Frage von internetnihat, 155

Autokauf ,schwere des Unfalls verschwiegen Betrug bzw arglistige täuschung nachweisen?

Hallo ich habe ein Auto gekauft bei Händler.Händler hat uns(mir und Ehefrau) im Verkaufsgespräch gesagt das der Wagen kein Unfall hatte nur etwas auf die Motorhaube gefallen ist und dadurch Motorhaube mit Fahrerlicht ausgetauscht wurde. Im Kaufvertrag hat er mir reingeschrieben Seitenschaden an der Front ,Motorhaube und Licht erneuert. Kein Wort vom Kotflügel und dem schweren Unfall von 11500 Euro Rep. kosten Es gibt ein Gutachten vom Erstbesitzer das es ein Frontschaden der linkslastig ist . Gutachter und Fahrer haben mir bestätigt das es ein auffahrunfall war und kein "Seitenschaden an der Front ". Was meint ihr habe ich da gute aussichten vor Gericht die Rücknahme zu erreichen ? Habe es 4-6 Wochen nach Autokauf gemeldet .

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 62

Was meint ihr habe ich da gute aussichten vor Gericht die Rücknahme zu erreichen ?

Nein. Vertraglich ist ausdrücklich ein "Seitenschaden an der Front" als verkehrswerte Eigenschaft benannt. Den muss der VK aber nicht näher, etwa  als "Auffahrunfall", beschreiben :-(

Das mündlichen hierzu etwas anders erklärt haben will als ausdrücklich schrfitlich festgestellt wurde, ist kaum zu beweisen. Auch ein Zeuge gilt da als Gefälligkeitsaussage wenig, von angeblicher "Unfallfreiheit" ist explizit in dem Kaufvertrag garnicht die Rede, richtig? Bei erheblichem Kostenrisiko eines Prozesses sehr dünnes Eis, auf das man sich begäbe, man wäre zwar nicht über den Schaden, aber über dessen Ausmaß oder Hergang getäuscht worden :-(

Der Händler dürfte wiederklagend darauf verweisen, den vorliegenden, unstreitig instandgesetzten Schaden doch ausdrücklich angegeben zu haben.

Denn damit habt ihr euch ja offenbar auch zufrieden gebeben: Spätestens hier hätten bei manch anderem Interessenten die Alarmglocken geschrillt, er die Instandsetzungskosten und damit Ausmaß der Schäden eingesehen verlangt, den Vorbesitzer kontaktiert, eine neutrale Gebrauchtwagenuntersuchung vereinbart oder sich mindestens die vermeindliche, im Gespräch erklärte Verkehrsunfallfreiheit vertraglich zusichern lassen.

Allein dehalb, weil ein Seitenschaden mit der Schilderung, etwa sei auf die Motorhaube gefallen, offensichtlich überhaupt nicht vereinbar ist.

Hinterher ist man immer klüger, aber vorher darf man sich schlau machen. Eine gesunde Skepsis bei Autohändlern ist IMHO Vorausetzung, nicht übers Ohr gehauen zu werden.

G imager761

Kommentar von internetnihat ,

Muss man einem Käufer alle Metallischen schäden nicht nennen wie Kotflügel was ausgetauscht worden ist ? Kotflügel neu,Stossstange ausgetauscht,Windschutzscheibe ausgetauscht und Trägerteile beschädigt. Im Vertrag steht nur Scheinwerfer und Motorhaube repariert. Auf Anfrage per Mail wurde geschrieben das Stossstange und Kotflügel orginal sind.Gutachten sagt beide sachen zerstört gewesen.

Kommentar von imager761 ,

Nein, man muss Schäden oberhalb der Bagtellgrenze ungefragt angeben und tat dies auch. Dabei darf man "Kotflügel neu,Stossstange ausgetauscht,Windschutzscheibe ausgetauscht und Trägerteile beschädigt" unter "Seitenschaden an der Front" zusammenfassen.

Noch einmal: Du hättest hier einfach genauer nachfragen, dir die Reparaturrechnungen vorlegen lassen oder durch Gutachten oder Vorbesitzerkontakt den Instandsetzungsaufwand und damit konkreten Zeitwert feststellen lassen können.

Kommentar von internetnihat ,

Ich habe im Vertrag drin stehen Rep. Schaden (Motorhaube und Scheinwerfer).Da steht nichts von Unfall oder Seitenschaden aber wo ich das Fahrzeug abgeholt habe hat er in einen Schreiben dazwischen geschoben. 

Da ist für mich Betrug bzw Täuschung.

Kommentar von imager761 ,

Ich habe im Vertrag drin stehen Rep. Schaden (Motorhaube und Scheinwerfer).

Für mich ist das ein völlig neuer Sachverhalt. Der Fallschilderung nach - und darauf beziehen sich meine Einschätzungen -  wurde "im Kaufvertrag (!) reingeschrieben "Seitenschaden an der Front".

Nun soll schriftlich, nicht mündlich erklärt sein  "Rep. Schaden (Motorhaube und Scheinwerfer)" und der benannte Seitenschaden soll plötzlich garnicht im Kaufvertrag, sondern "in einen Schreiben dazwischen geschoben" benannt worden sein?

Lese ich dann in deinem nächsten Kommentar vetrglich zugesicherte "Unfallfreiheit" ?

