Frage von Jan555777888, 100

Autor werden ohne Bücher zu lesen- unmöglich?

Ich spiele seitdem ich denken kann immer wieder mit dem Gedanken später neben meinem Hauptberuf als Autor tätig zu sein, da mir das Schreiben, wie ich finde, liegt und es mir außerdem großen Spaß bereitet. Nun habe ich jedoch schon mehrfach gehört, dass viel Lesen eine der Hauptvoraussetzungen und essentiel für den Autorberuf ist. Bei mir ist es aber so, dass ich grundsätzlich keine Bücher lese, da sie mich langweilen und da die Tatsache, dass sie nur auf Fiktion beruhen, mich davon abhält, mich so richtig in ein Buch hineinzuversetzen. Meine Frage ist nun, ob Bücher zu lesen für einen Autor unerlässlich ist. Danke für die Antworten.

Antwort
von lillian92, 33

Wie willst du wissen, dass dein Geschreibsel gut ist, wenn du keinen Vergleich hast, weil du nicht ließt? Was schreibst du anderes als Fiktion?

Das ist das erste, was mir bei deinem kleinen Absatz hier einfällt.

Es ist sicherlich nicht unmöglich, Autor zu werden, ohne zu lesen, aber es ist schon sehr schwer, als Autor überhaupt über die Runden kommen zu können, dass ich es mir kaum bis überhaupt nicht vorstellen kann, dass jemand es schafft, ohne zu lesen.

Beim Lesen geht es ja nicht nur um die Ideen der Bücher. Man kann es als Marktrecherche sehen, damit man weiß, was sich verkaufen lässt, oder man nimmt es dazu her, seinen inneren Kritiker auf Schreibstil zu schulen.

Es ist gut, wenn es dir Spaß bereitet, aber ich glaube nicht, dass du beurteilen kannst, ob es dir liegt oder nicht, da du mangels eines Vergleichs selbst kaum feststellen kannst, ob du an die Anforderungen des internationalen Buchmarkts herankommst.

Wenn es dir Spaß macht, mach weiter – ich will hier niemandem ein Hobby absprechen! – aber ich halte den Berufswunsch Autor für eine Utopie ohne zu lesen.

Kommentar von Jan555777888 ,

Mich mit meiner eigenen Fiktion zu befassen respektive sie zu verfassen ist etwas anderes als die Fiktion eines anderen zu lesen.
Ist es aber nicht so, dass sich Bekanntheit oft dadurch ergibt, dass man etwas Neues entwickelt, also in diesem Zusammenhang zb in einem neuen Stil schreibt?
Ansonsten danke für deine ausführliche Antwort!

Kommentar von lillian92 ,

Sehr gerne :)

Ich weiß nicht, inwieweit sich ein Stil entwickeln lässt ohne Grundzüge des Handwerks zu kennen. Neue Ideen sind meines Erachtens eher der Auslöser für Erfolg, als ein neuer Stil. Ich muss außerdem ehrlich zugeben, dass ich die "einzigartigen Stile", die ich bis jetzt so zu lesen bekam, immer reif für die Mülltonne hielt… Aber hier dürften sich die Geister scheiden.

Expertenantwort
von Rubezahl2000, Community-Experte für Buch, 23

Wenn du Bücher schreibst, dann BIST du Autor!
Egal was du sonst so tust oder nicht tust.

Viel lesen, das hilft, um GUTE Bücher zu schreiben.
Aber auch wer schlechte Bücher schreibt, ist ein Autor.

(Damit meine ich NICHT dich, das ist nur zur Erläuterung, dass diese Dinge keine Rolle dafür spielen, ob man Autor ist. Entscheidend ist, ob man Bücher schreibt)

Antwort
von xMirage95, 43

Wäre schon möglich, wenn du gut schreiben kannst. Wer viel liest kann meistens besser schreiben, aber das ist nicht zwangsläufig so.

Lass mal Leute aus dem Literaturbereich deine bisher geschriebenen Sachen lesen und hol dir eine Meinung ein. :)

Antwort
von miamusterfrau, 22

"Mit dem Gedanken spielen" kannst du noch lange, dir Voraussetzungen für und gegen den Beruf des Schriftstellers anhören, dich mit Lektüre auf die Tätigkeit des Schreibens vorbereiten, etc. Fakt ist: Man wird nur Schriftsteller indem man schreibt. Ist diese Voraussetzung erfüllt, werden die von dir angestellten Überlegungen bereits irrelevant.

