer sagt ich solle bleiben bis die Polizei kommt, da es wohl meine schuld war. Ich konnte ja nicht "Fahrerflucht" begehen und bin geblieben und habe meine Aussage gemacht.
Also was heisst Vorfahrt, ich kann natürlich nicht von links nach rechts überholen. Aber es war wie gesagt, wie beim Reissverschlussverfahren und zwei Wagen vor mir haben es gemeistert.

Kommentar von TrudiMeier ,

Aber der hinterste Autofahrer sagt ich solle bleiben bis die Polizei kommt, da es wohl meine schuld war.

Warum habe ich den Eindruck, dass der Fahrer genau weiß, dass er schuld war? Gibt es irgendeinen Grund, warum er dir die Schuld einreden will? Fahranfänger, dickes Auto, Frau?

Kommentar von vildan ,

Frau :)
Ehrlich gesagt hatte ich tatsächlich das Gefühl er hält mich für blöd, da ich eine weibliche Autofahrerin bin. Überhaupt hat mich da keine für voll genommen.
Ich habe meinen Führerschein schon seit 12 Jahren und das war mein erster Unfall, wo ich als Verursacher gelten soll.

Kommentar von TrudiMeier ,

Alles klar! Wenn du jetzt noch blond bist und ´n Kleinwagen fährst...... grins

Kommentar von vildan ,

Haha, Kleinwagen stimmt 🙈 bin aber Brünnette

Kommentar von TrudiMeier ,

Macht nichts, Frau und Kleinwagen reicht aus, da ist die Haarfarbe schon fast unwichtig. Blond wäre da noch ´ne Zugabe :-)

Kommentar von GrafTypo ,

Lass dich nicht irre machen. Der Versuch eines Unfallverursachers, seinem Opfer die Schuld einreden zu wollen, ist leider so häufig wie Dreck (und auch genau so viel wert). Ich habe das als Zivi im Rettungsdienst dutzendfach erlebt. In einem Extremfall sogar den Versuch, das Opfer in Gegenwart der Polizei bei dessen Aussage niederzubrüllen.

Zunächst geht der Richter davon aus, dass der Auffahrende die Schuld trägt. Wenn der dir eine Verursacher- oder Mitschuld anhängen will, dann liegt die Beweislast bei ihm. Und bei dem Fahrer des mittleren Fahrzeugs, in den er reingefahren ist. Also warte erst mal in Ruhe ab was kommt.

Antwort
von Noctisrules, 42

Wenn du geblinkt hast und der andere dich vorlassen wollte ist nur der nachfolgende Verkehr Schuld. Man muss den Abstand so halten, dass man noch zum Halten kommt bevor man die Heckstoßstange des Vordermanns erreicht hat.

-Noctis

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

...wenn jemand anderes in deinen Sicherheitsabstand fährt, ist das aber nicht deine Schuld.

Kommentar von Noctisrules ,

Richtig aber das war ja auch hier nicht der Fall, der Fahrer mit verkürztem Sicherheitsabstand ist schließlich nicht aufgefahren.

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