Man kann hier (wenigstens nicht von mir) einen zielführenden, gar belastbaren Rat bekommen, indem man den Fall solange anders darstellt, bis die Antworten zu der eigenen, vorgefassten Meinung passen.

afk

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 42

Ich denke, dass der Händler sich ganz bewusst etwas schwammig ausgedrückt und es niedergeschrieben hat. Dadurch ergibt sich ein Auslegungsspielraum, der - du willst ja was - immer zu seinem Vorteil wirkt. 

Er hat dich "übers Ohr gehauen".

Sicher könntest du den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten, dazu hast du ein Jahr Zeit. Eine der entscheidenden Fragen dürfte die Beweisbarkeit und dessen Vorsatz sein. 

Bei einer Klage: Eine Prognose über eine Erfolgsaussicht kann keiner geben. 

Antwort
von franneck1989, 35

Ich sehe hier keine allzu großen Chancen. Der Wagen ist explizit per Kaufvertrag mit einem reparierten Unfallschaden angegeben. Über die Art des Unfalls steht im Kaufvertrag nichts, eine anderslautende Vereinbarung könnt ihr schwer nachweisen. Zudem müsste man im nächsten Schritt auch arglistige Täuschung nachweisen. Und dann frage ich mich sowieso noch: Was ist jetzt genau euer Problem? Wurde der Schaden nicht korrekt instandgesetzt?

Antwort
von Hohlkopf, 57

Sieht nach arglistiger Täuschung aus. In diesem Falle kann der Kaufvertrag rückabgewickelt werden. Da der Schaden nicht im Kaufvertrag steht und es sonst auch keinen Nachweis über eine Information des Mangels gibt ( dafür aber einen Gutachterbericht) würde ich mal ein ernstes Wörtchen mit dem Händler sprechen. Meistens werden die in so einem Falle kooperativ. Wenn der stur Schaltet einen Anwalt zuziehen.
Allem voran muss aber eine Arglistige Täuschung vorliegen. Mit den gegebenen Informationen liegt aus meiner Sicht eine solche vor.

Kommentar von franneck1989 ,

Der Schaden steht im Kaufvertrag. Über den Umfang kann man v.l. streiten, aber er steht definitiv drin

Antwort
von Loveschocolate, 44

Habe absolut keine Ahnung, wasche juristischen Wege sagen würden.. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt, dass der Kauf rückgängig gemacht werden müsste

Antwort
von Alsterstern, 56

An Deiner Stelle würde ich erst einmal mit dem Händler reden. Sag ihm, Du willst den Verkauf rückgängig machen. Blockt er ab,  kannst Du Dir über alles weitere Gedanken machen.

Antwort
von internetnihat, 36

Verkäufer sagt das er den Wagen nicht zurück nimmt da ich nicht als Unfallfrei gekauft habe.

Mir wurde gesagt das etwas auf die Motorhaube gefallen ist aber kein Unfall war. Im Vertrag meinte er das er es so hinschreiben muss mit Seitenschaden an der Front.

Mein Anwalt hält sich zurück und meinte nur das man es angehen kann ,habe da auch keine Urteile zur Hand  wie ich vor dem Landesgericht druck ausüben kann der in 3 Monate ist. Also Gerichtstermin steht fest . Muss nur wissen wie ich mich ausdrücken muss und sollte evtl. Urteile wären super. Es gibt ein Urteil aus Koblens vom LG das 03.2015 war das es schwer ist täuschung nachzuweisen.

Kommentar von imager761 ,

Natürlich verspricht dir dein Anwalt das Blaue vom Himmel, damit verdient er sein Geld.

Nach meiner Einschätzung hat der Verkäufer einen Seitenschaden angegeben. Darunter magst du dir etwas anderes vorgestellt haben und hast dich nebst Gattin mit einfachen Erklärungen leicht abspeisen lassen.

Mit gesundem Menschenverstand, gar Logik, gab es dafür garkeinen  Grund: Wenn etwas auf die Motoraube fällt, verursacht das keinen "Seitenschaden, gar an der Front". Und genau den hast du nachweilich schrfitlich und damit auch zur Kenntnis genommen, ohne nachzufragen oder dich zu vergewissern und den geforderten Kaufpreis bezahlt.

Wer würde da aber bei einem Kaufpreis von bsplsw. 10.000 EUR allein in der ersten Instanz für 3.700 EUR zocken? Enttäuschung über seine eigene Vertrauensseligkeit, gar Unzulänglichkeit und emotionales Gerechtigkeitsempfinden macht nur die Anwälte reich :-O

G imager761

Antwort
von keulenman, 41

Ich verstehe nicht wieso du hier fragst und nicht bei einem Anwalt. Ich glaube nicht,dass es hier bei GF soviele Juristen gibt, die dir die Frage richtig beantworten können.

Antwort
von Deepdiver, 33

https://anwaltauskunft.de/ratgeber/tipps-urteile/unfallfahrzeug-autokauf-kann-ru...

Du kannst den Wagen zurückgeben. Siehe obriges Gerichtsurteil.

Kommentar von imager761 ,

Unsinn - hier handelt es sich gerade nicht um ein unfallfreies Fahrzeug, der ""Seitenschaden an der Front " ist ausdrücklich benannt :-O

Kommentar von Deepdiver ,

Eben, das sagt ja auch das Urteil aus. Lesen und dann erst reden !

Kommentar von keulenman ,

Erst den Link lesen und dann einstellen! @ imager761 hat Recht denn da hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun.

Kommentar von franneck1989 ,

"Im Vertrag stand zu lesen, dass es sich um ein unfallfreies Fahrzeug handelt." was hat das jetzt mit diesem Fall zu tun? Richtig, gar nix

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