Hast du ein Buch geschrieben, würde ich behaupten, dass du dir das Recht nehmen kannst, dich selbst als Schriftsteller zu bezeichnen. Aber natürlich ist nicht jeder Schriftsteller automatisch ein guter Schriftsteller. Über Inhalte und Themen kann man sich streiten, ein gutes Sprachgefühl hingegen, ist unerlässlich. Und dieses Sprachgefühl, entwickelt sich (abgesehen von Menschen mit absolutem Gehör) meiner Meinung nach vor allem übers Lesen, sowie der Wortschatz dabei zunimmt.
Schreibst du wirklich an einem längeren Text, wirst du ausserdem auf Probleme stossen und dir vielleicht anschauen wollen, wie andere Schriftsteller diese Probleme gelöst haben. Das kann sehr teilweise sehr hilfreich sein.

Du solltest dir ausserdem bewusst sein, dass man immer Fiktion erschafft, wenn man schreibt. Versuch einmal, ein konkretes Erlebnis wahrheitsgetreu zu schildern und du weisst was ich meine. Es gibt übrigens viele Autoren, die dem Anspruch, möglichst wahr zu schreiben, folgten. (Karl Ove Knausgard wäre hierfür das zurzeit berühmteste Beispiel.) Sowieso beruhen die meisten Werke nicht "nur" auf Fiktion, sondern oft auf der eigenen Biografie. Und ein Werk "nur" mithilfe der eigenen Fantasie zu erschaffen, verdient seinen Respekt.

Überleg dir vielleicht, ob du das, was du schreibst, auch gerne lesen würdest, wenn es jemand anderes geschrieben hätte.

Antwort
von WiihatMii, 37

Das ist überhaupt nicht unmöglich. Viele Spiele-Entwickler zum Beispiel beschäftigen gezielt Menschen, die mit Videospielen nichts zu tun haben, weil solche Menschen eben nicht versuchen, Bestehendes zu kopieren, sondern neue Ideen aus sich selbst heraus kreiieren und für neue Impulse sorgen.

Als Autor, der kaum oder keine Bücher ließt, neigst du zwar einerseits dazu, häufige gemachte Fehler selbst zu machen, da dir als Leser die Erfahrung mit solchen Fehlern fehlt, aber du hast im Gegensatz zu Menschen, die mehr lesen unter Umständen den Vorteil, Dinge auf eine Weise zu erzählen, wie es ein Literaturstudent niemals könnte.

Ich kann dir daher nur dazu raten, es trotzdem zu versuchen. Schreiben kann jeder. Und gut schreiben lernt man nicht durch lesen, sondern durch das Schreiben selbst.

Viel Spaß bei denen Projekten und viel Erfolg!

Antwort
von AlexChristo, 6

Die Frage ist, was du willst. Wenn du einfach für dich Geschichten schreiben willst, tue es.

Wenn du überlegst, damit z. B. Geld zu verdienen, dann ist es wichtig, dass du nicht nur einfach deine Gedanken zu Papier bringst, sondern dich auch mit Ausdruck beschäftigst, wie du einen Spannungsbogen aufbaust, wie du Charaktere interessant beschreibst und vieles mehr. Wie lernt man sowas? Durch das Lesen.

Wenn dich das Lesen anderer Bücher langweilt, was glaubst du was passiert, wenn du deinen 1. Entwurf geschrieben hast und dann alles neu durchgehen musst? Und das immer und immer wieder?

Antwort
von fiwaldi, 36

Es gibt auch absolut geniale Autoren, die das schaffen. Sicher gehörst du zu diesen Ausnahmen.

Chaplin hat fantastische Musik komponier, konnte aber keine Note lesen/schreiben

Bekomme ich ein Autogramm von dir? Bitte!

Kommentar von Jan555777888 ,

Kam ich in der Beschreibung dermaßen egoistisch und selbstverliebt rüber, sodass dein Sarkasmus bitternötig war?

Kommentar von fiwaldi ,

Schon zeigt sich, dass du Problme mit dem Lesen (und richtig verstehen) hast. Da muss ich wohl meine Einschätzung korrigieren.

