Frage von Pryming, 84

Automatische, negative Gedanken loskriegen?

Hallo Community :) Mir ist in letzter Zeit was komischesaufegallen, ich bin mir auch nicht sicher seit wann das so ist. Ich krieg oft einfach automatische, negative Gedanken, die mir andauernd "sagen" ich sei nicht glücklich. Es ist so ein komisches Gefühl, dass man nicht los wird iwie. Immer wenn diese Gedanken auftauchen fühl ich mich irgendwie richtig einsam, obwohl das garnicht der fall ist. Ich hab viele Freunde, studier bald, hab eigentlich alles, was man zum glücklich sein braucht. Kann gut mit Menschen umgehen und Menschen mögen mich, aber trzdm tauchen diese negativen Gefühle immer wieder auf und verderben mir den Tag, weil ich mir auf was nichts mehr freuen kann, wie z.B. abends mit Freunden rauszugehen.

Es ist schwierig zu beschreiben, aber dieses Gefühl bedrückt mich sehr, weil ich es einfach nicht erklären kann. Das Gefühl spür ich auf der Brust.

Sollte ich das mit einem Fachmann besprechen oder ist das normal? Bei mir ist das jetzt seit ca 1 Monat so, ohne Grund. Nicht jeden Tag hab ich diese komischen Gedanken, es gibt auch viele an dem Ich "normal" denke und glücklich bin

Ich freu mich auf alle Antworten :)

Antwort
von derMannohnePlan, 5

Also erst einmal müssen wir klarstellen, dass du nicht einfach so irgendwelche negativen Gedanken bekommst, die dir andauernd etwas sagen!

Du selber, dein "ICH" oder selbst oder von mir aus nennen wir es deinen Geist, "produziert" deine Gedanken.

Es ist sehr wichtig dass zu verstehen!

Du schreibst auch dass diese unangenehmen Gedanken ohne Grund hast.Dies ist so nicht richtig. Alles hat seinen Grund!

Um dir ein wenig Klarheit zu verschaffen, erkläre ich es dir wie folgt:

Die menschliche Psyche, dein ICH oder Selbst ist ein Denkprodukt. Es wird einzig
durch deine Erinnerungen und die damit gekoppelten Gedankengänge
als Ich - Betrieb am Leben erhalten. 

Real, aber ohne die sie
hervorbringenden Ideenbilder, existiert unser ICH überhaupt nicht. Und
dieses Gebilde erzeugt in uns nun pausenlos Wirkung – fast könnte
man meinen, ein Böser Kobold habe es eigens dafür erfunden uns zu
quelen, und zu piesacken.

Nun wäre es leichtfertig, zu behaupten, bloß, wenn Du nicht mehr
daran denkst, ist der Spuk verflogen. Derjenige, nämlich Du selbst,
der ständig sich selber als Ich denkt, das von der Außenwelt
abgesondert existiert, als individuelle Einheit, ist letztlich
zugleich der Täter. 

Von der intelektuellen Seite oder seitens des
Willens her ist keine Hilfe oder Lösung des Konfliktes zu erwarten.

Doch es gibt ein anderes Mittel: in dem Augenblick, wo der
menschliche Verstand, das Denken selbst (das schließlich nicht blöd
oder dumm ist) ganz real erkennt, wie aussichtslos jeder Versuch ist
sich von sich selber und seinen gewachsenen Irrtümern zu befreien,
wird der Spuk nach und nach besser.

Wenn Du erkennst daß Dein Gefühl ein Mensch zu sein, Dein
Gefühl, zu existieren, zu leben das Originalgefühl des Urgrundes
aller Schöpfung ist -und nicht Dein individuelles, wenn Dir klar
wird das jedes Geschöpf, die ganze Menschheit aus diesem gemeinsamen
Grundgefühl heraus ist und lebt und handelt, dann fällt der
Abschied vom Wahn, ein von allen anderen getrenntes Individuum zu
sein, gar nicht mehr schwer.

Und nach dieser Einsicht sind wir noch genauso handlungs- und
entscheidungsfähig wie vorher. Bloß haben wir eine Illusion und
einen ganzen Buckel voll krankmachender Irrtümer aufgegeben.

Woran sehr viele Menschen heutzutage leiden, sind unbekannte,
unerkannte Spätfolgen traumatischer Kindheitserlebnisse. Man sagt
kurzer Hand Neurosen dazu.

Da beeinflußt tief aus den unbewussten
kommend eine einst gemachte Erfahrung unser heutiges Leben und wirkt
wie eine Zeitbombe fort und vergällt uns die Freude am Alltag.

