Frage von anonymos987654, 139

Wer von euch leidet auch noch heute an den Folgen der autoritären Erziehung?

Autoritäre Erziehung wurde ja inzwischen meist durch das Gegenteil abgelöst. Dennoch weiß ich von genug Leuten, die auch heute noch unter ihrer früheren autoritären Erziehung leiden. Kennt ihr das auch - von euch selbst oder von (ehemaligen) Nachbarskindern bzw Mitschülern?

Bitte schreibt auch dazu, ob ihr zur heutigen

Kindergeneration (bis 24 Jahre),

Elterngeneration (25 bis 49),

Großelterngeneration (50-74) oder

Urgroßelterngeneration (ab 75 Jahre) gehört.

Vielen Dank an alle.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GroupieNo1, 66

Wurde mit sehr vielen strengen Regeln erzogen, bei dem ein oder anderen Fehltritt auch sanktioniert mit Hausarrest oder auch mal n paar auf den hintern bekommen und ich leide an garnichts.
Ich habe ein sehr gutes und offenes Verhältnis zu meinen Eltern, meine Mutter ist heute meine beste Freundin und ich danke meinen Eltern für meine Erziehung.
Mir geht es gut und mir ging es auch in der Kindheit gut. Aber dafür wurde mir sehr viel Vertrauen entgegen gebracht und auch wenn Höflichkeit, gute Noten, Ordentlichkeit, Pünktlichkeit oberste Priorität hatten, wurde ich sehr selbstständig erzogen und hatte trotz allem sehr große freiräume so lange alles andere passte. Ich musste 2 mal am Tag 45 Minuten mit dem Hund raus, mein Zimmer aufräumen, 1 Stunde lernen und im Haushalt Ca 20-30 Minuten etwas machen. Dafür könnte ich in den Ferien mit 14 schon alleine in den Urlaub fahren und durfte zu Freunden fliegen. Aber eben nur wenn alles andere passte.

Antwort
von AriZona04, 66

Bin Elterngeneration und wurde teils/teils erzogen. Also, es gab schon unnütze Regeln und Ansichten, die ich immer noch nicht nachvollziehen kann, aber wiederum hatte ich auch Freiräume. Diese habe ich immer mehr entwickelt. Einem Geschwisterteil von mir ist es nicht so gut ergangen und da wird noch ordentlich dran geknabbert.  Meine 2 Nachbarn Eltern- und Großelterngeneration: Ich sehe, wie autoritäre Erziehung heute noch Schäden anrichtet. Bei den "Kindern" ist keinerlei Persönlichkeit vorhanden. Alles toterzogen.

Wiederum habe ich recht locker antiautoritär erzogen und bekomme auch Nackenschläge ... ;-(

Antwort
von stine2412, 20

Also manche haben es vielleicht mit der autoritären Erziehung übertrieben, da schien der Faktor Liebe wahrscheinlich nicht die große Rolle gespielt zu haben. Wenn Gewalt zum Alltag gehörte, dann hatte das aber auch nichts mit autoritärer Erziehung zu tun.

Wie hier schon erwähnt, war Pünktlichkeit, Verläßlichkeit und das Erledigen von Pflichten in unserer (Großmutter)-Generation ein großer Teil unserer Erziehung. Das haben sogar unsere Mütter, die Kriegerwitwen waren, geschafft. Das Wochenende war Erziehungswochenende in allen Bereichen: im Haushalt helfen, Sitten und Manieren am Tisch, beim Spazierengehen (wie man Menschen miteinander bekanntmacht), wie Nächstenliebe praktiziert wird - ja, das schafften viele Mütter mit wenig Zeit und wenig Geld. Aber es gab auch schon mal ein paar hinter die Ohren, wenn wir auf den ersten strengen Blick nicht reagierten. Türen zuschlagen oder freche Antworten geben.... nee, lieber nicht!

Dann kamen die sog. anti-autoritären Jahre der Kindererziehung. Die Kinder, die von diesen Jahrgängen erzogen wurden, die haben unter vielen Mankos zu leiden - sie durften ja selber entscheiden, was gut und richtig ist, die Eltern hatten sich zu fügen. Kinder durften im Bus oder Bahn sitzen bleiben, die Eltern bestanden darauf, der Platz war ja bezahlt!  Kinder durften anderen Erwachsenen die Zunge herausstrecken - sie durften das, es gehörte zu ihrer freien Entwicklung. Das war nicht bei allen so, aber bei sehr vielen.

Ich war froh, dass ich genau in der Phase, als ich meine Kinder erzog, die Wahrheiten aus der Bibel kennenlernen durfte und meine Kinder davon profitierten. Als sie schon älter waren und schon mal nach den Mädchen schauten, versuchten sie es ab und an, pampig zu werden. Als ich ihnen dann aber klarmachte, dass, wenn sie ordentliche Frauen bekommen wollen, selber ordentliche Männer sein müssen, funktionierte das prima. Ich habe Schwiegertöchter, die ich wirklich wie meine Töchter liebe. Eine bedankte sich sogar mal bei mir, dass ich einen so tollen Mann für sie erzogen hätte. Ob das mit Anti-Autorität gelungen wäre? Aber mit viel Liebe und dem Rat Gottes aus seinem Wort, wofür ich meinem Schöpfer immer wieder danke! gelang es.