Kommentar von Jan555777888 ,

Gut zu wissen, dass ich beim Schreiben nichts verstehen muss. Dein Duktus ist zu komplex oder gar zu kafkaesk und macht mir das Verstehen deiner stexte daher unmöglich. Ich bitte um Verzeihung...

Kommentar von fiwaldi ,

Es reicht, beim Lesen etwas zu verstehen ---- für den Anfang

Antwort
von Akay5, 35

Das ist wie ein Messer ohne Schleifstein. Schneidet auch, aber nicht lang und nicht so gut wie es könnte.

Warum willst du Autor werden, wenn du kein Interesse für Bücher hast? :O

Kommentar von Jan555777888 ,

Wenn ich schreibe ist es etwas komplett anderes, als wenn ich Bücher von anderen lese... Klingt komisch, ich weiß.

Kommentar von AnnJabusch ,

Aber andere sollen deine Storys dann lesen?

Antwort
von mikamiki, 30

Du musst keine anderen Bücher lesen. Du musst wahrscheinlich deine Bücher lesen, dass das Buch nicht unlogisch wird.

Antwort
von Tamtamy, 28

Du wirst dir sicher keinen Namen in der Literaturszene machen.
Aber wenn du eine interessante Story anzubieten hast und damit einen Verlag überzeugen kannst, dann ist es ziemlich egal mit dem 'Lesen'.
Nach allem, was ich so mitkriege, ist es aber alles andere als leicht, einen Verlag zu gewinnen.

Antwort
von yatoliefergott, 29

"dass sie nur auf Fiktion beruhen" - dann ließ doch Erfahrungsberichte oder so. Außerdem schreibst du doch wahrscheinlichselber "Bücher die auf Fiktion beruhen" oder wie ?

Antwort
von lamarle, 21

Wenn Du keine Bücher liest, woher willst Du dann wissen, was in einem Buch stehen sollte?

Wenn Du noch nie ein Spektralphotometer gesehen hast, würdest Du ein solches auch nicht erkennen, wenn es Dir ins Gesicht springt. Und ohne Bücher zu lesen kannst Du nicht wissen, wie z.B. ein wirklich guter Roman beschaffen sein sollte.

Kommentar von Jan555777888 ,

Jedoch gibt es doch kein vorgeschriebenes Grundgerüst, das man bei dem Schreiben eines Romanes anwenden muss. Ein Roman kann auch gut werden, wenn er sich von anderen guten Romanen unterscheidet.

Kommentar von lamarle ,

Wohl wahr. Trotzdem denke ich, es ist wichtig für einen Autor, selbst Bücher zu lesen - um zu schauen, wie schreiben andere, was finde ich z.B. richtig gut, was langweilt mich eher, wie schafft es ein Autor, Spannung aufzubauen oder bestimmte Gefühle beim Leser hervor zu rufen...

Kommentar von Jan555777888 ,

Aber dann verliert man ja seinen eigenen Stil.

Kommentar von lamarle ,

Es zeichnet einen guten Autor aus, seinen eigenen Stil zu entwickeln, ohne andere zu kopieren. Ich halte es für undenkbar, das zu schaffen, ohne viele, sehr viele andere Bücher gelesen zu haben.

Antwort
von Sissi713, 20

Oben wurde genannt, dass gutes Schreiben mit gutem Lesen im Zusammenhang steht. Das eine hat mit dem anderem nicht zu tun! Wer viel liest, kann gut lesen, spricht schnell und flüssig. Wer viel schreibt, kann gut schreiben

Kommentar von AnnJabusch ,

Lies richtig! Er will im Hauptberuf Autor werden. D.h. er will damit so viel Geld verdienen, dass er mindestens seine Miete und den Strom bezahlen kann. Das ist so, als wolle jemand Pilot werden, ohne je ein Flugzeug von innen gesehen zu haben.

Antwort
von AnnJabusch, 6

Und wie stellst du dir das vor? Wie willst du deinen eigenen Text beurtielen können, wenn dir jegliche Maßstäbe fehlen? Wie willst du deinen eigenen Text bearbeiten, wenn du ihn nicht liest?

Vielleicht kannst du ja Autor bei einem Bierverlag werden. Frag mal da nach, die lesen wenig.

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