Analysen können mit einiger Mühe und viel Zeit solche Traumen
ins aktuelle Bewustsein förden, und nach affektivem Nacherleben der
alten Geschichte ist, ist Erleichterung möglich. Freilich auch bloß
in diesem einzigen Punkt aus der Vergangenheit.

Der Rest, unsere gesamten Lebenserfahrungen, gute und böse,
bilden zusammen den Bodensatz, aus dem das Denken unsere Psyche,
unser Ich oder Selbst pausenlos im Alltagsleben strickt und uns die
Illusion vermittelt, es gebe einen Denker, der unsere Gedanken denkt.
Den gibt es nämlich gar nicht. Darum kann niemand wirklich sein
Denken kontrollieren, wie sollte er wenn dieses Denken ihn erst
jeweils erzeugt.

Im Grunde ist die Psyche ihrer Struktur nach selber eine einzige
voluminöse Neurose. 

Es ist wichtig dies zu erkennen und zu
verstehen.

Jede Einzelreparatur von Traumen bleibt Flickwerk, angesichts der
Tatsache, daß das ganze Gebilde der Vergangenheit angehört und in
der lebendigen Gegenwart nichts als Störungen und Reaktionen
hervorruft.

Untersuche einmal Dein Innenleben daraufhin, ob es nicht stimmt,
was hier geschrieben steht. 

Sofern Dir real, nicht bloß als Idee,
als Einbildung klar wird daß dem so ist, wird der Spuk aufhören.
Leg Dir dazu ruhig eine robustere Lebensauffassung zu. Spuck gegen den Wind und sag den Angstgespenstern aus Deiner unbekannten Vergangenheit, sie mögen sich zum Teufel scheren.

Genau genommen brauchst Du nichts zu tun als Deine wirkliche
Position in der Welt und im Universum zu erkennen, real, wirklich,
ohne Vorurteile und ohne Deine gewachsenen Meinungen.

Kutzum: Du kannst nichtst tun, Du brauchst auch nichts zu tun. Wer
einfach sich komentarlos, vorurteilslos, neutral beobachtet, ohne zu
sagen, ich bin so oder ich bin so, der kommt ganz alleine hinter die
Mysterien seiner Identität. Es taucht einfach auf.

Gewöhn Dir an, daß Du merkst, wie Dein Geist aus einem Zentrum
heraus agiert und handelt. Und begreife; dieses Zentrum ist selber so
erfunden wie eine Romanfigur, bloß mit dem Unterschied dass der
Stoff für den Roman Deine Vergangenheit ist!

Antwort
von Baby8707, 37

Hallo! 

Ich kenne das leider auch. Es war/ist für mich auch ganz ungewohnt... Manchmal wirklich schrecklich und an guten Tagen dann kaum zu glauben wie negativ man doch sein kann bis es einen wieder erwischt. Ich bin schlussendlich zum Arzt (Internist) der mein Blut ganz, ganz genau angeschaut hat. Es kam raus, das ich zum einen eine Schilddrüsenunterfunktion habe (die Schilddrüse ist für denn ganzen Hormonhaushalt zuständig, wenn da was nicht passt, merkt man das gewaltig) und zum anderen verschiedene Vitaminmängel habe +ein Serotoninmangel (Glückshormon) 

Geh zum Arzt und schildere ihm dass ganze, lass dein Blut untersuchen, vielleicht weißt du dann mehr. Alles Gute für dich! 

Kommentar von Pryming ,

Ja, genau! Obwohl der Tag perfekt scheint kommen die negativen Gedanken ohne Grund und versauen einem alles. Danke dir für die Hilfe! Werd ich aufjedenfall machen

Kommentar von Baby8707 ,

Ja genau so ist es bei mir auch 😕furchtbar... Nicht nur für einen selbst auch für das Umfeld oft nicht nachvollziehbar,zumindest bei mir 

Kommentar von Pryming ,

Vorallem das man es einfach nicht eklären kann ist das was einem beschäftigt. Würde man wirklich iwie einen Grund dazu haben, wie Trennung oder sowas, dann wärs ja noch verständlich aber ohne Grund? :D bin normalerweise echt ein richtig fröhlicher Mensch

Kommentar von Baby8707 ,

Mir geht's genau gleich. Bin normalerweise auch sehr fröhlich und voller Humor 😐mein Partner kennt sich auch vorne und hinten nicht mehr aus und alles was ich sagen konnte, ich weiß nicht warum /was ich habe... Man kann es einfach nicht erklären, dieses Gefühl überrollt mich förmlich und plötzlich ist es da, unerklärlich und wirklich nicht schön. Das Gefühl mit der Brust hab ich dann auch 

Antwort
von Lichtpflicht, 22

Manchmal hat man das. Ganz besonders in sogenannten "Übergängen", wie zB Ende der Schulzeit, Beginn des Studiums. Gibt mehrere solche Übergänge im Leben, und diese können sowas auslösen, auch ohne dass man vom Verstand her sagen kann, warum.