(5. Mose 6:5-7) Und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und deiner ganzen Tatkraft. 6 Und es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; 7 und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.
wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2008244

Antwort
von CocoYoyo, 53

Meine Sicht auf meine Erziehung ist zu subjektiv, als dass ich sie auf einer Skala objektiv einordnen könnte.

Ich möchte dennoch gern meine Meinung zum Thema Erziehung abgeben: Eine autoritäre Erziehung (klare Regeln, aber keine emotionale Zuwendung) ist nicht viel besser als eine permissive Erziehung (quasi keine Regeln, dafür emotionale Zuwendung). Ich würde mal ganz stark bezweifeln, dass die meisten unter uns tatsächlich eine reine autoritäre Erziehung dulden mussten.

Die Mischform, also quasi Regeln UND Wärme, nennt man autoritativer Erziehungsstil und wird als die optimalste Form postuliert. Es ist wichtig dem Kind Grenzen und gesellschaftliche Regeln aufzuzeigen, vor allem begründet! Und auf der anderen Seite seine Ängste und Probleme ernst zu nehmen, es zu motivieren und seine Selbstständigkeit zu fördern.

Das eine geht nicht ohne das andere.

Antwort
von luchskind, 77

Wurde teils autoritär erzogen. Kindergeneration. Leide seit 4 Jahren an Depressionen, die größtenteils auf meine Kindheit zurückzuführen sind. Verarbeite das langsam mit meinen Eltern, die sich inzwischen auch dafür entschuldigt haben.

Antwort
von ThomasJNewton, 4

Man kann auch darunter leiden, dass man keine Erziehung genossen hat.
Oder dass es keine Menschen waren, die einen erzogen haben, sondern nur Hülsen oder Schablonen.

  • Wenn alle Mensche gleich sind
  • Nur wichtig ist, was die Nachbarn denken oder sagen
  • Man alle mit dem selben Mist vollsülzt
  • Man nur redet, was man mal gehört hat
  • Man nur sagt, was nicht aneckt

Dann ist man in einer anderen Hölle als der von dir angesprochenen.
Besser ist sie deswegen nicht.

Es gibt keine antiautoritäre Erziehung, auch wenn ich das selbst lange als Ideal gesehen habe.
So lange halt, bis mein missratenes Pädagogik-Nebenfach Erfahrung Platz machte.

Wenn man Kinder hat, kann eben so wenig nicht erziehen wie man nicht kommunizieren kann.
Kinder wollen keine Regeln, sondern Kontakt.
Sie lernen durch Vorbilder und Beispiele, nicht durch Sprüche.

Und falls es dich noch interessiert, ich gehöre in die Gruppe "50-74".
Ich kann allerdings nicht verstehen, was das aussagen sollte.

Antwort
von Susii01, 59

Ich wurde nicht autoriär erzogen und hab da genau so drunter zu leiden. Ich hab nie regeln oder autorität an sich akzeptieren können und immer nach halt im leben gesucht. Ich gehöre zur kindergeneration.

Kommentar von GroupieNo1 ,

Danke für Deinen Post!

Antwort
von nowka20, 8

darunter leidet jeder mensch, der so erzogen wurde.

der eine mehr, der andere weniger.

das gehört zu seinem leben eben dazu.

Antwort
von Schwizz, 63

Wurde nicht autoritär erzogen
Kindergeneration

Antwort
von Virginia47, 24

Ich leide heute noch unter der sehr autoritären Erziehung. Und ich bin in der Zwischenzeit über 60.

Aber was mir dermaßen eingebleut wurde, sitzt nun mal tief. Daher kamen und kommen sicher uach meine Depressionen.

Antwort
von Nunuhueper, 55

Nein, Erziehungsfehler in der Jugend sind nicht an meinem heutigen Gemütszustand schuld.

Das sind eher die unsäglichen Methoden, in der Politik und in den Medien, die in mir Schuldbewusstsein für alles Mögliche einzureden versuchen. 

Irgendwann trägt jeder Mensch allein Verantwortung für das, was er tut. 

Kommentar von AriZona04 ,

Schön, wenn er gelernt hat, diese auch zu nehmen!

Kommentar von ThomasJNewton ,

Nein

Dafür gibt's doch sicherlich auch einen Fachausdruck!

Mir kommt da https://de.wikipedia.org/wiki/Verdr%C3%A4ngung_(Psychoanalyse) in den Sinn.a

Kommentar von Nunuhueper ,

Ich bin kein Freud-Anhänger. Verdrängung ist sogar eine gute Strategie, um Krisen zu bewältigen.

Antwort
von suesstweet, 51

Autoritär erzogene Kinder, rebellieren richtig in ihrer Jugend. Leiden ziemlich darunter. Zeigen das gleiche Verhalten auch deren Kindern. Kenne das von meiner Tante..

-Elterngeneration

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