Ich denke nicht, dass du dir große Sorgen machen musst. Es klingt nach phasenweiser Niedergeschlagenheit, vlt einer leichten depressiven Verstimmung, die zum Leben auch mal dazu gehört, aber für mich nicht einer behandlungsbedürftigen Depression... Da kommen wohl noch andere Symptome dazu.

Nichtsdestotrotz kannst du natürlich mal den Hausarzt ansprechen (manchmal gibts körperliche Gründe) oder eine kostenlose Probesitzung beim Psychologen machen. Diese können das sicher besser einschätzen.

Wenn dir die negativen Gedanken als solche auffallen, und du auch weißt, dass sie logisch betrachtet falsch sind, bist du schon gewaltig im Vorteil (und wohl auch nicht unbedingt depressiv, da man bei Depression diese negativen Gedanken für Realität und richtig hält).

Lies dich doch mal ein wenig ein, wie und warum negative Gedanken die negativen Gefühle erst erzeugen und wie man sie verringern kann.

Zb hier: http://www.zeitzuleben.de/machen-wir-uns-unsere-gefuhle-selbst/

Kommentar von Pryming ,

Danke dir für die ausführliche Antwort!

Antwort
von Schmeilie, 3

Dir fehlt die Musik im Leben ;) 

Hatte das auch schon mal, hab dann sehr viel Musik gehört (keinen Mainstream-Kack(; ) und auch mal selbst Lieder geschrieben. Das hilft!

Es gibt sogar viele Musiker, die von sich aus gesagt haben, das Musik so eine Art Selbst-Therapie ist! (Ich will nicht sagen, dass du ne Therapie brauchst! ;P)

Also, ich weiß, Musik ist nicht für jeden was und hat auch nicht bei jedem die selbe Wirkung, aber ich hoffe ich konnte helfen :)

Antwort
von Bargh, 30

Das solltest Du auf jeden Fall mal bei Deinem Hausarzt ansprechen. Wenn sowas länger andauert, sollte man dem schon auf den Grund gehen. Das kann evtl. auch körperliche Ursachen haben. Lass ruhig mal ein Blutbild machen.

Kommentar von Pryming ,

Okay danke dir für die Antwort :)

Antwort
von Mimi33394, 36

Könnte eine depressive Verstimmung sein. Ich würde das abklären lassen. Psychischen Erkrankungen ist es egal, ob das Leben ansonsten perfekt ist. Es kann jeden treffen. ich wünsche dir, dass du da schnell wieder drüber wegkommt.

Kommentar von Pryming ,

Alles klar, danke dir Mimi! Am Besten zum Psychologen?

Kommentar von Mimi33394 ,

Erst zum Hausarzt. Von da wird man überwiesen zu einem Psychologen oder Psychiater.

Antwort
von ralphofner, 31

schwierig da online hilfe anzubieten. nimmst du irgendwelche medikamente oder substanzen?

Kommentar von Pryming ,

Nicht unbedingt Hilfe, aber vielleicht ein Statement und ob das normal ist oder ob ich nur übertreibe.. Ich nehme keinerlei Substanzen zu mir :)

Kommentar von ralphofner ,

vl kommt die winterdepression ;)

Kommentar von Bargh ,

Waaas? Die übersommert doch am Südpol...

Antwort
von NewKemroy, 8

Mein Vorschlag: Erfinde einfach einen lustigen, lächerlichen oder kindischen Namen (oder am besten alles Drei) für die negativen Gedanken. Und dann sagst Du Dir (in Gedanken) immer wenn sie auftauchen: "Ach guck, da sind sie ja schonwieder die Düsterlis, die Rumpelstiezchen", oder wie auch immer Du sie nennst.

Auf zwei Dinge kommts dabei an. A) Du musst sie benennen. Und B) Du musst Dich lustig darüber machen und das Phänomen ins lächerliche ziehen.

Antwort
von nowka20, 1

reine willenssache

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